„Geschichte wiederholt sich nicht!" Mit diesen Worten betitelte der Autor dieses Voberichts bereits einen Kommentar aus dem Dezember 2006 - nach einem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05. Werner Schneyder, Kabarettist und Sportjournalist, fügte einst diesem bekannten und bedeutungsschweren Satz hinzu: „Sie bleibt nur gleich." Bereits zum dritten Mal in dieser Saison trifft Borussia auf den VfL Osnabrück, und zum dritten Mal ist die Stimmung vor dem Anpfiff gereizt. Vor dem Pokalspiel der ersten Hauptrunde wusste in Mönchengladbach noch keiner, wo Borussia nach dem Abstieg steht. Vor dem Heimspiel gegen die Lila-Weißen gab es eine herbe 1:4-Klatsche in Mainz, und der Ligastart galt als vermasselt. Angespannt ist die Lage auch in dieser Woche. Indes, was sich - Gott sei Dank! - seit vielen Monaten und das Woche für Woche wiederholt, ist der Austausch mit den lieben Kollegen des VfLog, die uns auch bei diesem Vorbericht zur Seite standen. Ach, übrigens, beide Duelle hat Borussia in dieser Saison gewonnen.

Endlich!, werden sich Medienschaffende rund um Mönchengladbach insgeheim gedacht haben. Endlich gibt es wieder Stoff, endlich wieder Schlagzeilen. Immer stur dem journalistischen Motto „bad news are good news" folgend, wurde einigen in der so harmonisch verlaufenden Hinrunde beinahe schon langweilig. Jetzt haben sie alle wieder ihren Auftritt, die Experten (wer entscheidet das eigentlich?) der Medien und Ich-habe-es-ja-kommen-sehen-Fans in den Foren. Wie immer werden völlig unreflektiert einzig die Fakten verwendet, die passen, um der eigenen verdrehten Wirklichkeit ein Fundament zu geben. Dabei gab das Spiel gegen den FSV Mainz 05 nach den - zugegeben - äußerst dürftigen Auftritten gegen Kaiserslautern und Hoffenheim eigentlich ausreichend Anlass, mit „Positivismus", wie Jos Luhukay dies zu nennen pflegt, an die nächsten Aufgaben zu gehen. Doch, das ist das Traurige in der Sportberichterstattung, zieht am Ende fast immer das Totschlagargument, dass am Ende nur Siege zählen. Eine fürchterliche und nicht auszurottende Masche einzelner Medien und eines Teils der Anhänger. In diesem Momenten sei der Fußball immer „so einfach" und die „einzige Wahrheit" liege im Tor. Das kommt davon, wenn Philosophie-Studenten Sportjournalist werden.

Borussia

Hat man im Spiel gegen Mainz in der Defensive eigentlich Fehler gemacht? Wer Tore kassiert, wird Fehler gemacht haben. Am frühen Gegentor durch den Mainzer Borja lässt sich das ganze Spiel ablesen: eine knifflige Entscheidung, die zu Ungunsten Borussias ausfällt, das (auch Gladbacher Sicht) Pech, dass alles passt beim artistischen Schuss des Mainzer Angreifers. Die Bewegung, der Schuss, die Flugbahn, der Innenpfosten. Ein Tor, das pro Saison in dieser Form nur einmal fällt. Im Gegenzug trat bei den über 50 Flanken, Ecken und Pässen auf Gladbacher Seite nicht einziges Mal diese Verkettung der Faktoren zusammen, die dazu hätten führen können, dass der Ball einmal nicht vor irgendeinem in rot gekleideten Gegner landet, sondern vor dem Fuß, Kopf oder sonstigem erlaubten Körperteil eines Borussen.

