FC Carl Zeiss JenaDie Saison der Borussia bietet nicht nur Abwechselung, sie bietet dem Klub in aller erster Linie auch werthaltige Herausforderungen. So war es interessant zu sehen, dass die Borussenmannschaft sich trotz der Verlockung des prestigeträchtigen Heimspiels gegen Köln im Spiel gegen Koblenz und auch in Fürth nicht von ihrem Weg abbringen ließ. Und auch in Fürth war erkennbar, dass sie sich trotz des Pokalspiels gegen den FC Bayern nicht irritieren ließ. Eben dies wiederholt nachzuweisen, dies ist von ihr verlangt, wenn sich nun an der heimischen Spielstätte der mit nicht zu verhehlender Schlagseite ausgestattete Traditionsverein FC Carl Zeiss aus dem thüringischen Jena zum Wettstreit um drei Punkte ihr entgegenstellt.

Borussias Defensive 

Seit cirka Harald Schumacher ist es in der deutschen Fußball-Berichterstattung letztlich Gesetz, dass sich ein Fußballtorwart gemäß proklamierter Sonderrechte wie ein menschgewordener Brüllaffe benehmen muss. Tut ein Torwart dies nicht - man denke an Hannovers Robert Enke, der erfreulich tiefenentspannt seine Vorderleute anleitet - besitzt er von Haus aus die Skepsis der Berichterstatter, die sich auch mal auf das Gros der Fußballfreunde überträgt. Fußball-Deutschland liebt nun einmal ein attitüdengesteuertes Torwartproletariat, liebt es Torwarte zu „Titanen" hochzuspielen, um dann zur Anreicherung dämlichster Schlagzeilen einen Hahnenkampf vom Zaun zu provozieren, in denen die Rollen des Guten und des Bösen nach Schablonen vorab verteilt wurden.
Christofer Heimeroths Pech ist es da, dass er mit seiner bedächtigen und in sich ruhenden Natur eher einem Jens Lehmann entspricht, also einem Torsteher, der bei den manipulatorisch tätigen Berichterstatter ungefähr so beliebt ist wie die Pestilenz. Auch bei der Borussia waren vorrangig die mit der Attitüde der Paradiesvögel beliebter und so ist es womöglich kein Wunder, dass auch nach dem elften Spieltag und der erreichten Tabellenführung der Anteil des Christofer Heimeroth daran konsequent verniedlicht und vernachlässigt wird. Dabei war es der 26-jährige, der der Borussia mit einigen wichtigen Paraden im bisherigen Saisonverlauf über manche wichtige Klippe hinweggeholfen hatte. Der ihr Punkte rettete, der aber noch immer beispielsweise nur auf die vollständige Anerkennung durch das Publikum an der Hennes-Weisweiler-Allee hoffen darf; weiterhin tut der in der Lobpreisung für die kürzlichen Erfolge gern vergessene Westfale gut daran sich das abgewöhnte Zeitunglesen so schnell nicht wieder anzutrainieren.

Gespannt müsste man sein, wie es Heimeroth ergehen würde, würde er sich dieselbe Verfehlung erlauben wie ein Steve Gohouri kürzlich vor dem Köln-Spiel. Der sprunggewaltige Gohouri, spätestens seit seinem „Turbanspiel" gegen Werder Bremen für manchen Borussenfreund ein richtig beliebter, hat durch diese Verfehlung zwar seinen Stammplatz verloren, nicht aber die breitflächige Unterstützung des Publikums. Das ging bisweilen gar soweit, dass sich in leichten Teilen bei den Fans darüber mokiert wurde, dass der Kopfballspezialist aus der zentralen Verteidigung überhaupt für sein Disziplinarvergehen bestraft wurde. In Fußball-Deutschland liebt man es eben auch Heldengeschichtchen zu erzählen, die meist damit beginnen, dass ein sich vorher non-konform verhaltener Protagonist am Ende zum großen Helden aufschwingt. Jos Luhukay tat indes gut daran dem Nachtschwärmer von der Elfenbeinküste seine Denkpause zuzuteilen. Allein schon dafür, dass dieser es nötig hatte im Anschluss an eine zweiwöchige Spielpause (!) sein Tanzvergnügen bis in die gefühlte Nähe des Anpfiff auszudehnen. In Gohouris Abwesenheit bewies Filip Daems dann, dass auf ihn auch in ungewohnter Rolle verlass sein kann.
Der zweite Innenverteidiger, Roel Brouwers, kommt aufgrund fußballdeutscher Vorlieben ebenfalls oft zu schlecht weg. Einen unauffällig und geruhsam seine Aufgaben erledigen, damit hat ein durch Boulevardmedien fröhlich auf Peng-Peng-Peng und Tschingderassa-Bum trainiertes Auditorium nun einmal sein Problem. Auch von Brouwers hat man bislang keine Homestory gesehen, keine Skandale oder wenigstens Skandälchen vernommen. Er ist einfach da, erledigt zuverlässig seinen Job und freut sich darauf auch beim nächsten Match seinen Vertrag zu erfüllen.

