TuS KoblenzKoblenz gilt für viele Fußballfans als eines der Synonyme für die mangelnde Attraktivität der Zweiten Liga. Wie mit Augsburg oder Wehen verbindet man mit der TuS wenig sportliche Historie, dafür um so mehr Fußball-Arbeit im Ringelreihen der vermeintlichen grauen Mäuse, die den Ligaaufenthalt für „Besseres“ gewöhnte Fußball-Urgesteine zu nichts weniger als einer Zumutung machen. Überraschend ist diese Unkenntnis nicht, gab es doch bislang noch kein Pflichtspiel zwischen beiden Teams. Es mag dem Verfasser dieser Zeilen als gebürtigem Koblenzer vergönnt sein, diesen Vorbericht dazu zu verwenden, die bestehenden Vorurteile abzubauen und dafür das wahrhaft Historische des 09. Zweitligaspieltags der Saison 2007/08 für die Legionen von Borussia-Fans aus dem Raum Mittelrhein zu würdigen. Entsprechend wird diesmal nicht Borussia selbst im Fokus stehen: Was die Elf vom Niederrhein betrifft, lassen wir es für heute bei der Feststellung, daß die aktuelle Entwicklung in erfreulich guten Bahnen verläuft.

Ähnlich wie viele Fußballklubs, so auch Borussia Mönchengladbach selbst, ist TuS Koblenz ein Produkt des Zusammenschlusses mehrerer Vereine, die ihrerseits bereits auf eine bewegte Geschichte seit Beginn des 20. Jahrhunderts und teilweise gar in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückblicken können. Der Hauptunterschied ist freilich der, daß TuS Koblenz seinen rasanten Aufstieg seit den 1930er Jahren unter einem anderen Namen, und zwar TuS Neuendorf - nach einem nördlichen Stadtteil, in dem der Verein ursprünglich angesiedelt war - nahm. Dies stellt ihn in eine Reihe mit Klubs wie dem Meidericher SV, der vor seiner Umbenennung in MSV Duisburg ebenfalls mehr Flair und Erfolge hatte als danach (entsprechend passend erscheint es, daß der mit Abstand bekannteste aus Koblenz stammende Fußballtrainer, Rudi Gutendorf, als Übungsleiter des Meidericher SV mit der deutschen Vizemeisterschaft 1963/64 seinen größten nationalen Erfolg erringen konnte).

Nach der üblichen bewegten (und oftmals kurzlebigen) Geschichte einer Handvoll von Vorgängervereinen schlossen sich 1934 vier in Neuendorf angesiedelte Sportvereinigungen zur „TuS Neuendorf 1911" zusammen, wobei das Jahr auf die Gründungszeit eines der wiederum Vor-Vorgänger - des pathetisch klingenden FC Deutschland - verweist und das heute noch gültige Kürzel „TuS" für „Turn- und Spielvereinigung" steht, weshalb es korrekt „die" TuS und nicht „der" TuS heißt. In derselben Ära begann die Stadt mit dem Ausbau des Stadions Oberwerth, in dem später bis zu 28.000 Zuschauer Platz fanden, wenngleich eine heutigen Sicherheitsstandards entsprechende Auslastung weit unter diese Zahl gelegen hätte (aktuell ist die Spielstätte, je nach Zuschnitt, für 15.000 bis gut 16.000 Besucher ausgelegt). Zwar liegt das Stadion einige Kilometer südlich des Deutschen Ecks und damit aus Neuendorfer Sicht auf der „falschen" Seite der Mosel, wenngleich immerhin der „richtigen" Seite des Rheins. Dennoch war es Stadt und Verein ein Anliegen, daß der Vorzeigeklub diese Kampfbahn zu seiner Heimstatt machen sollte (tatsächlich spielte man bereits seit Ende der 20er Jahre dort), um so auch nach außen hin den Anspruch als Nummer eins vor Ort - der stets umstritten war - zu dokumentieren.

