„Kalt duschen", das ist gern dann ein gut gemeinter Rat, wenn Gemüter heiß laufen und es gilt einen kühlen Kopf zu bewahren. Ein Ernst Middendorp ließ für Bielefeld im Sommertrainingslager allerdings nicht deswegen die Kaltwannen auspacken und auch die Duschtemperatur im Stadion an der Hennes-Weisweiler-Allee war am Karnevalsfreitag nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern nicht außergewöhnlich niedrig. Trotzdem interpretierten einige den späten Ausgleichstreffer der Pfälzer durchaus als Aufforderung zur Unmutsbekundung und weil dem so war, wurde „bei regulierter Temperatur duschen" kurzfristig durchaus nützlich.

Borussias Defensive  

In dem für flache Sprüche ebenso wie für hohen Alkoholumsatz gleichermaßen bekannten Sonntagsstammtisch eines für Montagsspiele und breitflächig sinnentleerte (Sport-)Rätsel berüchtigten Privatsenders gelangte einst Dr. Robert Wieschemann zu seltsamer Berühmtheit. Der Kaiserslauterer bekannt dort, einen Mangel an Durchblick zu besitzen und sah sich in den an die Sendung anschließenden Tagen allerlei Spott ausgesetzt. Beißend war dieser. Da fiel jene Kritik, mit der manche Borussenanhänger im Verlauf der Hinrunde Torwart Christofer Heimeroth bedachten, noch relativ niedlich aus. Heimeroth hatte in Ermangelung von Beschäftigung hinter einer der stärksten Abwehrreihen der Liga lediglich den Preis dafür bezahlt, dass er in den einzelnen Spielverläufen weniger deutlich zu Paraden gekommen war. Dass das ausreichte, ihn als schwächsten Punkt in der Borussenelf zu brandmarken, mag aufgrund des durchschnittlich hohen Niveaus der Elf in der Vorrunde noch irgendwie erklärbar sein. Er hatte tatsächlich zuletzt keinen „Unhaltbaren" mehr gehalten, weil der Anteil solcher Bälle im Positivlauf des Herbstes so gering ausfiel.
Nun hat er gegen Kaiserslautern einen solchen pariert, als er eine entblößte Borussia gegen Bellighausens Tempogegenstoß vor einem Gegentreffer bewahrte - nun wäre zu wünschen, dass das Defizit an Durchblick, dass manchen Borussenfreund bezüglich Heimeroths befallen hatte, wieder der Erkenntnis gewichen ist, dass Heimeroth ein ordentlicher wie auch unterstützenswerter Torwart ist.

Noch ein Stück besser als Heimeroth war gegen Kaiserslautern Winterneuzugang Thomas Kleine, der in der Viererabwehrreihe der Borussia eine astreine Leistung bot und obendrein nahezu kein Kopfballduell verlor. Bemerkenswert für jemand, dessen Einspielphase sich im Vorfeld auf vier Trainingstage beschränkte. Und Grund genug ihn auch in dieser Partie neben Filip Daems aufzubieten. Ergänzt wird der eingespielte Teil der Borussendefensive um die Außenverteidiger Tobias Levels (rechts) und Alexander Voigt (links), die gegen Kaiserslautern ihre Positionen durchaus auch ein Stück tiefer hätten interpretieren dürfen. Keine Frage gibt es bei der Borussia bezüglich Patrick Paauwe, einen der Köpfe dieser Elf, der die Spitze der primären Abwehrformation schon im Mittelfeld beginnen lässt. 

Borussias Offensive 

Die einschneidendste Veränderung betrifft vor allem den Angriff, hier ist Rob Friend nach seiner im Überschwang einer Führung gegen den SC Paderborn saublöd eingeheimsten Spielsperre wieder spielberechtigt und darf sich nach der verstrichenen Startelfgelegenheit von Nando Rafael als der erwählte Partner von Mannschaftskapitän Oliver Neuville sehen. Der Borussenangriff wird damit nach anderthalb Spielen wieder die erfolgreichen Züge der vergangenen Hinrunde tragen, verbunden mit der Hoffnung, dass auch Neuville an der Seite Friends ein besseres Spiel gelingt, als dies der bemühte Rafael mitsamt dem leider verhinderten Nationalspieler noch gegen Kaiserslautern bot.