Wesentlich diskutierter, weil von manch einem Bereitwilligen aufgrund seiner (kölschen) Vergangenheit und seines Spielstils einfacher zu einem schneidigen Haudrauf mit der Schrulligkeit eines Mario Baslers plakatiert, ist da Alexander Voigt, der in seinen ersten elf Saisonpartien mit zum Teil sehr ordentlichen Vorstellungen die Position auf der linken Abwehrseite nicht nur übernommen, sondern sich vorläufig dort ebenso etabliert hat wie der im Spiel gegen den VfL Osnabrück erstmals auf der rechten Abwehrseite eingesetzte Tobias Levels, der gegen Fürth zum Teil eine derart blitzsaubere Leistung geboten hatte, dass kleinere Untiefen aus der Begegnung gen den 1. FC Köln keinen Trend darstellen können. Für Voigt, der im Sommer aus Jena kam und sich dort mit seiner professionellen Einstellung in der vergangenen Halbsaison in die Herzen der FCC-Verantwortlichen und FCC-Fans beförderte, ist die anstehende Heimpartie gegen Jena übrigens ein ebensolches Wiedersehen wie es die vorherige Begegnung an der Hennes-Weisweiler-Allee gegen Köln gewesen ist.

Defensiv stabilisierend wirkend, diese Funktion füllt auf der Position vor der Abwehr bislang Patrick Paauwe aus. Der fünffache niederländische Internationale besticht dabei nicht alleine in der Aktion, sondern in gleichen auch jenseits der Aktion mit erfrischend wie wertvollen Spieleinschätzungen. Außerdem stellte er sich selbst auf der zentralen Abwehrposition, auf der er bisweilen tätig werden musste, als spielintelligenter als erwartet dar und konnte beim Verfasser dieser Zeilen damit Eindrücke aus Rotterdamer Zeiten verblassen lassen, als er auf der zentralen Abwehrposition nicht immer der Situation angemessen agierend schien. Seine Konkurrenten um die Position vor der Abwehr, allen voran Sebastian Svärd und Eugen Polanski, sind aufgrund der Präsenz des Sommerneuzugangs und der Funktionalität des Gesamtgefüges schon damit beschäftigt sich beim Trainer für andere Positionen anzudienen bzw. interessant zu machen.

Borussias Offensive 

Über die Offensive der Borussia zu schreiben, in diesen Tagen dürfte es einer Wonne ähneln. Es hat sich nicht allein eine Stammformation gefunden, mit Ndjeng rechts, Rösler zentral und Neuville & Friend in der Spitze, sondern längst ist mit gestiegenem Selbstbewusstsein auch eine Form von Kombinationsspiel vorhanden, das zu Saisonbeginn einzig auf dem Papier in dieser Deutlichkeit zu erkennen war. Daher ist bislang auch noch nicht ins Gewicht gefallen, dass zwei ihrer stärksten Spieler im Hinblick auf eine individuelle fußballerische Qualität, der Schwede Touma und der für Israel agierende Colautti, ihren beabsichtigten Anteil am Saisonverlauf noch gar nicht hinzusteuern konnten. Ein Ausdruck von Stärke, fürwahr.

Sind Ndjeng, Rösler, Neuville und Friend einsatzfähig, so bleibt zur Stunde nur die Frage nach der Besetzung der linken Position im Mittelfeld. Auf dieser fand in den letzten so kontinuierlich erfolgreichen Wochen für die Borussia die größte sogenannte Rotation statt und es ist ein Kompliment an die Strebsamkeit eines Johannes van den Bergh, dass er in mehr als einem Drittel der Partien bislang mitwirken durfte. Gleichwohl vordergründig zunächst nur auf fremdem Boden, weswegen eine Variante mit Marko Marin in der Startformation für die Partie nun wieder wahrscheinlicher ist. Zurecht behutsam mit einem wie ihm umzugehen, dabei keinen abrupten Qualitätsverlust zu erleiden, weil sich andere Spieler bemerkenswert problemlos in eine funktionierende Einheit einfügen. Ein großes Kompliment an den Trainer(stab) auf der einen, aber auch an die Mannschaft auf der anderen Seite. Wie van den Bergh eben meint - diese Elf „macht es einem leicht" sich ad hoc in sie einzuflechten. 

Der Gegner aus Jena 

Man kennt das, die direkteste Verbindung zwischen zwei Punkten ist bekanntlich die Gerade. Insofern wäre es womöglich frevelhaft bei einem Aufeinandertreffen zwischen der Mönchengladbacher Borussia und dem FC Carl Zeiss, dem Jenaer wie Jenenser ihre Daumen drücken, nicht wenigstens in einem Satz auf dem beide Vereine jeweils zu Erfolgen führenden Hans Meyer zu sprechen zu kommen, dem in und um Jena wenigstens genauso viele Leute immer noch nachtrauern wie das in Mönchengladbach auch der Fall ist. Der erfolgreichste Trainer der jüngeren Vereinsgeschichte der Borussia (Glückwunsch zum morgigen 65. Geburtstag!), der - man denke an Robert Enke - bei weitem nicht der einzige Akteur mit früherer Wirkungsstätte Jena in der Historie Borussias ist, zeichnet insbesondere für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte des FC Carl Zeiss verantwortlich; einem Klub, der im hiesigen Zweitligacheck leider fälschlicherweise mit Bindestrich zwischen Carl und Zeiss vermerkt wurde.