Angesichts der im Laufe des Spiels nahezu völlig eingestellten Offensive der Gäste aus Mainz ist es schwierig, eine Prognose über die aktuelle Form des Abwehrverbundes zu wagen. Steve Gohouri wusste durchaus zu gefallen. Seine Präsenz auf dem Platz ist deutlicher als bei Thomas Kleine und insofern wird er auch in Osnabrück die erste Wahl sein, falls Jos Luhukay die weitere Woche Training für Roel Brouwers nicht als Anlass nimmt, seinem Landsmann den durch die Verletzung verlorenen Stammplatz in der Innenverteidigung zurückzugeben. Es bleibt spannend zu beobachten, ob Alex Voigt auf der linken Seite alternativlos bleibt. Voigt selbst gibt sich auf Nachfrage gewohnt locker und selbstbewusst. Denkbar ist hier, dass Filip Daems auf die linke Seite ausweicht und damit den Routinier Voigt auf die Bank verdrängt, oder dass Daems selbst auf dieser Platz nehmen muss, sollte Jos Luhukay auf das Innenverteidigerpaar Gohouri-Brouwers setzen, das in dieser Konstellation bis zur viel zitierten „Disko-Affäre" gesetzt war.

Viel bedeutender als die Frage nach der Besetzung des linken Verteidigers ist der Umstand, dass mit Patrick Paauwe und Sascha Rösler gleich zwei Eckpfeiler der Mannschaft für das Spiel ausfallen könnten. Bei Sascha Rösler tendiert die Chance auf Wunderheilung bis zum Sonntag gen Null, beim holländischen Spielmacher Paauwe gab es bei Redaktionsschluss noch vage Hoffnungen, dass er zumindest im Kader stehen könnte. Einen Ausfall Paauwes und Röslers kann auch der sonst so ausgeglichene Kader Borussias nur schwer auffangen. Weder spielerisch noch charakterlich. Gerade in Begegnungen wie die kommende in Osnabrück, wo es aufgrund der Heimstärke des dortigen VfL erfahrungsgemäß auf Willen, Einsatz und Führungsstärke ankommt, wird der Rest der Startelf besonders gefordert sein.

Marko Marin war beim Pokalspiel im vergangenen Sommer der Held, als er das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg schoss, was bis zum heutigen Tag sein letzter Treffer in einem Pflichtspiel bleiben sollte. Marin betont immer, dass er sich seinen ersten Ligatreffer für einen besonderen Moment aufheben wolle. Es gibt nicht wenige auf Seiten Borussias, die einen solchen Moment am kommenden Sonntag sehen.

Soumaila Coulibaly hat sich leise und heimlich einen Platz in der Startelf erspielt und das direkte Duell gegen eben Marko Marin für sich entschieden. Der erfahrene Malier wird auch an der Bremer Brücke anfangen. Unklar wird noch sein, auf welcher Position er dies tun wird. Eine Variante wäre, dass Coulibaly auf die Position Röslers hinter den Spitzen rückt und Marin und Ndjeng die Flügel bekleiden. Oder Coulibaly und Ndjeng auf den Halbpositionen im offensiven Mittelfeld, falls sich Luhukay für eine Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern entscheidet.

Ohne Überraschung wird die Besetzung des Sturmduos ablaufen. Rob Friend und Oliver Neuville sind die erfolgreichsten Torschützen der Mannschaft. Über deren Leistung im vergangenen Heimspiel gab es vielerorten geteilte Meinung. Die einen lobten den kämpferischen Einsatz des Kanadiers und seine beeindruckende Bilanz in Kopfballduellen, die anderen bemängeln seine technischen Schwächen und die fehlende Effizienz. Oliver Neuville tut sich gegen einen so tief und massiv stehenden Gegner ohnehin schwer, da ihm die nötigen Räume fehlen und für die vielen Flanken von außen ist er aufgrund seiner Statur ohnehin die falsche Anspielstation.

Der Gegner aus Osnabrück

Nicht ein einziges Mal in dieser Spielzeit stand Osnabrück auf einem Abstiegsplatz, und bereits vor dem VfduelL steht fest: Auch nach dem 21. Spieltag wird die Mannschaft fest am rettenden Ufer stehen. Das allein ist für einen Aufsteiger beachtlich, zumal die Experten von Seitenwahl zu Saisonbeginn mutig prognostizierten, es spreche „vieles dafür, dass unsere Kollegen vom VfLog in der Saison 2008/09 wieder einen Zwei-Klassenunterschied zwischen ihren beiden Hauptvereinen vorfinden werden". Derzeit sprechen fünf Punkte dagegen.