Sportlich ging es ebenfalls rasant aufwärts, und 1937/38 wurde die TuS Rheinland-Meister. Bis 1943 (andere Quellen sprechen gar von 1944), und damit rund vier Jahre in den Zweiten Weltkrieg hinein, wurde trotz der zahlreichen Luftangriffe, die Koblenz wegen seiner strategischen Lage, aber auch als Experimentierfeld für alliierten Bombenterror erleiden mußte, ein mehr oder weniger ordentlicher Spielbetrieb aufrechterhalten, bis es zur kriegsbedingten Einstellung desselben und 1945 gar zur Auflösung des Klubs kam. Kurz darauf freilich lebte er unter seinem ursprünglichen Namen wieder auf und erlebte das erfolgreichste Jahrzehnt seiner Historie. Als Fußball-Oberligist (damals die höchste Spielklasse) nahm man dreimal an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft teil und kam 1948 gar ins Halbfinale, wo man ausgerechnet gegen den pfälzischen 1. FC Kaiserslautern - wohl stets noch der unbeliebteste Verein aus Sicht des nördlichen Rheinland-Pfalz - unterging.

Mit dem Ende der 1950er Jahre, spätestens aber seit der Gründung der Bundesliga 1963, nahmen die Dinge einen anderen Lauf. Die Kluft zwischen der Beletage des deutschen Fußball und der TuS, die sich nie wirklich auf ein allzu breites fußballinteressiertes Umfeld beziehen konnte, klaffte mehr und mehr auseinander. Man hielt sich noch in der erweiterten Spitzengruppe der Regionalliga Südwest und nahm gar Ende der 60er Jahre zweimal an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, setzte sich aber gegen Vereine wie etwa Tasmania Berlin nicht durch. Dennoch ergaben sich weiterhin vereinzelte Höhepunkte, an die sich heute im „besten Alter" befindliche Fußballfans - also solche, bei denen der Rücken zu schmerzen beginnt und sich die Erkenntnis durchsetzt, daß früher alles besser war - noch gerne erinnern. Hierzu zählt etwa das legendäre Entscheidungsspiel im Jahr 1976 um die Meisterschaft in der nunmehrigen Amateurliga Rheinland, der inzwischen dritthöchsten Klasse nach Gründung der Zweiten Bundesliga. Die TuS unterlag nach großem Kampf mit 1:2, und die Erinnerung, sich in einem völlig überbordenden Stadion an einem der Tornetze festhaltend das Spiel miterlebt zu haben, zählt zu den frühesten und besten Fußballerinnerungen des Verfassers dieser Zeilen.

Letztmals 1978 wurde Koblenz Rheinlandmeister, stieg aber nicht auf, sondern 1981 vielmehr in die Viertklassigkeit der Verbandsliga ab. Nahezu zeitgleich verschwand auch der Begriff „Neuendorf" aus den Fußballchroniken, denn gegen beträchtliche Widerstände von traditionsbewußten Fans (die letztlich den heute nach wie vor in den Kreisklassen beheimateten TuS Neuendorf 1982 gründeten) benannte man sich fortan in „TuS 1911 Koblenz" um - eine Anmaßung, deren Anspruch sich umgekehrt proportional zu den Leistungen auf dem Rasen verhielt.

