VfB StuttgartSkat ist ein faszinierendes Kartenspiel. Es ist variantenreich, erfordert ein gewisses taktisches Verständnis und neben Glück ist Erfahrung ein ganz wichtiger Erfolgsgarant. Man kann das Spiel mühelos bis ins hohe Alter genießen. Da sitzen sie dann, die Buben des Kartenkloppens, und erzählen sich die Heldentaten vergangener Biertischabenteuer. Besonders beliebt sind dabei natürlich die Spiele, welche man aus auswegloser Situation, nur unter Einsatz besonderer geistiger und taktischer Finessen, noch gewinnen konnte. Meist handelt es sich um solche, bei denen man besonders wenige Trumpfkarten hatte, am besten sogar ohne die höchsten Trümpfe. Solche Spiele bergen ein hohes Risiko, versprechen aber auch den süßen Triumpf. Womit wir bei Fußball wären. Dies ist nämlich ein faszinierender Sport, den man bis ins hohe Alter genießen kann. Da sitzen sie dann, die verschmähten Bundestrainer, und erzählen sich die vergangenen Heldentaten anderer. Besonders beliebt sind dabei natürlich die Spiele, welche man aus auswegloser Situation, nur unter Einsatz besonderer geistiger und taktischer Finessen, noch gewinnen konnte. Meist handelt es sich um solche, bei denen man besonders wenige Stammspieler hatte, am besten sogar ohne die höchsten Trumpfspieler. Solche Spiele bergen ein hohes Risiko, versprechen aber auch den süßen Triumpf.

 

Dem aufmerksamen Borussenfan wird diese Situation nicht unbekannt vorkommen. In der letzten Saison fehlten zeitweise gefühlte zehn Trümpfe. Dies war nicht wirklich so, denn vielen Spielern fehlte das Trumpf-Gen, was aber die sportliche Leitung nicht abschreckte, dass Verletzungspech als maßgeblichen Grund für den anhaltenden Misserfolg zu nennen. Dies traf allerdings nur halb den Kern der Wahrheit. Entscheidender waren die Ballung der Verletzungen auf den Verteidigerpositionen und die Tatsache, dass die Ergänzungsspieler nicht die erhoffte Qualität nachweisen konnten. Hier hofft man nun Abhilfe geschaffen zu haben. Ob dies tatsächlich so ist, wird die Borussia vermutlich gleich in den ersten Saisonspielen beweisen müssen. Martin Stranzls Wadenprobleme lassen den Verteidiger möglicherweise auch gegen Stuttgart ausfallen. Sein Vertreter Brouwers lieferte allerdings bereits in München eine starke Partie. Insofern sollten die Gladbacher Probleme bei dieser Personalie überschaubar sein – soweit sich kein weiterer Innenverteidiger verletzt. Rechtsverteidiger Toni Jantschke hat seine Wadenprellung hingegen weitestgehend überstanden. Neuzugang Matthias Zimmermann wird somit weiter auf sein Startelf-Debüt warten müssen. Man darf also davon ausgehen, dass Lucien Favre die Startelf nicht ändern wird. Warum auch? Never change a winning Team. Borussia spielt also allenfalls ohne einen.


