Ist die Länderspielpause für Borussia Fluch oder Segen? Schön ist an der 13-Tägigen spielfreien Zeit, dass man sich ausdauernd und ungestört am 6:3-Sensationssieg von Leverkusen freuen kann. Schade ist, dass die Mannschaft womöglich den Rückenwind aus jenem Spiel am kommenden Samstag nicht mehr so deutlich spürt, wie es eine Woche vorher der Fall gewesen wäre. Was also erwartet uns, wenn Borussia am Samstag Eintracht Frankfurt empfängt? Ein rauschendes Fest wie in Leverkusen oder Mühsal wie gegen Nürnberg?


Borussia

Fast die ganze Mannschaft konnte in Leverkusen überzeugen. So mancher Spieler, gerade in der Offensive, erwischte einen echten „Sahnetag". So stellt sich vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt die Aufstellungsfrage eigentlich nicht. Wären die elf Akteure, die gegen Leverkusen die Anfangsformation bildeten, fit, würden sie auch spielen. Das gilt auch für den bislang eher nicht in der Stammformation vorgesehenen Patrick Herrmann. Der Nachwuchsmann bestätigte seine hervorragende Verfassung auch im U21-Länderspiel am Dienstag gegen Nordirland. Auch seine Torgefährlichkeit stellte der Borusse dort unter Beweis, indem er zum 3:0 Endstand traf.

Dass Michael Frontzeck das siegreiche Team trotz allem verändern muss, liegt an der Verletzung von Thorben Marx. Der Mittelfeldmann ist nicht rechtzeitig von seiner Oberschenkelzerrung genesen. So wird am Samstag wohl die Stunde des Roman Neustädter schlagen. Der frühere Mainzer, der in der vergangenen Saison meist nicht einmal im Kader der Bundesligamannschaft war, ist „dran". Das hatte Trainer Michael Frontzeck schon in der Vorbereitung mehrfach betont. Tatsächlich war Neustädter in den ersten beiden Saisonspielen im Kader, kam gegen Leverkusen auch zu einem Kurzeinsatz. Der 22–Jährige hat Marcel Meeuwis offenbar aus der Rolle des ersten Backup auf der Sechserposition verdrängt.

Im Sturm spricht alles für einen erneuten Einsatz von Mo Idrissou als einzigem „echten" Stürmer, während Marco Reus zwischen offensivem Mittelfeld und Sturm spielen wird – oder „um Idrissou herum", wie Frontzeck diese Variante einst (allerdings damals bezogen auf Raul Bobadilla und Karim Matmour) bezeichnete. Raul Bobadilla wird sich einmal mehr mit der Jokerrolle begnügen müssen – wobei er bei seinen Auftritte als Joker bis dato vor allem durch Übermotiviertheit auffiel. Igor de Camargo und Karim Matmour fallen weiterhin verletzt aus.

Eintracht Frankfurt

Die von Borussias Sportdirektor Max Eberl gerne als Vorbild bezeichneten Frankfurter sind wenig vorbildlich in die Spielzeit gestartet. Einer etwas überraschenden Auswärtsschlappe zum Auftakt bei Hannover 96 folgte eine Heimniederlage gegen den Hamburger SV. Am Riederwald ist ein wenig Ernüchterung eingekehrt, nachdem das Team in der vergangenen Saison kurzzeitig sogar zu den Europaleague-Kandidaten gezählt worden war. Aber Trainer Michael Skibbe tritt der Kritik entgegen: die Mannschaft habe nicht so schlecht gespielt, wie es die Ergebnisse vermuten ließen.

Gegen Ende der vergangenen Saison waren die Frankfurter von einer Verletzungsserie geplagt. In der neuen Spielzeit scheint die Eintracht dort anzuknüpfen. Mehrere potenzielle Stammkräfte werden dem Team von Michael Skibbe am Samstag fehlen.

Vor allem das Fehlen von Ioannis Amanatidis könnte sich bemerkbar machen. Der Pechvogel der vergangenen Saison ist schon wieder verletzt. Ein entzündetes Knie macht dem Griechen zu schaffen. An seiner Stelle wird voraussichtlich Theofanis Gekas stürmen. Der Neuzugang hatte im ersten Saisonspiel alles andere als geglänzt und war deswegen gegen Hamburg zur zu einem Kurzeinsatz von der Bank gekommen. Nun aber attestiert Skibbe dem 30-Jährigen öffentlich, gut trainiert zu haben. Alles spricht also für den Einsatz von Gekas. An seiner Seite – oder ein Stück dahinter – dürfte Halil Altintop die zweite Spitze bilden. Der Türke war gegen Borussia schon sechsmal erfolgreich – allerdings nicht im Frankfurter Trikot sondern für seine früheren Arbeitgeber Kaiserslautern und Schalke.

