Stadtwappen von PaderbornWenn der letzte Vorbericht eines Kalenderjahres ansteht, blickt man als Verfasser reflexartig auf den ersten zurück, der im zu Ende gehenden Jahr verfasst wurde. Ohnehin neigt der Mensch in unseren Sphären dazu, konditioniert durch gute und schlechte (eher schlechte) Jahresrück- und ausblicke in den Medien, das Vergangene Revue passieren zu lassen. In der Retrospektive dieses Jahres zeigen sich bei Borussia Zustände, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Heute, mit der Tabellenführung unter´m Weihnachtsbaum, läuft es einem kalt den Rücken herunter, denkt man an die Wochen und Tage vor und natürlich auch nach dem ersten Spiel des Jahres 2007: dem Auswärtsspiel bei Energie Cottbus. Alles erscheint anders, und wahrscheinlich ist es das auch. Doch es beweist, wie wenig nachhaltig ein einzelner Moment sein kann, wenn sich bereits elf Monate später das eigene Universum nahezu komplett verschoben hat. Als bei uns nachhaltig bewiesen hat sich unser lieb gewonnener Gastautor Carsten Koslowski, der seine profunden Kenntnisse und sein Wissen um kuriose Anekdoten rund um den - und auch manchmal abseits des - Fußball(s) einmal mehr unter Beweis stellt, indem er Borussias letzten Gegner 2007 vorstellt: den SC Paderborn.

Das elendige Jahr 2006 ist Gott sei Dank vorbei. In 2007 soll und muss vieles besser werden, wenn wir uns einen ähnlichen Super-Gau wie 1999 ersparen möchten. Es wäre vermessen zu glauben, dass sich innerhalb eines knappen Monats sämtliche Probleme gelöst haben, die sich in den letzten 3-4 Jahren angehäuft haben. Doch was bleibt uns Anderes übrig, als zumindest darauf zu hoffen, dass die Verantwortlichen aus diversen Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und es jetzt langsam, aber stetig doch wieder bergauf geht mit unserem Verein? Auf die logischerweise weiter fortbestehenden Probleme in ach so vielen Bereichen rumzureiten, schafft nur Nebenkriegsschauplätze, die uns vom eigentlich Wesentlichen nur ablenken. In den nächsten 4 ½ Monaten geht es einzig und allein nur darum, irgendwie die Klasse zu erhalten. Ein erneuter Abstieg in Liga 2 würde uns wieder einmal um Jahre zurückwerfen und hätte momentan kaum absehbare Konsequenzen für die zukünftige Entwicklung des Vereins. Daher sollten alle diejenigen, denen der Verein tatsächlich am Herzen liegt, jetzt zusammenstehen und persönliche Eitelkeiten so weit wie nur irgend möglich zurückstecken." - Der damaligen Einleitung zum Vorbericht des Spiels Cottbus - Borussia von Michael Heinen bedarf es keines weiteren Kommentars, um zu verdeutlichen, was die Borussia vom Dezember 2007 mit der vom Januar des gleichen Jahres zu tun hat.

Borussia

Der 3:1-Auswärtssieg beim Tabellendritten aus Freiburg war das sprichwörtliche i-Tüpfelchen einer selbst für Optimisten so nicht erwarteten Hinrunde. In diesem Spiel zeigte die Elf von Jos Luhukay all das, was sie in der Summe der vergangenen 16 Spielen auf Platz 1 der Tabelle geführt hat. Eine konzentrierte Mannschaftsleistung, Nadelstiche im richtigen Moment und Lichtblicke einzelner Akteure, die nicht nur in Freiburg, sondern in so vielen Spielen davor den Unterschied ausgemacht haben. Der Lohn ist die vorzeitig gesicherte „Herbstmeisterschaft", wenngleich es diese in der 2. Bundesliga rein formal so nicht gibt. Ganz gleich, wie man den status quo auch tituliert, ob Spieler, Verantwortlicher oder Anhänger: jeder wird zu Weihnachten zufrieden auf die Tabelle gucken. Dennoch: im Gedächtnis wird sich vor allem das letzte Spiel einbrennen. Borussia hat im Laufe der Hinrunde oft bewiesen, dass sie inzwischen in der Lage ist, jedes Spiel mit der dazu notwendigen Konzentration und dem Respekt vor dem Gegner anzutreten. Insofern sollten sich alle Beteiligten die ansonsten fast perfekt verlaufene Hinserie nicht durch einen uninspirierten Auftritt gegen Paderborn verhageln lassen.

Borussias Defensive

Christofer Heimeroth agiert seit seiner kurzen schwächeren Phase, die im Grunde nur in den beiden Auswärtsspielen in München (Pokal & Meisterschaft) zu beobachten war, wieder auf dem Niveau, das er auch vorher hatte. Ein ruhiger und souveräner Torwart, der hält, was zu halten ist. Beim Eigentor von Paauwe in Freiburg schuld- und machtlos, in allen anderen Situationen fehlerfrei. Man wünscht ihm, dass er sich in der Rückrunde weiter steigert. Jos Luhukay hat recht, wenn er sagt, dass man auch Heimeroth die Entwicklung zugestehen müsse, die andere auch bekommen, die sich zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum profilieren müssen.