Aber auch in dieser Woche ist die Borussia von einer Spielsperre betroffen. Schiedsrichter Aytekin verteilte am vergangenen Spieltag nicht nur die zwei Roten Karten gegen die Gäste aus der Pfalz, er bedachte auch Sascha Rösler mit der für den ehemaligen Aachener folgenreichen fünften Gelben Karte der laufenden Runde. Während sich Rösler das Match gegen seinen Beinahe-Arbeitgeber (ja, er hätte im letzten Sommer auch ...) also von Draußen beguckt, wird Jos Luhukay eine zweite Veränderung in der Startaufstellung im Vergleich zur Vorwoche in jedem Fall vornehmen müssen. Hierfür stehen dank der Saisonplanung mehrere Variationen zur Auswahl, einige in Abhängigkeit zu Luhukays Entscheidung auf der linken Mittelfeldposition. Von dort könnte Soumaila Coulibaly in das Zentrum vorrücken und Marko Marin den Platz einräumen. Es könnte auch Sharbel Touma links für Coulibaly beginnen und Marin im offensiv im Zentrum spielen, es könnte aber auch nur einer dieser drei Akteure beginnen. Dann, wenn sich der Borussentrainer zentral für eine eher defensivere Variante entscheidet und Eugen Polanski oder Sebastian Svärd aufbietet. Der eine torgefährlicher und aggressiver, der andere souveräner und athletischer. Insgesamt ist es eine Entscheidung, die Luhukay mit Sicherheit auch vor dem Hintergrund der für das Borussenspiel nötigen Balance eben so oder so treffen wird. Wobei stark davon ausgegangen werden kann, dass der seit einigen Wochen diplomierte Fußballlehrer in einem Spiel gegen einen Konkurrenten wie Hoffenheim nicht den brutalen Hasardeur in sich entdecken und bei der Entscheidung über die Vergabe der beiden in Frage stehenden Startplätze ausschließlich offensiv aufstellen wird.

Der Gegner aus Hoffenheim 

Beachtliches geleistet zu haben, darauf beruft sich die TSG Hoffenheim 1899 in beharrlicher Manier. In beharrlicher Manier erfolgt dann meist der Tempogegenstoß, dass die Baden-Württemberger sich ihre Leistungen durch Investitionen „erkauft" hätten. Aber immer wird dabei negiert, dass sämtliche Leistungen im Profifußball schlussendlich mit Geld aufgewogen werden.
Ob in Hoffenheim, in München, in Mönchengladbach, Jena, Aue oder Bremen. Überall paart sich sportliche Leistung irgendwann mit Geld, ungeachtet von Umständen, die in Hoffenheim aufgrund des Dietmar Hopp natürlich einen anderen Standard aufweisen als dies in der 2. Bundesliga und all den vorherigen Ligen, in denen sich die TSG von 1899 seitdem aufhielt, generell der Fall ist. Denn selbstverständlich macht das aufgewendete Geld im Endeffekt einen Unterschied, wenn es etwa darum gehen wird die absolute und die relative Leistung der vier Zweitligaaufsteiger dieser Saison zu bemessen - oder wer zweifelt ernsthaft daran, dass Hoffenheims Aufwendungen in zweistelliger Millionenhöhe die kaum 100.000 Euro großen Saisoninvestitionen des VfL Osnabrück auch dann ausstechen müssen, wenn man den Begriff des „Projekts Hoffenheim" vorrangig langfristig anlegt?