Im schlechtbesuchtesten Europapokalfinale der Neuzeit unterlag der von eben Meyer betreute FC Carl Zeiss im Düsseldorfer Rheinstadion 1981 dem heute zu Georgien zählenden, damaligen sowjetischen Spitzenklub Dynamo Tiflis. Und es ist dem letzten Aufstiegstrainer der Borussia abzunehmen, dass ihn diese 1:2-Niederlage in der Rückschau deutlicher getroffen hat, als nahezu jede sonstige Niederlage in seiner Tätigkeit. Zu bedeutsam wäre der zweite Erfolg einer DDR-Mannschaft in einem Europapokalfinale (1974 hatte der 1. FC Magdeburg unter Trainer Heinz Krügel den AC Mailand mit 2:0 geschlagen; einige Wochen später staunte die bundesdeutsche Öffentlichkeit über den Magdeburger Stürmer Sparwasser und dessen Siegtor im innerdeutschen WM-Duell im Hamburger Volksparkstadion) in der Fußballgeschichte gewesen. Andererseits. Fragt man heutzutage den durchschnittlichen DSF-Zuschauer aus der werberelevanten Zielgruppe nach den Magdeburger Europapokalsiegern von 1974, dieser wüsste wahrscheinlich ebenso wenig Akteure jener Elf zu nennen wie gar ein Reporter des Hotelgutscheinsenders es nicht schaffen würde, wenigstens drei Spieler des FC Carl Zeiss aus dem Düsseldorfspiel beim Namen zu nennen. Selbst wenn die Meyer-Elf damals die kurzzeitige Führung nicht noch aus den Händen gegeben hätte, wer sich oberflächlich und/oder einzig zum Zwecke der Werbegeldgewinnung mit dem Spiel beschäftigt, wer das Spiel nicht liebt, der wird so etwas halt nicht wissen. 

In Mönchengladbach hingegen müsste man zumindest einen Namen zusätzlich zu dem des Hans Meyer aus jener Elf aufzählen können. Eberhard Vogel, Angreifer jener Elf und in Nachwendezeiten zwischendurch als Trainer der zweiten Mannschaft der Borussia bei der Borussia auf der Gehaltsliste. 

Der FC Carl Zeiss, der DDR-Meister der Jahre 1963, 1968 und 1970 (Titel, erzielt in der Ägide des späteren DDR-Nationaltrainers Georg Buschner), besitzt also in der Tat eine ruhmreiche Vergangenheit und diese überstrahlt auch in Gänze die der Zeit nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. In diese startete der viermalige DDR-Pokalsieger als Tabellensechster der letzten Saison in der damals schon dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) unterstellten Spielklasse. Unter dem heutigen weißrussischen Nationaltrainer Bernd Stange, ein ehemaliger Assistent Meyers und zwischenzeitlicher DDR-Nationaltrainer, schien man sich bis unmittelbar vor Ablauf des letzten Spieltags knapp nicht für den gesamtdeutschen Profifußball qualifizieren zu können. Doch im Grunde mit dem Abpfiff gelang dies durch einen Treffer des damals 25-jährigen Stürmers Heiko Weber dennoch. Und so reihte sich der im DDR-Ligabetrieb insgesamt erfolgreichste Klub in die plötzlich zweigeteilte 2. Fußball-Bundesliga ein, in der man gleich in der Süd-Gruppe am Saisonende einen respektablen fünften Rang bejubeln konnte. Als Trainer fungierte damals in der Nachfolge Stanges der frühere Mannheimer Erfolgstrainer Klaus Schlappner, der nach 12 Monaten in Richtung China weiterzog und die Amtsgeschäfte Reiner Hollmann übergab, der seinerseits den Staffelstab des Trainers als Achter für die nächste Spielzeit an Uwe Erkenbrecher überreichte.
Diesem erging es wie in der aktuellen Saison Frank Neubarth, nach wenigen Monaten ereilte ihn der Rauswurf. Beim FC Carl Zeiss besann man sich nach einer kurzen Interimsphase seinem Ex-Nationalspieler und Ex-Kapitän Konrad Weise auf alte Werte und reaktivierte den im selben Sommer in Chemnitz ausgeschiedenen Hans Meyer. Diesem erging es allerdings in seiner zweiten Amtszeit im Schatten der Kernberge wie Jupp Heynckes in seiner zweiten Amtszeit bei der Borussia. Mit dem Abstieg verabschiedete sich Jena aus der 2. Bundesliga und Ende August 1994 Meyer aus Jena, als Nachfolger engagierte der Verein den hier ebenfalls schon einmal erwähnten Eberhard Vogel.

Es folgte die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga zur Saison 1996/97, jedoch im Mai 1997 zum Klassenerhalt ein erneuter Trainerwechsel. In Jena übernahm der heutige U20-Nationaltrainer Frank Engel. Seinerseits aber wiederum nur für wenige Monate, abgelöst wurde er von Ex-Trainer Hollmann für nicht ganz die Hälfte der Spielzeit 1997/98. Der Abstieg, der vor dem letzten Spieltag feststand, blieb vor allem überschattet vom Tod des während der Saison aus Uerdingen geholten Defensivspielers Axel Jüptner - der im April 1998 drei Tage vor seinem 29. Geburtstag im Mannschaftstraining kollabiert war und unmittelbar darauf verstarb - sowie Problemen mit Sponsoren. Pathetisch formuliert erholte sich der Klub davon in den Folgejahren nicht. 

Dem Abstieg in die Regionalliga Nordost folgte ein schleichender in die NOFV-Oberliga, die vierte Spielklasse, in der man es sich gemütlich zu machen schien. Erst unter einem weiteren Ex-Profi, eben dem langjährigen Stürmer Heiko Weber, der zur dritten aufeinanderfolgenden Viertligaspielzeit vom Jugend- zum Cheftrainer ernannt worden war, gelang im Sommer 2005 der Wiederaufstieg in die Regionalliga. Zur zwischenzeitlichen Krönung seines Schaffens konnte der gebürtige Sachsen-Anhaltiner die Thüringer in Form eines Durchmarsches zur Spielzeit 2006/2007 wieder in den Profifußball hieven; dort jedoch machte sich mittelfristig der in der Regionalligaspielzeit eklatant übertünchte Qualitätsunterschied der Mannschaft zu den Konkurrenten um den Klassenerhalt deutlich bemerkbar und der FCC stand zur Halbsaison in nachvollziehbarer Weise auf einem Abstiegsplatz.