Dass die spielstarken Freiburger vergangenen Montag mit ihrer Herrlichkeit spätestens am Gladbacher Strafraum scheiterten, lag nicht nur an der Verspieltheit der Breisgauer, sondern auch am gut organisierten Abwehrverbund der Mönchengladbacher. Wenngleich Pitroipa mit seinen wuseligen Antritten und Dribblings für Unruhe sorgte, im Abwehrzentrum wurde meist souverän und kompromisslos verteidigt. So wird Jos Luhukay auch in diesem Spiel keine Veränderung vornehmen. In der Vorbereitung auf die Rückrunde werden die Karten neu gemischt - was selbstverständlich für alle Mannschaftsteile gilt. Dennoch wird es spannend zu beobachten sein, ob Steve Gohouri, Kasper Bögelund (nach überstandener Verletzung) oder Marvin Compper die Pause nutzen, um ihre Ansprüche auf einen Platz in der ersten Elf zu untermauern und ob die Genannten an den Etablierten der Hinrunde überhaupt vorbeikommen.

Wenn sich Patrick Paauwe nicht verletzt, wird er spielen. Auch in der Rückrunde. Und das ist auch gut so.

Borussias Offensive

Einen Angriff wie der zum zwischenzeitlichen 2:0 in Freiburg habe ich in den vergangenen Jahren nicht oft gesehen. Und wenn, dann nicht von Spielern Borussias vorgetragen. Drei Stationen, 80 Meter Raumgewinn und beeindruckende Präzision im Abschluss. Was für die Defensive gilt, ist für die Offensive von noch größerer Bedeutung: die Breite im Kader macht sich direkt bemerkbar. Ndjeng, Coulibaly, Polanski, Marin, Rösler, van den Bergh, Neuville, Friend, Touma, Colautti, Rafael. Aus diesen zwölf Spielern kann Luhukay positionsbedingt jede Woche nur fünf aufstellen und es hat mitunter den Anschein, als sei die Besetzung dieser Positionen wahllos möglich. Im Vorfeld der Partie beim heimstarken Tabellendritten Freiburg wurde oft das Fehlen vom besten Vorbereiter Ndjeng thematisiert. Zwischenzeitlich hatte man das Gefühl, als fehlte er gar nicht. Für die Partie gegen die defensiv starken Paderborner wird Ndjeng zurück in die ersten Elf kehren und damit Polanski auf die Ersatzbank verweisen. Der Kapitän der U21-Nationalmannschaft wusste vergangenen Montag durchaus zu gefallen. Seine Vorteile im defensiven Zweikampf gegenüber Ndjeng hätten seinen Ersatz auch ohne das Fehlen des Ex-Paderborners begründen können.

Interessanter wird die Besetzung des linken Mittelfelds. Soumaila Coulibaly unterstreicht mit jedem Einsatz mehr, welche Bedeutung er für das Spiel Borussias haben kann. Auch er hat in der Defensive größere Qualitäten als Marko Marin, insofern war auch sein Einsatz gegen seinen Ex-Klub sinnvoll. Gegen Paderborn wäre auch ein Einsatz von Marko Marin effektiv, die endgültige Entscheidung wird Luhukay noch treffen.

Das bekannte Trio in vorderster Front besteht aus Rösler, Friend und Neuville. Es zeichnet sich verantwortlich für 23 Tore, und der Treffer des Kanadier Friends zum 1:0 im Breisgau unterstreicht die Stärke des aktuellen Kaders. Rob Friend musste, glaubte man den Kollegen der lokalen Presse und des Boulevards, um seinen Stammplatz fürchten, nachdem er selber seine Treffsicherheit in den Spielen zuvor hatte vermissen lassen und Roberto Colautti mit guten Leistungen und dem wichtigen Tor in Wehen gehörigen Druck ausübte. Jos Luhukay, ohnehin nicht bekannt für populistische Entscheidungen, setzte weiter auf sein bewährtes Sturmduo, das es ihm mit einem Tor (Friend) und drei Vorlagen (Neuville) dankte. Als Trainer des Tabellenführers zwischen Rob Friend und Roberto Colautti wählen zu müssen: ob Jos Luhukay in diesen Tagen auch zurückblickt auf den Januar 2007, als er einen verletzten Neuville, einen Thygesen, Kahê, Insua und Sonck zur Auswahl hatte?

Der Gegner aus Paderborn

Die Geschichte des SC Paderborn ist eine Geschichte voller Fusionen. Irgendwie erwische ich immer diejenigen Vereine, die erst seit relativ kurzer Zeit mit dem aktuellen Namen existieren. In Wehen benannte man sich bekanntlich erst in dieser Sommerpause um, bei Greuther Fürth fusionierte man im Jahre 1995. Und auch den SC Paderborn 07 gibt es erst seit der letzten Dekade des ausgeklungenen Jahrhunderts. Aber wo man sich im Frankenland schlicht zwei Vereine griff und unter einen Hut brachte, war bei den Ostwestfalen ein längerer Anlauf von Nöten, der durchaus unterhaltsame Züge aufweist, auch wenn er hier natürlich nur kurz beleuchtet werden kann.

Der SC Paderborn 07 entstand eigentlich aus zwei Linien, der Paderborner Linie und der Neuhäuser Linie. Beginnen wir mit Letzterer, die mittlerweile, bis auf die kleine Jahreszahl, vollständig aus dem Vereinsnamen verschwunden ist. Denn im Jahr 1907 gründete sich der SV 07 Neuhaus. Drei Jahre später nahm der TuS Sennelager 1910 seinen Spielbetrieb auf. Nach nur 60 Jahren kam man auf die Idee, dass ein gemeinsamer Verein der Sache ebenfalls gerecht werden würde, und man fusionierte 1970 zum TuS  07/10 Schloß Neuhaus, dem ein oder anderen älteren Fan eventuell noch von dem ein oder anderen Erstrundenkick im DFB-Pokal in den 1970er und zu Beginn der 1980er Jahre bekannt.

