Mit einem ebenso pomadigen wie fehlerbehaften Auftritt verdiente sich Borussia die erste Saisonniederlage. Trotz einer glücklichen 1:0-Halbzeitführung musste sie sich aggressiv-engagierten Freiburgern am Ende mit 1:3 verloren geben, was nach dem Spielverlauf, Anzahl und Qualität der Chancen vollauf in Ordnung ging.

Trainer André Schubert hatte weitgehend auf dieselbe Elf vertraut, die vor zwei Wochen Bayer Leverkusen so bravourös geschlagen hatte. Lediglich Thorgan Hazard rückte für André Hahn in die Startelf – eine goldrichtige Entscheidung, denn der Belgier sorgte nach 35 Minuten für die schmeichelhafte 1:0-Führung. Es war der erste Torschuss der Fohlenelf, die auf der Gegenseite mehrfach Glück hatte, nicht in Rückstand zu geraten. Die Dreierkette leistete sich immer wieder haarsträubende Aussetzer und auch nach vorne waren kaum Impulse auszumachen. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit zeigten sich die Breisgauer etwas geschockt. Positiv ausgedrückt schien es so als würden die Gladbacher das Geschehen endlich in den Griff zu bekommen.

So sollte es dann nach dem Seitenwechsel weitergehen. Mit gemütlichem Sommerfußball galt es, im Stile einer Spitzenmannschaft die knappe Führung gegen den Aufsteiger über die Zeit zu bringen. Eine Rechnung, die ganze zehn Minuten lang aufging. Da fasste sich Maximilian Philipp ein Herz und schob sich an drei halbherzig verteidigende Borussen vorbei, um den Ball in den Winkel zu schlenzen.

Mit dem überfälligen Ausgleich war aber noch lange nicht Schluss. Weiter waren die Gastgeber die klar bessere und bissigere Mannschaft. Es war nur eine Mannschaft, die an diesem Nachmittag den Sieg wirklich wollte. Schubert reagierte auf die katastrophale Leistung seiner Defensive, und stellte von Dreier- auf Viererkette um. Der Plan schien aufzugehen, denn für rund 10 Minuten ließ die neuformierte Fohlenelf nur noch wenig zu. Die Hoffnung auf einen glücklichen Punktgewinn nahm beinahe schon konkrete Formen an, da nutzten die Freiburger ihre Schlussoffensive doch noch für den Todesstoß. Innerhalb von drei Minuten wurden weitere individuelle Fehler in der Borussen-Verteidigung gnadenlos ausgenutzt, so dass diese am Ende mit völlig leeren Händen dastanden. Ein Punkt wäre bei dieser Leistung aber auch nicht verdient gewesen. Für den Viertligisten aus Drochtersen/Assel reichte es so noch. Die Freiburger waren an diesem Nachmittag eine Nummer zu groß für den Champions League Teilnehmer, der nahtlos an die Auswärtsauftritte der letzten Monate anknüpfte. Schon im Vorjahr wies die Auswärtstabelle zum Saisonende eine indiskutable Bilanz von nur 15 Zählern auf. Zuletzt waren es z. B. Niederlagen in Ingolstadt und Hannover, die für Unverständnis sorgten angesichts der teils so überragenden Leistungen im heimischen Borussen-Park.

André Schubert hat jetzt nur wenige Tage Zeit, um diese sich offensichtlich fortsetzende Diskrepanz zu analysieren und entsprechende Rückschlüsse für die Partie am Dienstag Abend in Manchester zu ziehen. Tritt die Mannschaft dort ähnlich fehlerbehaftet auf wie am heutigen Nachmittag, so könnte es ein ganz bitterer Abend für sie werden. Allerdings sind die Voraussetzungen für diese Begegnung gänzlich anders und man darf darauf hoffen, dass Borussia wie im Vorjahr an den Herausforderungen in der internationalen Königsklasse wachsen wird.

Freiburg: Schwolow – Stenzel, Gulde, Söyüncü, Günter – Bulut, Höfler, Frantz (68. Haberer), Grifo (89. Abrashi) – Philipp, Niederlechner (82. Petersen)

Gladbach: Sommer – Elvedi, (77. Herrmann) Christensen, Jantschke – Traoré, Strobl, Kramer, Wendt – Stindl, Hazard (70. Vestergaard), Raffael (70. Hahn)

Tore: 0:1 (35.) Hazard, 1:1, 2:1 (54., 85.) Philipp, 3:1 (88.) Petersen

Gelbe Karten: Philipp, Haberer – Sommer, Raffael


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