­­­Dem spektakulärem 4:2-Sieg über den FC Sevilla vom vergangenen Mittwoch folgte ein nicht miner attraktives 3:3 bei der TSG Hoffenheim. Vor dem Spiel hätte Borussia mit diesem Ergebnis beim Tabellenletzten nicht zufrieden sein können. Angesichts eines zwischenzeitlichen 1:3-Rückstands musste die Fohlenelf am Ende aber heilfroh sein, mit diesem blauen Auge und immerhin noch einem Punkt davongekommen zu sein.

Borussia startete in Champions-League-Manier und schnürte die Gastgeber in den ersten 10 Minuten mit schnellem, intelligentem Offensivspiel ein. Das 1:0 durch Fabian Johnson, nach überragender Vorlage von Mo Dahoud, war die logische Konsequenz und schien auf einen weiteren erfolgreichen Nachmittag hinzudeuten. Aus dem Nichts fiel dann aber der frühe Ausgleich, als Yann Sommer unter einem Eckball herflog und Zuber völlig frei zum Kopfball kam. Borussia zeigte sich überraschend geschockt von diesem Rückschlag, während die Sinsheimer fortan ihr vermutlich bestes Saisonspiel hinlegten. Defensiv machten sie Borussia das Leben mit zwei dicht gestaffelten Viererketten sehr schwer. Darüber hinaus spritzten sie aber immer wieder gefährlich nach vorne und setzten die anfällige Gladbacher Defensive gehörig unter Druck. Wie schon in den vergangenen Wochen ließ Borussia dem Gegner hinten zu viel Räume und beging zudem einige unerklärliche individuelle Fehler. Jener von Lars Stindl schien kurz nach der Halbzeit das Schicksal der Gladbacher zu besiegeln.

Doch die Elf von André Schubert gab nicht auf. Obwohl ihr der Kräfteverschleiß der weitgehend rotationslosen Vorrunde deutlich anzumerken war, spürte man jederzeit das Bemühen, die drohende Niederlage abwenden zu wollen. Trotzdem sollten sich bis zum Spielende nur noch zwei Torchancen für Borussia ergeben, die aber glücklicherweise beide genutzt wurden. Das 2:3 war auch der taktischen Umstellung des Trainers zu verdanken, der den insgesamt wenig sichtbaren Josip Drmic von der rechten Außenbahn in die Sturmmitte beorderte, wo er eine Stindl-Flanke freistehend per Kopf verwandelte. Der Ausgleich entsprang einem genialen Pass von Raffael auf Fabian Johnson. Der Mann des Tages tanzte seine Gegner aus und schoss den Ball gnadenlos unter die Torlatte.

Angesichts der hohen Belastungen der letzten Monate und einem überraschend starken Gegner muss man sich am langen Ende über diesen einen Punkt freuen können. Dennoch war es das bislang schwächste Spiel unter André Schubert, bei dem sich Patzer in der Defensive ebenso zeigten wie unpräzise Pässe im Spielaufbau. Durch den Ausfall von Traoré fehlte es zudem etwas an Tempo, um das zeitweilige Defensivbollwerk der Gastgeber zu durchbrechen.

Jetzt kann sich die Mannschaft eine ganze Woche erholen, um dann am kommenden Woche gegen die Bayern vor einer gänzlich anderen Ausgangslage zu stehen. Dann wird Borussia der große Underdog sein, der aber an einem guten Tag auch diesem übermächtig scheinenden Gegner gefährlich werden kann. Die Lücken in der Abwehr, die in den letzten 3 Partien immer wieder offenbar wurden, wird sie sich dort aber nicht ungestraft erlauben dürfen.

Hoffenheim: Baumann - Strobl, Süle, Schär, Kim - Elounoussi, Polanski, Schwegler, Amiri, Zuber  (86. Schmid) - Volland (80. Szalai)

Borussia: Sommer - Korb (80. Elvedi), Christensen, Nordtveit, Wendt - Drmic (83. Hrgota), Dahoud (49. Hazard), Xhaka, Johnson - Raffael, Stindl

Tore: 0:1 (5.) Johnson, 1:1 (11.) Zuber, 2:1 (35.) Polanski, 3:1 (47.) Amiri, 3:2 (56.) Drmic, 3:3 (87.) Johnson

Gelbe Karten: Kim, Amiri - Dahoud


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