Es wäre also töricht die TSG von 1899 mit Klubs zu vergleichen, deren Ausgangsvoraussetzungen für das erfolgreiche Abschneiden in dieser Saison so kolossal anders sind. Daher war es ja im Hinspiel schwerlich zu begreifen, dass sich beachtliche Teile der am Spiel interessierten Anhänger hatten von dem eher spröden Namen des Vereins blenden lassen und der absurden Theorie gefolgt waren, dass der „etatstarke Bundesligaabsteiger" Borussia den „entzückend bemühten Aufsteiger mit dem komischen Namen" deutlich in die Schranken weisen muss. Muss er eben nicht, denn schon damals wies die vermeintlich „unerfahrene" Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick mit Spielern wie Copado oder Nilsson genügend Profierfahrung und folgerichtige Routine auf; ein Faktum, das seitdem mit Hilfe der Großzügigkeit von Mäzen Dietmar Hopp weiter ausgebaut wurde und es aktuell erst recht nicht mehr davon die Rede sein kann, dass sich hier zwei ohne Zweifel ambitionierte Konkurrenten nicht auf Augenhöhe begegnen.

Dreimal beteiligte sich der Verein in der abgelaufenen Transferperiode übrigens mit Neueinkäufen an dieser, einmal hatte man sich mit der Borussia zu einigen. Marvin Compper folgten Ramazan Özcan, ein Juniorennationaltorwart von Red Bull Salzburg und sein Landsmann und A-Nationalspieler Andreas Ibertsberger vom SC Freiburg. Nach dem Hinrundenspiel zwischen der Borussia und der TSG hatten die Baden-Württemberger ihre Sommerneuzugänge um einige interessante Akteure aufgestockt, unter ihnen mit Carlos Eduardo Marques ein viel und hochgelobtes Mittelfeldtalent von Gremio Porto Alegres erster Mannschaft, dass in Südamerika über einen erstklassigen Leumund verfügt und dort in Sphären gehandelt wird, in die selbst in Südamerika nicht viele Fußballtalente vorstoßen. Folgerichtig, dass der Juniorennationalspieler aus dem Land des Mehrfachweltmeisters eine beachtliche Ablöse kostete, die im Endeffekt höher gewesen sein dürfte als jemals ein anderer neuer Spieler in der 2. Fußball-Bundesliga.

Neben Carlos Eduardo rekrutierte man dessen Landsmann Gustavo, einen Defensivspieler mit geringerem Leumund, und für den Sturm erzielte man noch im August mit Excelsior Mouscron und dem FC Lyn Oslo Einigung über zwei der besten Akteure dieser Vereine. Aus Belgien stieß daraufhin der großgewachsene Senegalese Demba Ba zu der Elf aus dem Kraichgau, in Norwegen eiste man den agilen Chinedu Ogbasi los, der gleich bei seinem Debüt für die TSG zwei Treffer gegen den SC Freiburg erzielte und damit nicht nur die Form unterstrich, die er in der Saison 2007 in der norwegischen Meisterschaft (11 Spiele, 5 Tore, 3 Vorlagen) bis dato an den Tag gelegt hatte, sondern auch andeutete, weshalb wohl nur noch der erwähnte Carlos Eduardo Marques in der Liste der teuersten Neuverpflichtungen aller deutschen Zweitligisten aller Zeiten bis dato teurer gewesen sein dürfte.

Von Investitionen und Mäzenatentum abgesehen, es ist natürlich eine beachtenswerte Entwicklung, die der Turn- und Sportgemeinschaft aus dem Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim da in den letzten Jahren sukzessive gelungen ist. In rund 17 Jahren aus den ganz untersten Ligen in den Profifußball, darauf darf man natürlich stolz sein im Kraichgau. Auch die Jugendförderung, die der Verein betreibt, ist eine ausgezeichnete. Dass man die meist nur an der Anzahl der für den Profifußball zur Verfügung gestellten Akteuren misst, ist gewiss auch etwas zu penibel gedacht, ist doch die Jugendförderung der Hoffenheimer nicht allein auf die so zu beziffernde Produktion von Nachwuchskräften für den eigenen Klub ausgelegt. Aber natürlich muss sich die TSG von 1899 auch jenen Stimmen (man denke an Christian Heidel vom FSV Mainz 05) stellen, die ein Unbehagen dabei empfinden, wenn Investition und Ertrag in einem Missverhältnis stehen, das in dieser Form nur durch das finanzielle Engagement von Mäzenen auszugleichen ist. Es ist ja schließlich wirklich keine Frage, dass der Klub in seiner jetzigen Statur Investitionen wie etwa im Transferbereich in dieser Saison nur deswegen tätigen kann, weil er das dafür benötigte Geld zur Verfügung gestellt bekommt.

