VfB StuttgartPlatz 9 und Platz 10 nahmen die Kontrahenten in dieser Begegnung nach Beendigung der Bundesligasaison 2005/06 ein, und dementsprechend dürfte es viele Borussenfreunde gegeben haben, die in den vergangenen 24 Monaten des öfteren extrem neidisch in Richtung Stuttgart geblickt haben, wo man verdient Meister wurde als man in diesen Gefilden den Abstieg beklagte und wo man Barcelona empfing, als man sich in Mönchengladbach Auswärtsfahrten nach Hoffenheim schön malen musste. Mittlerweile aber treffen sich beide Klubs wieder in derselben Liga, ist der VfB Stuttgart noch dazu der erste Kontrahent, den die Borussia nach ihrer Heimkehr in ihrem eigenen Stadion zum Punktspiel begrüßen darf.

Borussias Defensive

Standesgemäß, kein Wort wird im Pokalwettbewerb in den ersten Hauptrunden wohl häufiger zitiert. Und so kam es auch beim 8:1-Erfolg der Borussia über den VfB Fichte aus Bielefeld nicht nur in hiesigen Gefilden zur Anwendung; Ehrentreffer ist übrigens eine nicht minder häufige Formulierung, auch diese kam am Wochenende zur Anwendung.

Und sie offenbarte, dass es in der Abwehr auch gegen einen sechs Klassen tiefer angesiedelten Kontrahenten eine Abstimmung bedarf. Eine, wie sie Torwart Christofer Heimeroth mit Linksverteidiger Jean-Sebastièn Jaurès in jener Szene in der 67. Minute nicht zu finden vermochte. Während Heimeroth davon ausging, dass Jaurès die Situation letztlich bereinigen würde, hoffte der Franzose, dass Heimeroth beherzt zugreifen würde und ihn nicht zu einem schmutzigen Ball ins Seitenaus zwinge. Just in diesem Moment spritzte der eingewechselte Sami Önen gedankenschnell dazwischen und staubte zum - genau - Ehrentreffer für den Landesligisten ab.

Dieses Gegentor sollte Konsequenzen haben, zumindest darf man davon ausgehen, dass Jos Luhukay auf der Linksverteidigerposition umstellen wird und statt Jaurès den besser mit Heimeroth abgestimmten Alexander Voigt aufbieten dürfte. Nicht weil er Jaurès den Gegentreffer krumm nimmt, sondern weil Voigt für solche Fälle (zur Zeit (noch?)) die verlässlichere Größe darstellt; aufgrund des Trainingsrückstands von Steve Gohouri und der schlechten Saisonvorbereitung von Tobias Levels deutet sich andererseits auf der Rechtsverteidigerposition der wiederholte Einsatz von Offensivspieler Marcel Ndjeng an, von dem Luhukay dem Vernehmen nach das gern zweckmäßige Grätschen eines Defensivmannes nicht verlangt, wenn er solche Situationen fußballerisch zu lösen vermag.

In der zentralen Deckung dürfte sich das letztjährige Pärchen, bestehend aus Roel Brouwers und Filip Daems, auf seinen Einsatz vorbereiten, dass seinerseits mit Kopfballstärke (Brouwers) und Schnelligkeit (Daems) aufwartet. Es ist ferner möglich, dass Luhukay vor der Abwehr auf zwei primär defensive Leute setzt, von denen Neuzugang Gal Alberman einer sein dürfte. Ob er nun von Sebastian Svärd oder von Patrick Paauwe bei der Bewältigung der Aufgaben unterstützt wird, dies hängt unmittelbar vom Gesundheitszustand Paauwes ab, der das Pokalspiel am letzten Samstag mit Hüftschmerzen sausen lassen hatte.

Borussias Offensive

Es ist anzunehmen, dass die Borussia auch in der Offensive Konsequenzen aus dem Pokalspiel auf das Blatt mit der Startaufstellung zaubern wird. So dürfte es Roberto Colautti trotz seiner beiden Treffer nicht gelungen sein sich in die Mannschaft zu spielen. Vorwiegend aber wiederum nicht, weil der Israeli es schlecht gemacht hätte. Sondern, weil bei zwei defensiven Mittelfeldspielern erst einmal nur ein Angreifer aufgeboten werden wird. Und dieser dürfte aufgrund seiner Vorjahresleistung und der zu erwartenden Abstinenz des Oliver Neuville für diese Begegnung gegen den VfB somit Rob Friend heißen.