Entsprechend groß ist dieser Tage die Zufriedenheit beim VfL - was wiederum den Trainer auf die Palme bringt: „Zufriedenheit können wir uns nicht leisten. Wenn wir zufrieden sind, fehlt die Aggressivität, fehlt die Bereitschaft, alles zu geben, dann fehlt uns Qualität." Zuletzt war das so beim letzten Heimspiel gegen den SV Wehen vor zwei Wochen. Das 0:2 war die erste Heimniederlage nach zuvor 27 ungeschlagenen Meisterschaftsspielen an der Bremer Brücke, es war zugleich die mit Abstand schwächste Saisonleistung. Bemerkenswert war die Reaktion der Fans nach dem Abpfiff: Sie feierten das Team, sie verziehen diesen Ausrutscher - und das ist wahrlich nicht selbstverständlich in Osnabrück. Oft ist die Erwartungshaltung ähnlich hanebüchen wie in Gladbach, und das Publikum war in den vergangenen Jahren teilweise erschreckend schnell unzufrieden. Im Moment ist das gottlob anders. Die Mannschaft wusste sich zu revanchieren: Vergangenen Sonntag feierte sie den ersten Auswärtssieg der Saison - einen besonders wichtigen gegen den direkten Konkurrenten um einen Nichtsabstiegsplatz, den SC Paderborn.

Nun kleiden den VfL 24 Punkte - das sind zehn weniger als zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Spielzeit, als Osnabrück die Regionalliga als Tabellenführer anführte; dennoch sind die Gelassenheit und Zuversicht, dass man die gesteckten Ziele erreicht, ungleich größer als vor einem Jahr. Das liegt auch daran, dass sich die Verantwortlichen endlich gewiss sein können, recht viel richtig gemacht zu haben. Nicht zuletzt hat der Trainer bewiesen, dass er - als Amateurcoach verpflichtet - ein Zweitligateam formen kann, das nicht nur mithalten, sondern oft auch attraktiven Angriffsfußball spielt. Bereits im Hinspiel war deutlich zu sehen: Osnabrück ist kein Team, das sich gegen vermeintlich stärkere Gegner hinten reinstellt und auf Ergebnishalten setzt, auch nicht auswärts. Die Borussia gewann am Ende verhältnismäßig glücklich 2:1.

Auch wenn Osnabrück den Klassenerhalt schaffen sollte, bleibt der VfL gegenüber nahezu der gesamten Ligakonkurrenz strukturell im Nachteil. Um nur zwei gewichtige Gründe zu nennen: Es gibt keinen Mäzen à la Hopp im Hintergrund, und es gibt keine große, vermarktbare Arena, sondern mit der Bremer Brücke ein wunderschönes und charmantes, aber eben auch kleines und altes Stadion. Beides macht den Klub ungemein sympathisch, beides sorgt aber auch für einen beträchtlichen Wettbewerbsnachteil. Immerhin die Nordtribüne wird nach jahrelangem Hin und Her jetzt ab April abgerissen und zur kommenden Saison als Sitzplatztribüne modernisiert; die Gesamtkapazität wird dadurch auf 16.250 Plätze sinken, der Anteil der Sitzplätze steigt jedoch auf knapp 6.000; der VfL verdient so mehr Geld. Und: Damit die, auch für den VfL bitter nötigen, Business-Gäste in den wenigen VIP-Logen nicht den Spaß verlieren und dem Spiel folgen können, wird in wenigen Wochen die von der DFL geforderte Anzeigetafel installiert. Fehlt nur noch die ebenfalls obligatorische Rasenheizung, die in der Sommerpause nachgerüstet werden soll, so sie denn dann - im erhofften Nichtsabstiegsfall - noch gebraucht wird.