Auf diese Tatsache reagierte der Klub zunächst mit Spielerverpflichtungen zur Winterpause, neben dem heutigen Borussen Alexander Voigt kamen unter anderem der georgische Nationaltorwart Georgi Lomaia und -stürmer Mikhail Ashvetia, schlussendlich aber mit der durch die „Gepflogenheiten der Branche" stets gerechtfertigt scheinenden Ablösung von Erfolgstrainer Weber. Diesem folgte Frank Neubarth, sowie der solche Maßnahmen dann gern rechtfertigende Klassenerhalt. Der Klassenerhalt bewahrte die Thüringer jedoch nicht vor einer erneuten Rotation im Lizenzspielerkader, unter anderem begründet durch Alexander Voigts Abschied, und stellte den als sportlichen Leiter in der Geschäftsführung engagierten ehemaligen DDR-Nationalspieler Lutz Lindemann (Mitglied der Meyerschen FCC-Elf von 1981) vor die verzwickte Problematik binnen sechs Monaten einen erneuten Kaderumbruch zu bewerkstelligen.  

Während sich die sportliche Leitung der Thüringer über eine reibungsloser verlaufende Saison 2007/08 in der 2. Bundesliga Gedanken machen durfte, beschäftigte sich Präsident Rainer Zipfel längst mit Überlegungen hinsichtlich einer langfristigeren Ausrichtung seines Klubs. Zipfel war nach seinem Eintritt in den Aufsichtsrat des FCC in der Zeit nach dem Abstieg in die Viertklassigkeit schrittweise zum Präsidenten avanciert und hatte geholfen den finanziell unsolide aufgestellten Klub in entspanntere Umstände zu heben. Dem im Hauptberuf in leitender Position in der Abfallentsorgung tätigen Vereinsvorsitzenden und seinen Mitstreitern hatte bei seinen Überlegungen eine bereits während der Vorsaison eingegangene Offerte der in der Karibik ansässigen „Alpha Invest Group Corporation" der russischen Geschäftsleute Tchichanov und Lujanov gefallen.
Diese vornehmlich in der Baustoffbranche ihr Geld machenden - über deren Identität wie Wirken in den letzten Monaten so manches Rätsel nicht entschlüsselt werden konnte - hatten sich bereiterklärt für etwa 49 % der FCC Kapitalgesellschaft, und einen eigenen Vertreter in der Geschäftsführung dieser, binnen eines fünfjährigen Zeitraums 25 Millionen Euro auf die Konten des Klubs zu überweisen.

Noch bevor sich die Deutsche Fußball-Liga mit ihrer Rechtsabteilung über die angedachten Verträge detaillierter informieren konnte, schlug die Vereinsführung ihrerseits zu und entzog Trainer Neubarth nach dem fünften Spieltag, Mitte September,  ihr Vertrauen. Nur einen Punkt (1. Spieltag, 2:2 bei Alemannia Aachen) hatte die neue Mannschaft bis dato erringen können, jedoch viermal in Folge verloren. Das trieb nicht nur dem gern markig auftretenden sportlichen Leiter Lindemann die Zornesröte ins Gesicht, sondern ließ bei Präsident Zipfel und seinen Mitstreitern gleich den Geduldsfaden reißen. Nachdem im Anschluss an diese Entscheidung wilde Spekulationen die Runde gemacht hatten, mit Wolfgang Wolf auch renommierte Bundesligatrainer als mögliche Nachfolger genannt und interne Lösungen wie Assistenztrainer Olaf Holetschek vorab ausgeschlossen waren, entschied man sich nach Abwägung aller Interessenten es auch auf diesem Gebiet mit einem ehemaligen Sowjetrussen zu probieren und heuerte vorerst bis zum Saisonende den Litauer Valdas Ivanauskas an.

So sehr Ex-Stürmer Ivankauskas als der so genannte „der schreckliche Ivan" während seiner Spielerkarriere in seinem Anfangsjahr beim Hamburger SV als Torjäger bundesweit Furore machte, so nachhaltig kann der 41-jährige aus dem Baltikum auch auf bereits gemachte Erfahrungen mit Großinvestoren zurückblicken. Einem solchen, seinem kapriziösen Landsmann Wladimir Romanow, verdankt der FCC-Trainer einen Großteil seiner Trainererfahrungen, die unter anderem beim Romanow-Klub FBK Kaunas einsetzen und sich zuletzt auf die schottische Premier-League ausweiteten, wo Romanow 2005 sukzessive die Hearts of Midlothian aus Edinburgh übernahm und den damaligen Trainer des Klubs, trotz der als beachtlich eingestuften Tabellenführung der Hearts unter diesem, fix an die Luft setzte. Zufälligerweise hatte Romanow erst unmittelbar zuvor die Aktienmehrheit des Klubs erworben und konnte hernach im Zuge der Trainerentlassung gemachte Versprechungen bezüglich des neuen Trainers nicht einhalten.
Fünf Monate später hievte Romanow dann Ivanauskas in das Cheftraineramt der Hearts und setzte sein mit Gutsherrenart noch arg freundlich umschriebenes Mäzenatentum unaufhaltsam fort; übrigens bis zum heutigen Tage und deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass etwa der von ihm zeitweise gewiss protegierte Ivanauskas ebenso auch von ihm auf gut Deutsch richtiggehend „enteiert" und zu seinem dann vorzeitigen Rückzug bei den Hearts auch eigentlich eher gedrängt wurde.

