Maximal 53 Pflichtspiele erwarten die Borussia in dieser Saison, vorausgesetzt die UEFA verramscht nicht wieder Ihre Titel in einem Sonderschlussverkaufs-Turnier und hilft damit einem Schmarotzer-Team wie dem FC Bayern mit einem Billig-Tripel die Vereinsvitrine aufzumotzen. Seit Samstag wissen wir immerhin, dass es auch mindestens 42 Begegnungen werden. Bevor wir uns kurz dem Spiel selbst widmen, hier noch die offensichtliche Beobachtung: Nein, auch eine erste DFB-Pokal-Runde macht unter Corona-Bedingungen nur halb so viel Spaß! Wo die Partie „Klein gegen Groß“ sonst Anlass zum Volksfest ist, man Spieler A kurz vor Spielbeginn noch die Kühe melken oder die Post austragen sieht (natürlich gefaket, denn in echt ist man auch in der Regionalliga Voll-Profi) und rührende Bilder aus der Kabine erwachsene Männer bei bizarren hanseatischen Ritualen zeigen, fand diesmal alles ganz steril im fast leeren Bundesligastadion statt. So fielen auch die Pokaleigenen-Gesetze der Machtergreifung durch die Pandemie zum Opfer und nur die zuverlässige Hertha schaffte es, als einziger Bundesligaverein sich am Ende doch noch zu blamieren.

Also kein Wunder, dass sich die Borussia am Samstag relativ mühelos gegen den Viertligisten aus dem Bremer Stadtteil Oberneuland durchsetzen konnte, aber immerhin tat sie das auch so überzeugend wie es eben möglich ist. Marco Rose, der wegen der roten Karte im Herbst in Dortmund auf der Bank durch Alexander Zickler vertreten wurde, hatte dabei bis auf die Torhüterposition (Sippel für Sommer), so in etwas das aufgestellt, was man angesichts der zahlreichen Ausfälle momentan als A-Elf bezeichnen darf, offensiv durften Hoffmann, Hermann, Stindl und Wolff ran. Gegen erwartungsgemäß tief stehende Oberneuländer war weniger klassischer Rose-Pressing-Fussball gefragt als vielmehr geduldiges Kombinationsspiel. Das zogen die Fohlen dann auch von Beginn an auf und hätten eigentlich nach 10 Minuten bereits 3:0 führen können. So war es dann Fohlen-Legende Patrick Hermann überlassen, zu zeigen, dass er sich in guter Frühform befindet und mit einem Doppelpack innerhalb einer Minute das Spiel vorzuentscheiden. Der Rest war Formsache, aber man muss anerkennen, dass der VFL konzentriert weitermachte und dann bis zur 35. Minute auf 5:0 stellen konnte und dabei durchweg Spielfreude und Kombinationssicherheit zeigte. Ansonsten ist noch zu vermerken, dass Marcus Thuram nach gut einer Stunde erstmals wieder mitwirken und etwas Spielpraxis sammeln konnte, aber im Gegensatz zum mit eingewechselten Traoré keinen Treffer erzielen konnte.

Am Ende wurde es ein 8:0 und damit bislang der immerhin höchste Sieg in der diesjährigen ersten DFB-Pokal-Runde. Auch wenn solch ein Spiel nur wenig Aussagekraft für den Bundesligastart am kommenden Wochenende hat, wirkte die Mannschaft in ansprechender Verfassung und zeigte vor allem die Einstellung die nötig ist, um solch eine Pflichtaufgabe in dieser Souveränität zu lösen. Wie es mit der Fohlenelf weitergeht, in dieser Saison werden wir Euch im großen Borussen-Check morgen verraten.


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