Borussias Krise hat sich mit dem verdienten 0:2 in Leverkusen fortgesetzt. Eine Schein-Ausgeglichenheit bei den Spielanteilen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Klassenunterschied bestand zwischen dem Champions League Aspiranten aus Leverkusen und dem Durchschnittsklub vom Niederrhein.

Bis zum 0:1 in der 39. Minute wirkte es zwar so, als würde die Fohlenelf ordentlich mithalten können. Die einzig gefährlichen Aktionen waren aber auf Seiten der Gastgeber zu verzeichnen. So fiel die Führung beinahe zwangsläufig und es war schon zu diesem Zeitpunkt absehbar, dass Borussia auch anschließend wenig bis gar nichts an Offensivkraft entgegenzusetzen haben würde. Bobadilla war immerhin noch stets bemüht, scheiterte aber an seinen begrenzten Fähigkeiten. Von denen sollte Thorgan Hazard eigentlich weit mehr haben. Seine Offensivaktionen waren aber eine Beleidigung seines vermeintlichen Potentials. Es ist bezeichnend, dass Jonas Hofmann nach seiner Einwechselung noch die meiste Torgefahr entwickeln sollte.

Gut aufgestellt ist Borussia einzig im defensiven Mittelfeld, wo Denis Zakaria einmal mehr bester Borusse war und Christoph Kramer konstant ordentlich sein Pensum abspult. Auch Jannik Vestergaard müht sich redlich, seine Rolle als Abwehrchef auszufüllen. Die übrige Defensive ist in diesem Spätwinter 2018 biederer Bundesligadurchschnitt und repräsentiert damit den Fußball, für den Borussia mittlerweile steht.

Da Leverkusen mit seinen Chancen zu fahrlässig umging und Borussia so lange am Leben ließ, setzte diese in den letzten 10 Minuten noch mal alles auf eine Karte und kam tatsächlich noch zu zwei brauchbaren Torchancen. Die erste versemmelte der eingewechselte Josip Drmic kläglich. Seine ehemaligen Mitspieler antizipierten dies offensichtlich und sahen daher keinen Anlass, ihn am Fünfmeterraum zu bewachen. Gefährlicher war da schon der Kopfball wenig später, den Wendell auf das eigene Tor abgab. So wurde Bernd Leno wenigstens ein einziges Mal an diesem Abend ernsthaft geprüft.

So langsam muss die Mannschaft von Dieter Hecking den Schalter wieder umlegen und an die positiven Ansätze aus den Spielen gegen Dortmund und Hannover wieder konstant anknüpfen. Ansonsten kann die Saison bald schon abgehakt werden. Vielleicht sogar schon in der kommenden Woche, wenn es gegen den aktuellen Tabellen-7. aus Hoffenheim geht und eine weitere Niederlage die letzten realistischen Hoffnungen auf den letzten verbleibenden Platz in der Europa League-Qualifikation zunichte machen könnte. Unten droht dank der Schwächen der letzten vier Bundesligateams wenig Gefahr. Borussia muss aber aufpassen nicht dauerhaft in alte Zeiten zurückzufallen. Genau genommen sind die Leistungen der letzten 1 ½ Jahre nicht mehr weit entfernt von dem, was Borussia in den langen und elendigen Jahren vor der Ära Favre konstant abgeliefert hat.

Bayer: Leno – L.Bender, Tah, S.Bender, Wendell (90. Retsos) – Volland, Baumgartlinger, Aranguiz, Bailey (69. Brandt) – Havertz (85. Kohr), Alario

Borussia: Sommer – Jantschke (71. Cuisance), Ginter, Vestergaard, Elvedi – Hazard, Kramer, Zakaria (79. Drmic), Grifo – Stindl, Bobadilla (64. Hofmann)

Tore: 1:0 (39.) Alario, 2:0 (90.) Brandt

Gelbe Karten: Zakaria, Kramer, Vestergaard

  • 23. Mai 2022 @SchulteKev Zum Dank krümelt dir Marco Richter einen xG 0,1-Moment über die Linie.
  • 23. Mai 2022 @derSchahidi @chbiermann Hagemann/Freund ist aber nicht besser.
  • 23. Mai 2022 @chbiermann Bei Hempel unter dem Sofa.
  • 23. Mai 2022 @ballreiter David Degen hat halt so seine Ideen von Business.
  • 23. Mai 2022 @BaumannKarsten Ich sach nur ein Wort: Vielen Dank!
  • 23. Mai 2022 @LudwigFend Wer etwas auf sich hält, der spart sein Geld und das seiner Oma Und fährt damit in den Puff von Barcelona.
  • 23. Mai 2022 Authentizität ist ein unbekannter Vorname von Horst Hrubesch. Und ein Erfolgsrezept. #HSVBSC

Folge uns auf Twitter