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Der SC Freiburg hat sich einmal mehr als ein Gegner erwiesen, der Borussia nicht liegt. Nach 90 Minuten stand es leistungsgerecht 1:1. Das Ergebnis ist wegen des Spielverlaufs für die Gladbacher dennoch extrem ärgerlich. Nach der Führung hatte das Team ausreichend Gelegenheit, diese noch auszubauen - das 2:0 hätte das Spiel vermutlich vorzeitig zugunsten Borussias entschieden. So aber hat die Mannschaft die Gelegenheit verpasst, sich im oberen Tabellendrittel der Bundesliga zu etablieren. Zudem muss man unabhängig vom Ergebnis konstatieren, dass der zuletzt immer besser laufende Borussen-Motor wieder ins Stottern geraten ist - just vor dem vermutlich vorentscheidenden Spiel um den Verbleib in der Europa-League am Donnerstag bei Olympique Marseille.


 

In der ersten Halbzeit taten sich die Gladbacher gegen gut organisierte Freiburger extrem schwer. Teilweise fühlte sich die Partie für Borussias Fans an, wie ein Auswärtsspiel. Freiburg machte über weite Strecken das Spiel, Borussia reagierte nur. Der Spielaufbau funktionierte nicht, die Verteidiger, vor allem Martin Stranzl auf rechts, agierten kopf- und planlos. Zeitweise schnürten die Gäste die Gladbacher am eigenen Strafraum ein, ohne indes zu zwingenden Chancen zu kommen. Eine richtig große hatten sie doch: nach einer Flanke stand Makiadi völlig frei am langen Pfosten, scheiterte aber an Nordtveit und ter Stegen, die die Gelegenheit gemeinsam vereitelten. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit fand Borussia endlich ins Spiel, hatte erste Chancen und hätte nach einer Aktion im Strafraum an Igor de Camargo einen Elfmeter bekommen können. Schiedsrichter Stark wertete den Rempler des Freiburger Verteidigers aber nicht als Foul.  Ein Kopfball von Stranzl bedeutete die nächste Gladbacher Chance, die Baumann aber noch ohne große Mühe entschärfen konnte. Kurz darauf hatten die kapp 48.000 Zuschauer dann den Torschrei auf den Lippen. Dominguez nahm eine Arango-Ecke volley, Baumann konnte den nahezu unhaltbar wirkenden Schuss aber am Tor vorbei lenken.

Der zweite Durchgang begann für Borussia perfekt. Einen Angriff über links veredelte Thorben Marx mit einem Traumpass auf den durchgelaufenen Oscar Wendt. Der Schwede, der kurzfristig den verletzten Filip Daems ersetzte, spielte scharf nach innen, wo Igor de Camargo keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu drücken. Es folgte die stärkste Phase des Gladbacher Spiels. Im Gegensatz zur ersten Hälfte lief es nach vorne jetzt flüssig. Die im ersten Durchgang wirkungslosen Herrmann und de Camargo waren jetzt sichtlich besser im Spiel, der ohnehin starke Lukas Rupp schaltete sich ebenfalls immer mehr in die Angriffe mit ein. Rupp war es auch, der das Spiel hätte entscheiden können. Eine gefühlvolle Herrmann-Hereingabe bekam er unmittelbar vor dem Freiburger Tor nicht unter Kontrolle, kurz darauf setzte der Ex-Karlsruher mit einem schönen Linksschuss von der Strafraumgrenze haarschaft am Pfosten vorbei.

Die Herausnahme des Sturmduos Herrmann/de Camargo im Tausch gegen Hanke/Mlapa fiel zusammen mit dem Ende der Gladbacher Druckphase. Freiburg kam wieder besser ins Spiel, zeigte sich enorm kombinationssicher und kam seinerseits wieder zu Chancen. Ein Kopfball von Caligiuri flog noch am Gladbacher Tor vorbei. Derselbe Caligiuri konnte dann aber den Ausgleich per Elfmeter besorgen. Die Frage, ob dieser Strafstoß berechtigt war, wurde im Stadion heftig diskutiert. Sorg war mit hohem Tempo in den Strafraum eingedrungen, fiel dann an Arango vorbei auf Oscar Wendt. Den Schweden trifft definitiv keine Schuld, allerdings gab es vorher Kontakt mit dem Bein des Juan Arango. Ein Muss-Elfmeter war es keinesfalls, es war aber auch nicht die krasse Fehlentscheidung, die die meisten Fans im Stadion gesehen haben wollten.

Schiedsrichter Wolfgang Stark war hernach der Buhmann der Borussenanhänger, einen Status, den er mit einigen tatsächlich fragwürdigen Entscheidungen vor und nach dem Elfmeterpfiff im Nachhinein durchaus verdient. Gladbachs Trainer Lucien Favre ereiferte sich über eine Szene, in der es Ecke für Freiburg gab, obwohl Dominguez den Ball über die Seitenlinie getreten hatte, derart, dass er das Ende des Spiels von der Tribüne verfolgen musste.

Die schwache Leistung seiner Mannschaft in den letzten 15 Minuten allerdings konnte auch Favre nicht dem Schiedsrichter in die Schuhe schieben. Borussia verlor, wie nach Gegentoren zuletzt recht häufig, völlig den Faden. Bis auf eine weitere Rupp-Chance ging nach vorne nichts mehr, Freiburg blieb seinerseits offensiv gefährlich und war dem Siegtreffer näher, als die Gastgeber.

 

Borussia: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dominguez, Wendt - Marx, Nordtveit - Rupp, Arango - Herrmann (72. Hanke), de Camargo (72. Mlapa)

Freiburg: Baumann - Mujdza, Krnas, Diagne, Sorg - Schuster, Makiadi (90. Guede) - Schmid, Caligiuri - Freis (68. Rosenthal), Kruse (90.+2 Jendrisek)

Tore: 1:0 de Camargo (47.), 1:1 Caligiuri (Foulelfmeter, 77.)

 

Zuschauer: 47.673

 

 


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