Verlassen wir nun die Neuhäuser Linie, schwenken wir um nach Paderborn, wo es sehr viel turbulenter zuging. Alles begann dort mit der Gründung des Fußballvereins FC Preußen Paderborn. Hierzu brauchte es gerade vier Mitglieder und wahrscheinlich einer wesentlich höheren Zahl von Freigetränken: die Gründung erfolgte nämlich tatsächlich in der Silvesternacht 1908/09. Zum Anlass passend war dieser Sektlaune auch nur eine kurze Lebenszeit beschieden, nach Aufnahme einer Leichtathletik-Abteilung wurde der Verein nämlich noch vor dem Ersten Weltkrieg in VfB Paderborn umbenannt. Und kaum war dieser Verein gegründet, gab es schon den nächsten: erzürnte Mitglieder traten gleich mal wieder aus und hoben am 12.10.1913, also ebenfalls noch vor dem Ersten Weltkrieg, den SV 1913 Paderborn aus der Taufe. Die müssen schon richtig Langeweile gehabt haben. Naja, und wenn man mal durch Paderborn fährt...aber lassen wir das. Zumal es ja jetzt erst richtig los ging. Wer im Paderborner Vereinsleben up to date sein wollte, hatte viel zu tun in den nächsten Jahren. Da während der Kriegszeiten ein geregeltes Vereinsleben unmöglich war, gründeten Paderborner, die trotzdem nicht auf Fußball verzichten wollte, direkt mal den nächsten Club, den Kriegssportverein Westfalia Paderborn, dem sich heimgekehrte Mitglieder beider Ursprungsvereine anschlossen. Und wem das noch nicht kompliziert genug war, bitte - ein bisschen mehr geht immer noch: 1919 schloss sich die Westfalia mit dem Turnverein Jahn zusammen und benannte sich selbstverständlich mal wieder um, in TuS Paderborn. Also fort mit der Westfalia! Aber wie das bei solchen Schnellschüssen in der Ehe schon mal ist - es hielt nur ein Jahr, dann gingen die Turner wieder nach Hause, und die restlichen Mitglieder des TuS kehrten zu ihren Wurzeln zurück, und gründeten die beiden Ursprungsvereine erneut, den SV 13 Paderborn und - ohne Namensänderung macht es der Ostwestfale ja nicht, das haben wir bis hierhin gelernt - den VfB Paderborn, der sich von nun an VfJ 08 Paderborn nannte. Also fort mit dem TuS! Man fragt sich ja unwillkürlich, ob bei all diesen Änderungen die damaligen Spieler zum Training auch immer den Weg zu ihren eigenen Vereinen fanden. War man einen Tag nicht informiert, konnte man schon versehentlich beim neugegründeten Lokalrivalen auf der Matte stehen, so mein Eindruck. Es war halt eine wilde Zeit. Und mag man dem Ostwestfalen gemeinhin etwas Trägheit und Maulfaulheit nachsagen - im Gründen von Vereinen scheinen sie ganz groß zu sein.
Aber nun wird's nicht mehr ganz so schlimm. Bemerkenswert vielleicht noch, dass der SV 13 Paderborn sein Vereinsleben bis zum Zweiten Weltkrieg noch um eine Theatergruppe und ein Gesangsquartett bereicherte. Sportliche Erfolge dieser neuen Abteilungen sind allerdings nicht überliefert.

Also, das Ende vom Lied: 1969 wurden beide Vereine zum FC Paderborn vereinigt. Und obwohl sich die verbleibenden Vereine der beiden Linien, eben der FC und der TuS Schloß Neuhaus, spinnefeind waren, gelang die Fusion zu einem Großverein für das Paderborner Land, dem TuS Paderborn/Neuhaus, im Jahre 1985. Zu guter Letzt wurde gar nix mehr fusioniert, sondern nur noch umbenannt, sprich: den heutigen SC Paderborn 07 gibt es seit 1997. Damals schon Regionalligist, scheiterte man im Jahr 2000 auf relativ unfassbare Weise an der Qualifikation für die neue Regionalliga Nord (die Regionalligen wurden von vier auf zwei eingedampft). Man musste in der Regionalliga West/Südwest mindestens Platz 12 erreichen, um sich zu qualifizieren (hach, ein Thema, das wir heutige Regionalligisten nur zu gut kennen...). Am letzten Spieltag verlor man 2:3 beim 1. FC Kaiserslautern II und rutschte noch auf Platz 13, punkt- und torgleich mit dem Elften, dem KFC Uerdingen und dem Zwölften, dem SV Elversberg (da sind´se wieder...) - alle drei Vereine mit dem Torverhältnis +/- 0, nur aufgrund der weniger erzielten Treffer musste der SC in die Oberliga Westfalen absteigen. Wenn das nicht bitter ist, dann weiß ich's auch nicht mehr. Aber es war wirklich nur ein Ausrutscher, ein Jahr später war man wieder da, hielt die Klasse, und pirschte sich langsam nach vorne. Im Jahr 2005 war es dann soweit, der Aufstieg in die 2. Liga gelang. Der zweimalige Klassenerhalt dort selbstverständlich auch, sonst wären sie ja an diesem Wochenende nicht Gegner von Mönchengladbach.

