mainz neuDer Deadline Day ist vorüber, das Transferfenster geschlossen, endlich geht es wieder um Fußball. Beschäftigen wir uns also mit Mainz 05, dem nächsten Gegner, der am Sonntagabend im Borussia-Park gastiert. Mainz 05 ist fast genauso erfolgreich in die Saison gestartet wie Borussia Mönchengladbach, nämlich mit Siegen in Bochum und Augsburg sowie einem Unentschieden daheim gegen Union Berlin. Erst am letzten Wochenende trennten sich die Wege ein bisschen, als Mainz daheim 0:3 gegen Leverkusen unterlag, während Borussia in München ein 1:1-Unentschieden erkämpfte.

Betrachtet man die Transferaktivitäten der Mainzer, dann fällt auf, dass mit Niakhaté, St. Juste, Kilian und dem langjährigen Stammspieler Daniel Brosinski fast eine komplette Abwehrreihe gegangen ist, ohne dass in gleichem Maße Spieler verpflichtet wurden.  Für die Innenverteidigung wurde einzig Maxim Leitsch aus Bochum verpflichtet, als Links- bzw. Rechtsverteidiger kamen Caci aus Straßburg und Danny da Costa aus Frankfurt. Der Abgang vom Jean Paul Boetius (meine Tastatur gibt den Doppelpunkt über dem „e“ nicht her …) wurde mit der Verpflichtung von Angelo Fulgini aus Angers komnpensiert. Bisher ist das alles recht erfolgreich, auch wenn natürlich insbesondere Augsburg und Bochum nicht unbedingt Gradmesser waren.

Mainz hat – gemessen an den personellen und finanziellen Möglichkeiten – unter dem seit Anfang 2021 amtierenden Trainer Bo Svensson eine durchaus erfolgreiche Entwicklung genommen. Vom Abstiegskandidaten entwickelte sich die Mannschaft ins gesicherte Mittelfeld und es spricht angesichts des guten Starts nicht allzuviel dagegen, dass die Entwicklung anhält. Fußballerisch mag das nicht jedem gefallen, gilt Mainz doch als unangenehmer Gegner, der vor allem bissig gegen den Ball arbeitet und aus der Balleroberung heraus dann auch zielstrebig nach vorne spielt. Borussen werden sich ungern an das letzte Heimspiel im April erinnern, das man in der ersten Halbzeit klar beherrschte, sich aber danach einem wahren Mainzer Sturmlauf ausgesetzt sah und nur mit viel Glück und einer Weltklasseleistung von Yann Sommer ein Unentschieden retten konnte.

Leicht wird es also nicht gegen Mainz, das steht fest. Borussia geht – abgesehen von dem nach wie vor verletzten Lainer - das Spiel mit fast voller Kapelle an und es wird spannend sein, die Kaderbesetzung zu sehen.  Zum Kader werden wahrscheinlich auch die beiden Neuzugänge der letzten Tage zählen, auch wenn insbesondere die Verpflichtung von Ngoumou von den Verantwortlichen deutlich als „Projekt“ charakterisiert wurde. Man darf also nicht erwarten, dass der Franzose im ersten Spiel die Mainzer im Alleingang aus dem Stadion schießt. Auch für Julian Weigl kommt wahrscheinlich ein Startelfeinsatz zu früh, dürfte er doch allenfalls eine Trainingseinheit mit dem Team gehabt haben – auf einer so zentralen Position ist das sicher zu wenig. Vor diesem Hintergrund wird sich wohl an der Startelf recht wenig ändern, denkbar wäre ein Einsatz von Stindl anstelle von Neuhaus.

Ohne die Euphorie nach dem Spiel in München bremsen zu wollen – Mainz wird ein anderes Spiel. Borussia wird aktiv sein müssen, wird versuchen müssen, das Spiel zu dominieren, ohne sich von den Mainzern zu sehr in Zweikämpfe im Mittelfeld verwickeln zu lassen und diese durch Ballverluste im Spielaufbau zu Kontern einzuladen. Mainz wird deshalb ein Gradmesser dafür, wie weit die Mannschaft den neuen alten Stil – Fußball mit Ball und nicht gegen den Ball – schon wieder verinnerlicht hat und auch gegen einen unangenehmen Gegner wie Mainz 05 durchsetzen kann.

Der SEITENWAHL-Tipp:

Uwe Pirl:  Der Punkt in München verleiht Selbstvertrauen. Mit den Last-Minute-Verpflichtungen ist die Tiefe im Kader größer geworden. Die Mannschaft ist wieder eine Trainingswoche weiter. Das alles zahlt sich aus: 2:1 gegen Mainz, Borussia setzt sich vorne fest.

Michael Heinen: Mainz ist ein undankbarer Gegner, zumal in der aktuellen Euphorie jeder von einem Sieg ausgeht. Die Partie wird aber kein Selbstläufer, sondern ein mühsam erkämpftes 2:1 für Borussia.

Thomas Häcki: Auch im dritten Heimspiel wird die Borussia eine statistische Überlegenheit haben, leider drückt sich dies gegen disziplinierte Mainzer nicht im Ergebnis aus. Die Teams trennen sich 1:1

Christian Spoo: Wir brauchen wieder Geduld. Die sich am Ende aber auszahlt. Borussia macht den Sack spät zu. Aber zu. 2:0.

Volkhard Patten: Die Schwäche im Spiel gegen tiefstehende Gegner macht sich auch gegen Mainz bemerkbar. Das 1:1 ist für Mainz ein Erfolg.

Michael Oehm: Nachdem das 1-1 der vergangenen Woche ein gefühlter Sieg war, entlässt das 2-2 die Zuschauer im Borussia-Park etwas ernüchtert in den Sonntagabend.


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