Wenngleich es der deutschen Medienöffentlichkeit wohl bislang nur noch nicht aufgefallen ist, dass die als Tätigkeitsfelder der mit Jena in Kontakt stehenden „Alpha Invest Group Corporation" der Geschäftsleute Tchichanov und Lujanov durchaus interessante Schnittmengen mit dem Imperium des Romanow aufweisen, zurück zum FC Carl Zeiss und seinem Saisonverlauf in der 2. Bundesliga: Auch Trainer Ivanauskas („Uns fehlt die Geilheit auf Tore!") konnte auch den Hebel beim FCC nicht auf Anhieb umlegen, musste sich etwa bei seinem Amtsantritt von Wehen Wiesbaden mit 1:5 böse vermöbeln lassen. Man erreichte beim vergleichbar schlecht gestarteten SC Paderborn 07 in einem dieser vermeintlichen „6-Punkte-Partien" gegen den Abstieg lediglich einen einzigen Zähler und steht nach einem Heim-1:2 gegen den SC Freiburg am vergangenen Wochenende mit sechs Zählern aus 11 Partien bereits mit dem sprichwörtlichen Rücken zur der vermeintlichen Wand.

Die Defensive des FC Carl Zeiss 

Der 23-jährige Daniel Kraus ist bereits der dritte in dieser Spielzeit vom FCC in Aktion gebrachte Torhüter. Der der eigenen Jugend entstammende Torhüter löste beim wichtigen Spiel in Paderborn am vorletzten Spieltag Ersatztorhüter Christian Person ab, den Aufstiegstorhüter des Sommers 2006, der im letzten Winter zunächst dem Georgier Lomaia und vor Saisonbeginn dem aus Bremen verpflichteten Kasper Jensen Platz zu machen hatte. Als Jensen, bis zur letzten Saison eigentlich Stammtorwart der U23 der Bremer in der Regionalliga und dort Mannschaftsgefährte von Borussias Sebastian Schachten, allerdings auch nach der Amtsübernahme von Ivanauskas - beim erwähnten 1:5 bei Wehen Wiesbaden - keine souveränere Figur gemacht hatte, durfte der 2005 aus Magdeburg geholte Person wieder ran.
Bezeichnenderweise blieb der Wechsel von Jensen zu Person keine Entscheidung aus fundierten Gründen, eher aus Aktionismus, denn dessen vorläufige Rückkehr in das Tor der Thüringer hielt gerade einmal drei Spielen stand. Einem Erfolg über Offenbach (2:0) und ein Remis gegen Fürth (2:2) folgend, beförderte den gebürtigen Greifswalder die Heimniederlage gegen 1860 München (0:2) und ein anschließendes, sechstägiges Trainingslager behände wieder aus dem Tor. Schon bei dem das Trainingslager beschließenden Testspiel gegen den Mansfelder SV (8:1) war dort Kraus zur Nummer 1 gekürt, wobei auch bei dieser Torwartwahl mehr die spontane Entschlussfreude zugunsten des Nachwuchstalents, als eine geplante ruhige Abwägung, die Entscheidung des neuen Cheftrainers prägte. Dass über die Dauerhaftigkeit solcher Vertrauensbekundungen bisweilen deutlich spekuliert wird, liegt in der Natur solcher abrupten Bestimmungen.

Kontinuität hat sich indes bereits in der Abwehrformation der Mannschaft eingestellt. Hatte Ivanauskas bei seinem Debütspiel zum Beispiel noch auf den Georgier Ilya Kandelaki gebaut und nach der 1:5-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden auch dort eine neue Formation gestellt, ist diese seit dem folgenden Spiel, das mit 2:0 gegen Offenbach gewonnen wurde, in den letzten fünf Ligaspielen stets stabil geblieben. Auf der rechten Verteidigerposition beispielsweise räumte das quirlige Nachwuchstalent Felix Holzner seinen Platz für den auch bereits in der 1. Bundesliga aktiven Sven Günther, einer gedrungen wirkenden Arbeitsbiene mit den Vorzügen eines Ballgewinners. Auf der linken Abwehrseite hat sich für FCC-Verhältnisse nun Michael Stegmayer etabliert. Der im Sommer aus Wolfsburg gekommene Linksfuß, der nach der Entlassung seines Kurzzeit-Förderers Klaus Augenthaler und den anschließenden personellen Umbrüchen in der Volkswagenstadt keine Zukunft besaß, probiert sich nach seinem lehrreichen Erstligajahr nun in Jena an den Profifußball zu gewöhnen, den er sich zuvor in der U23 von Bayern München erhofft hatte.

Das Abwehrzentrum der Jenaer und Jenenser bilden seit dem erwähnten Spiel gegen Offenbach die Routiniers Alexander Maul und Darlington Omodiagbe. Zunächst, und nach dem Abgang des dort in der Vorsaison herausragend agierenden Alexander Voigt, waren diese beiden Innendecker-Rollen, die schon zu Saisonbeginn von diesen Akteuren verkörpert wurde, ebenfalls der Rotation zum Opfer gefallen. Doch nachdem unter anderem der von Hertha BSC Berlin aus der U23 geholte Robert Müller gegen Wehen Wiesbaden böse gepatzt hatte, griff Ivanauskas auf den Nigerianer und den Franken zurück. Beide Spieler sind dabei grundsätzlich eher kampfstarke Akteure mit Stärken im Zweikampf und leichten Vorteilen in der Luft. Omodiagbe mehr als der als Mannschaftskapitän fungierende Maul weiß etwa bei Sprintduellen zu bestehen, Mauls Konzentrationsfähigkeit ist hingegen stärker ausgeprägt.

