Auch das zweite Testspiel des Trainingslagers konnte Borussia am gestrigen Montag für sich entscheiden. Gegen den schottischen Erstligisten FC Falkirk kam die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes zu einem nie gefährdeten 3:0, das durch den zweifachen Torschützen Kahê und Marvin Compper herausgeschossen wurde. Heynckes schonte in diesem nachträglich angesetzten Duell neben Leistungsträgern wie Marcell Jansen, Federico Insua und Bernd Thijs auch die Neuzugänge Mikkel Thygesen und Steve Gohouri. Der richtige Härtetest wartet heute, wenn Borussia im EM-Stadion von Faro auf die Nationalmannschaft Chinas trifft.

Jupp Heynckes gab der vermeintlich zweiten Garnitur eine Chance. Aufgrund der Verletzung von Christofer Heimeroth spielte Kasey Keller, in der Abwehrreihe vor ihm agierten Thomas Helveg, Bo Svensson, Tobias Levels und Marvin Compper. Hassan El-Fakiri wurde von Heynckes auf der Position im defensiven Mittelfeld getestet. Michael Delura (rechts) und Peer Kluge (links) bekleideten die Außenposition und der dritte Neuzugang, Alexander Baumjohann, durfte auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen beginnen. Im Sturm liefen Kahê und Nando Rafael auf.

Die ersten fünfzehn Minuten begannen verhalten, beide Mannschaften tasteten sich vorsichtig ab. Die in gelb gekleideten Schotten fielen auf dem Platz durch ständiges, lautstarkes Anfeuern auf, während auf den Rängen die Anhänger Borussias deutlich die Überhand hatten.

Ab der 15. Minute erspielte sich Borussia, geführt vom sehr gut aufspielenden El-Fakiri, ein Übergewicht. So konnte die erste Chance wenige Minuten später notiert werden: Baumjohann scheiterte im Strafraum aus kurzer Distanz an Torwart Schmeichel, nachdem eine schnelle Stafette über Svensson, Kahê und Rafael vorausgegangen war. Drei Minuten später war es dann Peer Kluge, der die Reflexe vom dänischen Torhüter prüfen konnte. Marvin Compper schickte Kluge mit einem langen Pass Richtung Strafraum, doch der sich zurzeit in Vertragsverhandlungen befindliche Kluge scheiterte mit einem Schussversuch. Im Minutentakt ging es nun weiter. Delura flankte aus halbrechter Position butterweich in den Strafraum und erneut war es Kluge, der mit einem schwachen Volley die Führung für sein Team verpasste. Kurz danach war es Michael Delura selber, der ebenfalls frei vor Schmeichel scheiterte.

In der 34. Minute fiel jedoch der hoch verdiente Führungstreffer. Nach einer abgewehrten Flanke kam Kahê am Strafraum an den Ball. Sein nicht sonderlich starker Schuss wurde von einem schottischen Verteidiger abgefälscht, so dass diesmal auch der starke Schmeichel im Tor der Schotten machtlos war. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause und Heynckes verzichtete hier auf erste Wechsel. Während der Halbzeitpause schrieben Marcell Jansen, Eugen Polanski und Bernd Thijs auf der Tribüne fleißig Autogramme, da es nicht lange dauerte, bis einige Kinder die Gladbacher Spieler auf der für jeden Zuschauer zugänglichen Tribüne ausgemacht hatten.

Die zweite Halbzeit begann dann so, wie die erste aufgehört hatte: mit einem Tor vom Brasilianer Kahê. Er wurde selber im Strafraum der Schotten gefoult, nachdem sich die Borussen den Ball durch energisches Pressing den Ball tief in der gegnerischen Hälfte erkämpft hatte. Kahê verwandelte den Strafstoß sicher, und das 2:0 gab Borussia nun die nötige Sicherheit, das Spiel kontrolliert zu führen. Der Fc Falkirk hatte bis zu diesem Zeitpunkt kaum eine nennenswerte Torchance und wäre Keller in der ersten Halbzeit nicht mit einigen für ihn untypischen Unsicherheiten aufgefallen, man hätte sich fragen müssen, ob der Amerikaner überhaupt den Ball zu fassen bekam.