Dasselbe Schicksal dürfte im Mittelfeld Alexander Baumjohann ins Haus stehen, der gegen Fichte Bielefeld und den FC Valencia (Testspiel!) einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen hatte, jedoch nicht von Null wirklich auf genau Hundert gekommen ist. Sascha Rösler dürfte daher seinen Platz im Team, der eben nun nicht ausschließlich nur von Gal Alberman unter Feuer genommen ist, gegenüber dem früheren Gelsenkirchener letztlich verteidigt haben. Es ist ja doch auch davon auszugehen, dass von Rösler erwartet sein könnte im Spielverlauf zeitweise an die Seite von Friend vorzurücken und eine temporäre zweite Spitze zu verkörpern - Anhänger mit veritablem Gedächtnis entsinnen sich dabei an das letztjährige Auftaktheimspiel gegen Hoffenheim.

Die beiden verbliebenen Positionen in der Startaufstellung scheinen für den Moment an Marko Marin und Karim Matmour vergeben, die über die Außen im Mittelfeld situationsabhängig dafür sorgen könnten, dass aus dem 4-2-3-1 ein Spiel mit zwei Flügelangreifern würde. Sharbel Touma, gegen Fichte Bielefeld eine halbe Stunde vor dem Schlusspfiff für Matmour gekommen, könnte zwar auf der linken Flügelseite den Flügelspieler besser verkörpern als zum Beispiel Nationalspieler Marin, allerdings konnte sich der Schwede in Bielefeld außer mit einem Lattenfreistoß auf Vorlage Marins nicht mit wirklich guten Eindrücken in den Vordergrund spielen. Somit wird Karim Matmour davon profitieren, dass er in der torreichen ersten Spielhälfte mit von der Partie gewesen war.

Der Gegner aus Stuttgart

Schnell vergessen. Im Gegensatz zur Saison davor möchte der VfB Stuttgart die letzte Spielzeit möglichst schnell vergessen. War man unter dem lange bloß „geduldeten" Armin Veh mit Hilfe einiger Shootingstars wie Serdar Tasci, Sami Khedira oder Mario Gomez in der Saison 2006/07 völlig überraschend Deutscher Fußballmeister geworden, symbolisiert ein Akteur wie Mittelfeldspieler Roberto Hilbert den Verlauf der vorigen Saison für den VfB in hervorragender Weise: mit großen Hoffnung waren die Schwaben in die Runde gestartet, hatten dann Probleme bekommen, schienen sich zwischenzeitlich allerdings noch rechtzeitig zu berappeln und mussten am Ende doch noch mit ansehen wie niedriger gewettete Klubs wie der VfL Wolfsburg ihnen den automatischen Startplatz im europäischen Wettbewerb wegnahmen. Und das bloß, weil das letzte Saisonspiel, daheim gegen Arminia Bielefeld (2:2), nicht gewonnen werden konnte.

War der VfB der Saison 2006/07 noch gerühmt für seine brillante Einkaufspolitik, mit sofort einschlagenden Protagonisten wie dem mexikanischen Duo Ricardo Osorio und Pavel Pardo, blieb er in der vorigen Spielzeit analog zu der Ernüchterung auf dem Spielfeld auch auf dem Transfermarkt extrem hinter den Erwartungen zurück. Der vormalige (Noten-)Liebling des in Nürnberg erscheinenden kicker-Sportmagazins, der frühere Dortmunder Youngster Ewerthon, wurde nach nur einer Halbsaison an Real Saragossa zurückgegeben, Abwehrspieler Gledson zur selben Zeit an Hansa Rostock. Von dem aus Berlin gekommenen Yildiray Bastürk hatte man sich genauso mehr erwartet wie von dem aus Donezk für 8 Millionen Euro ausgelösten rumänischen Stürmer Marica. Nahezu alle Neuzugänge, auch der im Winter aus Wolfsburg ausgeliehene Sergiu Radu, blieben hinter den jeweiligen Erwartungen zurück und gleich mehrere wurden, wie im Falle des Torhüters Raphael Schäfer, auf ihre Weise kostspielige Missverständnisse.

