Der souveräne Pokalsieg und das hoch verdiente 3:1 über die TSG Hoffenheim wecken Hoffnungen bei den Borussen-Fans, nach zwei durchwachsenen Spielzeiten endlich wieder eine erfolgreiche Saison erleben zu dürfen. Ein Sieg bei einem Oberligisten sowie gegen einen früh dezimierten Durchschnittsklub sind aber noch kein Grund, um in verfrühte Euphorie zu verfallen. Ob der Saisonstart tatsächlich als gelungen zu werten ist, wird sich frühestens nach dem obligatorischen Auswärtssieg in der Allianz-Arena am 4. Spieltag einschätzen lassen. Schon jetzt können wir aber mit Gewissheit sagen, mit welchen Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen die Borussen-Fans in diese Saison gestartet sind. Dies lässt sich aus den Ergebnissen der traditionellen Borussen-Umfrage herauslesen, an der in diesem Jahr 266 Borussen-Fans teilgenommen haben.

Die positive Grundstimmung, die seit der Trainerentscheidung Anfang Juni rund um den Borussia-Park herrscht, spiegelt sich in den meisten Antworten wider. Fast 75 % aller Umfrage-Teilnehmer glauben (oder hoffen) tatsächlich an eine Rückkehr der Fohlenelf nach Europa, also an einen der ersten 7 Plätze. Die meisten sind immerhin so „bescheiden“ und geben sich mit der Europa-League zufrieden. Platz 6 ist die am häufigsten genannte Endplatzierung, gefolgt vom 7. Rang. Immerhin rund 10,5 % trauen Borussia und Farke aber sogar einen Durchmarsch in die Champions League zu.

Wenig überraschend, dass die Favoritenrollen hier klar auf anderen finanzgepolsterten Schultern verteilt sind. Die ersten Vier der Vorsaison dominieren die Frage nach den Teilnehmern an der europäischen Königsklasse mit weitem Abstand vor Borussia und dem Rest der Liga. Rund 79 % tippen darauf, dass sie erneut ganz oben in der Endtabelle landen werden. Ein klares Signal dafür, wie kaputt der Wettbewerb in Deutschlands Eliteliga inzwischen ist.

Deutlich spannender dürfte dagegen der Kampf um die weiteren Plätze sein. Geht es nach der Borussen-Umfrage, dann sind Frankfurt und Borussia die größten Favoriten auf die Europa-League-Plätze. Wolfsburg und Freiburg balgen sich um die Nachfolge des Effzeh in der European Conference League.

Der 1. FC Köln selbst wird weit häufiger bei der Frage nach den Absteigern benannt, was das höchst objektive Fachwissen der Umfrage-Teilnehmer unter Beweis stellt. Immerhin fast 23 % glauben an einen Absturz der Rheinländer auf einen der drei (potenziellen) Abstiegsplätze. Die Favoriten auf einen Gang in Liga 2 heißen dagegen mit weitem Abstand Augsburg und Bochum. Die besten Chancen auf einen Relegationsplatz werden Hertha und Schalke zugetraut.

Doch zurück zur Borussia, deren Kader zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich noch nicht komplett sein wird. Fast 90 % rechnen noch mit dem Kauf eines weiteren Mittelstürmers, rund 40 % mit einem Neuen für die linke, offensive Außenbahn. Dies deckt sich mit der Erwartung der meisten, dass Alassane Plea und Rami Bensebaini den Verein noch bis zum Saisonende verlassen werden. Eine Befürchtung, die sich zur Hälfte bereits während des Umfragezeitraums als unbegründet herausgestellt hat.

Auf Basis des aktuellen Kaders könnte sich nach den Ergebnissen der Umfrage folgende Stammelf herauskristallisieren:

Sommer – Lainer, Friedrich, Elvedi, Netz – Itakura, Kone, Neuhaus, Hofmann, Stindl – Thuram

Diese Elf hat jeweils mindestens 60 % aller Stimmen auf die Frage nach Spielern mit mindestens 25 Bundesligaeinsätzen erhalten – mit einer Ausnahme. Stefan Lainer liegt als 11. mit 58 % gerade einmal eine Stimme vor seinem direkten Konkurrenten Joe Scally.

Ebenfalls nur eine Stimme Vorsprung hat Marvin Friedrich vor Kouadio Koné bei der Frage nach der positivsten Überraschung. Bei den Jungspielern unter 21 Jahren konnte sich Yvandro Borges Sanches überraschend gegen den etablierten Luca Netz durchsetzen und die Spitzenposition ergattern. Kritisch werden dagegen die beiden Österreicher im Kader gesehen: Stefan Lainer liegt bei der Frage nach der negativsten Überraschung vorne vor Hannes Wolf und Ramy Bensebaini.

Die meisten Tore werden Marcus Thuram zugetraut, der rund 42 % der Stimmen auf sich vereint und dem im Schnitt 13-14 Tore aufgetragen werden. Bei den Gegentoren soll es deutlich besser werden als in den letzten Jahren als Borussia 56 bzw. 61 Treffer kassierte. Nur die wenigsten glauben, dass sich diese Negativentwicklung fortsetzt. Im Durchschnitt werden 44 Gegentore erwartet.

Die endgültigen und ausführlichen Auswertungen der Umfrage – unter Nennung einiger interessanter und kurioser Antworten – werden in den kommenden Wochen auf Seitenwahl ebenso folgen wie eine Analyse der Antworten aus der Seitenwahl-Redaktion. Dann werdet Ihr erfahren, wer Borussia als Meister und wer sie als Absteiger oder in der Relegation sieht (jeweils 1 Stimme). Außerdem wird sich zeigen, wer einen Transfer von Cristiano Ronaldo für möglich hielt und warum sich nach den Gedankenspielen zweier Teilnehmer die Verpflichtung von Robert Lewandowski zerschlagen hat. Bis dahin bedanken wir uns aber bei jedem, der mit seiner Teilnahme zu diesem spannenden Stimmungsbild der folgenden Saison beigetragen hat.


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