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Die Mitglieder meiner Schalke-Bubble haben mich gestern Abend nach der Bekanntgabe des Transfers von Ko Itakura beglückwünscht. Sie hätten diesen Spieler, der in der abgelaufenen Saison 31 Partien für die Gelsenkirchener absolvierte, gerne weiter in ihrem Kader gesehen. Allerdings waren die Schalker wohl nicht in der Lage, die Ablösesumme zu stemmen. Diese soll dem Vernehmen nach aber deutlich unter den kolportierten 5 Millionen € liegen, die zurzeit durch die Medien geistern. Mit der Verpflichtung des zwölfmaligen japanischen Nationalspielers hat Borussia eine der größeren Baustellen im Kader geschlossen. Der 25 Jahre Japaner, der am Niederrhein einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026 unterschrieben hat, kann im Abwehrzentrum und im zentralen Mittelfeld spielen. Daneben ist der vielseitig genug, die sowohl in einer Dreier- als auch in einer Viererkette zu spielen.

„Ko ist ein ungemein laufstarker und taktisch disziplinierter Spieler, der in der Defensive auf verschiedenen Positionen spielen kann, unter anderem auf der ‚Sechs‘“, sagt Borussias Sportdirektor Roland Virkus. „Er hatte sicherlich mehrere attraktive Optionen für einen Wechsel. Umso erfreuter sind wir darüber, dass er von unserem Weg überzeugt ist, denn er ist ein wichtiger Baustein in unseren Planungen.“

So nüchtern klang die Pressemitteilung, die Borussia gestern Abend um 21 Uhr verschickte. Abgesehen vom Zeitpunkt der Verkündung – wer bitte sitzt am Samstagabend vor dem Rechner und wartet auf einen Transfer? – wird die Pressemitteilung unserem Neuzugang auch nicht ganz gerecht. Der mit 1,86 Metern für ein Japaner sehr groß gewachsene Itakura ist eher eine Mischung zwischen dem jungen Harvard Nordveit mit guten technischen Fähigkeiten und einem Tobias Strobl mit Geschwindigkeit. Der japanische Nationalspieler ist bei Weitem kein Sprinter, aber auch nicht so langsam wie andere Spieler in unserem defensiven Mittelfeld. Dazu verfügt er über ein passables Kopfballspiel. Auch hier hat Borussia im zentralen Bereich einige Defizite.

Aufgrund seiner Spielanlage und seinen Fähigkeiten in der Balleroberung passt er sehr gut zur neuen Spielidee von Borussia, die offensichtlich wieder zurückgeht in Richtung Ballbesitz und weg vom Red Bull-Rose-Hütter-Gewürge. Auf einer Doppel-Sechs mit Koné könnte er der stabilisierende Faktor in der Defensive sein. In der Innenverteidigung kann der Rechtsfuß auch eingesetzt werden, dabei hat er in der Nationalelf aber auch schon die linke Position eingenommen. Dies zeigt, wie flexibel Itakura ist. Durch sein gutes Spielverständnis löst er viele Situationen frühzeitig auf, bevor es zu einem Zweikampf kommt. Nicht umsonst war er in der abgelaufenen Saison beim Fachblatt aus Nürnberg in der Rangliste der Innenverteidiger in der 2. Bundesliga auf dem zweiten Platz. Zwar kann man trefflich über die Qualität dieser Listen der Kollegen aus Nürnberg streiten, in dem Falle wollen wir uns aber damit begnügen, die positiven Aspekt zu sehen.

Es bleibt zu hoffen, dass Itakura nach seinen Wanderjahren in Europa und den Ausleihen von Manchester nach Groningen und Schalke nun seine fußballerische Heimat gefunden hat. Bei der Eingewöhnung dürfte helfen, dass Düsseldorf die größte japansche Kolonie in Europa hat und er sich dort mit Sicherheit schnell heimisch fühlen wird. Insofern: Konichiwa Itakura-San.


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