Den aufgekommenen Eindruck wieder zu verwischen, im Sommer 2006 bei Neuzugängen lediglich eine Menge Glück gehabt zu haben, darum bemühte man sich im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstadt in diesem Sommer, in dem es lange Zeit auch darum ging den aktuell besten Individualisten des Teams - Nationalstürmer Mario Gomez - unter Vertrag zu halten. Dem vor 12 Monaten noch in großen Lettern breit abgefeierten Duo aus Sportdirektor Heldt und Trainer Veh zischte jedenfalls der Wind wieder sichtlich kräftiger um die Nase. Neben einer Reihe von Nachwuchskräften vorwiegend aus der eigenen Reserve, zu denen u.a. der richtig vielversprechende Angreifer Manuel Fischer zu zählen ist, holte man daher für das Mittelfeld die beiden der Borussia noch aus der letzten Saison bekannten Profis Martin Lanig und Jan Simak. Keine Ausschussware, fürwahr.
Zu ihnen gesellte sich für die Abwehr der frühere Hamburger Boulahrouz von Chelsea London und für die „verspätete Hildebrand-Nachfolge" im eigenen Tor Vizeeuropameister Jens Lehmann von Arsenal London.

Stuttgarts Defensive

Den ersten „Schuss vor den Bug" der neuen Saison versetzte Trainer Armin Veh Fernando Meira, indem er ihm zackig die Kapitänsbinde aberkannte. Der noch von Rolf Rüßmann zu dessen VfB-Zeiten von Benfica Lissabon verpflichtete Abwehrspieler, der im Meistersommer erfolglos mit den großen europäischen Klubs geflirtet hatte, entschwand daraufhin verhältnismäßig geräuschlos in die Türkei zu Galatasaray Istanbul. Das zweite Aufsehen der Saisonvorbereitung war dann des Trainers Entscheidung den in der letzten Saison vorübergehend zum Stammtorwart emporgestiegenen Sven Ulreich für die Begegnungen gegen Saturn Ramenskoje im Intertotowettbewerb durch den eigentlich für die VfB-Reserve spielenden Alexander Stolz zu ersetzen. Nicht ohne nach Jens Lehmanns Einstieg in die Saisonvorbereitung dem Routinier den angedachten Posten zwischen den Pfosten wie erwartet zuzuerkennen.

Überhaupt Lehmann, von ihm verspricht man sich richtig viel im Schwäbischen. Der zukünftig am Starnberger See residierende deutsche WM-Torwart von 2006 soll mit seiner Erfahrung und seiner Art den Torwartjob zu interpretieren der Fels in der Brandung sein, den die Abwehrreihe des VfB durch den ablösefreien Abgang von Timo Hildebrand schmerzlich verloren hatte und der der jetzt wieder in Nürnberg ansässige Raphael Schäfer während Borussias Bundesliga-Abstinenzjahr nicht geworden war. Lehmann, der im Herbst seiner Karriere steht und letzte Saison bei Arsenal London nicht mehr erste Wahl gewesen war, soll dem VfB also quasi das geben, was er anstelle des ihm gegenüber leistungsschwächeren Oliver Kahn im WM-Jahr 2006 der deutschen Hintermannschaft prompt zu geben vermochte: die notwendige Sicherheit und Souveränität.

Inwiefern die Innenverteidigung vor Lehmann auch durch den zweiten sehr namhaften Neuzugang, den Niederländer Khalid Boulahrouz, gebildet werden wird, das wird die Saison zeigen. Spätestens mit dem Abgang von Fernando Meira, so war einst geurteilt worden, sollte dieser Bereich endgültig in die Hände des Duos Serdar Tasci und Mathieu Delpierre übergehen, das an sich über ein bemerkenswertes Potential verfügt, in der letzten Spielzeit indes Schwierigkeiten hatte. So verpasste der 2004 aus Lille geholte Delpierre fast die gesamte Hinserie infolge einer Kniescheibenoperation und auch Tascis zweite Bundesligaspielzeit war nicht allein von der für Nachwuchsspieler oft üblichen Leistungsschwankung, sondern auch von Verletzungsproblemen (gern muskulärer Art) überschattet. Diese verhinderten es auch, dass der U21-Nationalverteidiger trotz großem Talent, und inniger Fürsprache von vermeintlichen Granden wie Ex-Nationalspieler Hans Müller, im Schlussspurt um ein Ticket für die zurückliegende Europameisterschaft ernsthaft von Nationaltrainer Löw in Betracht gezogen werden konnte.

