Es könnte ein richtig harmonischer Samstag abend werden, an dem die Fans beider Mannschaften nach dem Spitzenspiel des 32. Spieltages glücklich nach Hause gehen. Sollte Bayerns B-Team in Bremen Punkte lassen, wäre der BV 09 Dortmund bereits vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach deutscher Fußballmeister 2012 und könnte dem Gast anschließend behilflich sein, den Erzfeind aus Gelsenkirchen in der Tabelle zu überholen.


Die Hoffnungen auf ein solches Szenario werden allerdings unerfüllt bleiben, denn Gastgeschenke sind am kommenden Wochenende keine zu erwarten. Schon im Vorjahr ließen die Dortmunder nach feststehender Meisterschaft in den letzten Spielen nichts anbrennen, was beim letzten Sieg gegen Eintracht Frankfurt durchaus bedeutsame Folgen hatte. Noch viel mehr kann ausgeschlossen werden, dass die Westfalen am Tag ihrer Meisterfeier bereitwillig eine Partie abschenken werden. Borussia wird es sich schon hart verdienen müssen, wenn sie aus dem Signal-Iduna-Park etwas Zählbares mitnehmen möchte.

 

Die Chancen darauf stehen aber immerhin deutlich besser als in der letzten Saison, als vor dem Spiel in Dortmund lediglich über die Höhe des Heimsieges diskutiert wurde. Das anschließende 1:4 ließ einige Borussen-Fans aufatmen, dass die vorhersehbare Schmach nicht noch deutlich höher ausgefallen war. Diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei, denn in der Amtszeit von Lucien Favre ging noch keine einzige Partie mit mehr als einem Tor Differenz verloren. 3 der Auswärtsspiele bei den aktuellen Top6 der Liga konnte Borussia in dieser Saison bereits gewinnen. Einzig auf Schalke ließ sie beim 0:1 Punkte. Ein klares Zeichen dafür, dass die Mannschaft in der Lage ist, mit der Aufgabe zu wachsen. Da trifft es sich gut, dass am Samstag die schwierigste Aufgabe bevorsteht, die der deutsche Ligabetrieb aktuell bereit hält. Seit 25 Partien ist der BVB mittlerweile ungeschlagen. 38 von 42 möglichen Punkten wurden in der Rückrunde erzielt. Lediglich in Augsburg (0:0) und beim grandiosen 4:4 gegen Stuttgart wurden Punkte liegen gelassen.

 

Dagegen nimmt sich die jüngste Statistik der Borussia eher bescheiden aus, wenngleich die Ergebniskrise der vergangenen Monate mit dem 3:0 über Köln endgültig beendet werden konnte. In Dortmund wird es aber ein ganz anderes Match geben als es zuletzt eingefordert wurde. Borussia wird sich mehr denn je auf seine starke Defensive verlassen müssen, die mit 22 Gegentoren nur etwas mehr als halb so viele kassieren musste wie die viertbeste Abwehrreihe aus Hoffenheim (40). Nachdem es monatelang eine goldene Regel war, nie mehr als maximal ein Gegentor zu bekommen, waren es in 3 der letzten 5 Partien zwei, was auf ein leichtes Nachlassen in der defensiven Konzentration schließen lässt. Gerade bei Standards, die von Lucien Favre nicht allzu hoch geschätzt werden, präsentierte sich die Riege um Abwehrchef Dante nicht fehlerlos, was bei den starken Dortmunder Kopfballspielern ein Problem darstellen könnte.

 

Roman Neustädter zeigte sich zwar unter der Woche höchst ehrgeizig, trotz seiner Verletzung kein Spiel verpassen zu müssen. Dies wird aber nicht belohnt werden. Genau wie Igor de Camargo und Thorben Marx wird er Favre nicht zur Verfügung stehen. An seiner Stelle wird erneut Tony Jantschke im defensiven Mittelfeld auflaufen und damit eine echte Bewährungsprobe für seine Fähigkeiten auf ungewohntem Terrain gestellt bekommen.

 

Die Viererkette bleibt dadurch ebenfalls unverändert, so dass sich Martin Stranzl bevorzugt mit Kevin Großkreutz wird messen müssen. Dessen Freund und zukünftiger Teamkollege Marco Reus klagt allen Ernstes über Probleme mit seinem Sprunggelenk, die hinter seinem Einsatz ein kleines Fragezeichen setzen. Dem Jungnationalspieler sollte aber geglaubt werden, dass er auf diese Partie nicht absichtlich verzichten wird und dass er auch gegen „seinen“ Verein versuchen wird, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

 

Genau wie Borussia wird wohl auch der BVB zu Beginn weitgehend die Mannschaft ins Rennen schicken, die im vorigen Derby zur 2. Halbzeit eingelaufen ist. Der eingewechselte Sebastian Kehl empfahl sich mit seinem Siegtreffer – analog zu Tony Jantschke – für einen Startelfeinsatz anstelle von Sven Bender. Lediglich Neven Subotic wird wieder fit genug sein, um Edelreservist Felipe Santana zurück auf die Bank zu verweisen.