Die Defensive der TSG von 1899 

Rund anderthalb Jahre war der einstige Juniorennationaltorwart Daniel Haas die Nummer 1 im Tor des Teams von Trainer Rangnick, doch mit der Verpflichtung des österreichischen Juniorennationaltorwarts Özcan hat sich die Hierarchie zwischen den Pfosten der TSG verschoben. Sowohl beim Pokalerfolg gegen Bundesligist Hansa Rostock, als auch beim Rückrundenstart gegen den SV Wehen in Wiesbaden, hütete der Modellathlet aus dem Nachbarland das Gehäuse Hoffenheims. Der von mancher Fachzeitschrift in der Hinrunde noch als einer der besten Torhüter der Liga interpretierte Haas verbrachte hingegen die beiden Auftaktpartien in das Kalenderjahr 2008 auf der Reservebank; im letzten Hinrundenspiel hatte sich der einstmals aus Hannover ausgeliehene und dann fest verpflichtete mit einer verletzten Schulter auswechseln lassen müssen und nach den Spielen mit Özcan im Tor mutet es an, als sollte sich bis auf weiteres an dieser neuen Hierarchie keine Veränderung ergeben.

In der zentralen Abwehr erhielten die Baden-Württemberger durch die Verletzung von Stammverteidiger Per Nilsson, die jener sich während des Pokalerfolgs über Rostock zuzog, eine Hiobsbotschaft übermittelt. Rund sechs Wochen fällt der vor der Saison aus Norwegen verpflichtete Schwede aus. Gesprengt war durch diese Verletzung schon im Spiel gegen Wehen die angedachte Innenverteidigung mit Nilsson und Marvin Compper, die in der Vorbereitung gut zu harmonieren schien und so dann auch in gegen Hansa Rostock beginnen durfte. Als Reaktion auf die Verletzung Nilssons stellte Trainer Rangnick in der Partie in Wiesbaden Matthias Jaissle von der Außenverteidigerposition neben Compper in das Zentrum und bestückte die dadurch verwaiste rechte Außenverteidigerrolle neu. Rangnick verwendete dort den einstigen A2-Nationalspieler Jochen Seitz, der seine erfolgreiche Zeit in seiner Karriere als Offensivakteur in Unterhaching und Stuttgart verbrachte, ehe er im Anschluss an einen Übertritt zum FC Schalke 04 aus dem Gleichgewicht kam und dort, wie später in Kaiserslautern, hinter den Erwartungen weit zurückblieb. Grundsätzlich könnte sich Trainer Rangnick aber gegen die Borussia dazu entschließen, den vorzeitig vom SC Freiburg geholten österreichischen Internationalen Andreas Ibertsberger auf dieser Außenposition aufzubieten. Der beidfüßig agierende Ibertsberger, der stets mit viel Laufarbeit Komponenten wie eine nicht immer akkurate gedankliche Schnelle wettmachen muss, hatte sich erst unmittelbar vor dem Rückrundenstart seinem neuen Verein angeschlossen und war von Rangnick deshalb gegen Wehen noch nicht berücksichtigt worden. Als Alternativlösung könnte auch Christoph Janker, wie in der Hinrundenpartie, rechts in der Abwehrreihe verteidigen.