Während nun Delpierre für das Zentrum der Abwehr als designierter Abwehrchef dennoch unmittelbar gesetzt scheint, scheint der Unterlegene des Duells zwischen Boulahrouz und Tasci immerhin noch ernsthaft als rechter Außenverteidiger in Betracht zu kommen. Möglich, dass Armin Veh Boulahrouz dorthin beordert, schließlich spielte „der Kannibale" genannte dort bravourös für die Niederlande bei der Europameisterschaft und auch im Saisoneröffnungs-Freundschaftsspiel gegen Arsenal London (1:3), das der VfB verlor. Auf der gegenüberliegenden linken Abwehrseite müsste der offene Startplatz derweil fest an den angriffslustigen Schweizer Nationalspieler Ludovic Magnin gehen, dessen Habitus auf dem Platz gefährlich an Borussias Ex-Kapitän Jeff Strasser erinnert.

Stuttgarts Offensive

Einen alles überragenden Mann in seinen Reihen zu haben, dies ist nur so lange schön, solange die gegnerische Mannschaft diesen nicht als Schlüsselfigur des eigenen Spiels enttarnt hat. Dementsprechend ließe sich die Offensivleistung des VfB der letzten Saison schnell und schmutzig auf den Namen Mario Gomez herunterbrechen. Wäre nicht der für viele Millionen eingekaufte (und mit vielen Millionen bei Laune gehaltene) Luca Toni bei Bayern München gewesen, die exzellente Leistung von Mario Gomez wäre wohl angemessener beurteilt worden. Der Fußballer des Jahres 2007 ist die entscheidende Figur im Angriff des VfB und mithin so stark wie der Italiener. Die Lobeshymen auf den abschlussstarken Zentralangreifer wären wohl dennoch größer, würde Gomez nicht in Stuttgart spielen, sondern unter der Flagge des FC Bayern München - der in seiner bekannt drakonischen Art kürzlich temperamentvoll wie öffentlich um Gomez Dienste gebuhlt hatte - reüssieren.

Allerdings mochte und möchte Trainer Veh Gomez eigentlich nicht abgeben, gleichzeitig aber das Offensivspiel des VfB auf einen breiteren Sockel stellen. Inwiefern ihm dabei die Distanzschüsse des Thomas Hitzlsperger aus dem (linken) zentralen Mittelfeld helfen werden, wird sich zeigen, wenn der neue Mannschaftskapitän in dieser Saison eine bessere Zielgenauigkeit unter Beweis stellen sollte als es ihm noch während der Fußball-EM geglückt war, als allzu viele und allzu wesentliche seiner Versuche aus der Distanz das primäre Ziel nicht gefunden hatten. Prinzipiell ist Hitzlsperger aber eine teuflische Waffe, wenn es um Schüsse von außerhalb des Strafraums geht, die mit dem linken Fuß zu vollstrecken sind.

Weil neben Hitzlsperger, der als Mannschaftskapitän gewiss einen (Start-)Bonus haben sollte, wohl auch demnächst vornehmlich der mexikanische Nationalspieler Pavel Pardo agieren soll, dürfte auch für den VfB das bei der Europameisterschaft salonfähig gewordene Spiel des 4-2-3-1 eine ernsthafte Option bilden. Neben der so genannten „flachen Vier", bei der es mutmaßlich auf den eingangs erwähnten Ciprian Marica als Sturmpartner von Gomez hinauslaufen würde. Andererseits ist es vor allem die Physis und die Spielanlage des größten Stuttgarter Sturmtalents seit Kevin Kuranyi, die ein 4-2-3-1 als Grundordnung für den VfB sehr wahrscheinlich erscheinen lässt.

