Während Sportdirektoren ihre Neuverpflichtungen am liebsten gänzlich lautlos ohne jegliche Medienaufmerksamkeit tätigen, um dann auf einmal den eingekauften Spieler wie ein Magier aus dem Hut zu ziehen, ist es für an Fussballentzug leidende Fans erheblich unterhaltsamer, wenn sich solch ein Transfer zum Drama entwickelt, sich die Namen, Gerüchte gepaart mit Fantasiesummen nur so überschlagen. Insofern war die sich über Wochen und Monate erstreckende Suche nach einem neuen Linksverteidiger für Borussia-Fans eine willkommene Ablenkung in der endlosen Pflichtspielpause von 3 Monaten. Erst schien es nur eine Frage der Zeit, bis Malang Sarr verpflichtet würde, dann wechselte dessen Verein OSC Nizza jedoch den Besitzer, die Verhandlungen stockten, die geforderten Summen wurden höher. Andere Namen kamen ins Spiel, zuletzt u.a. der Augsburger Philipp Max, allerdings erneut im Zusammenhang mit einer Ablöse, die jenseits der Mönchengladbacher Schmerzgrenze lag. Geworden ist es am Ende (sofern es keine Komplikationen beim Medizin-Check gibt) ein Spieler, der all die Zeit immer mal wieder genannt wurde: Ramy Bensebaini von Stade Rennes. Angesichts des Hypes,  der um Sarr gemacht wurde, wird der 24-jährige Algerier (übrigens nach Karim Matmour erst der zweite Spieler dieser Herkunft bei Borussia) mit der Vorverurteilung leben müssen, er sei nur eine Notlösung, ein Sarr für Arme.

Schaut man sich die Vita von Bensebaini an, so ist das etwas unfair, denn der mit 24 Jahren immer noch einigermaßen junge Mann kann immerhin über 100 Ligaspiele in der Ligue 1 vorweisen (und noch einige dazu in der belgischen ersten Liga), hat 25 Länderspiele für Algerien auf dem Buckel (inklusive des Gewinns des Africa-Cups), hat bereits Euro-League gespielt, ist also ein gestandener Spieler mit Erfahrung auf hohem europäischen Niveau, der in der Lage sein sollte Borussia auf der Stelle weiterzuhelfen. Bensebaini ist ein Linksfuß, der zuletzt in Rennes auch als Linksverteidiger gespielt hat, jedoch auch schon Erfahrung in der Innenverteidigung und passt somit gut ins Gladbach Anforderungsprofil. Die Entscheidung für Bensebaini ist sicher nicht die spektakuläre  glamouröse Neuverpflichtung, auf die manch einer gehofft haben mag, aber sie ist sinnvoll, pragmatisch und nicht sonderlich riskant. Bis zum Jahresende warten noch 24 Pflichtspiele auf die Borussia, mit der Verpflichtung Bensebainis hat man nun zumindest die Gewissheit dabei für die linke Seite eine echte Alternative zum ewigen Oscar Wendt zu haben, die mehr als nur eine Notlösung ist.  


Folge uns auf Twitter