Tief im Westen, nicht ganz dort wo die Sonne verstaubt, sondern etwas weiter östlich davon, da liegt das Auenland. In Deutschland nennt man es auch das Sauerland, aber das ist halt der Name, den die Menschen diesem Landstrich geben. Die Einwohner des Auenlands, ob nun Hobbits oder Sauerländer genannt, sind recht scheue Wesen, die die Gesellschaft von Fremden nicht sehr schätzen. Deshalb haben sie auch die Fähigkeit, sich nahezu lautlos in ihren Wäldern zu bewegen. Für den Auswärtigen ist es somit schwer, diese drolligen Wesen zu entdecken. Manch unglückliche Zeitgenossen, die eine Wagenpanne im tiefen Sauerland hatten, können ein Lied davon singen. Oft irrten sie tagelang umher, bis sie auf Behausungen trafen (wenn sie nicht ganz und gar in den tiefen Wäldern des Sauerlandes verschwanden).


Doch geht es hier heute nicht um die Hobbits. Viel interessanter sind ihre westlichen Nachbarn. Genau dort, wo die Sonne verstaubt, beginnt das Reich der Zwerge. Das heißt, eigentlich war es nicht immer das Reich der Zwerge. Früher, bis vor ungefähr 200 Jahren, war dieser Landstrich vielmehr ein Ausläufer vom Auenland. Doch eines Tages, so will es die Legende, fand ein Hirtenjunge einen Stein, der das Feuer bannen konnte. Ein gewaltiger Schatz in der damaligen Zeit, denn Steine, die Feuer beherrschen waren sehr beliebt. Von diesem Fund hörten die Zwerge. Wenn Zwerge etwas lieben, dann sind es Schätze. Um sie zu bekommen graben sie oft tiefe Stollen in die Erde, so tief, wie kein anderes Lebewesen es zu tun vermag. Sie sind sehr geschickt darin und verbringen große Zeiträume unter der Erde – oder wie sie sagen: „Unter Tage“. Die Arbeit dort ist anstrengend. Wenn sie aber abends nach getaner Arbeit gesellig beisammen hocken und die magische Glut des Feuers in den von ihnen erbeuten Zaubersteinen sehen, dann sind sie frohen Herzens, stimmen heimelige Lieder an und erzählen Geschichten von ruhmreichen Taten ihrer Vorväter.

 

Vor 200 Jahren, als die ersten Schätze gefunden wurden, strömten Zwerge aus aller Welt an diesen Ort, um dort ihr Glück zu suchen. Es kamen die Libudas, Kuzorras, Szepans, Emmerichs, Skibbes, Abramcziks… kurz: Zwergenfamilien aus aller Herren Länder fanden sich im Kohleland ein. Und wie das bei Zuzüglern so ist, kamen mit den Neuankömmlingen auch seltene Sitten in das Reich der Zwerge. Neben einem dünnwässrigen Getränk namens Pils kamen die Ureinwohner erstmals in den Kontakt mit einem Sport namens „Fußball“. Die Legende besagt, dass es die Szepans waren, die zuerst eine Kirsche mitgebracht hätten, aber das ist nicht genau überliefert. Die Zwerge erfreuten sich schnell diesem Spiel und bald traten nach getaner Arbeit vor allem die männlichen Zwerge (die nur aufgrund ihres etwas längeren Barts von den weiblichen Zwergen zu unterscheiden sind) gegen die „Kirsche“.

 

Weil der Fußball ein Mannschaftssport ist, war es ganz natürlich, dass die einzelnen Sippen gegeneinander antraten. Oft machten sie es aus reinem Spaß. Manchmal lagen die Sippen aber auch in Streit. Zwerge sind oft missgünstig gegenüber anderen Zwergen und oft neideten sie den anderen die Schätze, die ihnen eigentlich selber zustanden (zumindest nach ihrer Sicht). Und dann versuchten sie über das Spiel die anderen zu demütigen. Es waren raue Sitten in der damaligen Zeit. Mehr und mehr wurde ein Fußballspiel in dieser Region zum Politikum. Ein Sieg in einem Fußballspiel wurde gleichgesetzt mit einem Sieg gegenüber der anderen Sippe und um den zu erreichen setzte man die ersten Söldner ein. Doch wie sollte man diese integrieren? Söldner in den eigenen Reihen sind gut, doch will man nicht jeden Söldner automatisch in der eigenen Familie am Mittagstisch sitzen haben. Doch dann kam ein schlauer Zwerg auf die Idee, Vereine zu gründen. Und nun schossen Vereine wie Pilze aus dem Boden. Wer was auf sich hielt, gründete einen Sippen-Verein. Die Essener-Zwerge, die Duisburger Zwerge, die Gelsenkirchener und die Herner. Und alle traten nun im mehr oder weniger friedlichen Wettstreit gegeneinander an.

 

Die Lüdenscheider Zwerge hielten sich aus alle dem zunächst heraus. Sie standen schon immer ein wenig Abseits zu anderen Zwergenfamilien und kümmerten sich wenig um die Geschichten anderer Leute. Vielleicht hat dies auch etwas damit zu tun, dass sie sehr nahe bei den Hobbits lebten, die Fremdes gar nicht schätzen. Nein, ein Verein kam für sie zunächst nicht in Frage. Zwar liebten sie diesen Sport ebenfalls sehr, doch hatten keinen Zwist mit anderen Sippen und zudem waren sie große Fans der Fußballkunst ihrer Gelsenkirchener Nachbarn. Sie pilgerten dort hin und feuerten begeistert ihre in königsblauen Kapuzen spielenden Verwandten an. Das Leben hätte friedlich sein können, doch dunkle Wolken zogen bereits am Horizont auf.

 

An einem Abend, es muss nun über hundert Jahre her sein, gerieten die Fürsten der Gelsenkirchener und der Lüdenscheider-Zwerge nach einem Zechgelage in Streit. Worum es ging, ist nicht genau überliefert. Die einen sagen, dass der Schalker Fürst Siebert der Erste (es sollten noch 27 weitere Sieberts folgen, die sich immer wieder als „der eine“ Günter Siebert ausgaben) sich über die Bartlänge der Lüdenscheider Frauen lustig machte. Die anderen sagen, der Lüdenscheider Fürst „Ricken das ewige Talent“ habe Siebert böswillig ein Glas Fiege-Pils untergejubelt. Geklärt werden kann das nicht. Auf jeden Fall war die Angelegenheit aber ungeheuer wichtig. Im Streit zogen nun die Sippen von dannen und die Lüdenscheider beschlossen, ihren eigenen Verein zu gründen. Doch wie sollte man ihn nennen? Bartlänge Lüdenscheid? Streitaxt Dortmund? Fruchtzwerg Westfalia? Da erinnerte man sich an die Zeit, als die ersten Zwerge von außen an das Auenland strömten. Sie kamen aus den östlichen Provinzen, hatten lustige Namen, die oft auf -ski endeten und benahmen sich ganz eigentümlich mit ihren Gebräuchen. So etwas hatte man noch nie gesehen und weil man sie für Russen hielt, war ein damals allgemein üblicher Ausruf: „Boah!!! Russen!“. Also nannte man den Verein „Boahrussia Doatmundt“ oder wie man ihn heute nennt: Borussia Dortmund. Weil es weiter im Westen aber bereits eine weit ruhmreichere Borussia gab, nennt man den Dortmunder Verein auch heute noch „die kleine Borussia“. Und so, liebe Leser, entstand Borussia Dortmund.

 

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