In einem solchen wären auch drei offensive Mittelfeldpositionen besetzbar, könnte beispielsweise Yildiray Bastürk (wie gegen Ramenskoje) neben Jan Simak operieren. Letzterer hatte bei Carl Zeiss Jena in der letzten Saison solche Auftritte, dass es doch wieder erstaunlich viele Klubs gab, die sich mit dem Gedanken anfreunden wollten den kapriziösen Tschechen in ihre Mannschaft aufzunehmen. Ebenso wie das Pokalhalbfinale zwischen Carl Zeiss und Borussia Dortmund gezeigt hatte, dass der oft als eigenbrötlerisch skizzierte Ex-Hannoveraner auch nach seiner mehrjährigen Genesung in heimischen Gefilden nichts von seiner ursprünglichen Divenhaftigkeit eingebüsst hat, hatte nicht zuletzt das 2:2 der Borussia in Jena im Saisonendspurt bewiesen, über welch feines Füßchen der „Geläuterte" weiterhin verfügt - die Art und Weise wie er eine in jenem Spiel schläfrige Borusse mit seiner Spielkultur nach Belieben auseinandergepflückt hatte, sie war bestaunenswert.
Weil Simak, wenn er in der Vorbereitung für den VfB am Ball stand, meist auch den Großteil der Offensivstandards (gern Freistöße, meist Eckbälle) federführend ausgeführt hatte, ist es vorstellbar, dass bei einer Art trainerteaminternen Kampfabstimmung zwischen ihm und Bastürk das Startrecht im zentral offensiven Stuttgarter Mittelfeld zunächst an ihn gehen dürfte; rechts müsste der bei der EM-Nominierung von Joachim Löw nicht berücksichtigte Roberto Hilbert erste Wahl sein, den Borussias Ex-Trainer Horst Köppel bekanntermaßen genauso schätzt wie ein anderer Ex-Borussentrainer, Hans Meyer, dessen Trainer Armin Veh.

Schiedsrichter

Mit dem Konzertpianisten Herbert Fandel entsendet der Deutsche Fußball-Bund seinen renommiertesten Aktiven in Sachen Schiedsrichterwesen für diese Partie. Der 44-jährige, dessen letztes Pflichtspiel das EM-Viertelfinale zwischen Italien und dem späteren Europameister Spanien in Wien in diesem Juni gewesen war, wird damit zum ersten Mal wieder seit dem 25. Spieltag der vergangenen Spielzeit eine Partie der Borussia leiten. Damals wurde er vom DFB an den Aachener Tivoli geschickt, wo Oliver Neuville auf Zuspiel von Soumaila Coulibaly der Borussia einen Punkt mitnehmen konnte. Es war Fandels einziges Spiel mit Borussenbeteiligung in der letzten Saison, in der Saison davor leitete der Familienvater insgesamt zwei Borussenspiele in der 1. Bundesliga. Beide Male war er dabei an der Hennes-Weisweiler-Allee tätig, einmal in der Hinrunde (1:0 gegen Bor. Dortmund) und einmal in der Rückrunde. Der Gegner der Borussia damals - der VfB Stuttgart.

Bilanz

Strahlender als das 0:1 (Tor: Roberto Hilbert) in der Abstiegssaison 2006/07 erinnert man sich in diesem Jahrzehnt in Mönchengladbach sicherlich an das 2:0 (Tore: Oliver Neuville und Vaclav Sverkos) aus der Saison 2004/05, das für die von Horst Köppel bei Laune gehaltene Borussia den Weg zu dem doch noch realisierten Klassenerhalt in jener Saison ebnete. Wie entfesselt agierte die Borussia dabei an jenem 31. Spieltag, schoss Tore zur rechten Zeit und konnte sich zudem glücklich schätzen, dass der noch von Vehs Vor-Vorgänger Matthias Sammer angewiesene VfB in jener Zeit alle Ambitionen mit zünftigen Auswärtsniederlagen in Serie verdaddelte. Ebenfalls in Erinnerung sein sollte das 4:2 über Stuttgart aus der Saison 2003/04 im DFB-Pokal-Achtelfinale, als der Stern des dreifachen Torschützen Vaclav Sverkos aufzugehen schien und der heutige VfB-Direktor Horst Heldt noch auf dem Platz aktiv war. Insgesamt trafen sich die Borussia und der VfB bisher in 38 Bundesligajahren in Mönchengladbach, 13 dieser Partien entschied die Borussia für sich.

