Dass Borussia mit einem Fünftligisten keine große Mühe haben würde, ist keine Überraschung. Dass die Erstrundenpartie im DFB-Pokal aber mit dem ersten zweistelligen Gladbacher Pflichtspielsieg seit Menschengedenken enden würde, war so dann doch nicht zu erwarten. Mit 11:1 bezwang die Borussia den BSC Hastedt auf dem ausverkauften Platz 11 des Bremer Weserstadions. Der Oberligist aus dem Bremer Stadtteil Hastedt erwies sich als reiner Sparringspartner, so dass es ein geruhsamer Frühabend für die mitgereisten Borussen-Fans wurde. Ein Spiel wie beim Handball hatte Dieter Hecking erwartet, also eine massiv und tief stehende Mannschaft, die nur aufs Toreverhindern aus sein würde. Er lag falsch: Hastedt versuchte mitzuspielen, igelte sich zu keinem Zeitpunkt hinten ein und lud den Erstligisten damit geradezu zum Toreschießen ein.

Das begann schon in der zweiten Spielminute, als Neuzugang Neuhaus im Strafraum gefoult wurde. Thorgan Hazard verwandelte den fälligen Elfmeter und im Grunde genommen war das Spiel damit schon entschieden. Erfreulich ist, dass Borussia die Partie auch nach der frühen Führung äußerst seriös führte. Kaum einmal schlich sich der Schlendrian ein. Jeder Spieler war konzentriert bei der Sache, bis zum Schluss ließ die Bemühung, zum Torerfolg zu kommen, nicht nach. So trafen alle drei aufgebotenen Angreifer je drei Mal. Alassane Pléa hätte gar noch mehr Tore schießen können, traf einmal den Pfosten, zudem gelang ihm später noch das Kunststück, das leere Tor aus fünf Metern zu verfehlen. Dennoch merkte man ihm den Torhunger an, genau wie Raffael, der unter anderem per Kopf erfolgreich war. Die zur Elf fehlenden Treffer erzielten Neuhaus und Hofmann. Kurz vor dem Ende gelang Hastedt der Gegentreffer. Kücük wurde bei seinem Angriffsversuch so wenig konsequent angegriffen, dass man fast glauben kann, die Borussen wollten dem Gastgeber den Ehrentreffer ermöglichen. Unter dem Strich steht der Einzug in die zweite Pokalrunde und die Erkenntnis, dass sich bei Borussia zur Zeit kein Spieler seines Stammplatzes so sicher ist, dass er sich in einem Spiel wie diesem offensichtlich hängen gelassen hätte. Auf der anderen Seite war Hastedt kein Gegner, der die Gladbacher ernsthaft gefordert hätte. So darf man die gute Leistung der Debütanten Beyer und Neuhaus, das vernünftige Aufbauspiel von Strobl, die Vorbereiterqualitäten von Hofmann und die Treffsicherheit der Angreifer wohlwollend erwähnen, niemand sollte aber auf die Idee kommen, daraus irgendetwas zu schließen, was am kommenden Wochenende gegen Leverkusen noch von Bedeutung wäre. 

Hastedt: Pfarr - Njie, Mehrtens, Thöle - Onyeulo, Buduar - Bi-Ria (59. Janine), Dalkiran (64. Lakic) - Kenneweg, Aziri - Kaloshi (75. Kücük)

Borussia: Sippel - Beyer, Ginter, Jantschke, Wendt (58. Poulsen) - Strobl - Neuhaus (73. Cuisance) , Hofmann - Hazard, Raffael (69. Herrmann), Pléa

Tore: 0:1 Hazard (02. FE), 0:2 Pléa (08.), 0:3 Raffael (15.), 0:4 Raffael (31.), 0:5 Neuhaus (39.), 0:6 Hazard (42.), 0:7 Pléa (50.), 0:8 Hofmann (56.), 0:9 Raffael (66.), 0:10 Plea (78.), 0:11 Hazard (84.), 1:11 Kücük (88.)

Zuschauer: 4997


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