 

Die Stärken des BVB auf nationalem Parkett sind in sämtlichen Medien der letzten Jahre zu genüge durchdiskutiert worden. Im Grunde liefert die Klopp-Truppe eine noch etwas perfektere Kopie des Favreschen Systems ab. Das Umschalten von Abwehr auf Angriffsspiel gelingt noch schneller und schnörkelloser als bei Borussia. Die Laufleistung ist i.d.R. noch gewaltiger. Die Kombinationen wirken meist noch flüssiger. Deutliche Vorteile besitzt der BVB noch in der Offensivstärke der Viererkette, wo besonders Lukas Piszczek eine überragende Saison als Rechtsverteidiger abliefert und mit Blaszczykowski die gegnerischen Mannschaften mindestens ebenso sehr zur Verzweiflung treibt wie die Journalisten beim Versuch, ihre Namen korrekt zu buchstabieren.

 

Zudem ist der Dortmunder Kader in der Breite deutlich besser aufgestellt. Mit Barrios, Perisic und Götze sitzen alleine für die Offensive noch drei absolute Topspieler auf der Bank, während Borussia durch den Ausfall von de Camargo kaum noch nennenswerte Alternativen für potentielle Einwechselungen zur Verfügung stehen.

 

Zu bemängeln ist bei den Dortmundern am ehesten, dass sich zuletzt auch bei ihnen vermehrt unpräzise Zuspiele eingeschlichen haben, die von einem aufmerksamen Gegner gerne einmal ausgenutzt werden könnten. Wenn Borussia offensiv so auftritt wie zuletzt und defensiv wieder zu alter Stärke zurückfindet, könnte sie ein solch aufmerksamer Gegner sein, der die Feierlichkeiten des so unbesiegbar scheinenden Meisters wie schon im Vorjahr um mindestens eine Woche nach hinten verschiebt.

 

Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Blaszczykowski, Gündogan, Kehl, Kagawa, Großkreutz – Lewandowski

 

Borussia: ter Stegen – Stranzl, Brouwers, Dante, Daems – Herrmann, Jantschke, Nordtveit, Arango – Reus, Hanke

 

Michael Heinen: Borussia kann die Meisterschaft der Dortmunder leider nicht verhindern. Nach großem Kampf verliert Borussia mit 0:1.

 

Christian Spoo: Borussia hält gut dagegen, aber am Ende obsiegen die sympathischen Jungspunde, die welpengleich und enthusiastisch aufspielenden Bengels mit ihrem hochsympathischen Herbergsvater, dem wohlfrisierten Kappenträger, dem schlagfertigen Schlingel, den die Jungs gern zum Kumpel und die Mädels gern zum Lover hätten. Und zwar mit 1:0.

 

Thomas Häcki: Leider kommt das Spiel gegen die kleine Borussia zur Unzeit. Beflügelt von der Meisterschaft wird man den eigenen Fans eine Abschluss-Gala bieten wollen, ganz egal, wie der Konkurrent aus München spielt. Der BVB gewinnt mit 2:1.

 

Christoph Clausen: Keine Spur von Meisterschaftsmüdigkeit beim BVB. Die Dortmunder wollen den Titel unbedingt zu Hause mit einem Sieg klar machen. Sie treffen aber auf einen starken Gegner, der wieder zu seinem Spiel gefunden hat. Nach einem intensiven Spiel trennt man sich am Ende mit 2:2.

 

Christian Heimanns: Wie schön wäre es, den Dortmundern noch einmal in die Meisterschaftssuppe zu spucken und Klopp sein Zahnpastawerbegrinsen aus dem Gesicht zu ziehen. Sei es auch nur kurz. Das wird leider nichts, nach dem 2:0 Sieg des BVB strahlt das Trainergebiss mit dem Flutlicht um die Wette.

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  • @agbeule Das Spiel des #effzeh war auch im letzten Jahr ähnlich limitiert. Aber halt sehr kompakt und vorne noch mit Lebensversicherung.
  • @GJA1201 Stimmt, es sagt auch einiges über die letzte Saison der #Fohlenelf aus. Platz 5 des #effzeh war durchaus nicht unverdient.
  • Es sagt einiges über die Qualität der Bundesliga aus, dass eine so limitierte Mannschaft wie der #effzeh europäisch spielen darf. #BMGKOE
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