Aufstellungen

Borussia: Heimeroth - Ndjeng, Brouwers, Daems, Voigt - Paauwe, Alberman - Matmour, Rösler, Marin - Friend.
Ersatz: Gospodarek - Kleine, Jaurès, Callsen-Bracker, Levels, van den Bergh, Svärd, Baumjohann, Touma, Colautti.
Es fehlen: Neuville, Lamidi (Trainingsrückstand), Coulibaly, Gohouri (muskuläre Probleme), Schachten (Rehabilitation)

Stuttgart: Lehmann - Osorio (Boulahrouz), Tasci, Delpierre, Magnin - Hilbert, Pardo, Hitzlsperger, Simak (Marica), Bastürk (Boka) - Gomez.
Ersatz: Stolz - Lanig, Khedira, Träsch, Rudy, Fischer, Ljuboja,
Es fehlen: Cacau (Adduktorenverletzung), Pischorn (Wadenbeinbruch)

Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Schiedsrichterassistenten: Mike Pickel, Christian Dingert
Vierter Offizieller: Malte Dittrich

SEITENWAHL-Meinung

Hans-Jürgen Görler: Aller guten Dinge sind drei. Nach dem ersten Aufstieg bezwang man am ersten Spieltag Borussia Neunkirchen mit 4:1. Nach dem zweiten Aufstieg musste sogar der FC Bayern Federn lassen. Das 1:0 von Arie van Lent wird vielen noch in Erinnerung sein. Und nun muss der VfB Stuttgart dran glauben. Das 2:1 wird deutlich belegen: Die Borussia ist wieder zu Hause.

Mike Lukanz: Das erste Spiel einer Saison; da kann man auch Lotto spielen, denn die Wahrscheinlichkeit eines richtigen Tipps ist in beiden Fällen ähnlich hoch. Versuchen wir also, Pro und Contra gegenüberzustellen: Borussia hat ein Heimspiel, präsentiert sich einigermaßen homogen, die Fans sind heiß, der Gegner aus Stuttgart neigt zu schwankenden Leistungen, es wird aller Voraussicht nach sogar die Sonne scheinen, dazu eine Prise Hoffnung und rosa Brille. Spricht alles für einen gelungenen Start, sprich: Heimsieg. Wäre Fußball so einfach vorauszusagen, läge ich nun am Pool meiner Finca und genösse das vorzeitige Rentenleben. 2:2, ist doch auch schön!

Christian Heimanns
: Schwaben schlagen für Beginner, so gehts: Absteigen, wieder aufsteigen, als Underdog gründlich unterschätzt werden und den Kollegen vor 50.000 Zuschauern demonstrieren, dass sie "außer Hochdeutsch" noch mehr Nachhilfefächer haben. 2:1 für Borussia.

Michael Heinen
: Die Euphorie im Borussia-Park ist groß. Und sie steigert sich noch viel mehr, als Rob Friend die Mannschaft gegen den Ex-Meister aus Stuttgart mit 1:0 in Führung köpft. Doch nach dem Seitenwechsel wendet sich das Blatt, so dass den Gästen durch Marica der Ausgleich gelingt. Mit diesem 1:1-Endergebnis können am Ende beide Seiten halbwegs leben, wenngleich nach guter erster Hälfte mehr drin gewesen wäre.

Christoph Clausen: Warum nicht einfach wieder so wie nach dem letzten Aufstieg in die Saison starten? Ganz ohne Gegentor wird's diesmal aber wohl nicht klappen. Sagen wir 2:1.

Christian Spoo: Die Serie reißt: erstmals kann Borussia ein Spiel nach einem Aufstieg nicht für sich entscheiden. Die Partie gegen Stuttgart endet 2:2.

Thomas Zocher: Als Aufsteiger und Klassenerhaltsanwärter hat man zwingend seine Heimspiele zu gewinnen, dies ergab sich nicht nur aus der berüchtigten Tabellenwertung von Hans Meyer. Somit wird die Borussia ihren ersten vierunddreißigsten Teil ihrer Rechnung nicht erfüllt haben, wenn es nach dem Spiel gilt ein 2:2 als Ergebnis einzutragen.

Der VfB Stuttgart im Internet: http://www.vfb.de/ , www.vfb-aktuell.de.

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