Tschö Hydration-Break, hallo Fußball
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Tschö Hydration-Break, hallo Fußball

Endlich vorbei. Als das womöglich unansehnlichste und langweiligste Endspiel in der Geschichte der an unansehnlichen und langweiligen Endspielen gar nicht mal so armen Fußball-Weltmeisterschaften abgepfiffen wurde, ging ein zweites Aufatmen durch die Räume, in denen die neutralen Beobachter, zu denen die deutschen Fußballinteressierten, die es sonst mit dem eigenen Nationalteam halten, das Finale verfolgt hatten. Endlich vorbei, Fernseher aus und ins Bett. Bloß nicht noch angucken, wie zwei brechreizinduzierende Mafiosi den Pokal dem verdienten Sieger dieses Unspiels überreichen.

Dabei ist die Erlösung nah. Nicht nur hat das Bundesligateam von Borussia Mönchengladbach die Vorbereitung für die neue Saison begonnen. Auch das erste Testspiel ist absolviert. Im schmucken Stadion am Zoo in der schönsten Stadt des Regierungsbezirks Düsseldorf gegen den leider weder schmucken noch schönen Wuppertaler SV, Chaosclub mit bestenfalls mäßiger Unterstützung in der eigenen Region. Die Mannschaft des Absteigers in die Oberliga war erst in den Tagen vor dem Testspiel von den neuen sportlich Verantwortlichen mühevoll zusammengebastelt worden, ist auch noch nicht ganz fertig und war von daher ein dankbarer Gegner für den Aufgalopp der Borussia. Bolin und Honorat mit Doppelpacks, zudem Hack per Elfmeter und der junge Danfa schossen ein lockeres 6:0 heraus. Eugen Polanski setzte fast alles ein, das er im Moment zur Verfügung hat. Tim Kleindienst allerdings, der Mann, auf dem die Hoffnungen vieler Fans ruhen, war nicht dabei. Die einjährige Verletzungspause ist offiziell vorbei, dennoch schont man den Torjäger vorsichtshalber noch ein bisschen.

Am kommenden Samstag steht der nächste Test an. Rot-Weiss Essen, Fast-Aufsteiger in die Zweite Liga (und für den Wuppertaler SV das, was der 1.FC Köln für Borussia ist, nur mit mehr Gewalt) stellt schon eine größere Herausforderung für das Team des neuen Teams des alten Trainers Eugen Polanski dar. Weitere Gegner in der Vorbereitung sind Hansa Rostock und, zur offiziellen Saisoneröffnung, Aston Villa, möglicherweise dann schon wieder mit Emiliano Martinez, dem Torhüter, der beim WM-Finale wohl der beste Spieler seiner Tretertruppe war.

Jetzt, da es endlich vorbei ist, noch ein paar Worte zu diesem Turnier: Das Beste war drolligerweise das, was vorher fast für die größte Kritik gesorgt hätte. Die Präsenz zahlreicher „Fußballzwerge“ dank des aufgestockten Teilnehmerfeldes verhinderte, dass die Vorrunde und das Sechzehntelfinale komplett langweilig wurden. Und da sich die Regel mit den besten dritten Plätzen doch als eher unhandlich erwiesen hat, möchte man fast für eine weitere Aufstockung auf dann 64 Mannschaften plädieren. 16 Gruppen, warum eigentlich nicht? Infantino wird’s freuen.

Der Rest ist bekannt: Schwache Schiedsrichter, politische Einflussnahme, mittelprächtige Stimmung in den Stadien, das meiste davon durfte man erwarten. Über das Abschneiden der Deutschen Mannschaft ist alles gesagt, dass wir von SEITENWAHL überwiegend den künftigen Bundestrainer noch weniger mögen als den bisherigen, dürfte diejenigen, die unsere Texte regelmäßig und schon etwas länger lesen, nicht wundern.

Die Borussen bei der WM haben bis auf einen wenig aufsehenerregend performt. Jens Castrop war schnell raus, Giovanni Reyna schoss ein Traumtor und absolvierte deutlich mehr Spielzeit als sein Buddy Joe Scally, der nicht die Gelegenheit hatte, sich bei Vereinen seiner vermeintlichen Sehnsuchtsliga zu empfehlen. Nico Elvedi dagegen spielte nach seiner besten Saison im Borussentrikot auch eine blitzsaubere Weltmeisterschaft. Ob die beste auch die letzte Saison im Borussentrikot gewesen sein wird, ist Stand jetzt noch offen. Wundern sollte es uns nicht, wenn Angebote für den Schweizer kommen, Elvedi darf aber auch gerne zurück nach Gladbach kommen, einen neuen Vertrag unterzeichnen und weiter innenverteidigen. Auch hier gilt hoffentlich: Bei der Saisoneröffnung gegen Aston Villa sind wir schlauer. Bis dahin hoffen wir auf ein schnelles Zusammenwachsen der neu formierten Mannschaft und dass die Knochen und vor allem das Knie heile bleiben.

Die Bilder der Saison