TSV München 1860Der Tabellenerste trifft auf den Tabellendritten der Zweiten Liga – dass die Partie des 13. Spieltages ein Spitzenspiel werden würde, hatten schon vor der Spielzeit die meisten vermutet, die ihre Prognose für den Saisonverlauf abgaben. Borussia wie auch die Münchner „Löwen“ gehörten von Beginn an zu den Aufstiegsfavoriten – und im Gegensatz zu einigen anderen hoch gehandelten Mannschaften konnten beide die ihnen zugedachte Rolle bislang vollends ausfüllen.

So erwartet Borussia bei ihrem zweiten Auftritt in der Münchner Arena binnen zwölf Tagen abermals eine schwere Aufgabe - womöglich sogar die schwerste der Saison bisher. Denn waren die Erwartungen im Vorfeld des Pokalspiels gegen die Bayern überschaubar, ging es doch in den Augen vieler Fans und trotz gegenteiliger Beteuerungen wohl auch in den eigenen Augen am vorletzten Mittwoch vor allem darum, sich „gut zu verkaufen", den Bayern Paroli zu bieten und auch den vielen hunderttausend Fernsehzuschauern zu zeigen, dass man in Gladbach wieder ordentlichen Fußball spielt. Mit einem Sieg rechnete niemand ernsthaft, und so war nach dem 1:3 auch kaum jemand ernstlich böse. „Gut verkaufen", das hatte Borussia geschafft, Imagekorrektur geglückt. Wer an den Tagen nach dem Zweitrundenspiel in die Zeitungen sah, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Borussia der moralische Sieger dieser Partie war, der Achtelfinalist der Herzen sozusagen. 

Mit „gut verkaufen" ist es nun aber am kommenden Montag gegen den kleineren Münchner Verein nicht getan. Mit einigem Recht darf man erwarten, dass Borussia alles tut, um wenigstens einen Punkt aus der Arena mitzunehmen - gerne auch derer drei. Der Druck ist also durchaus stärker als vor dem Pokalspiel, und dass die Löwen wie die Bayern zunächst einmal zwei ihrer stärksten Spieler schonen, ist nicht zu erwarten.
Insofern wäre es schon ein großer Erfolg - und wohl auch ein gewichtiger Schritt in Richtung Saisonziel „Aufstieg" - könnte die Mannschaft dasselbe Ergebnis erzielen, wie im letzten Aufeinandertreffen beider Teams in München. Das war am 17. Dezember 2003. Im alten Olympiastadion besiegte Borussia 1860 mit 2:1 durch Tore von Ivo Ulich und Arie van Lent. Der Sieg verschaffte der damals von Holger Fach trainierten Mannschaft ein Sechs-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze, und er verschaffte Hertha BSC Berlin einen neuen Trainer. Borussias zum Chefscout „beförderter" Excoach Hans Meyer nämlich war sich nach dem Spiel in München sicher, dass Borussia mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben würde. So sah er sein Gewissen entlastet, in der Winterpause zum damals höchst gefährdeten Konkurrenten aus der Hauptstadt zu wechseln und dort - zum letzten Mal, wie es hieß - einen Trainerjob anzunehmen. Wie wir wissen, lag Meyer gleich mehrfach falsch. Borussia geriet sehr wohl noch in höchste Not, sein neues Team rettete sich Kopf an Kopf mit seinem alten - und sein letzter Job sollte es auch nicht sein. Immerhin: dass der dritte Absteiger in jener Saison nicht Hertha und nicht Gladbach, sondern - genau - 1860 München heißen sollte, daran hatte Meyers Mannschaft ihren Anteil. Unvergessen der vorletzte Spieltag, an dem die Entscheidung fiel: Borussia verlor in Dortmund, hielt aber die Klasse, weil Hertha in München ein 1:1 holte. Das nervenzerfetzende Spiel, bei dem Madlung in der 82. Minute den scheinbar erlösenden Ausgleich köpfte, bevor den 60ern noch ein Elfmeter zugesprochen wurde, ist wohl den meisten Borussenfans noch in bester Erinnerung. Francis Kioyo verschoss den Elfer, Borussia war gerettet. Am letzten Spieltag gab es dann das bislang letzte Aufeinandertreffen der Gegner vom kommenden Montag. Und auch das war ein Spiel, für das die Bezeichnung „historisch" nicht zu hoch gegriffen ist. Das letzte Bundesligaspiel am Bökelberg, ein 3:1-Sieg der Gladbacher und das Abschiedsspiel des langjährigen Stürmerstars Arie van Lent, der auch noch den letzten Treffer im viel vermissten Stadion an der Bökelstraße markierte. Danach verschwand 60 in der Zweiten Liga. Borussia mühte sich weitere drei Spielzeiten in der höchsten Klasse. Dort wollen beide möglichst schon in wenigen Monaten wieder sein. Das Spiel vom Montag könnte da durchaus richtungsweisend sein.