Wenn ich somit alles zusammenzähle, komme ich auf insgesamt 11 Vereine, die im heutigen SC Paderborn 07 stecken. In manchen Fällen scheint es wirklich so, dass erst viele Köche im Brei herumrühren müssen, damit daraus etwas Brauchbares entsteht. Und wer nach nur einmaligem Durchlesen des obigen Textes alle Vereinsnamen auswändig kann, darf sich gerne bei „Wetten, dass...?" anmelden. Oder ins Paderborner Land ziehen und einfach mal einen Verein gründen. Damit dürfte man von den Einheimischer schnell als ihresgleichen akzeptiert werden.

Der starke Mann des Vereins ist der Präsident Wilfried Finke, Besitzer einer Möbelkette. Und da er seine Stärke auch in manchmal bizarren Auftritten bzw. Entscheidungen auszuleben pflegt, ist er nicht ganz unumstritten. Allerdings nur unter der Hand, denn offiziell ist er der Zahle- und Strahlemann. Bei mir seit der Wettaffäre um Robert „Café King" Hoyzer unten durch. Nachdem ruchbar wurde, dass nicht nur Hoyzer für das verschobene Pokalspiel 2004 gegen den HSV kräftig kassiert hatte, sondern dass auch die Paderborner Spieler einen kleinen Leistungsanreiz in Form von kroatischem Plastiktütengeld erhalten hatte, erhob er damals auf einer Pressekonferenz öffentlich und bis heute ungeahndet den Vorwurf, der HSV hätte auch mitkassieren müssen, ansonsten hätte so etwas doch gar nicht funktionieren können. Vielleicht hatte er da ja etwas mit seiner Branche verwechselt. Auch sonst hält der Mann mit seinen Erkenntnissen nicht hinterm Berg. Ich persönlich durfte ihn im April 2005 erleben, als er nach dem Spiel der Paderborner in Düsseldorf im VIP-Zelt mal vollmundig zum Besten gab: „Euren Ndjeng, den haben wir doch längst!" Er hatte Recht, Marcel Ndjeng hatte sich schon von den Paderborner Möglichkeiten zur Zwischenfinanzierung des Gehaltes überzeugen lassen und wechselte zwei Monate später zum Zweitliga-Aufsteiger. Dumm nur, dass dies bis dato noch gar nicht bekannt war und Ndjeng ein paar kleinere Spielpausen einbrachte, weil der damalige Fortuna-Trainer Weidemann über diese Art der Ankündigung doch etwas verschnupft war. Den Aufstiegstrainer der Ostwestfalen traf Ndjeng in Paderborn anschließend schon nicht mehr an, Pavel Dotchev hatte seine Schuldigkeit getan und war mit dem Aufstieg entlassen. Kann man auch mal machen, denke ich, wenn man alles im Griff haben will. Der Neue war ein gewisser Jos Luhukay, der dann auch so böse viel Erfolg hatte, er schaffte nämlich den Klassenerhalt. Grund genug für den Präsidenten, wieder so lange rumzunörgeln und reinzureden, bis er auch den zweiten Erfolgstrainer vergrault hatte. Anscheinend duldet der kleine Sonnengott keine anderen auf Augenhöhe. Das erklärt natürlich auch, warum der jetzige Trainer nach offiziellen Aussagen immer noch fest im Sattel sitzt.

Und das als Tabellenletzter. Der SC Paderborn trägt zurzeit die Rote Laterne der 2. Liga mit den wenigsten Siegen (genau einem), den wenigstens Toren (genau neun) - aber: sie haben die drittbeste (!) Abwehr der Liga (nur 18 Gegentore) und sind mit acht Unentschieden die unangefochtenen Remis-Könige. Also, sie schießen vorne keine Tore, was dann hinten schon mal zu knappen Niederlagen führen kann, oder zu 0:0-Gewürgen (bereits viermal in dieser Saison), die keinem so richtig weiterhelfen. Man kann somit den Eindruck gewinnen, dass sie nur ganz unten stehen, weil sie vorne nichts auf die Reihe kriegen. Sobald sie wieder treffen, dürfte man mit einer guten Aufholjagd rechnen, wenn die Abwehr so stabil bleibt.

