„Wir haben gesehen, dass Ihr es könnt“, prangte es den Spielern vor dem Anpfiff aus der Nordkurve entgegen, verbunden mit der Forderung, es an diesem Tag einmal über 90 Minuten zu zeigen. Im Nachhinein wäre man schon über 10 Minuten froh gewesen, in denen die Mannschaft halbwegs so etwas Ähnliches wie Fussball gespielt hätte oder zumindest eine einzige echte Torchance hätte vorweisen können.

 

Die Partie, die im Fohlen-Echo als „Topspiel des Spieltags“ vermarktet worden war, machte vielmehr deutlich, warum mit dem 14. und 15. der Tabelle zwei Mannschaften aufeinandertrafen, die seit mehreren Wochen kein Ligaspiel mehr gewinnen konnten und die mit solch einer Leistung vorläufig auch keinen weiteren Sieg verbuchen werden. Das Tempo wurde von Beginn an aus dem Spiel genommen, um stattdessen in bester Wiesn-Tradition für 90 Minuten „ein Prosit der Gemütlichkeit“ zu zelebrieren.

Das traurigste an der Niederlage aber war, dass sie bereits nach wenigen Spielminuten abzusehen war. Mittlerweile läßt sich sehr schnell erahnen, wie sich eine Borussen-Partie entwickelt, und allzu oft in den letzten Jahren entwickelt sie sich zu einem trostlosen Mix aus Hilflosigkeit und Unfähigkeit. Bis zum Dortmunder Führungstor durften Optimisten immerhin noch auf ein langweiliges 0:0 hoffen. Doch spätestens mit jenem Treffer war die Geschichte des Spiels geschrieben.  

Sicher, die Spieler werden schon irgendwie versucht haben, ihr Bestes zu geben. Dies ist jedoch bei fast allen von ihnen für Liga 1 nicht ausreichend. Schon die vorige Saison hat dies eindrucksvoll belegt, als im Grunde 5 Mannschaften hätten absteigen müssen. Vor dieser Spielzeit verließen die beiden Kreativspieler in der Offensive das Team und wurden durch zwei Wundertüten ersetzt, die in den ersten Partien gute Ansätze zeigten. 

Wenn dieser Tage vom guten Saisonstart die Rede ist, dann ist damit im Grunde nicht viel mehr gemeint als eine starke Halbzeit in Bochum (der eine katastrophale folgte) sowie der Heimsieg gegen den Tabellenletzten aus Berlin. Bis hierhin zeigte Borussia tatsächlich schönen Fussball. Aber schon der 3. Spieltag in Bremen brachte eine erste Ernüchterung, die als Wendepunkt angesehen werden kann. Das anschließende Spiel gegen Mainz war schon deutlich vom Abstiegskampf geprägt und der Sieg konnte keinesfalls mehr als glanzvoll tituliert werden. 

Nein, es scheint vielmehr als wären die drei ordentlichen Halbzeiten an den ersten beiden Spieltagen die Ausnahme gewesen und als hätte Borussia jetzt wieder zur Regel zurückgefunden. Gerade Juan Arango kann nicht mehr an seine gute Anfangsform anknüpfen. Mit ihm steht und fällt letztlich aber Borussias gesamtes Offensivspiel.  

Neben ihm agierten gegen Dortmund im Mittelfeld Spieler, die sich Michael Frontzeck krampfhaft als potentielle 8er schönzureden versucht, deren Offensivpotential aber zumindest für diese Liga viel zu begrenzt ist. So hing der Venezolaner hinter den beiden Spitzen völlig in der Luft und zwischen Defensive und Offensive klaffte eine riesige Lücke, die in den meisten Fällen durch die üblichen Hoch-und-weit-Bälle auf Rob Friend überbrückt werden sollte. Eine Taktik, die grundsätzlich nicht schlecht ist, sofern sie alternativ zu anderen Offensivaktionen Anwendung findet. Bei Borussia wird sie jedoch exklusiv genutzt, worauf sich ein jeder Gegner allzu leicht einstellen kann.  

Wenn Arango einen guten Tag erwischt, wird man auch zukünftig das eine oder andere bessere Spiel miterleben dürfen. Nur ist zu befürchten, dass dies insgesamt nicht reichen wird, um in dieser gegenüber dem Vorjahr verbesserten Liga zu bestehen. Alle Träume von einem „gesicherten Mittelfeldplatz“, die zu Saisonbeginn die Runde machten, müssen nun endgültig ausgeträumt sein. Borussia war zuletzt die schlechteste Mannschaft, die nicht abgestiegen ist und hinkte meilenweit hinter den Leistungen der meisten Klassenkameraden hinterher. Wie es aussieht, konnte man sich zur neuen Saison nicht sichtbar verstärken. Darauf zu hoffen, dass sich unter diesen Voraussetzungen ein Abstiegskampf vermeiden ließe, wäre mehr als naiv.  

Man kann noch so neidisch nach Mainz schauen, wo mit deutlich geringeren Mitteln eine Mannschaft mit Leidenschaft zusammengestellt wurde. Wir müssen mit dem Kader auskommen, der uns zur Verfügung steht und der an einigen zentralen Stellen erhebliche Qualitätsdefizite aufweist. Da kann man noch so sehr auf falsche Aufstellungen oder Einwechselungen verweisen. Wie viele Fans hatten vor der Partie darum gebettelt, Karim Matmour möge doch nicht mehr auflaufen? Und stattdessen müsse endlich wieder Rob Friend ins Team rutschen?! All dies hat nichts gebracht, aber statt dessen wird jetzt eben darüber spekuliert, ob nicht der Rückgriff auf drei Sechser der eigentliche Fehler gewesen sein mag.  

Ob aber Bradley, Marx, Matmour, Reus oder Neuville auf dem Platz stehen. Ob unser Trainer Michael Frontzeck heißt, Jose Mourinho oder Lothar Matthäus. Dies alles wird nichts am grundlegenden Problem ändern, das uns auf absehbare Zeit noch viele Qualen bereiten wird: und dies ist und bleibt in allererster Hinsicht die fehlende Qualität.

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