Borussia 

Nach dem schon hinreichend erwähnten Pokalspiel vom vorvergangenen Mittwoch fanden sich Jos Luhukay und sein Team vergangenen Montag im harten Alltag der „Schweineliga" wieder - und hatten ein echtes „Schweinespiel" zu bestehen. Carl Zeiss Jena forderte der Borussia mehr ab, als so mancher stärker eingeschätzer Gegner in dieser Saison. Dazu kommt, dass die Gladbacher einer ihrer schwächsten Spiele der bisherigen Spielzeit machten. Dass das Match gegen Jena trotzdem gewonnen wurde, ist umso höher einzuschätzen und lässt die Bezeichnung „Bayern der Liga" durchaus gerecht erscheinen. Denn schwächere Spiele gegen aufopferungsvoll kämpfende und herzerfrischend spielende Gegner mit Dusel und Cleverness zu gewinnen, das war langezeit tatsächlich die Domäne der Bayern. 

Borussia-Defensive 

15 Gegentore in zwölf Spielen - die Hintermannschaft steht recht solide da. Dass es dennoch hier und da Diskussionen um einzelne Spieler gibt, ist wohl einfach normal im Fußball. Gegenstand der heftigsten Debatten ist dabei Torhüter Christopher Heimeroth, dessen Rückhalt bei den Fans, wie an dieser Stelle schon mehrfach bemerkt und auch kritisiert, nicht der größte ist. Ärgerlich ist dabei für Heimeroth selbst und für alle, die ihn zu verteidigen bereit sind, dass die Argumente seiner Kritiker nicht fassbar sind. Heimeroth „strahle irgendwie keine Sicherheit" aus, heißt es immer wieder. Das ist nun aber eine ausgesprochen subjektive Angelegenheit. Die Ausstrahlung auf seine Vorderleute scheint in Ordnung zu sein, jedenfalls stehen wenige eindeutig erkennbare Abstimmungsschwierigkeiten zu Buche, auch aufgeregte Diskussionen auf dem Spielfeld sind nicht zu verzeichnen. Warum sich nun der eine oder andere Zuschauer auf den Tribünen von Heimeroths Ausstrahlung oder dem Mangel daran verunsichert fühlt, lässt sich hier kaum klären. Nachweisbar ist nicht die Aura eines Torhüters, sondern wie er seine Arbeit verrichtet, sprich: wie er Bälle hält oder eben nicht. Und da hat Heimeroth durchaus seine Verdienste in den bisherigen Spielen. Nicht unterschlagen sollte man aber, dass sich zuletzt auch zwei klare Böcke (gegen Augsburg und Bayern) und ein zumindest diskussionswürdiger Fehlgriff (gegen Köln) eingeschlichen haben. So etwas ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Torwart-Kritiker, Heimeroth sollte im eigenen Interesse dafür sorgen, dass derartige Aktionen nicht zur Regel werden. Gegen Jena machte er ein tadelloses Spiel und dass er am Montag und auch in den nächsten Spielen den Gladbacher Kasten hütet, ist aber unbestritten. Trainer Luhukay stärkte seiner Nummer eins bislang stets den Rücken.