Genau dies war die Zeit, in der sich Legionen von Fußballfans aus dem Mittelrhein der Nützlichkeit der Autobahn 61 besannen. In Ermangelung eines attraktiven Teams vor Ort hatten all jene, deren Fußballvorlieben in den 70er Jahren geprägt wurden, die Wahl zwischen Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Sei es wegen historischer Koordinaten, die im lange Zeit preußisch geprägten Koblenz weiter präsent waren, sei es aus einem verbreiteten Gefühl, daß man zum Rheinland gehörte und südlich der Stadtgrenze erst der Hunsrück und dann vor den Alpen nichts Nennenswertes mehr kam, oder sei es aus anderen Gründen (wie beim Verfasser dieser Zeilen, der erst Bayern-Fan war, bis er sich Ende 1975 wegen der Erfolglosigkeit der damals zehntplazierten Münchner den Tabellenführer der Bundesliga als neues Lieblingsteam erkor, und das war eben zufällig Mönchengladbach) - im Mittelrhein setzte eine massive Abwanderung an Sympathien ein, von denen das damalige Starensemble am Niederrhein profitierte. In so ziemlich jeder Schulelf spielte Vogts die Bälle Netzer zu, der sie dann zum Torschuß auf Heynckes paßte, während Kleff im Tor Däumchen drehte. Andere Vereine hatten da wenig Chancen: Trier war noch der große Rivale, Mainz existierte praktisch nicht, Kaiserslautern galt als sozial inakzeptabel, und Kölner tauchten bei diesen Bolzplatz-Spielen schon gar nicht auf. Zwar meinte der ÄffZeh, ab und zu auf dem Koblenzer Oberwerth ein Freundschaftsspiel austragen zu müssen, damit man am Zusammenfluß von Rhein und Mosel „richtigen Fußball" sehen konnte. Das Ziel, hierdurch neue Fangruppen zu erschließen, mißlang jedoch gründlich, und spätestens ein Blick auf die heutige Zweitligatabelle, in der TuS Koblenz und 1. FC Köln punkt- und torgleich sind, belegt, welche von beiden Seiten nachträglich recht hatte.

Kurzum, der Fußball wurde in den 80er und 90er Jahren stets mehr zu einem TuS-freien Raum. Natürlich mühte sich der einst so glanzvolle Verein weiter in der Verbandsliga und später in der ebenfalls viertklassigen Oberliga, erreichte jedoch nie mehr als den zweiten Platz und galt irgendwann als „unaufsteigbar". Die Zuschauer wurden älter und weniger (eine stets präsente Handvoll nörgelnder Fußball-Rentner bildete das Rückgrat der Zuschauer, wollte in Wahrheit aber nur für zwei Stunden der Herrschaft ihrer Ehefrauen entgehen unter dem für diese offensichtlich unglaubwürdigen Vorwand, auf dem Oberwerth ansehnlichen Fußball sehen zu können), die Namen der Gegner wurden hingegen stets länger und zunehmend von Bindestrichen durchsetzt. Krethi und Plethi gaben sich die Ehre, von der SV Tälchen Krettnach über die SG Ellingen-Bonefeld und den SC Halberg-Brebach bis hin zur größten Schmach von allen, den zwischenzeitlich ligagleichen Stadtteilteams aus Güls und Metternich.

Hätte damals jemand vorhergesagt, daß eines Tages TuS Koblenz und Borussia Mönchengladbach in derselben Liga spielen würden, er wäre umgehend in die Nervenheilanstalt im benachbarten Andernach eingeliefert worden. Tatsächlich kam in all den Jahren niemand auch nur ansatzweise auf eine derart verschrobene Idee - nicht, weil man Borussia den Abstieg aus der Bundesliga nicht zutraute, sondern weil man die TuS auch wirklich niemals mit einem Aufstieg wohin auch immer in Verbindung gebracht hätte. TuS und Borussia, das war Fußball auf zwei verschiedenen Planeten, und dies erklärt, warum es für Tausende Fans das Selbstverständlichste war und geistig immer noch ist, Anhänger Borussias und gleichzeitig glühender Fechter für irgendeinen Ortsverein am Mittelrhein zu sein.