Übrigens: wenn ich Jos Luhukay wäre,  ich würde mir ja den Spaß machen, meinen ehemaligen Präsidenten vor dem Spiel nett zu begrüßen und mal ganz beiläufig zu fragen, was eigentlich aus diesem neuen Stadion geworden ist, das mir bei meinem damaligen Amtsantritt binnen eines halben Jahres versprochen wurde. Aber ich schätze mal, dafür ist euer Coach zu höflich. Das ist übrigens ein Paderborner Nebenkriegsschauplatz, der gerade für Borussia-Anhänger interessant werden könnte, daher kurz etwas zu diesem Thema. Denn da der SC Paderborn in der 2. Liga nur mit Sondergenehmigung des DFB im etwas, hm, überalterten Stadion am Hermann-Löns-Weg kicken durfte bzw. darf, sollte mal schnell ein neues Stadion her, die sogenannte paragon arena (jawohl, alles klein und ohne Bindestrich - wenn's um Werbung geht, hat die deutsche Grammatik schon immer Pause gehabt). Baubeginn war am 12.07.2005, die veranschlagte Bauzeit betrug, wie gesagt, sechs Monate. Wie so eine Wellblechhütte dann aussieht, konnten die Borussia-Anhänger vor zwei Wochen in Wiesbaden besichtigen (drei Monate Bauzeit). Wie so eine Wellblechhütte aber aussieht, an der drei Jahre lang gebastelt wird (oder auch nicht), dürfte eine spannende Angelegenheit werden. Denn die Baugenehmigung, die Finke der Stadt Paderborn mal eben aus dem Hut geleiert hatte, wurde bereits im November 2005 vom Oberverwaltungsgericht Münster entzogen. Man hatte so Kleinigkeiten wie ausreichend Parkplätze vergessen (ah, ein Thema, über das ich auch weiterhin bei Gladbach mehrere DIN A4-Seiten schreiben könnte, aber ich werde es mir verkneifen...), außerdem gab es Klagen einiger Anwohner wegen Lärmbelästigung. Das hätte man im Vorfeld eventuell bedenken können. Ich möchte daher nicht spekulieren, wie man so fix an die Genehmigung kam. Seitdem gab es nur noch juristische Scharmützel, unter anderem mussten einigen Anwohnern ihre Grundstücke abgekauft werden, um zusätzlichen Parkraum schaffen zu können. Da dies von vorneherein mit einem kühnen Blick auf den Bebauungsplan absehbar gewesen wäre, schätze ich, dass diese Anwohner sich bei der offiziellen Grundsteinlegung erst mal begeistert einen angetrunken haben. Anschließend gründeten sie, der hiesigen Tradition entsprechend, flink einen neuen Verein, nämlich eine Anwohnergemeinschaft, verklagten die Betreibergesellschaft und brachten so den Bau zum Erliegen. Eine ganz große Posse.

Das Interessante daran ist nun, dass nach schier endlosem Hickhack nunmehr seit dem 23.11.2007 einen neue Baugenehmigung vorliegt. Nach Beseitigung der Witterungsschäden (der Bau wurde über 2 Jahre nicht angerührt), kann nun weiter gewerkelt werden. Und einweihen will man ihn - am allerletzten Spieltag der Saison 07/08, zum Spiel gegen Mönchengladbach. Da könnt ihr dann mit dem Aufstieg zusammen gleich noch eine Premiere feiern. Oder auch nicht. Vielleicht hat ja noch ein Bauer irgendwo ein Feld in der Nähe, was ihm erst nächstes Jahr im März auffallen wird.
Sollte übrigens tatsächlich noch im alten Hermann-Löns-Stadion angetreten werden müssen, würde mich dann zu gegebener Zeit eine objektive Meinung zur dortigen Currywurst interessieren, die war nämlich zu Regionalligazeiten der einzige Grund, sich als Auswärtiger mal in dieses „Schmuckkästchen" zu verirren. Einfach sensationell. Aber dies nur am Rande.

Der Trainer

Gerade als Fortuna-Fan hat man es bei diesem Abschnitt nicht leicht. Über Holger Fach kann man entweder zwanzig Seiten schreiben oder eine. Ich ziehe die letztere Möglichkeit vor. Ich verkürze es sogar noch dramatisch, indem ich dem Holgi einfach weiterhin alles Gute in Paderborn wünsche. Auf jeden Fall so lange, bis Fortuna einen neuen Trainer hat. Dann schlafe ich nämlich besser.
Und noch etwas zum Holgi: natürlich weiß ich, dass er auch in Gladbach kein Unbekannter ist, sogar als Spieler und Trainer. Sollte ich jedoch im Umfeld des Spiels am Sonntag irgendeine Äußerung von ihm hören, die sinngemäß in die Richtung „Natürlich bin ich immer noch Gladbach-Fan" geht, wird es mich vor Lachen vom Sessel hauen. Wer dazu dann Aufklärung benötigt, darf mich gerne per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder über meine Homepage kontaktieren.