Die Viererkette wird am Montag voraussichtlich so aussehen, wie zuletzt immer: auf rechts Tobias Levels, der durchweg ordentlich spielt und seinem Trainer wenig Anlass gibt, den vor der Saison eigentlich als Stammkraft eingeplanten Kasper Bøgelund wieder in die Startelf zu bugsieren. Roel Brouwers ist als Innenverteidiger mindestens ebenso unumstritten. Der Niederländer erledigt seine Aufgabe fast immer fehlerfrei, als „no-nonsense-Spieler" macht er, was er kann, und versucht nichts, wovon er weiß, dass er es nicht kann. Keine technischen Sperenzchen, keine riskanten Tricks am eigenen Strafraum - und keine gewagten oder brillanten Manöver in der Spieleröffnung. Auf diesem Gebiet ist ihm sein Nebenspieler Filip Daems bei weitem überlegen. Der beste Fußballer in der Defensivabteilung von Borussia hat sich seinen Stammplatz durch ausschließlich ausgezeichnete Auftritte nach seiner monatelangen Leidensphase wohl dauerhaft erkämpft. Steve Gohouri jedenfalls wurde nach seinem bislang letzten Auftritt in der Startelf in Koblenz nicht wirklich vermisst. Auch nach dem Jena-Spiel, bei dem Daems das Kopfball-Duell gegen den Torschützen Torghelle nicht verlor, sondern gar nicht erst suchte, führte nur sehr vereinzelt zum Ruf nach dem kopfballstärkeren, aber fehleranfälligeren, Ivorer. Die Erinnerung an die obligatorischen Gohouri-Böcke in nahezu jedem Spiel ist wohl noch zu lebendig. Die Position des linken Verteidigers wird Alex Voigt bekleiden, der bis zum Spiel gegen seinen Ex-Klub Jena nicht eine Minute der Saison verpasst hat, bevor er Mitte der zweiten Halbzeit und zu Gunsten des offensiveren Johannes van den Bergh ausgewechselt wurde. Solide nach hinten und bisweilen erstaunlich inspiriert nach vorne, hat er seine Position sicher, trotz einer eher mäßigen Partie gegen seinen Ex-Verein Jena. Alternativen drängen sich ohnehin nicht auf. Marvin Compper ist weiter in Rehabilitation. Filip Daems wird anderswo gebraucht. 

Die Position vor der Abwehr gehört Patrick Paauwe, auch hier bleibt alles, wie es ist. Paauwe ist im Grunde genommen genau der Spieler, der Borussia während der nur selten vergnüglichen Erstligazeit zwischen 2002 und 2007 gefehlt hat. Nach dem Weggang von Peter Nielsen war die Position vor der Abwehr nie optimal besetzt - oft konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass  die Verantwortlichen die Bedeutung des„Sechsers" für das Spiel einer Mannschaft gar nicht so richtig auf dem Schirm hatten - immerhin wurde auf der Suche nach einem inspirierten Spielmacher stets das Augenmerk auf die offensive Mittelfeldposition gelegt, hier wurde schließlich auch investiert - mit dem bekannten Ergebnis. Auf der „sechs" versuchte sich mal dieser, mal jener Spieler (Kluge, Thijs, Polanski) ohne, dass sich eine zufrieden stellende Dauerlösung gefunden hätte. Die ist jetzt da: Paauwe ist Dreh- und Angelpunkt im Spielaufbau und hat einen nicht hoch genug einzuschätzenden Anteil am bisher so positiven Verlauf dieser Saison. Positiv aber auch, dass mit Sebastian Svärd ein „Backup" für diese Position da ist, der Paauwe zwar nicht gleichwertig, aber doch hinreichend gut vertreten kann. Dass Jos Luhukay in München die Sicherheitsvariante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern - Paauwe und Svärd - wählt, ist nicht unmöglich, aber doch eher unwahrscheinlich.