All dies bedeutet nicht, daß Koblenz zur sportfreien Stadt wurde, im Gegenteil. Das Stadion Oberwerth blühte in den 80er Jahren auf und errang weltweite Aufmerksamkeit, doch nicht wegen des Rasenvierecks in der Mitte, sondern der Tartanbahn drumherum. Inspiriert vom Organisationstalent des unvergessenen Fredy Schäfer entwickelte sich das Koblenzer Abendsportfest zur Brutstätte für Leichtathletik-Weltrekorde insbesondere auf den Mittelstrecken, wo vor allem Steve Ovett und Sebastian Coe sich gegenseitig die Bestmarken über 1500 Meter und die Meile streitig machten. Edwin Moses lief gar einen Fabel-Weltrekord über die 400 Meter Hürden, der nahezu ein Jahrzehnt Bestand hatte und Moses heute noch zum zweitschnellsten Läufer aller Zeiten über diese Distanz macht. Der Verfasser dieser Zeilen hatte die Ehre, im Rahmen mancher Bundesjugendspiele über diese magische Bahn schleichen zu dürfen. Die sportlichen Leistungen verhielten sich jedoch zu denen von Coe, Ovett, Moses oder auch Harald Schmid ähnlich auseinanderklaffend wie der Leistungsvergleich zwischen TuS und Borussia: Der Unterschied war in menschlich nachvollziehbaren Größenordnungen nicht mehr meßbar.

Selbst als Borussia Anfang dieses Jahrzehnts in die Zweite Liga abstieg, wäre niemandem in den Sinn gekommen, man könnte irgendwann nach Koblenz zu einem Pflichtspiel reisen müssen. Koblenz war inzwischen nahezu inexistent und kämpfte gegen den sportlichen Abstieg in die Fünftklassigkeit sowie das wirtschaftliche Aus. Als letzteres 2003 knapp abgewendet werden konnte, setzet der Umschwung ein, und er bleibt bis heute mit einem Namen verbunden: Milan Sasic. Rund ein Jahrzehnt zuvor war der Kroate nach Deutschland gekommen, der Überlieferung nach, um einen Fußballverein zu trainieren, der nach den ihm gegenüber gemachten Äußerungen angeblich in der zweithöchsten Amateurklasse spielen sollte. Tatsächlich kickte besagter Klub in der zweithöchsten Kreisklasse. Es spricht für Sasic, daß er das Engagement dennoch annahm und mit seinen Freizeitkickern Aufstiege in Serie feierte, ehe er 2002 die TuS übernahm. Dort verhinderte er erst den Abstieg, stieg dann im Folgejahr in die Regionalliga auf, wo er sich mit einem Minimalkader von stellenweise kaum zwanzig Spielern in der oberen Tabellenhälfte festbiß, um wiederum in der Folgesaison als Vizemeister in die Zweite Liga aufzusteigen. In dieser Spielklasse hielt er die TuS stets von einem Abstiegsrang fern, wurde durch das seinerseits in mancher Situation überfordert wirkende Management jedoch kurz vor Saisonende vor die Tür gesetzt. Offiziell verwies man auf die Negativtendenz der letzten Spiele, tatsächlich aber dürfte dies ein Vorwand gewesen sein, um den zunehmend machtbewußten Sasic halbwegs elegant abzusägen.

Es kam Uwe Rapolder, und es kamen Spieler wie Fatmir Vata. Muß man mehr sagen? Zwar stieg die TuS nicht ab, doch ist inzwischen (mit Ausnahme von Philipp Langen) auch die allerletzte Person auf oder neben dem Spielfeld verschwunden, mit der man sich aus Koblenzer Sicht identifizieren könnte. Ja, der Verein ist geistig in der Zweiten Liga angekommen und verhält sich nach den angeblich unabänderlichen Mechanismen der Branche, wie der schäbige Umgang mit Sasic belegt. Er könnte jedoch genauso gut in Wanne-Eickel oder Buxtehude angesiedelt sein: Es würde keinen Unterschied machen, denn irgendetwas, das an die Historie des Klubs oder seine regionale Verwurzelung anknüpft, sucht man vergebens. Das einzige, was dezidiert Lokalkolorit hat, ist manche Verquickung von Interessen, die man merkwürdigerweise gehäuft gerade in Rheinland-Pfalz findet. So ist es ein Unding, daß ausgerechnet die wichtigste Zeitung vor Ort, deren Funktion es eigentlich sein sollte, unabhängig und neutral zu berichten, Hauptsponsor der TuS ist und beispielsweise die publicityträchtige Personalie Stepanovic als Sportdirektor durchdrückte, die Lachnummer schlechthin der letzten Jahre. Die Zugehörigkeit von Lotto Rheinland-Pfalz (mit den Sportbünden als Gesellschafter und unter Aufsicht des Finanzministeriums in Mainz) zum engeren Sponsorenkreis dürfte ebenfalls niemanden überraschen, erinnert man sich beispielsweise an die schlagzeilenträchtige Rolle, die dieser Organisation etwa im Dunstkreis der Skandalnudel aus Kaiserslautern zwischenzeitlich zugemessen wurde.