Paderborner Defensive

Im Tor hat der Holgi derzeit ein Luxusproblem. Normalerweise ist mit Alexander Bade seit dieser Saison ein Ex-Erstliga-Torwart die etatmäßige Nummer Eins, ein guter Fang. Nun erhielt dieser am 12. Spieltag beim Spiel gegen den FSV Mainz die Rote Karte und zwei Spiele Sperre. Kaum wieder da, musste er am 15. Spieltag beim 0:0 in München in der 73. Minute verletzt ausgewechselt werden. Jeweils vertreten wurde er durch Lukas Kruse, ein Paderborner Urgestein, seit 12 Jahren im Verein, und wahrscheinlich schon ebenso lange die Nummer 2 im Tor, zumindest schon zu mir noch bekannten Regionalliga-Zeiten. Kruse sprang also ein und war mehr als ein Ersatz - er kassierte erst am vergangenen Sonntag gegen Wehen seinen ersten Gegentreffer. Wenn Bade nun wieder fit ist, hat der Trainer die Qual der Wahl. Normalerweise dürfte er weiter auf Lukas Kruse setzen, vielleicht will er aber bei solch einem Spiel vor so großer Kulisse doch lieber den erfahreneren Keeper bringen. Hier kann wohl nur ein Griff zum großen Schaumstoffwürfel entscheiden, wer am Sonntag im Tor stehen wird.
Vor dem Keeper zieht beim Holgi stets eine Viererkette auf. Diese ist auch eingespielt, besteht sie doch aus den bereits zum Zweitliga-Aufstieg 2005 geholten Eisenfüßen Djurisic und de Graef sowie dem Ex-Erfurter David Fall, ebenfalls bereits in seiner dritten Saison in Paderborn, und dem im letzten Jahr aus Siegen dazu gestoßenen Nils Döring. Während de Graef auch bei Fernschüssen beachtet werden sollte, und er und Djurisic auch bei mancher Ecke im gegnerischen Strafraum auftauchen, ist es David Fall, der gerne mal rechts zum Flankenlauf ansetzt und auch brauchbare Bälle liefert, die in den Sechzehner einschweben. Fall und Döring sind übrigens beiden mit vier Gelben Karten belastet, können sich also ihre Winterpause noch spontan eine Woche verlängern.
Und auch vor seiner Viererkette hat es der Trainer gerne rustikal. Gleich zwei Staubsauger pflügen das Geläuf vor der Abwehr um, zunächst Andrew Sinkala, noch aus Kölner Zeiten bekannt, sowie ein Spieler mit einem wunderbaren Namen, wie ich finde: Marc Gouiffe á Goufan, ein robuster Mann aus Kamerun mit sehr guten Zweikampfwerten. Wie robust der ist, kann man schon daran sehen, dass er aktuell der einzige Spieler im Paderborner Kader ist, der alle 16 Partien absolviert hat. Denn das ist das große Manko des SC Paderborn: ich weiß ja nicht, was die so trainieren, aber deren Verletztenrate in dieser Saison ist sensationell. Kleiner Auszug aus der Patientenliste vor dem letzten Spiel gegen Wehen Wiesbaden: Kläsener (Lauftraining), Maaß (Reha), Damjanovic (Knie), Röttger (Leiste), Siradze (Kopfverletzung). Alles Spieler, die im fitten Zustand zum festen Stamm gerechnet werden dürfen. Besonders die Ausfälle von Timo Röttger und David Siradze wiegen schwer, denn dadurch hat Fach im Sturm so gut wie keine Alternativen. Und eine davon, das 19jährige Talent Jerome Assauer, vor der Saison vom 1.FC Köln geholt, kuriert derzeit auch noch einen Beinbruch aus. Da ist der Trainer nicht zu beneiden. Aber auch das Fehlen von Abwehrchef Thomas Kläsener und dem Vorbereiter Stephan Maaß wiegt schwer. Tja, und wenn ich nur noch Defensive zur Verfügung habe, dann sieht das Spiel halt oft dementsprechend aus.