Borussia Offensive 

Es ist nun schon seit einigen Wochen eigentlich immer das gleiche: vier der fünf Offensivkräfte scheinen absolut gesetzt zu sein. Es gibt wenig Gründe, warum das gegen 1860 München anders sein sollte. Zentral spielt Sascha Rösler, der bei den Bayern zeigte, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann, dessen Formkurve aber durchaus Schwankungen unterworfen ist - wie am vergangenen Montag leider wieder deutlich wurde. Dass Luhukay Rösler aus der Startelf rotieren lässt, ist unwahrscheinlich, gilt der Ex-Aachener doch als Grundpfeiler im Team. Aber mit Soumalia Coulibaly steht ein Ersatzmann bereit, der in seinen Kurzeinsätzen gegen Bayern und Jena einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen hat.

Marcel Ndjeng dürfte seine Position im Mittelfeld behalten. Gegen Jena war er weit weg von seiner Topleistung - und in Sachen Defensivverhalten und Konzentration (auch bei Standards) kann Ndjeng durchaus noch dazu lernen - aber seine 9 Scorerpunkte und seine Tore in Liga und Pokal sprechen für sich.
Die einzige Position, auf der sich gelegentlich etwas tut, ist die des dritten Mittelfeldmannes. Ob hier abermals Marko Marin zum Einsatz kommt, oder ob Jos Luhukay den als besseren Defensivmann eingestuften Johannes van den Bergh bringt, ist offen. Marin sorgt deutlich häufiger für Alarm in der gegnerischen Abwehr, war gegen Jena besser als seine Nebenleute, ist aber im Spiel nach hinten in der Tat die schlechtere Wahl. Eine weitere mögliche Variante wäre der Einsatz von Eugen Polanski, für den es auf der Position vor der Abwehr wohl kein Vorbeikommen an Paauwe und Svärd gibt, der sich aber mit dem Stammplatz auf der Ersatzbank nicht abgefunden haben dürfte. Anzunehmen ist, dass Polanski im Lauf der nächsten Spiele eine Chance im offensiven Mittelfeld bekommt. Ob das aber schon am Montag der Fall sein wird, darf bezweifelt werden.

Die Stürmer heißen Oliver Neuville und Rob Friend. Auch hier gibt es wenig Grund zum Wechseln, zumal dieses Paar wirklich eingespielt ist. Zwar brennt Roberto Colautti auf seinen Einsatz, aber von Beginn an wird der „Argentisraeli" wohl vorerst nicht zum Zug kommen - es sei denn, Neuville oder Friend fallen aus. Dasselbe gilt für Sharbel Touma. Für den Schweden scheint im derzeitigen System des Luhukay-Teams kein Platz zu sein. Ob er auf der Ndjeng-Position spielen kann, weiß derzeit höchstens der Trainer. 

Der Gegner aus München 

Sieben Spieltage lang führten die Münchner die Tabelle der Zweiten Liga an. Eine 0:3 Niederlage in Mainz und Unentschieden daheim gegen Koblenz sorgten für den Sturz vom ersten Platz, den die Löwen bis heute nicht wieder erreichen konnten. Dafür verantwortlich ist vor allem die 0:3 Heimschlappe gegen Greuther Fürth und das torlose Unentschieden in Wehen am vergangenen Sonntag. Dennoch rangiert 1860 nur fünf Punkte und zwei Plätze hinter Borussia.

1860 München Defensive 

Im Tor der Löwen steht einer der vereinstreuesten Spieler im deutschen Profifußball. Seit 1996 steht der inzwischen 35-jährige Michael Hofmann in München unter Vertrag, elfeinhalb Jahre, die für den Keeper äußerst wechselhaft verliefen. War er schon in seiner zweiten Spielzeit Stammtorwart, verlor er diesen Posten in den Jahren darauf immer wieder an die Konkurrenz: Daniel Hoffmann, Simon Jentzsch und Timo Ochs verdrängten Hofmann aus dem Löwentor. Seit der vergangenen Saison ist der Dauerbrenner aber nun wieder die Nummer eins und als solche in München jetzt auch unumstritten.