Dieser Luxus ist dem Gast aus Stuttgart hingegen nicht vergönnt. Die Verletztenliste ist lang. Mit Niedermeyer, Delpierre und Bicakcic fallen gleich drei Verteidiger aus. Hinzu kommen Audel im Mittelfeld sowie Okazaki im Sturm. Für Schieber und Gebhart kommt ein Einsatz wohl noch zu früh. Tasci ist grade erst genesen und muss erst noch zu seiner Form finden. Da ist es umso erstaunlicher, dass Stuttgart nach dem 3:0 Sieg gegen Schalke trotz seiner personellen Probleme an der Tabellenspitze steht. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass im Kader der Schwaben viel Qualität steckt – zumindest vom Papier her. Das dieses oft geduldig ist, zeigte sich bereits in der vergangenen Saison, als die Schwaben lange im Abstiegskampf steckten und erst durch einen immensen Kraftakt den Klassenerhalt sichern konnten. Die Summe der Namen ergibt eben noch kein Team. Ausgerechnet Bruno Labbadia soll den Stuttgartern Individualisten nun Teamgeist einhauchen. Der Labbadia, welcher bereits in Leverkusen und Hamburg jeweils am Team gescheitert war. So gibt es nicht wenige, die den ehemaligen Nationalstürmer als heißen Kandidaten für die erste Trainerentlassung sehen. Das erste Spiel spricht aber ganz klar für ihn und sein Team – trotz, oder grade wegen der angespannten Personalsituation. Der VfB spielt somit ohne seine wichtigsten Verteidiger. Da man allerdings in der Breite gut aufgestellt ist, kann man momentan diesen Makel weitestgehend kompensieren.

 

Die Borussia ist also gut beraten, sich weder von ihrem triumphalen Sieg bei den Bayern noch vom angeblichen Verletzungspech der Schwaben blenden zu lassen. Zum einen ist es eine Sache, mit einer Defensivtaktik in München zu gewinnen. Eine ganz andere ist es aber, gegen die Baden-Württemberger das Spiel zu gestalten. Zum anderen war Stuttgart aber auch schon immer ein sehr unangenehmer Gegner für die Fohlenelf, und das nicht erst seit der vergangenen Saison. Da hatte man zunächst auswärts die höchste Niederlage seiner Bundesligahistorie erlebt. Im Rückspiel konnten die Schwaben dann einen 0:2 Pausenrückstand in einen 3:2-Sieg drehen, allerdings unter gütiger Mithilfe von Schiedsrichter Kinhöfer, der mit mehreren katastrophalen Fehlentscheidungen das Gladbacher Team auf die Verliererstraße brachte. In Mönchengladbach gingen danach viele von dem sicheren Abstieg aus, eine Prognose, die sich zum Glück nicht bewahrheitete. Doch auch ohne die vergangene Saison liegt der letzte Heimsieg nunmehr über sechs Jahre zurück. Die Torschützen beim 2:0 Erfolg hießen damals Neuville und Sverkos, geführt wurde das Team von Thomas Broich. Von den damaligen Akteuren wird es lediglich mit Cacau ein Wiedersehen geben. Martin Stranzl wird dieses voraussichtlich verpassen, er trug damals noch das Dress des Gegners. Man muss sich also weit zurückerinnern, an den letzten Erfolg. Allerdings nicht so lange wie an den letzten Erfolg bei den Bayern.

 


Aufstellungen:

 

Die Borussia: Ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Neustädter, Nordtveit, Arango, Reus – de Carmargo, Hanke

 

Der VfB: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal, Gentner - Cacau

 

SEITENWAHL-Meinung:

 

Christoph Clausen: In einem hartumkämpften Spiel darf die Borussia eine ganze Weile auf einen Traumstart hoffen. Am Ende steht aber ein 1:1, also angesichts des Auftaktprogramms immer noch ein sehr ordentlicher Start.

 

Thomas Häcki: Es ist immer ein Unterschied zwischen Spiel zerstören und Spiel machen. Das erstere kann die Favre-Elf inzwischen. Weiteres bleibt sie allerdings schuldig. 0:0.

 

Michael Heinen: Borussia und der VfB trennen sich mit 1:1 und können sich damit beide über einen gelungenen Saisonstart freuen.

 

Christian Spoo: Borussia legt abermals ein ordentliches Spiel hin, steht hinten sicher, macht vorne aber nicht genug aus seinen Chancen. 1:1.

 

Christian Heimanns: Da die 1:1 Tipps schon ausverkauft sind, lege ich jetzt einen 1:0 Sieg für die Borussia vor. Weil es möglich ist.

 

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