Wenigstens einer der elf Plätze in der Startaufstellung des FCC ist auch für einen defensiven Mittelfeldspieler vorgesehen, beim Heimspiel gegen den SC Freiburg (1:2) waren es deren zwei. Einer davon war dem beim Publikum im Kurs stehenden Mark Zimmermann, achtfacher Torschütze in der letzten Aufstiegsspielzeit, von Trainer Ivanauskas übergeben worden. Zimmermanns Zeit beim FCC schien mit Saisonstart auszulaufen, eine Versetzung in die zweite Mannschaft war dem 33-jährigen vermeldet worden, doch gegen Freiburg war der ursprüngliche Angriffsspieler in der Schaltzentrale im Mittelfeld wieder als wühlender Ballgewinner aktiv. Hier unterstützte er den unter einstigen Mainzer Stefan Kühne, der im Gegensatz zu Zimmermann auch in der Luft der hinter ihm spielenden Abwehr helfen kann. Zwar leicht dem gegnerischen Tor näher positioniert als Kühne und Zimmermann, aber von Haus aus auch eher ein defensiver Mittelfeldspieler, ist der ebenfalls zentral in Erscheinung kommende Niels Hansen, seines Zeichens Neuzugang vom SC Freiburg und von Ex-Trainer Neubarth mit der Aussicht auf eine Schlüsselrolle ins Thüringische gewechselt. Hansen ist ein bissiger, zweikampf- und schussfreudiger Akteur und vom Typus her qualifiziert für das defensive Mittelfeld, der gegen Freiburg eher rechts agierte.

Von den im Sommer aus Georgien geholten Defensivspielern Oniani, Seturidze und Kandelaki blieb bisher Ilya Kandelaki (vor allem links in der Abwehr) am häufigsten im Einsatz. Auch ein anderer Neuzugang des Sommers, der mit italienischen Papieren ausgestattete Argentinier Victor Lorenzón, einstmals für Fortuna Düsseldorf von Ex-Nationalspieler Thomas Berthold ausgegraben, ist von den Einsatzzeiten im Zeiss-Trikot bisher unterrepräsentiert geblieben. Der technisch gefällige Südamerikaner spielte zuletzt bei RW Essen und übte dort eine wichtige Funktion im Mittelfeld aus.

Die Offensive des FC Carl Zeiss 

Auf dem reinen Notizzettel Carl Zeiss besichtigender Fußballfreunde stehen gewiss die Namen Jan Simak und Sandor Torghelle vom Papier her an den obersten Positionen. Der tschechische Ex-Nationalspieler kostete im Sommer 2002 Bayer 04 Leverkusen einen beachtlichen Teil der Michael-Ballack-Ablösesumme und der ungarische Internationale ist wie kein zweiter Akteur mit dem einzigen Coup in der Trainervita des Lothar Matthäus verbunden, erzielte der Angreifer in dem in dessen Ägide als ungarischer Nationaltrainer abgehaltenen Ländervergleich zwischen Deutschland und Ungarn (0:2) im Sommer 2004 in Kaiserslautern beide Tore. Diese Leistung in diesem zur Würdigung des WM-Endspiels des Jahres 1954 abgehaltenen Freundschaftsspiel katapultierte den damals noch in seinem Heimatland aktiven Torjäger innerhalb von Stunden zu einem europaweit wie Sauerbier pfeilgebotenen Superstürmer. Einem regelrechten Kometen, bei dem es manch gewitzter Spielervermittler nicht unterlassen konnte Vergleiche mit Sándor Kocsis anzustrengen, dem Mittelstürmer der legendären „Goldenen Elf" um „Major" Ferenc Puskás, die 1953 in Wembley die bis dato daheim stets unbezwungenen Engländer demontierte.

Ebenso wie die Alkoholexzesse und die folgende Entziehungskur des liederlichen Simak diesen in die Position katapultierten sich über Sparta Prag, bzw. deren B-Elf, für ein Engagement bei Carl Zeiss empfehlen zu dürfen, hielt Torghelle in den letzten drei Jahren zwischen diesem Länderspiel in Kaiserslautern und seinem Wechsel nach Thüringen den mit seinen Engagements verbundenen Erwartungen nicht stand. Joonas Kolkkas Crystal Palace griff im August 2004 bei Torghelle bzw. bei MTK Budapest zu. Etwas über eine Million Euro überwies der Klub in die osteuropäische Metropole, um dann im Saisonverlauf festzustellen, dass Torghelle in einem ohnehin schwerlich dem Ligastandard entsprechendem Team mit einer eher konservativen Spielausrichtung nicht zur Entfaltung kommen würde. Den einzigen Angriffsposten, den Coach Dowie mittelfristig zur Verfügung stellen konnte, den behauptete der schon zuvor für Palace in Serie treffende Andy Johnson. Und zwar recht mühelos gegenüber einem schwer in den Tritt findenden und gänzlich unkonstant agierenden Torghelle.

