Groß war der Jubel bei Borussias Fans nach der Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals: ein Zweitligist zuhause, das sollte machbar sein. Das erste Pokalspiel im neuen eigenen Stadtion - das würde schon gutgehen. Nach dem Abpfiff dieses vielfach als Pflichtaufgabe eingeschätzten Spiels aber jubelten die Anhänger des Gastes aus Duisburg. Durch ein Tor des Einwechselspielers Kristoffer Andersen in letzter Sekunde gewann der MSV die Pokalpartie und steht im Achtelfinale. Der Sieg des Außenseiters muss als verdient bezeichnet werden. Nie gelang es Borussia, die Mannschaft von Trainer-Sympath Peter Neururer zu beherrschen. Allein Raul Bobadilla brachte die Duisburger Verteidiger halbwegs regelmäßig in Verlegenheit. Karim Matmour erwies sich einmal mehr als Lehrling in Sachen Effektivität, Juan Arango wirkte stellenweilse geradezu teilnahmslos. Auch der für den verletzten Thorben Marx in die Startelf gerückte Michael Bradley zeigte recht eindrücklich, warum Michael Frontzeck zuletzt auf seine Dienste dankend verzichtete. Vor allem waren es teils haarsträubende Fehlpässe und schlampige Abspiele im Aufbau, die die Duisburger immer wieder gefährlich ins Spiel kommen ließen. Ohne mehrfache Glanzparaden von Logan Bailly hätte es nicht bis zur 91. Minute gedauert, bis Borussia in Rückstand geriet. Auf der anderen Seite brachte die Einwechslung von Marco Reus noch einmal etwas Schwung ins Gladbacher Angriffsspiel, der ebenfalls eingewechselte Oliver Neuville dagegen fügte sich nahtlos ins hilflos wirkende Gesamtgefüge ein. Die letzte Minute schließlich war ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht macht: die offizielle Spielzeit war abgelaufen, eine Minute Zugabe hatte der vierte Offizielle angezeigt. Borussia hatte am eigenen Strafraum den Ball. Anstatt sich mit der Verlängerung abzufinden, prügelten die Borussen den Ball noch einmal planlos nach vorne, Juan Arango verdaddelte den Ball kläglich, die Duisburger kamen zu einem letzten Angriff, Tor, Abpfiff.
Borussia ist letztlich verdient aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Bitter, zumal vielen noch in den Ohren klingt, wie Sportdirektor Max Eberl bei der Jahreshauptversammlung das große Gewicht dieses Wettbewerbs als (einzigen) Weg ins internationale Geschäft betonte. Dieser Weg erwies sich gestern Abend als Sackgasse.

Statistik

Borussia: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Jaurès - Meeuwis, Bradley - Arango, Matmour - Colautti, Bobadilla
Eingewechselt: Neuville für Colautti, Reus für Matmour (beide 65.)

Duisburg: Starke – Korzynietz, Tiago, Schlicke, Veigneau – Bodzek, Tiffert – Ben Hatira - Caiuby, Ede, Larsen
Eingewechselt: Andersen für Ede (62.), Adler für Caiubry (83.), Grlic für Ben Hatira (89.)


Tor: 1:0 Andersen (91.)

Zuschauer: 45.397

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