„Ein Optimist ist ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt, wie sie sind.“ Karl Valentin
Allzu optimistisch war Borussia bei der Verpflichtung von Giovanni Reyna vor rund einem Jahr. Für seine überschaubaren Leistungen und dauernden Verletzungen kostete der US-Amerikaner zu viel Gehalt. So schön es gewesen wäre, wenn der Ex-Dortmunder an seine Topleistungen aus längst vergangenen Zeiten hätte anknüpfen und sein zweifelsohne vorhandenes Talent in Mönchengladbach hätte ausreizen können. Bei einem Spieler, der seit 2021 jedes Jahr monatelang ausfällt und in dieser Zeit daher nur wenig Spielpraxis erlangt hat, war es von Beginn an absehbar, dass das Risiko in keiner Relation zur leider nur sehr geringen Chance stand. Gut daher, dass Schröder dieses Kapitel weitgehend kostenneutral beenden konnte.
Borussias Duo der Hoffnung
Ein echter Ersatz wurde für Reyna bislang nicht verpflichtet, dürfte bis zum Ende der Transferperiode aber noch geholt werden. In die Saison startete Polanski auf der Position hinter Kleindienst mit dem zuletzt ausgeliehenen und inzwischen per Kaufoption fest verpflichteten Hugo Bolin, was dieser mit seinen ersten beiden Saisontoren zurückzahlte. Der Schwede zeigt gerade im Zusammenspiel mit Mohya vielversprechende Ansätze. Mit 23 Jahren darf er immer noch als Talent gelten, das seine Befähigung auf hohem Bundesliganiveau erst noch dauerhaft unter Beweis stellen muss. Die Anlagen hierfür sind aber in beachtlicher Weise vorhanden.
Neben Wael Mohya selbst könnte Fritz Fleck eine Alternative für Bolin oder den noch zu erwartenden Neuzugang sein, die viele Fans entzücken würde. Der deutsche U18-Nationalspieler kam 2024 aus der Jugend des BV 09 und würde bei der echten Borussia am liebsten den gleichen Weg wie einst Marco Reus einschlagen. Aber Vorsicht mit solchen Analogien und Erwartungen, die am Ende fast nur enttäuscht werden können. Mit 1,72 Metern erinnert der dribbelstarke und kreative Linksfuß ohnehin stärker an Marko Marin als an Reus.
Auch Fleck fiel zwar 2025/26 für insgesamt rund 3 ½ Monate aus, wovon aber knapp die Hälfte einer Mandelentzündung zuzurechnen war, die ihm wahrscheinlich nicht jedes Jahr widerfahren wird.
Vielfältige Alternativen
Neben den drei Youngstern könnten mit Hack, Machino, Stöger, Castrop und – ja, ja, leider immer noch Neuhaus – einige andere Akteure die Rolle in der offensiven Mittelfeldzentrale ausfüllen. Die vermeintliche Kaderlücke, die der Verein gerade zu schließen versucht, könnte im Falle eines ausbleibenden Durchbruchs bei Mohya also durchaus auch mit einer leichten Anpassung des Systems beantwortet werden. Mit Blick auf die Verletzungshistorie einiger Spieler sowie die nicht immer bundestauglichen Leistungen anderer Akteure könnte die Fohlen-Offensive aber zusätzliche Qualität für die Breite noch gut gebrauchen.
Borussen-Check 2026/27 – Torhüter
Borussen-Check 2026/27 – Innenverteidigung
Borussen-Check 2026/27 – Außenverteidigung
Borussen-Check 2026/27 – Defensives Mittelfeld
Borussen-Check 2026/27 – Offensive Außenbahn
Borussen-Check 2026/27 – Mittelstürmer
Borussen-Check 2026/27 – Fazit
Borussen-Check 2026/27 – Prognosen der Redaktion Teil 1
Borussen-Check 2026/27 – Prognosen der Redaktion Teil 2