Es folgte für Torghelle in der folgenden Saison ein glückloses Engagement unter dem italienischen Trainer Alberto Malesani bei Panathinaikos Athen, in dem er in 11 Ligaspielen ebenso torerfolglos blieb wie in seinen 12 Spielen für Palace in der Vorsaison. Wenig überraschend verzichtete Athen für die Spielzeit 2006/07 auf seine Dienste und er fand sich bei PAOK Saloniki wieder, dem damaligen Klub Marcin Mieciels. Dort erlebte Torghelle in zwölf Monaten drei Trainer (auf den zurückgetretenen Rumänen Ilie Dumitrescu folgte für drei Monate der Serbe Vukotic und nach dessen Entlassung kümmerte sich der Grieche Paraschos für sechs Monate um das Team) und er konnte immerhin einen Treffer in 24 Ligaspielen erzielen. Dennoch sah er häufig nur zu, wenn andere Spieler (vorzugsweise Marcin Mieciel) für den Klub ihre Tore erzielen konnten. Im abgelaufenen Sommer stand Torghelle dann wieder bereit für einen Vereinswechsel und ließ sich schlussendlich beim FC Carl Zeiss als neuer Angriffsleiter vorstellen - der Ankündigung ein Kracher zu sein, der leistete er mit 3 eigenen Treffern und einigen Torvorlagen bisher auch Folge und darf wohlan als penibel zu beachtender Stürmer bezeichnet werden, der an seinen „Sahnetagen" zwar nicht an die ausgefeilte Kreativität und Balltechnik eines Simak, jedoch an dessen Instinkteigenschaften heranreichen kann.

Während andere Stürmer des FCC, wie Nachwuchstalent Petersen (wichtiger Torschütze am 1. Spieltag bei Alemannia Aachen), deutlicher als Ergänzungsspieler betrachtet werden müssen, ist Sebastian Helbig wesentlicher noch als Torghelle als Stammstürmer zu sehen. Der während seiner Kölner Zeit chronisch abschlussschwache Ex-Himmelsstürmer des FC Energie Cottbus hat zwar in der aktuellen Saison noch nicht getroffen, sich aber vor allem beim FC Erzgebirge Aue den Torriecher zurückerarbeitet, von dem Jena schon in der Vorsaison zu profitieren hoffte. Damals aber fiel der Stürmer, den Jos Luhukay noch aus seiner Kölner Epoche hinreichend in Erinnerung haben dürfte, über sieben Monate mit einem Kreuzbandriss aus.
Stärker noch als Helbig im Tempogegenstoß zu gebrauchen ist der erst vor Wochenfrist definitiv unter Vertrag genommene Babacar N'Diaye, der zuletzt vertragslos war und sich über ein Probetraining bei den Thüringern andiente. Der gebürtige Senegalese stieg letzte Saison mit der SpVgg Unterhaching aus der 2. Bundesliga ab, hatte aber schon unter Ralf Rangnick bei Hannover 96 beachtlich von den Zuspielen des Jan Simak profitieren können. Zudem ist der optisch bisweilen zerbrechlich erscheinende N'Diaye, der sein Engagement in Thüringen mit einer Blessur begann, für einen Konterstürmer mit einer beachtlichen Körperlänge gesegnet.

Prinzipiell auch Stürmer ist Tobias Werner, ein Eigengewächs, dass im Spiel gegen Freiburg über die linke Mittelfeldseite seine Schnelligkeit auszuspielen versuchte, in der Nachspielzeit ein Kopfballtor erzielte, und vom Typ her seinem Mannschaftsgefährten Mark Zimmermann ähnlich erscheint. Ihm dürfte es (wie beispielsweise dem zuletzt verletzten Christian Fröhlich) liegen, wenn er sich mit Tempo dem gegnerischen Gehäuse zuwenden darf. Defensiv wie offensiv verwendbar ist Mittelfeldspieler Torsten Ziegner, der noch unter Ex-Ex-Trainer Weber das Herzstück der Mannschaft im zentralen Mittelfeld bildete und aktuell um den Wiedererhalt dieser Rolle unter Trainer Ivanauskas kämpft. Er erscheint mehr noch als der bereits erwähnte Hansen als möglicher Simak-Ersatz, sollte es nötig sein Simak zu ersetzen oder allgemein, sollte es nötig sein einen gestaltend denkenden Akteur zu bringen. 

Weist die Defensive des FCC durch Darlington Eglakhian Omodiagbe einen musikalisch klingenden Namen auf, die Offensive tut dies durch den zypriotischen Internationalen Konstantinos Charalambides, einen Offensivakteur für die rechte Spielfeldseite, der Mitspieler Sandor Torghelle von seinen vorherigen Stationen Panathinaikos Athen bzw. PAOK Saloniki kennt und in seinen bislang 6 Saisonpartien auch bereits einen Treffer für seinen neuen Klub markieren konnte.

Schiedsrichter

Zweimal leitete der Stuttgarter Markus Schmidt in der vergaqngenen Spielzeit Partien der Borussia. In der Rückrunde beaufsichtigte der beruflich als Referent tätige das Auswärtsspiel der Borussia bei Borussia Dortmund, einer der vielen Niederlagen mit einem Treffer Differenz. In der Hinrunde war er mit dem 1:1 daheim gegen Mainz 05 betraut, als die Borussia quasi mit dem Abpfiff eine 1:0-Führung herschenkte. Schmidt ist im Übrigen auch der Schiedsrichter der Partie Borussias bei Hertha BSC Berlin im Dezember des Jahres 2004 gewesen, die Borussia eine 0:6-Niederlage dort bescherte. Das letzte Heimspiel unter Schmidt Leitung gewann die Borussia Wochen später gegen den SC Freiburg, als Soumaila Coulibaly noch in Diensten der Breisgauer seine Fähigkeiten im Distanzschuß zu einer der fünf Tore bei diesem 3:2 nutzte.