Der Turm in der Münchner Abwehr ist Gregg Berhalter. Der US-Nationalspieler hat in der Innenverteidigung bislang kein Spiel verpasst. Aber auch vor dem gegnerischen Tor ist der frühere Cottbusser gefährlich. Bei Standards ist der kopfballstarke US-Amerikaner immer vorne dabei. Einmal war er in dieser Saison auch mit dem Kopf erfolgreich. Zwei weitere Treffer erzielte er vom Elfmeterpunkt aus.

Neben Berhalter könnte Mate Ghvinianidze spielen. Der musste nach einer roten Karte im Spiel gegen Greuther Fürth zuletzt zweimal zuschauen, darf am Montag aber wieder auflaufen. Vor seiner roten Karte war der Georgier unumstrittene Stammkraft, vertreten wurde er gegen Offenbach und Wehen von Lars Bender, der auf der für ihn ungewohnten Position eine gute Figur machte. Gut möglich, dass Münchens Trainer Marco Kurz deswegen auf eine Umbesetzung in der Innenverteidigung verzichtet. Auf links spielt Torben Hoffmann bisher eine gute Saison, der Routinier rückte erst in dieser Spielzeit aus dem Abwehrzentrum nach außen, weil die bisherige Stammkraft Marcel Schäfer zum VfL Wolfsburg wechselte. Hoffmann wäre ein unangenehmer Gegenspieler für Marcel Ndjeng. Die rechte Abwehrseite bekleidet Markus Thorandt. Der gelernte Mittelfeldmann hat sich in dieser Saison den Posten in der Viererkette erkämpft, Ghvinianidze rückte dafür von links in die Mitte. Thorandt verpasste in dieser Saison noch kein Spiel, wird also wohl auch am Montag dabei sein und gegebenenfalls die Kreise von Marko Marin einschränken.

Vor der Abwehr spielt aller Voraussicht nach Bender - nur welcher, ist noch offen. Eben schon erwähnter Lars Bender hat sich zu Beginn der Saison die „Sechserposition" gesichert. Als er nun in der Innenverteidigung aushelfen musste, übernahm sein Zwillingsbruder Sven den Job vor der Abwehr und erledigte ihn nicht minder ordentlich. Die Bender-Zwillinge, 18 Jahre alt und schon seit der C-Jugend bei 1860 aktiv, sind die Shooting-Stars des Teams. Beide rückten in der vergangenen Saison aus der A-Jugend direkt zu den Profis auf. Sie spielen bei den Löwen ungefähr die Rolle, die Marko Marin bei Borussia hat: Beiden wird eine große Karriere vorausgesagt, bei beiden gilt es als sicher, dass sie von ihrem derzeitigen Verein nicht mehr lange zu halten sein werden. Die Frage, so liest man immer wieder, sei nicht, ob sie gehen, sondern wann. Am Montag sind sie aber auf jeden Fall noch dabei. Neben dem Bender-Zwilling wird aller Voraussicht nach Danny Schwarz spielen. Trainer Marco Kurz setzt gegen offensiv starke Gegner gerne auf eine doppelte Absicherung vor der Abwehr, meist spielte in diesem Fall der erfahrene Ex-Stuttgarter neben einem der jungen Benders.

1860 München Offensive 

4-5-1, 4-4-2 oder gar 4-3-3, je nachdem für welches System sich Marco Kurz am Montag entscheidet, fällt die Aufstellung in der Offensive aus. Sven Bender könnte nach vorne rücken, wenn Kurz auf die „Doppelsechs" verzichtet, für die andere Halbposition käme Eigengewächs Fabian Johnson in Frage.