Osnabrücker Defensive

Hinten ist einer der Chef, und darüber lächeln viele: Thomas Cichon. Der hat sich, Kritiker aus alten Kölner Zeiten mögen sich die Augen reiben, seinen unumstrittenen Posten allerdings redlich verdient. Er überzeugt nun bereits in der dritten Saison als solider Fixpunkt in der Viererkette. Auf der zweiten Position in der Innenverteidigung spielte anfangs Marcel Schuon, der nach einigen Unsicherheiten und haarsträubenden Fehlern jedoch mittlerweile ins Mittelfeld versetzt wurde. Jan Schanda, Dominique Ndjeng und Uwe Ehlers buhlen nun um die Gunst ihres Trainers. Ndjeng würde wohl spielen, wäre er nicht verletzt. Ehlers schwächelte gegen Wehen, deshalb wird, wie zuletzt in Paderborn, Jan Schanda auflaufen. Links werkelt einer der Gewinner der bisherigen Saison, einer, den viele als zu schwach für die zweite Liga abgetan hatten, der aber ungeheuer sicher und cool seinen Job macht: Andreas Schäfer; sollte er jetzt noch das Flankenschlagen lernen, man hätte wenig auszusetzen. Rechts spielt Paul Thomik eine sensationelle Serie. Thomik, der aus Unterhaching kam, ist vielleicht der spielstärkste Mann im Team; in Paderborn rückte er ausnahmsweise ins Mittelfeld, Schuon übernahm seinen Posten rechts hinten.

Die Achillesferse sind die Außenbahnen, nämlich dann, wenn Schäfer oder Thomik ersetzt werden müssen oder doch einmal schwächeln sollten. Dann fällt ins Gewicht, dass Osnabrück nur begrenzte Mittel hat und die beiden nicht adäquat ersetzen kann. Oliver Beer ist vielleicht am ehesten, Marko Tredup sicherlich keine wirkliche Alternative. Deshalb: Daumen drücken, dass sie durchhalten.

Sie alle spielen vor Frederik Gößling, der sich im Rennen um den Stammplatz im Tor gegen den gleich starken Tino Berbig durchgesetzt hat. Gößling ist eine sichere Bank, der Ruhe ausstrahlt und gut Fußball spielen kann. Er ist kein famoser Torwart, der ständig unhaltbare Bälle hält, aber die haltbaren hält er allemal alle - in der Regeln sogar fest.
Im Mittelfeld sind Matthias Heidrich, Marcel Schuon, Mathias Surmann und Rekordspieler Jo Enochs diejenigen, die defensive Parts übernehmen. Besonders angewiesen ist der VfL auf Heidrich, dessen Spielübersicht und Ruhe merklich dazu beiträgt, dass Osnabrück geordnet steht. Ist der Ball erst einmal erobert, mischt Heidrich meist auch beim Spielaufbau mit.

Wo die Schwachstellen der Osnabrücker Defensive sind, lässt sich schwer sagen: Überall und nirgends. So kompakt, wie das Team in Gänze ist, so schwer lassen sich einzelne Fehlerquellen ausweisen. Derzeit scheint es, als sie die Innenverteidigung am ehesten anfällig. Trotzdem: Geht es schnell und kombinationssicher voran, gerät die Defensive ins Schwimmen. Damit das nicht passiert, ist Wollitz' Philosophie der Angriff. Seine Mannschaft soll den Gegner sofort unter Druck setzen, aggressiv den Ball erobern und selbst Tore schießen wollen. Den Gegner kommen lassen, das ist Wollitz' Sache nicht. Die entscheidenden Zweikämpfe will er nicht erst in der Abwehr gewinnen. Dafür braucht es notwendig:

Die Osnabrücker Offensive

Osnabrück hat ein Spielmacherproblem. Einen, der die Fäden zieht, gibt es aktuell nicht. Alexander Nouri und Nico Frommer, denen Wollitz das zugetraut hatte, enttäuschen eher. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits wird der VfL dadurch schwerer ausrechenbar. [Für Taktikfetischisten fügt sich das in folgende Schemata: Zu Beginn der Saison spielte Wollitz regelmäßig ein 4-2-3-1-Sytem mit zwei Sechsern, mittlerweile sieht das anders aus: Entweder kommt die klassische 4-4-2-Raute zur Aufführung oder eine 4-3-2-1-Variante mit zwei hängenden Außenstürmern. Doch damit nicht genug: Regelmäßig stellt der Coach auch im laufenden Spiel auf ein 4-1-4-1 um.]