 Bilanz 

Erneut kommt es für die Borussia zu einer Premiere. Pflichtspiele zwischen ihr und dem FCC aus Jena hat es bis zum heutigen Tage noch nicht gegeben, gleichwohl allerdings in Freundschaft abgehaltene Begegnungen während der Ägide Hans Meyers als Borussias Cheftrainer. In der Saison 2001/2002 traf man sich im Ernst-Abbe-Sportfeld am Abend des Champions League Finales (15. Mai 2002) zwischen Leverkusen und Real Madrid. Oberligist Carl Zeiss siegte mit 4:3. Als Zweitligist gastierte die Meyer-Elf an einem sonnigen Samstag (22. Juli) innerhalb der Saisonvorbereitung auf die Spielzeit 2000/2001 am Fuße der Kernberge, ihr Trainer verlebte einen launigen Nachmittag inmitten alter Bekannter und man fuhr schlussendlich mit einem 2:0 beim damaligen Regionalligisten in Richtung Venlo zum nächsten Vorbereitungsspiel der Saison.

Aufstellungen 

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Daems (Gohouri), Voigt - Ndjeng, Paauwe, Rösler, Marin (van den Bergh) - Friend, Neuville.
Ersatz: Gospodarek - Bögelund, Baumjohann, Coulibaly, Fleßers, Polanski, Svärd, Colautti, Lamidi, Rafael, Touma
Es fehlt
: Compper, Schachten (beide verletzt)

Jena: Kraus - Günther, Maul, Omodiagbe, Stegmayer - Hansen, Kühne, Simak, Zimmermann - Werner (Torghelle), Helbig.
Ersatz
: Jensen, Person - Hoffmann, Kandelaki, Müller, Oniani, Charalambides, Lorenzón, Ziegner, Petersen, N'Diaye, Fröhlich, Holzner
Es fehlt
: Allagui, Seturidze, Oswald (alle verletzt)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Assistenten
: Stephan Kammerer, Marco Fritz

SEITENWAHL-Meinung 

Thomas Zocher: Ich habe keinen Zweifel, dass die Borussia dieses durch und durch komplizierte Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss für sich entscheidet. Allerdings wird das Endergebnis von 3:1 nicht mit mancher Erwartungshaltung in Einklang zu bringen sein. Etwas, dass indes nicht die Angelegenheit der Borussia ist, die wieder zeigt, dass sie jeden Gegner respektiert und für sich genommen entsprechend achtet. Ob das das Publikum tut, zeigt sich, sollte Jena die Begegnung über weite Teile der Partie im Ergebnis offen gestalten. Dann ist das Borussenpublikum gefragt und das ist dann ja gern einmal nicht ganz so auf der Höhe.

Hans-Jürgen Görler: Nicht nur auf dem Papier ist es eine klare Sache. Auch auf dem Platz unterstreicht die Borussia mit einem 4:0 über das Team aus der Abstiegsregion einmal mehr die Aufstiegsambitionen.

Michael Heinen: Spiele wie die am Montag werden erst dann zu einem Problem, wenn wir davon überzeugt sind, sie ließen sich von alleine gewinnen. Die Pokalergebnisse vom Mittwoch können Jos Luhukay dabei helfen, seiner Mannschaft klar zu machen, dass man auch den Tabellen-Vorletzten ernst zu nehmen hat. Man frage nach in Köln und Stuttgart, wie schwer man sich gar gegen den Letzten der 2.Liga tun kann. In den letzten Wochen hat Borussia aber mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie gerade solche Spiele souverän zu bewältigen versteht. Die Pokalhelden aus Jena werden sich zwar sehr bemühen und wacker schlagen. Doch am Ende setzt sich die individuelle Klasse unseres Teams einmal mehr mit 2:0 Toren durch.

Mike Lukanz: Nach Köln, Fürth und Bayern München nun also Carl-Zeiss Jena. Das schreit förmlich nach den gängigen Mustern á la "Ligaalltag" und "auf´s Neue konzentrieren". Dabei ist die Sache relativ einfach. Gladbach ist Tabellenführer & Gastgeber. Mit dem 3:0 sind die Thüringer noch ganz gut bedient.

Christoph Clausen:  Eine schwierige Aufgabe: Ein Heimspiel gegen einen unterklassigen Gegner, da erwartete vom Tabellenführer jeder einen souveränen Sieg. Dabei hatte der Gegner aktuell manchen Anlass zur Euphorie, und nur ein minimales Nachlassen der Konzentration hätte den Abend für die Heimmannschaft sehr unerfreulich gestalten können. Weil man die Partie aber von Anfang an ernst nahm und sich schließlich die höhere individuelle Klasse der Einzelspieler durchsetzte, erfüllte der FC Bayern, gegen einen sich freilich tapfer wehrenden Gegner, seine Pflicht letztlich denn doch souverän. Die Aufgabe der Borussia am Montag ist nicht ganz unähnlich, denn der Gegner spielt zwar in derselben Liga, rangiert dort aber fast am anderen Tabellenende. Und auch die Jenenser haben nach dem aktuellen Pokaltriumph in Euphorie gebadet. In der Hoffnung, dass es die Borussia aber dem Tabellenführer der anderen Liga gleich tut, tippe ich ein auch im Ergebnis gleiches 3:1.

Christian Heimanns: Zwar geschlagen aber keineswegs gebrochen ist die Mannschaft zurück aus München. Mit dem Bewusstsein, auch in der vermeintlich ersten Bundesliga spielerisch momentan mithalten zu können, wird Jena gelassen mit 3:1 abgefertigt.


Der FC Carl Zeiss Jena im Internet: http://www.fc-carlzeiss-jena.de, http://board.fcc-supporters.de/phpBB2/index.php
Der Gegner im SEITENWAHL-Zweitligacheck: FC Carl Zeiss Jena .

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