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FC SevilaDie magische Europacup-Nacht blieb aus, packend war sie allemal. Nach aufopferungsvollem Kampf unterlag Borussia Mönchengladbach dem Titelverteidiger aus Sevilla unglücklich mit 2:3 und kann sich nun ganz auf Bundesliga und DFB-Pokal konzentrieren. Wendepunkt des Spiels war die gelb-rote Karte für Granit Xhaka gut zwanzig Minuten vor Schluss. Der Schweizer war bis dahin bester Mann auf dem Platz gewesen.

Die offensiv ausgerichtete Borussia setzte den Gegner von Beginn an unter Druck, leistete sich aber bereits in der 8. Minute den ersten schweren Fehler des Abends. Ausgerechnet der sonst so sichere Martin Stranzl lenkte beim allerersten Angriff der Spanier eine Flanke Vidals ins eigene Netz. Dieser Rückschlag drückte aber nur kurz auf die Stimmung. Die Borussia suchte weiter beherzt ihre Chance und wurde in der 19. Minute mit einem Tor zum Zungeschnalzen belohnt. Xhakas feines Zuspiel auf Herrmann leitete dieser mit der Hacke zurück und der Schweizer vollendete zum 1:1-Ausgleich.

Sevilla konzentrierte sich auf eine Mischung aus frühem Zeitspiel und der Errichtung eines dichten Abwehrbollwerks und tat offensiv nur das nötigste. Dies aber ungemein effektiv, denn auch der zweite Angriff der Spanier führte zum Erfolg. Diesmal sah Dominguez nicht glücklich aus, der Torschütze Vittolo nicht energisch genug abdrängte.

Doch auch nach diesem zweiten Rückschlag zeigte die Borussia Qualitäten als Stehaufmännchen. Dem sehr agilen Hazard gelang nach einer halben Stunde der erneute Ausgleich. Im Anschluss verpassten Herrmann, Kruse und Xhaka jeweils gute Chancen zur Führung.

Auch nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild: Gladbach suchte gegen fast komplett in und um den eigenen Strafraum versammelte Spanier die Lücke und ging dabei immer höheres Risiko. Bei den wenigen, aber hochkarätigen Kontern der Gäste verhinderte Yann Sommer fürs erste einen erneuten Rückstand. In der Offensive dagegen erhöhten die Borussen minütlich den Druck und kamen zu zahlreichen Chancen, ohne aber eine davon zu nutzen. Eigene Abschlussschwächen, einige starke Paraden von Gäste-Torhüter Sergio Rico und gehöriges Pech vermengten sich auf das Unschönste: Kruse traf die Latte und gleich zweimal wurden spanische Handspiele kurz vor dem eigenen Tor vom kroatischen Schiedsrichter Strahonja als unabsichtlich gewertet. Wie so oft in der Handelfmeter-Lotterie waren die getroffenen Entscheidungen ebenso begründbar wie es ihr Gegenteil gewesen wäre.
 
Die Gladbacher Führung lag förmlich in der Luft und hätte eine hochdramatische Schlussphase einleiten können. Dann aber der Wendepunkt des Spiels: Der bis dahin bärenstarke Granit Xhaka ließ sich an der Seitenlinie zu einem leichten Tritt in die Hacken seines Gegners verleiten, obwohl der Ball schon im Aus war. Der dankbare Gegner nutzte dies zu einer Einlage, bei der man die sofortige Notamputation des getroffenen Beines befürchten musste. Es ging dann doch ohne sie. Xhaka aber sah eine harte, aber vertretbare gelb-rote Karte.

Selbst in Unterzahl versuchten die Borussen weiter alles und scheiterten wenige Minuten später in der Gestalt Hazards am Pfosten. Umgekehrt taten sich für die Spanier gegen dezimierte und bedingungslos angreifende Borussen nun riesige Räume für Konter auf, umso mehr als Lucien Favre die Abwehr weitestgehend auflöste, indem er Johnson und Hrgota für Jantschke und Dominguez einwechselte. In der 79. Minute beendete Vitolo mit seinem zweiten Treffer des Abends dann alle Gladbacher Träume. Kurz zuvor hatte Iborra, der Siegtorschütze des Hinspiels, bereits per Kopf die Latte getroffen. Weitere Großchancen auf beiden Seiten blieben ungenutzt.

Die Borussia schied gegen den Titelverteidiger sehr unglücklich aus. In beiden Partien war das Team von Lucien Favre in vielerlei Hinsicht die bessere Mannschaft, machte aber zu wenig aus ihren Torchancen, um die hocheffektiv konternden Spanier zu schlagen.

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke (77. Johnson), Dominguez (77. Hrgota), Stranzl, Wendt - Kramer, Xhaka - Hermann (72. Traoré), Hazard - Raffael, Kruse.
FC Sevilla: Rico - Figueiras, Carrico, Kolo, Tremoulinas (82. Navarro)- Krychowiak, Iborra - Vidal, Banega (65. Mbia), Vitolo - Bacca (77. Gameiro).

Tore: 0:1 Stranzl (8., Eigentor), 1:1 Xhaka (19.), 1:2 Vitolo (26.), 2:2 Hazard (29.), 2:3 Vitolo (79.).
Gelbe Karten: Hazard, Kramer – Iborra, Rico, Bacca, Vidal, Gameiro.
Gelb-rote Karte: Xhaka (68.).

Schiedsrichter: Marijoa Strahonja (Kroatien).
Zuschauer: 46.000.


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