Die Sechser-Position besetzt verlässlich Heidrich, unterstützt bisweilen durch Schuon und Surmann. Davor können viele einiges: Henning Grieneisen, Bilal Aziz, aber auch die etatmäßigen Stürmer Rouven Hennigs und Gaetano Manno können sowohl rechts als auch links im Mittelfeld spielen; gewöhnlich tauschen die Außenpositionen mehrmals im Spiel die Seite. Nouri, aber auch Aziz, Hennings und Frommer können die offensive Position hinter den Spitzen/der Spitze ausfüllen.

Vorn ist Torgarantie Thomas Reichenberger gesetzt, der gegenwärtig erfolgreichste deutsche Profi. In der Regel spielt er gemeinsam mit Manno in der Spitze, manchmal agiert auch Hennings als zweiter Angreifer. Auf Reichenberger trifft dasselbe zu wie auf die beiden Außenverteidiger: Er ist nicht zu ersetzen. Nach der erneut schweren Verletzung von Markus Feldhoff fehlt dem VfL ein zweiter erfahrener Stürmer.
Das Offensivspiel des VfL zeichnet sich - das zeigt schon der Namensalat - durch eine extrem hohe Variabilität aus. Auch hier sticht, abgesehen vom Torriecher Reichenbergers, niemand raus: Von Spiel zu Spiel ist der Mann mit den meisten Fleißbienchen, den kreativsten Ideen oder den haarsträubendsten Fehlern ein anderer. Zuletzt überzeugte vor allem Manno als quirlig-engagierter Wühler mit Spielwitz.
Osnabrück spielt gemeinhin einen wirklich schönen Ball: Direkte, flache Pässe in den Fuß, hohes Tempo, gute Ideen und viel Übersicht. Mainz' Präsident Harald Strutz sagte nach dem 05er 4:1-Sieg am Bruchweg, ihm sei schleierhaft, wieso seine Mannschaft dieses Spiel gewonnen habe; in Augsburg, Fürth und Koblenz ein ähnliches Bild. Das weist zugleich auf die Osnabrücker Schwäche hin: Der VfL geht bisweilen fahrlässig mit seinen großen Spielanteilen und vielen Chancen um - und wird durch folgenschwere individuelle Fehler allzu oft fies bestraft. An einem guten Tag kann Osnabrück dennoch mit spielerischen Mitteln gegen jeden Gegner bestehen - und gewinnen; an einem mäßigen gewinnt Gladbach.

Schiedsrichter

Bei drei Abseits gegebenen Toren, einem nicht Abseits gegebenen Treffer für den Gegner und zwei mutmaßlich eventuellen, aber letztlich doch verwehrten, Elfmetern allein in den letzten 4 Partien, kann schon der Eindruck aufkommen, dass die Besetzung der Schiedsrichterrolle nicht unentscheidend für die Borussia sein könnte. Nun, diesmal wird der mittlerweile Erstligaerfahrene Michael Kempter aus Sauldorf in Baden die Begegnung in Osnabrück leiten und damit sein erstes Borussenspiel seit dem 13. Spieltag leiten. Damals erreichte die Borussia ein torloses Remis beim TSV München 1860, damals wie nun stand Kempter Jan-Hendrik Salver assistierend zur Seite und damals durfte der Münchener Mate Ghvinianidze volle 90 Minuten auf dem Feld verweilen, obgleich er während des ersten Spielabschnitts ein böses Foul gegen Sascha Rösler verübt hatte.

Bilanz

Durch den 2:1-Erfolg im Hinspiel liest sich die Bilanz gegen den VfL Osnabrück wieder positiv. Borussia konnte von den bisherigen sechs Duellen drei gewinnen, die einzigen beiden Niederlagen gab es ohnehin nur im DFB-Pokalwettbewerb. Beim letzten ligainternen Duell in Osnabrück am 2. Spieltag der Saison 2000/01 schossen Arie van Lent, Markus Osthoff und Steffen Korell einen 3:1-Auswärtssieg heraus.