Paderborner Offensive

Im zentralen und offensiven Mittelfeld (bzw. als hängende Spitzen) agieren dennoch drei Spieler, bei denen man nur zu äußerster Vorsicht raten kann: die wissen wahrlich alle, dass Fußball mehr ist als nur die Grasnarbe umzupflügen. Zum einen wäre da der Ideengeber, Nebosja Krupnikovic. Zu dem gibt's eine Liste, die mir richtig Spaß macht, nämlich die seiner bisherigen Vereine. Der hat bisher in seiner Profi-Karriere bereits gekickt für: Radnicki Belgrad, Panionios Athen, Roter Stern Belgrad, Standard Lüttich, Gamba Osaka, SC Bastia - Luft holen, geht noch weiter -, OFK Belgrad, Chemnitzer FC, Hannover 96, Arminia Bielefeld und JEF United Chiba. Mittlerweile 34-jährig, reichte ihm dies immer noch nicht, und seit Januar 2007 läuft er für Paderborn auf. Der Mann mit dem Auge, mit dem tödlichen Pass, mit den guten Freistößen und mit der Erfahrung aus mittlerweile 88 Erst- und 102 Zweitliga-Spielen. Wenn einer in dieser Mannschaft in puncto Spielkultur zu beachten ist, dann wohl er.
Rechts neben ihm Benjamin Schüßler. Den müsste man in Gladbach noch kennen, er spielte dort von 2000 bis 2002, ehe er über Osnabrück 2004 zum SC Paderborn kam. Ein schneller, trickreicher Spieler, aber auch ein etwas fieser Möpp, der schnell mal die Beherrschung verliert und ebenso schnell die Bodenhaftung, obwohl kein Gegenspieler ihn berührt hat. Mit bislang zwei Treffern und zwei Vorlagen gleichzeitig der beste Scorer.
Der beste Torschütze spielt ihm gegenüber auf links: Erwin Koen. Der Niederländer, der auch schon seit 1999 in Deutschland kickt (seit August 2006 in Paderborn) gilt gemeinhin als „Kampfschwein", Dauerläufer und vor allem als Mann mit dem richtigen Bums. Erst letzten Sonntag zimmerte er gegen Wehen ansatzlos ein Geschoss aus 30 Metern an die Latte, der Abpraller berührte erst außerhalb des Sechzehners wieder die Erdoberfläche. Aufgrund seiner Kompaktheit und seiner Angewohnheit, überall dorthin zu gehen, wo es weh tut, ein echter Zweikämpfer und Dampfmacher über die linke Seite. Von seinen Freistoßqualitäten braucht dann natürlich nicht weiter gesprochen zu werden. Vier Treffer derzeit, zuletzt am letzten Sonntag wieder erfolgreich.
Der kümmerliche Rest, der Holger Fach noch an echten Stürmern geblieben ist, stellt sich somit quasi von selbst auf: für die einzige echte Spitze, mit der Paderborn zumeist antritt, ist eigentlich Publikumsliebling und Mannschaftskapitän René Müller vorgesehen, wenn er denn nicht so oft verletzt wäre. Immerhin, im letzten Spiel gegen Wehen spielte er erstmals in dieser Saison von Beginn an, er scheint also wieder fit zu sein. Und auch, wenn er nicht mehr so oft trifft wie zu seinen Glanzzeiten in Erfurt (17 Buden in der Aufstiegssaison 2002/03), allein seine Technik, sein gutes Auge und sein mannschaftsdienliches Spiel machen ihn gefährlich. Das ist kein Egoist, der nur den Torerfolg für sich sucht, wie es ja bei vielen Stürmern der Fall ist. Der Mann behält auch im größten Getümmel noch den Überblick.
Anstelle seiner kommt oft auch der alte Mann zum Einsatz: Alexander Löbe, mittlerweile grad 35 Jahre alt geworden. Auch der hat in seiner Profikarriere schon so einiges hinter sich gebracht: der Hallesche FC, die SpVgg Unterhaching, Wattenscheid 09, der MSV Duisburg, der VfB Lübeck der FC Gütersloh,  wieder Wattenscheid 09, der SC Paderborn, Rot-Weiss Essen, und nun wieder der SC Paderborn - all diese Vereine haben schon Gehaltsschecks auf seinen Namen ausgeschrieben. Löbe wurde, wie Damjanovic, noch relativ spät nachverpflichtet, als sich das Drama um die Paderborner Stürmer schon abzuzeichnen begann. Getroffen hat er in 11 Partien noch nix, dafür ist er definitiv bei jedem Auflaufen der schönste Spieler auf dem Platz. Ist doch auch was! Zu beachten sind allerdings seine Kopfballstärke sowie seine große Routine aus 43 Erst- und 141 Zweitliga-Einsätzen. Der weiß mit Sicherheit noch, wo die Bude steht, und sein erster Saisontreffer ist eigentlich überfällig. Er versinkt manchmal stundenlang in Lethargie, und wenn er dann plötzlich richtig steht und einlocht, wundern sich alle, dass der überhaupt noch mitspielt. Wie gesagt, in dieser Saison hat es noch nicht geklappt, aber ich bin sicher, er kann es noch. Instinktstürmer.
Welche Alternativen hat der Trainer? Mit einem Wort: wenige. So wurde letzte Woche Markus Krösche eingewechselt, eigentlich ein defensiver Mittelfeldspieler, der dann aber mal direkt im Angriff ran musste. Sollte der gegen Gladbach auflaufen, ist übrigens Vorsicht geboten: der sieht nur so aus wie Schwiegermutters Liebling, der spielt aber nicht so. Ist von der Nickligkeit her in etwa mit Schüssler gleichzusetzen. Dann könnte noch Sören Halfar kommen, im August am letzten Tag des Transferfensters noch von Hannover 96 geholt. Auch ein Defensivspieler. Dann wäre da noch der Ex-Aachener Emil Noll - auch eher die Rubrik Holzhacker. Alternativ vielleicht Jan Männer, über Freiburg und Karlsruhe nach Paderborn gekommen? Der kann alles im Mittelfeld spielen, also auch defensiv. Karsten Fischer und Sören Gonther? Einmal Grätschen um den Mittelkreis und einmal Abwehr. Einzig Danko Boskovic, ehemals Torjäger aus Essen und Wehen, könnte vorne noch für ein wenig Wirbel sorgen. Da er aber Stürmer in Paderborn in der Spielzeit 07/08 ist, hat er in dieser Saison selbstredend noch kein Spiel bestritten. Letzte Woche war er zumindest wieder auf der Ersatzbank zu finden. Ein echter Strafraumstürmer, der Räume schafft, er könnte sich daher gut mit dem Abstauber Löbe ergänzen. Wenn er spielen kann.

Wenn man sich also anguckt, welches Personal der Holgi zur Verfügung hat, und wenn man dann noch bedenkt, dass der Tabellen-18. beim Tabellenführer antritt, kann man sich lebhaft vorstellen, was für eine Art von Spiel das geben wird. Oder nicht? Dann gebe ich mal ein Beispiel. Vor zwei Wochen holte Paderborn ein 0:0 beim TSV 1860 München. Der kicker bestimmte Torwart Alexander Bade (zur Erinnerung: in der 73. Minute verletzt ausgewechselt) zum Spieler des Spiels, und begründete erfrischend offen: „Rettete gegen den freistehenden di Salvo (17.), außerdem hätte ein Feldspieler eine solche Auszeichnung nicht verdient." Noch Fragen?
Insgesamt hat Paderborn durchaus das Potential zum Klassenerhalt, wenn die Mannschaft es in der Rückrunde schaffen sollten, ein paar Mal hintereinander in Bestbesetzung auflaufen zu können. Die derzeitige Platzierung ist ein schlechter Witz, wenn man sich anschaut, was so Mannschaften wie Offenbach, Aue oder Koblenz sich derzeit zusammengraupen. Aktuell ist man wohl allerdings bemüht, sich irgendwie in die Winterpause zu retten. Aber Achtung: in München holten sie einen Punkt, gegen Greuther Fürth ihren bislang einzigen Saisonsieg, und in Köln hielten sie bis zur 87. Minute ein 1:1 und verloren dann noch, obwohl sie das bessere Team waren. Fazit somit: wer den SC Paderborn 07 aufgrund seiner Platzierung und seiner Verletztenmisere unterschätzt, ist selbst Schuld.