Links in der Viererabwehr dürfte Zsolt Löw zu erwarten sein, der jedoch optional auch zentral neben Marvin Compper verteidigen könnte und seinen zwischenzeitlich verlorenen Stammplatz mittlerweile zurückerobert hat. Links könnte indes auch der Brasilianer Luis Gustavo agieren, der dort in der Hinrunde einige Male aufgelaufen ist, zuletzt jedoch aufgrund der Knieverletzung des Isaac Vorsah, Stammkraft im Defensivverbund während der Hinrunde, vor der Abwehr im defensiven Mittelfeld benötigt wurde. Dorthin könnte jedoch auch Selim Teber verschoben werden. Der einstmals torgefährliche Offensivspieler hat sich zu einem auch defensiv verwendbaren Akteur weiterbilden lassen. War er zum Ende des vergangenen Kalenderjahres noch am Innenband verletzt, agierte er in den ersten beiden Auftritten der TSG in diesem Jahr allerdings nicht stringent defensiv. 

Die Offensive der TSG von 1899 

Nicht nur in der Defensive (Nilsson) hat die TSG den Ausfall eines Stammspielers zu beklagen. Der Außenbandriss, den sich Sejad Salihovic gegen Wehen im Knie zugezogen hat, schwächt den Verein auch in der Offensive. Mit acht Torvorlagen war der Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas ein Fixpunkt im Angriffsspiel des Klubs und konnte sich, nicht allein durch seinen Treffer in der ersten Rückrundenpartie, dabei auch als Experte für die so genannten „ruhenden Bälle", Freistöße etwa, in den Vordergrund hieven. Durch sein Fehlen wird Rangnick dazu genötigt sein im Mittelfeld eine Umstellung vorzunehmen und der frühere Trainer des FC Schalke 04 wird deshalb genau darauf achten, ob der gern im Mittelfeld wirkende und aus dem Mittelfeld torgefährliche Francisco Copado seine Oberschenkelprobleme, die ihn an der Teilnahme in Wehen hinderten, überwinden hatte können. Der ehemalige Unterhachinger, dessen Spielstil man je nach eigener Spielauffassung als listig oder gar keck umschreiben darf, dürfte für die von Salihovic zwangsläufig freigeräumte Stelle im Mittelfeld eine der ersten Alternativen darstellen; dabei wäre dann denkbar, dass auch die Rolle des Carlos Eduardo Marques sich verändern könnte.

Der teuerste Zweiligamann der Saison, das hoch gewettete brasilianische Talent, hatte in der Hinrunde bereits Gelegenheit seine in dieser Spielklasse sehr stark hervorstechenden Veranlagungen mit dem Ball am Fuß zu beweisen, doch gegen Ende der Hinrunde hatte der gerade einmal 20-jährige auch Probleme mit der Leistungskonstanz. Etwas, dass sich natürlich mit seinem jugendlichen Alter erläutern lässt. Wie bereits in der Vorrunde könnte sich Carlos Eduardo bei einer Einbindung von Copado in die Startformation links im Mittelfeld wiederfinden und dann aus einer etwas tieferen Position heraus versuchen seiner Elf über Borussias rechte Abwehrseite mit seinen beachtlichen technischen Ballfertigkeiten einige Vorteile zu verschaffen. Tauscht Rangnick hingegen aus Trainingseindrücken heraus nur positionsgenau und belässt es bei der rautenartigen Formation, die das Mittelfeld gegen Wehen vorwies, so würde sich gewiss die Einbindung von Jochen Seitz auf der Position Salihovics anbieten. Auf der anderen direkt umschaltfähigen Mittelfeldposition zwischen defensiven und offensivem Mittelfeld deutet sich nur dann eine Veränderung an, wenn Teber von Rangnick für das defensive Mittelfeld auserkoren wird und dort anstelle (oder an der Seite) Luis Gustavos auftauchen sollte.