Aufstellungen

Borussia: Heimeroth - Levels, Gohouri, Daems, Voigt - Polanski - Ndjeng, Coulibaly, Marin - Neuville, Friend
Ersatz: Gospodarek, Bögelund, Brouwers, Kleine, Rafael, Svärd, Touma, Schachten
Es fehlen: Paauwe, Rösler, Colautti (alle verletzt)

Osnabrück: Gößling - Thomik, Cichon, Schanda, Schäfer - Heidrich, Grieneisen, Nouri, Hennings - Reichenberger, Manno
Ersatz: Berbig, Flottmann, Ehlers, Tredup, Beer, Enochs, Frommer
Es fehlen: de Wit, Touré (beide Trainingsrückstand / Reha), D.Ndjeng (verletzt)

Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Schiedsrichterassistenten: Robert Kampka, Jan-Hendrik Salver.

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Borussia setzt den Aufwärtstrend fort. Mit einem 2:2 beim heimstarken VfL Osnabrück kann sie zwar nicht verhindern, dass auch in der kommenden Woche die dummdreisten Anwürfe von wegen "taumelnder Tabellenführer" flächendeckend über sie hereinbrechen, sie weist aber eben nach, dass sie sich von den medialen Absurditäten der letzten Woche nicht verwirren lassen hat.

Michael Heinen: 3 Rückrunden-Spiele, 3x auf Sieg getippt, 3x enttäuscht worden. Schon aus Aberglauben kann ich meinen Optimismus also nicht aufrecht erhalten. In Osnabrück reicht es zu einem am Ende etwas glücklichen 1:1, mit dem wir nach dem Spielverlauf gut leben können.

Mike Lukanz: Ich habe mich jetzt von Kant über Hegel, von Nietzsche bis Adorno durchgekämpft. Aber bei keinem konnte ich Hinweise über den Zusammenhang zwischen „Wahrheit" und „Tor" finden. Und ich dachte immer, dass die auf dem Platz liegt. Auf dem Platz an der Bremer Brücke liegt für jeden Gast vor allem viel Arbeit, die es zu erledigen gilt. Borussia nimmt sich dieser an, gewinnt auch das dritte VfDuelL und stopft mit dem 2:0 vielen nervigen Zeitnossen den Mund.

Christoph Clausen: Zweimal habe ich gegen ein ungutes Bauchgefühl optimistisch getippt, diesmal nicht mehr: In Osnabrück agiert die Borussia trotz engagierter Leistung insgesamt zu einfallslos und kann nach dem 1:1-Unentschieden die Tabellenführung nicht mehr behaupten. Ich schwanke nur noch, ob die neuerdings obligatorische Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns sich diesmal in der Form eines verweigerten Strafstoßs oder eines aberkannten Tors zeigen.

Christian Heimanns: Ich wiederhole mich jetzt solange, bis es funktioniert: Die letzte Niederlage war endlich ein ausreichender Weckruf für das Team, das zu dem absolut vorhandenen Bemühen auch das Glück wiederfindet. 2:1 für Borussia.

Hans-Jürgen Görler: Wenn es läuft wie in der Hinrunde, müsste die Borussia ab jetzt eigentlich auftrumpfen. Nun denn, hoffen wir mal auf ein Déjà-vu: Luhukays Team gewinnt mit 2:1. Nach einer weiteren Pleite setze ich im Redaktions-Tippspiel aber nicht mehr leichtfertig Punkte aufs Spiel.

Maik Gizinski: Das Spiel wird mindestens einen VfL als Gewinner haben, im Falle eines Unentschiedens sogar zwei. Insofern: Schon mal alles in Ordnung. Normalerweise würde ich ein defensives 2:0 für Gladbach tippen. Doch ich will mich nicht lumpen lassen: Am 3. März wird in den Zeitungen stehen, dass der künftige Erstligist Mönchengladbach nach zuletzt drei Niederlagen endlich das erste Spiel in der Rückrunde gewonnen hat. Am Sonntag fährt Osnabrück einen Zittersieg ein: 2:1.

Martin Zierold: folgt...


Der VfL Osnabrück im Internet: Offizielle Homepage ; Der VfLog
Der VfL Osnabrück im SEITENWAHL-Zweitligacheck: VfL Osnabrück

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