Eine zentrale Position im Münchner Mittelfeld nimmt auf jeden Fall Daniel Bierofka ein. Der Rückkehrer vom Deutschen Meister VfB Stuttgart hat entscheidenden Anteil an den bisherigen Erfolgen von 1860. Zwei Tore und drei Vorlagen stehen für den 28-Jährigen bisher zu Buche. Allerdings ist noch unklar, ob Bierofka dabei ist. Der dreimalige Nationalspieler, an dem auch Borussia vor der Saison Interesse gehabt haben soll, fehlte seiner Mannschaft zuletzt wegen einer Verletzung an der Wade. Borussias Fans wären im Falle eines Ausfalls wohl nicht traurig. Seit seinem Handspiel-Treffer im Trikot von Bayer Leverkusen, der die Gladbacher um einen sicher geglaubten und verdienten Auswärtssieg brachte, erfreut sich Bierofka bei den Anhängern der Borussia ähnlich großer Beliebtheit wie George Mbwando oder Fatmir Vata. Würde Bierofka ausfallen, würde wohl Timo Gebhardt erneut eine Chance von Anfang an bekommen. Der 18-Jährige spielt seine erste Profisaison und hat den Routinier am vergangenen Wochenende gegen Wehen ordentlich ersetzt.
Eine bemerkenswerte Saison spielt bei 1860 der ehemalige Bayern-Spieler Berkant Göktan. Der gelernte Stürmer spielt mal in der Spitze, meist aber etwas dahinter und hat bislang sechs Tore erzielt. Der Fußball-Weltenbummler scheint erstmals bei einem deutschen Verein „angekommen". Bei seinen bisherigen Stationen in der ersten und zweiten Liga konnte er sich nie dauerhaft durchsetzen - auch ein kurzes Gastspiel bei Borussia in der Abstiegssaison 1998/99 brachte weder ihn noch den Verein weiter. Besser lief es für Göktan in der Türkei, wo er für Besiktas und Galatasaray Istanbul spielte und mit letzteren 2002 den Meistertitel gewann. Göktan wird Borussias Defensive beschäftigten, genau wie Antonio Di Salvo. Der Stürmer traf noch einmal mehr als Göktan. Der frühere Rostocker erlebt in dieser Spielzeit eine Art zweiten Frühling und sorgt dafür, dass der mit großen Hoffnungen verpflichtete, aber seit Saisonbeginn verletzte Markus Schroth nicht allzu sehr vermisst wird. Sollte 1860 mit einem Zweiersturm auflaufen, gehört die Position neben Di Salvo voraussichtlich Josh Wolff. Der US-Nationalspieler war gegen Wehen nicht erste Wahl, aber Ersatz Mustafa Kucukovic konnte nicht überzeugen. 

Schiedsrichter

Der jüngste jemals im Profifußball mit einer Begegnung betraute Schiedsrichter, der 24-jährige Michael Kempter aus Sauldorf in Baden, wurde als Leiter der Begegnung ausgewählt. Damit wird der Bankkaufmann erstmals eine Bundesligapartie der Borussia betreuen, im DFB-Pokal tat er dies bereits in der zurückliegenden Spielzeit in der 1. Hauptrunde gegen Roßbach/Wied (4:1 für Borussia). Kempter, dessen Bruder Robert ebenfalls der Schiedsrichterei fröhnt, war in der laufenden Saison dreimal mit der Leitung einer Zweitligapartie betraut und kontrollierte dabei am 5. Spieltag auch eine Auswärtspartie des TSV 1860 Müchen. Bei Alemannia Aachen spielten die Bayern torlos und Kempter blieb mit lediglich zwei Verwarnungen und seinem ursprünglichen Anspruch. Gewöhnlich sitzen Gelbe Karten bei dem Sauldorfer lockerer.