Schiedsrichter

Fingerspitzengefühl vermittelt der DFB mit der Ansetzung des Schiedsrichters Dr. Helmut Fleischer insofern, als der Sigmertshauser seinen letzten Auftritt an der Hennes-Weisweiler-Allee ebenfalls an einem Sonntag hatte. In der vergangenen Saison pfiff der Arzt aus Bayern das Heimspiel der Borussia gegen Werder Bremen, in dem Nando Rafael der Ausgleichstreffer zum hoffnung gebenden Remis gelang. In derselben Spielzeit hatte der 43-jährige noch ein weiteres Spiel der Borussia betreut, in Stuttgart verlor die Borussia mit dem knappst möglichen Ergebnis dem späteren Meister VfB. In der aktuellen Saison hat Dr. Fleischer, als einer der erfahrendsten Referees der Bundesligen, bereits 12 Spiele in den Profiligen absolviert. Zuletzt war der seit 1995 in der Bundesliga aktive beim Remis zwischen Eintracht Frankfurt gegen den FC Schalke 04 (2:2) am letzten Wochenende im Einsatz.

Bilanz

Das Heimspiel gegen den Sportclub Paderborn ist das erste Aufeinandertreffen beider Clubs, insofern liegen keine Statistiken früherer Begegnungen vor.

Aufstellungen

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Daems, Voigt - Paauwe - Ndjeng, Rösler, Coulibaly - Neuville, Friend
Ersatz: Gospodarek, van den Bergh, Touma, Marin, Colautti, Rafael, Polanski
Es fehlen: Bögelund, Schachten, Gohouri, Fleßers, Svärd (alle verletzt, bzw. im Aufbautraining)

Paderborn: Kruse - Fall, Djurisic, Döring, de Graf - Sinkala, Gouiffre à Goufan - Schüßler, Krupnikovic, Koen - Müller
Ersatz: Lange, Gonther, Noll, Krösche, Halfar, Männer, Fischer, Löbe, Boskovic
Es fehlen: Kläsener, Maaß, Damjanovic, Röttger, Siradze, Becker, Bade, Assauer (alle verletzt, bzw. im Aufbautraining)

Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Sigmertshausen)
Schiedsrichterassistent: Sören Glindemann, Karl Valentin

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Es ist ein gefährliches Spiel, dennoch gibt es keinen greifbaren Zweifel an einem Sieg der Borussia. Die Gefährlichkeit entsteht vorrangig aus der Zusammensetzung des Trainerstabes des SC Paderborn, das in erster Linie durch Holger Fach borussiagefärbt ist. Damit geht einher, dass der SCP die Borussia bis ins Detail kennt. Auf der anderen Seite weist Borussias Trainerstab, nicht zuletzt etwa durch Assistenztrainer Markus Gellhaus, diese Kenntnisse in Bezug auf den SC Paderborn ebenso auf. Und müsste dies auffangen können. Beim 2:1 der Borussia über die Ostwestfalen ist es also so, dass viele Leute in den jeweiligen Betreuerstäben der beiden Teams extrem viel über die gegnerische Elf wissen.

Michael Heinen: Das Spiel beginnt ein wenig schleppend gegen einen defensiv kompakt stehenden Gegner, der schwer zu spielen sein wird. Irgendwann stößt Borussia dann doch zu und gewinnt am Ende souverän mit 2:0.

Mike Lukanz: Das Spiel gegen Energie Cottbus ging seinerzeit mit 1:3 verloren, die Abstiegsrückrunde wurde eingeleitet. Knappe elf Monaten später verabschiedet sich Borussia mit einem rauschenden 5:1 in die Winterpause. Das klingt vermessen? Ist es auch, aber so hat das Jahr schließlich auch begonnen.

Christoph Clausen: Tabellenführer zuhause gegen Kellerkind? Die Vorsicht erinnert mahnend an die Partie gegen Jena, und dass Auftreten der Paderborner gegen 1860 sowie in Mainz und Köln spricht dafür, dass am Sonntag ein ähnlich schwieriges Spiel bevorsteht. Borussia hat aber in dieser Saison gezeigt, dass sie solche Partien mit der nötigen Konzentration angeht, und so sollte sich am Ende die größere Klasse doch durchsetzen. Mit einem 3:0, das klarer klingt als der Spielverlauf wirklich war, geht man beruhigt in die Winterpause.

Christian Heimanns: "Und dabei fing die Hinrunde doch soooo schlecht an", so liest und hört man jetzt. Klar, da war ja eine Niederlage in 4 Spielen zu Beginn. Jetzt aber hört die Halbserie sooo schön auf, mit einem 4:0 gegen einen frustrierten Fach.

Hans-Jürgen Görler: Zum Abschluss einer Hinrunde, die besser gelaufen ist als jeder noch so glühende Borussiafan und Berufsoptimist sie erwartet hat, wird es im Borussiapark noch einmal einen Sieg geben. Wer auswärts den SC Freiburg besiegt, sollte mit dem SC Paderborn keine nennenswerten Probleme haben. Die Borussia siegt mit 3:0 und verabschiedet sich endlich mal wieder in eine wohlverdiente Winterpause.

Carsten Koslowski: Normalerweise ist das eine klare Sache. Aber, wie im Vorbericht schon angesprochen, solange Fortuna keinen neuen Trainer hat, drücke ich Paderborn die Daumen. Also ein 1:1. Euch tut's nicht weh, und der Holgi sitzt über Weihnachten in Ostwestfalen felsenfest im Sattel. Gut für alle Beteiligten, inklusive meiner Wenigkeit. Wünsche ein frohes Fest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und eine schöne Aufstiegsfeier 2008. Man liest sich.


Der SC Paderborn im Internet: Offizielle Homepage
Der SC Paderborn im SEITENWAHL-Zweitligacheck: SC Paderborn

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