Der Erfolgstrainer sollte bleiben – so wollte es der Verein, so wollten es die Fans. Und nach einigen Wochen des Zögerns setzte Lucien Favre seine Unterschrift unter den neuen Kontrakt. Die Voraussetzungen, in Gladbach eine eigene Ära zu prägen, sie sind gut.

Der Erfolgstrainer sollte bleiben – so wollte es der Verein, so wollten es die Fans. Und nach einigen Wochen des Zögerns teilte Armin Veh mit, dass er sich verändern möchte. Die Voraussetzungen, in Frankfurt eine eigene Ära zu prägen, sie waren gut. Aber der Trainer will sich nicht länger mit den beschränkten finanziellen Möglichkeiten der Eintracht abfinden.

Veh sieht sich in näherer Zukunft als Champions-League-Trainer. Und so bleibt im Grunde nur die Frage offen, ob er nun den bemitleidenswerten weil nie fest im Sattel sitzenden Jens Keller in Gelsenkirchen oder aber Sami Hyyppiä in Leverkusen beerben wird.

Die Geschichte der beiden Trainer, die bleiben sollten, verdeutlicht recht klar den Unterschied zwischen Borussia und Eintracht Frankfurt. In Gladbach sind die Rahmenbedingungen so, dass ein ambitionierter Trainer wie Lucien Favre glaubt, weiter erfolgreich dort arbeiten zu können. In Frankfurt dagegen sieht Armin Veh offenbar keine große Chance, sein Team dauerhaft in der oberen Hälfte der Bundesliga etablieren zu können. Dabei hat Veh mit der Eintracht eine fantastische Saison 2012/13 gespielt. Das Team wurde danach tatsächlich in der Breite ergänzt, um der Doppelbelastung Bundesliga/Europapokal Stand halten zu können. Das aber gelang nicht so, wie Veh es vermutlich gerne gehabt hätte. In der Euro-Leauge scheiterte Frankfurt aber in der ersten KO-Runde am FC Porto, in der Bundesliga sieht sich das Team immer noch im Abstiegskampf, wenngleich am Sonntag in Nürnberg ein echter Big Point gelang.

Der in doppelter Hinsicht herausragendes Spieler beim 5:2 war der Spanier Joselu. Negativ ragte er mit einem Ellebogencheck heraus, der allerdings trotz recht eindeutiger Fernsehbilder ungeahndet bleibt. Sportlich gesehen war Joselu der Matchwinner. Zwei Tore erzielte er selbst, eins bereitete er vor. Ein Tor erzielte zudem Alexander Madlung, was den Borussen-Fan erschreckt aufhorchen lässt. Der lange Verteidiger traf in der Vergangenheit fast immer, wenn es gegen Gladbach ging – egal in welchem Trikot er selbst gerade steckte.

Im Gegensatz zu Lucien Favre kann Armin Veh personell nicht annähernd aus dem Vollen schöpfen. Bald-Bayer Sebastian Rode ist langzeitverletzt und wird vermutlich erst wieder für Eintracht spielen, wenn die Bayern nach einem halben Jahr merken, dass sie ihn nicht brauchen können und ihn deswegen zurück verleihen. Auch der Ex-Borusse Bamba Anderson fällt für den Rest der Saison aus. Mit Alex Meier, Pirmin Schwegler und Bastian Oczipka fallen gegen Borussia weitere Stammkräfte verletzt aus. Da Eintracht Frankfurt aber, wie eingangs bemerkt, einen in der Breite wirklich ordentlich aufgestellten Kader hat, kann Veh diese Ausfälle ohne große Qualitätseinbußen kompensieren.

Bei Borussia fehlt Oscar Wendt, ansonsten sind alle Mann an Bord. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Lucien Favre auf dieselbe Startelf wie beim Sieg gegen Hertha setzen. Kein Spieler lieferte in dieser Partie einen Anlass zur Nichtberücksichtigung. Im defensiven Mittelfeld hat Favre jetzt wieder ein Überangebot: Havard Nordtveit ist nach Sperre wieder an Bord, Granit Xhaka sollte die Spätfolgen seiner Grippe inzwischen vollends überwunden haben. Allerdings scheint Tony Jantschke im System Favre gesetzt zu sein – auf welcher Position auch immer – und Christoph Kramer ist von allen „Sechsern“ in dieser Saison definitiv der konstant beste.

Sollte der Spieltag ähnlich optimal laufen, wie der vergangene, könnte Borussia sich auf den Champions-League-Quali-Platz vorarbeiten. Allerdings wird das mitnichten ein Selbstläufer. Frankfurt ist im Moment das, was man gemeinhin eine "Wundertüte" nennt. Die Mannschaft ist immer torgefährlich, wie beispielsweise die Partien in Nürnberg und gegen Porto zeigen. Andererseits ist die Frankfurter Abwehr selten sattelfest. Auf ein 0:0 sollte man sich eher nicht einstellen.

Aufstellungen

Frankfurt: Trapp - S. Jung, Zambrano, Madlung, Djapka - Russ, Flum - Aigner, Rosenthal, Barnetta – Joselu

Borussia: ter Stegen – Korb, Stranzl, Dominguez, Daems – Jantschke, Kramer – Herrmann, Arango – Raffael, Kruse

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

SEITENWAHL-Prognose:

Christoph Clausen: "The sky's the limit" und "die Bäume wachsen nicht in den Himmel". Eine Phrase für jede Lebenslage. Am Mittwoch passt die deutschsprachige Variante besser, denn nach zwei Siegen in Folge kommt die Borussia in Frankfurt über ein 1:1 nicht hinaus.

Thomas Häcki: Eine "lame duck" scheint es in Frankfurt nicht zu geben. In Mönchengladbach sowieso nicht. Also müssen die Fohlen die Adler niederrennen. 2:1 für die Borussia.

Christian Heimanns: Tore, Drama, keine Punkte. Das 3:2 für Frankfurt ist ein Zwischenstopp auf im Saisonendspurt.

Michael Heinen: Die Eintracht ist dieser Tage ganz schwierig einzuschätzen. Zuletzt war Borussia am Main meistens erfolgreich, so dass Hoffnung besteht auf den dritten Sieg in Folge. Ein 2:1-Auswärtssieg wäre ein Meilenstein auf dem Weg nach Europa.

Christian Spoo: Kann Borussia länger wirbeln, als zwölf Minuten? Das wäre wohl nötig, um in Frankfurt zu gewinnen. Einen Nichtangriffspakt wie in der zweiten Halbzeit gegen Berlin wird es diesmal nicht geben. Dafür aber zwei Gegentore. Was am Ende einen 2:1-Sieg für die Hessen bedeutet, die sich um den Klassenerhalt danach keine echten Sorgen mehr machen müssen.

 

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