Alternativen für die Offensive hat Michael Skibbe noch einige: Ümit Korkmaz ist nach überstandener Magen-Darm-Infektion wieder auf dem Damm, Martin Fenin hat seine Rückenverletzung überwunden. Beide dürften dennoch zunächst draußen sitzen.

Im offensiven Mittelfeld hat sich das frühere „Problemkind" Caio inzwischen fest etabliert. Der Brasilianer, der anfangs nicht nur mit Übergewicht zu kämpfen hatte, ist im Lauf seiner zweiten Frankfurter Saison offenbar angekommen.

In der Defensive wird vermutlich sich erst am Spieltag entscheiden, ob Caios Landsmann Chris einsatzfähig ist. Der Kapitän hatte unter der Woche „Magen-Darm" und ist erst heute (Donnerstag) wieder ins Training eingestiegen.

Viel Lob gab es zuletzt für den griechischen Jungstar Georgios Tzavellas. Der hat unter der Woche sein Debut in der Nationalmannschaft gegeben und ist laut seinem Trainer ein Startelfkandidat. Auf der rechten Position in der Viererkette müsste Benjamin Köhler weichen.

Eine weitere Änderung gegenüber den beiden ersten Saisonspielen gibt es im Tor. Stammtorwart und Eintracht-Urgestein Oka Nikolov ist von seiner Knieverletzung genesen. Trainer Skibbe hat bereits klargestellt, dass die etatmäßige Nummer Eins spielen wird. Ersatzmann Ralf Fährmann muss zurück auf die Bank.

Aufstellungen

Borussia: Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Bradley, Neustädter – Herrmann, Arango – Reus – Idrissou

Frankfurt: Nikolov – Jung, Franz, Chris (Russ), Tzavellas – Meier, Schwegler – Ochs, Caio, Altintop – Gekas

SEITENWAHL-Tipp

Christoph Clausen: So gering die Erwartungen vor dem Leverkusen-Spiel waren, so hoch sind sie es heute. Aber natürlich sind die Frankfurter, obwohl dezimiert und schlecht gestartet, ein enorm unangenehmer Gegner. Sollte am Ende ein knapper 2:1-Sieg stehen, wäre das aller Ehren wert.

Thomas Häcki: Mitspielen kann die Frontzeck-Truppe schon recht gut, dass Spiel zu machen fällt ihr deutlich schwerer. Den Traum von Leverkusen wird man auch am Main verfolgt haben und es ist unwahrscheinlich, dass die Hessen uns den Gefallen tun werden, ins offene Messer zu laufen. Natürlich träumt man als Gladbacher von einer Wiederholung dieser Leistung, aber: Die gebrannte Mandel scheut die Kirmes. Daher tippe ich nur 1:1.

Christian Heimanns: Hoffentlich ist allen klar, dass wir keine zweite Mannschaft so überraschen wie Leverkusen. Und ein Spiel selber zu machen ist auch etwas anderes, als dem Gegner die Konter zu servieren. Wer sich das vor Augen hält, ist mit dem 1:1 letztlich auch nicht zufriedener, taumelt aber wenigstens nicht zwischen Ligadominanz und Krise.

Michael Heinen: Die Versuchung, angesichts der Erwartungshaltung auf ein Unentschieden zu tippen, ist groß. Immerhin galt die Eintracht noch vor wenigen Monaten als unser Vorbild, das die meisten Fans aber nach diesem Saisonstart bereits überholt zu haben glauben. Da Borussia zuhause wieder eine Macht werden soll, glaube ich trotz allem an einen hart umkämpften 2:1-Sieg.

Christian Spoo: Ja, es war toll am vergangenen Sonntag. Seit knapp 30 Jahren sehe ich die Spiele der Borussia und das in Leverkusen gehört mindestens in die Top 10. Ich glaube dennoch, dass es ein "Ausrutscher" war. Ich glaube auch, dass Borussia in dieser Saison solche "Ausrutscher" noch das eine oder andere Mal hinlegen wird. Am Samstag ist aber wieder Fußball-Alltag, und das bedeutet im Duell zweier gleich starker Mannschaften ein 1:1.


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  • RT @MichaelCUISANCE: Danke fur allés, es its nur der anfang 🙌🏼🐎 @borussia
  • @Neun_Drei Auch verletzt?
  • Während jeder Raffaels Tore feiert, sollte man auch den Jüngsten sehr loben. Bravo, vous avez bien fait, @MichaelCUISANCE! #bmgvfb
  • @Neun_Drei Was fehlt?
  • Milliarden Chinesen, die am Wochentag nachts um 0.30 Uhr 2 Stunden deutsche Bundesliga gucken, sind die Zielgruppe dieser Anstoßzeit #bmgvfb
  • @jarkoh Siegtor Max Eberl.
  • Wenn das so kommt, wie es sich liest, sind morgen Dirk Bremser, Max Eberl & Uwe Kamps im Kader. #BMGVFB

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