Aufstellung 

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Daems, Voigt - Paauwe - van den Bergh (Marin), Ndjeng, Rösler - Friend, Neuville.
Ersatz
: Gospodarek, Gohouri, Bögelund, Fleßers, Svärd, Polanski, Coulibaly, Baumjohann, Touma, Colautti, Rafael, Lamidi
Es fehlen: Compper, Schachten (Rekonvaleszenz)

1860 München: Hofmann - Thorandt, Berhalter, Ghvinianidze, Hoffmann - Lars Bender, Schwarz - Sven Bender, Bierofka (Gebhardt) - Göktan - Di Salvo.
Ersatz: Rössl, B. Schwarz, Burkhard, Eberlein, Wolff, Johnson, Ledgerwood, Baumgartlinger, Kucukovic
Es fehlen
: Schroth (Rekonvaleszenz)

Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Schiedsrichterassistenz: Jan-Hendrik Salver, Florian Steinberg

SEITENWAHL-Meinung 

Michael Heinen: Ein 8-Punkte-Spiel erwartet Borussia am Montag abend. Auf 8 Punkte kann nämlich bereits der Vorsprung von Borussia auf den dortigen Gegner sowie ggf. gar auf Platz 4 anwachsen. Dies wird keine einfache Aufgabe, zumal wir uns historisch in München meist schwer getan haben. Dennoch ist Borussia individuell besser besetzt und mittlerweile auswärts so selbstbewußt, dass wir uns auf einen weiteren 2:1-Sieg freuen dürfen.

Thomas Zocher: Mit einer ungewohnten Resultatprognose bereichere ich die hiesige Tippgemeinschaft. 1860 und die Borussia werden sich nach einem von einem zum anderen Strafraum wogenden Match voneinander Remis trennen, genauer gesagt 0:0. Im Gegensatz zum 0:0 gegen Hoffenheim erntet die Borussia dafür keine Pfiffe. Einmal spielt sie ja in der Fremde, andererseits haben ihre ungeduldigsten Fans den Klubnamen 1860 früher schon einmal irgendwo im Zusammenhang gehört.

Hans-Jürgen Görler: Und schon wieder geht es nach München. Die Löwen werden der Borussia jedoch sicher mehr liegen als die Bayern. Das interessante 2:2 wird die Fans beider Lager begeistern.

Christian Heimanns: Einmal ist jede Serie fällig, die unsrige ohne Niederlagen endet in München. Die 2:1 Niederlage unserer Punktesammler stellt für uns aber kein Drama dar und wird in den nächsten Wochen vollauf kompensiert.

Christoph Clausen: Auch beim Tabellendritten würde mich ein weiterer Auswärtssieg längst nicht mehr überraschen. Ein 2:2 scheint mir dennoch einen Tick wahrscheinlicher. Auch damit kann Borussia gut leben, zumal man in den Spielen gegen die Kleinen ja erfreulicherweise keine Punkte liegen läßt.

Mike Lukanz: Mit Erstaunen habe ich nach dem vergangenen Spieltag festgestellt, dass ich mich im Redaktionstippspiel mit großen Schritten dem Tabellenende zubewege. Gut, das ist redaktionsintern keine Überraschung, stimmt mich dennoch nachdenklich. Aber warum umdenken? Borussia verliert in München mit 1:2, weil irgendwann die erste Niederlage kommen muss.

Christian Spoo: Nach dem Jena-Spiel dürfte die Mannschaft bemerkt haben, was in der Theorie ohnehin jedem klar war: es gibt in dieser Saison in dieser Liga keine Selbstläufer. Aber München 1860 ist so oder so kein Team, das man unterschätzen würde. Ich rechne mit einem intensiven Spiel, bei dem wir die Münchner am Ende in die Knie zwingen und hoffe, dass wir nach dem 3:2-Erfolg ernsthaft über die Herbstmeisterschaft nachdenken dürfen.

Der Gegner im Internet: www.tsv1860.de; loewenforum.de
Der TSV 1860 im SEITENWAHL-Zweitligacheck: TSV München 1860

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