Wesentlich deutlicher zeichnet sich die Besetzung der Angriffsformation der Baden-Württemberger ab. Hier haben sich, vorbehaltlich immer möglicher Blessuren, eigentlich der flinke Nigerianer Chinedu Ogbasi und der hochaufgeschossene Senegalese Demba Ba als zueinander passende Akteure erwiesen, die zusammen an mehr als der Hälfte der Torerfolge der TSG von 1899 beteiligt waren und damit jenen gewissen Wert für die Rangnicksche Auswahl erlangt haben, nachdem Sturmalternative Vedad Ibisevic noch ringt. Der letztjährige Torjäger der Aachener Alemannia hatte sich dann auch seinen Übertritt vom Tivoli in den Kraichgau beizeiten anders vorgestellt, war er bei der Alemannia unter Michael Frontzeck doch noch Stammakteur gewesen. Bei Rangnick ist der (nur im übertragenen Sinne also) 1 Million Euro wiegende Sommerneuzugang vorläufig nur Einwechselspieler oder, neudeutsch interpretiert, in einer „Joker"-Funktion tätig; alle Nase lang bietet ihn Rangnick dennoch auch einmal von Spielbeginn an auf, etwa wenn der beflissene Bosnier mit französischer Klub-Vergangenheit in einer Trainingswoche ganz besonders gut trainiert hat und der Trainer darob meint nicht anders zu können, als ihn - den 23-jährigen Konkurrenten des Demba Ba - aufzustellen.

Schiedsrichter 

Aus Diez im Rhein-Lahn-Kreis stammt der erst seit dieser Saison im Profibereich tätige Markus Wingenbach. Somit wird der 29-jährige Student nunmehr erstmals eine Partie der Borussia leiten und seine Auftritte im Profibereich damit auf fünf Einsätze steigern. Zuletzt betreute Wingenbach den 3:0-Erfolg des FC Augsburg über die SpVgg Greuther Fürth am 16. Spieltag und verwies dabei den Fürther Timo Achenbach des Feldes. Auch die TSG Hoffenheim 1899 hat der immerhin 1,94 Meter große Schiedsrichter vom VfL Altendietz, dessen stellvertretender Vorsitzender DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ist, in dieser Saison noch nicht betreut.

Bilanz 

Einmal sind die beiden Mannschaften in ihrer bisherigen Historie aufeinandergetroffen, am 2. Spieltag dieser Saison. Dementsprechend ist jenes 0:0 im Stadion an der Hennes-Weisweiler-Allee das einzige Spiel, an das an dieser Stelle erinnert werden kann. Zum Beispiel an die Anfangsphase, die 15 richtig starke Minuten für die TSG Hoffenheim 1899 beinhaltete und Christofer Heimeroth zu Glanzparaden herausforderte. Überhaupt gehörte die erste Spielhälfte weitestgehend den Baden-Württembergern. Zum Beispiel jedoch auch an die Schlussphase, die wie weite Teile der 2. Spielhälfte vor allem einmal der Borussenmannschaft gehörte. Folgerichtig war das torlose Remis ohne Frage leistungsgerecht. Ein Kuriosum am Rande: Weil Marvin Compper als Einwechselspieler im Hinspiel für die Borussia neun Minuten am Ball gewesen war, könnte der Neu-Hoffenheimer bei einem Einsatz im Rückspiel der einzige Spieler werden, der (dann) in beiden bisherigen Partien zwischen Borussia und Hoffenheim jeweils schon einmal in beider Vereine Trikot aufgelaufen ist.

Aufstellungen 

Hoffenheim: Özcan - Ibertsberger, Jaissle, Compper, Löw - Luis Gustavo - Teber, Carlos Eduardo, Seitz - Ba, Ogbuke.
Ersatz: Kirschbaum - Janker, Spilacek, St. Haas, Ibisevic, Paljic, Copado.
Es fehlt: Bindnagel, M. Keller (beide am Knöchel verletzt), Vorsah (Kreuzbandriss), Salihovic (Außenbandriss), Per Nilsson (Innenbandverletzung).

Borussia
: Heimeroth - Levels, Kleine, Daems, Voigt - Ndjeng, Paauwe, Coulibaly, Marin (Touma) - Friend, Neuville.
Ersatz: Gospodarek - Bögelund, Svärd, Schachten, Polanski, Baumjohann, Rafael, Lamidi.
Es fehlt: Brouwers (nicht spielfit), Gohouri (Afrika-Pokal), Rösler (gesperrt), Fleßers, van den Bergh, Colautti (jeweils Reha).

Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)
Assistenten: Michael Karle, Markus Sinn

SEITENWAHL-Meinung 

Thomas Zocher: Es ist vorbei. Nach der 1:2-Niederlage bei der TSG von 1899 muss die Borussia ab dem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 damit beginnen eine neue Siegesserie aufzustellen. Eine Kalenderjahr bietet ja auch nicht nur strahlenden Sonnenschein, es besteht auch aus nasskaltem Regenwetter mit zeitweiligen Graupelschauern. Dies einfach zu akzeptieren und damit gleichwohl vernünftig umzugehen, das ist übrigens die Aufgabe, die dieses Spiel an das vielleicht zuletzt schon zu eitel auftretende Mönchengladbacher Zweitligapublikum stellt.

Hans-Jürgen Görler: Der Borussenmotor wird auch gegen Hoffenheim weiter stottern. Wenn die anderen Klubs noch einmal für das Team von Jos Luhukay spielen, wird das 0:1 zu verschmerzen sein. Dann geht es aber wieder aufwärts.

Michael Heinen:  Es wird nicht leicht in Hoffenheim, die nach ihren Millionen-Transfers beinahe schon auf Augenhöhe mit uns agieren können. Aber genau wie der SAP-Retortenklub tritt Borussia mittlerweile auswärts stärker auf als daheim. Daher wird Borussia wieder einmal unter Beweis stellen, dass man gegen stärkere Gegner souveräner agiert und die Partie mit 2:1 gewinnen.

Mike Lukanz: Ich weiß, man kann es mit dem Pessimismus auch übertreiben. Und ja, man soll sich nicht von einem einzelnen Spiel beeinflussen lassen. Dennoch, starke Zweifel sind angebracht, dass Borussia in Hoffenheim ein Ausrufezeichen setzen kann. In der Hinrunde gelang ihr das zweimal eindrucksvoll (Fürth & Freiburg), doch da waren die Vorzeichen anders. Hoffenheim ist gut drauf, Borussia verunsichert. Sascha Röslers Ausfall wiegt schwerer als die Rückkehr von Rob Friend. Borussia verliert 1:2.

Christoph Clausen: In der Hinrunde hat das mit dem Weckruf immerhin geklappt: Nach der desolaten Partie in Mainz startete die Borussia bekanntlich jene Siegesserie, die sie an die Tabellenspitze katapultieren sollte. Desolat präsentierte man sich letzten Freitag auch gegen Kaiserslautern; diesmal aber wartet mit der Hoffenheimer Millionentruppe ein ungleich stärkerer Gegner als damals Osnabrück. Den Optimismus, auf Sieg zu tippen, bringe ich deshalb nicht auf. Immerhin erwarte ich eine deutlich engagiertere Borussia, die am Ende ein 2:2 mit nach Hause nehmen könnte.

Christian Heimanns: Borussia scheint noch nicht in bester Verfassung und die Hoffenheimer Spieler werden bestens motiviert sein, den Tabellenführer (und Verein mit Fans und Geschichte) besiegen zu wollen. Das sollte reichen um bei Borussias Spielern die notwendige Konzentration wieder herauszuholen, an der es zuletzt gefehlt hat. Und dann reicht es auch zu einem 1:1.

Die TSG Hoffenheim 1899 im Internet: http://www.tsg-hoffenheim.de
Der Gegner im SEITENWAHL-Zweitligacheck: TSG Hoffenheim 1899

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  • @chbiermann Aber die Fünfjahreswertung... 😉
  • Wir wussten übrigens schon immer, dass der #BVB Scheiße ist. #APNBVB
  • Man kann aus einem langweiligen 0:0 auf Zypern selbst in der 97. Minute noch einen Sieg machen. Wendt man Elfmeter schießen kann. #apnbvb
  • @kluettermann Zugegeben, wir haben dafür einen Telefonjoker benutzt! 😀
  • Im UEFA-Intertoto-Pokal am 24.07.2004 traf Igor de Camargo 2x zum 2:1 für KRC Genk in Dortmund, der BVB schied dadurch aus! #APNBVB #SkyCL
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