Borussia verwaltete das Spiel nun deutlich mehr, ohne völlig inaktiv zu werden. Waren es in der ersten Halbzeit noch El-Fakiri und Delura, die läuferisch und spielerisch auffielen, spielte sich Baumjohann nun in den Vordergrund. Fiel er in der ersten Halbzeit noch etwas ab, ließ er in dieser Phase - auch bedingt durch konditionell deutlich nachlassende Schotten - sein technisches und spielerisches Können aufblitzen. Mit sauberer Technik und gutem Auge ausgestattet, leitete Baumjohann einige gute Spielszenen ein. In einigen Momenten muss er sich abgeklärter werden und lernen, dass nicht jeder Pass ein Traumpass in die Tiefe sein muss.

Als das Spiel etwas zu erlahmen drohte, fiel der dritte Treffer für Mönchengladbach. Baumjohann wurde auf dem Weg zum Tor gefoult und der umsichtige Schiedsrichter verzichtete in diesem Moment auf die sonst angebrachte rote Karte wegen Notbremse. Den fälligen Freistoß aus halbrechter Position schlenzte Marvin Compper - in Ermangelung der sonst antretenden Freistoßschützen Marcell Jansen und Federico Insua - unhaltbar in die rechte untere Ecke.

Das Spiel war nun endgültig entschieden, die folgenden Wechsel auf beiden Seiten brachten den Spielfluss nahezu völlig zum Erliegen. Borussia schonte ihre Kräfte und der Fc Falkirk hatte weder die fußballerischen Mittel noch den Willen, am Ergebnis entscheidende Änderungen vorzunehmen. So blieb es am Ende beim auch in dieser Höhe verdienten 3:0.

Trainer Jupp Heynckes zeigte sich nach dem Spiel dann auch zufrieden mit der Leistung der gesamten Mannschaft, ohne dabei einzelne Spieler hervorheben zu wollen. In der Tat hat die Borussia über weite Strecken des Spiels gefällig kombiniert und ansatzweise das schnelle und direkte Spiel aufgezogen, das im Training des öfteren geübt wurde. Kritik könnte man an der noch zu nachlässigen Chancenverwertung üben, doch sollte man dieses Spiel und die Erkenntnisse daraus nicht überbewerten.

Borussia benötigte gegen ebenfalls nicht in Bestbesetzung angetretene, aber hoffnungslos unterlege Schotten eine lediglich überdurchschnittliche Leistung, um zu einem nie gefährdeten Sieg zu kommen. Das taktische und spielerische Verhalten des Gegners aus Großbritannien kann und wird kein Maßstab für das Leistungsvermögen des Bundesligisten sein dürfen. Um die Eingespieltheit und das Selbstbewusstsein der Mannschaft zu erhöhen, war dieser Test durchaus sinnvoll. So konnten sich mit Hassan El-Fakiri, Kahê und Michael Delura einige Spieler durchaus für Aufgaben in der ersten Elf empfehlen. Alexander Baumjohann zeigte viel versprechende Ansätze, die Hoffnung auf die Zukunft machen. Mit ihm und Marko Marin verfügt Borussia nun über zwei technisch und spielerisch hoch veranlagte Nachwuchskräfte, die es behutsam aufzubauen gilt.

Borussia: Keller - Helveg, Svensson, Levels, Compper - Delura (82. Degen), El Fakiri, Baumjohann, Kluge (74. Kirch) - Rafael, Kahê (82. Sonck).
Tore:
1:0 Kahê (35.), 2:0 Kahê (48./FE), 3:0 Compper (64.).
Zuschauer:
300.

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