Alles in allem bleibt für das Spiel am Sonntag dreierlei festzuhalten. Erstens, und das ist durchweg positiv, wird Borussia kaum wieder in eine Stadt reisen, in der ein derart hoher Prozentsatz der Zuschauer im Stadion Sympathien für die Elf vom Niederrhein hat. Sicherlich ein Viertel der rund 15.000 Anwesenden im ausverkauften Stadionrund dürfte den Gästen die Daumen drücken, und ein nicht vernachlässigbarer Teil des Restes wird noch mit gewissen Sympathien für Borussia ausgestattet sein. Zweitens hat sich die TuS zu einem ernstzunehmenden Zweitligisten entwickelt, dem alles zuzutrauen ist. Schon die Aufstiege in die Regionalliga und die Zweite Bundesliga hielt man für „Betriebsunfälle" und wurde doch eines Besseren belehrt. Heute klingt ein Bundesligaaufstieg ebenfalls illusorisch, doch wer würde noch sein Vermögen dagegen wetten? Drittens aber, und das ist die Kehrseite, wirtschaftet der Verein von Rhein und Mosel mit Strukturen, die zerbrechlich sind wie dünnes Eis. Geht es einmal nach unten, dann kann es ganz schnell sehr weit nach unten gehen, denn die Wurzeln des Erfolges sind noch nicht dauerhaft verfestigt, allen Investitionen der Stadt und allen Bemühungen der Beteiligten zum Trotz. Würde der Verein - und vor allem seine Sponsoren - sich um etwas mehr Sympathien in der Fußballöffentlichkeit bemühen, so würde man einen eventuellen Mißerfolg sogar bedauerlich finden können. Noch aber ist die „neue" TuS ein Retortenverein, der für Borussia aus Fansicht kein Konkurrent ist und der in Koblenz zu wenig Identität stiftet.

Schiedsrichter:

Die letzte Niederlage der Borussia in der laufenden Saison ereignete sich am 3. Spieltag beim FSV Mainz 05. Mit einem fürchterlichen 1:4 reiste die Borussia heim, das Spiel hatte der Münchener Günter Perl beaufsichtigt. Der Groß- und Außenhandelskaufmann, der seit elf Jahren aktiv ist, war in der vergangenen Spielzeit beim Heimsieg der Borussia über Hertha BSC Berlin (3:1), beim 0:2 in Bochum und beim Heimsieg über Wolfsburg (3:1) eingeteilt. In der vorvergangenen Spielzeit leitete Perl die Partien gegen Mainz 05 an der Hennes-Weisweiler-Allee (1:0), bei Hertha BSC Berlin (2:2) und daheim gegen Arminia Bielefeld (2:0). In der laufenden Saison trat Perl neben dem Spiel in Mainz auch am ersten Spieltag in der 2. Bundesliga in Erscheinung, er beaufsichtigte den Auswärtserfolg des 1. FC Köln beim FC St. Pauli. In der ersten Bundesliga war er vergangene Woche beim 2:2 Wolfsburgs beim Hamburger SV im Einsatz und regelte zuvor die Angelegenheiten bei den Partien FC Schalke 04 - Arminia Bielefeld (3:0), Hansa Rostock - Borussia Dortmund (0:1) und Duisburg gegen Wolfsburg (1:3). In seinen insgesamt 7 Saisonspielen verteilte Perl 15 Verwarnungen, jedoch keinen Platzverweis.

Bilanz

Es handelt sich um das erste Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen.

Aufstellungen

Koblenz: Eilhoff – Grenier, Mavric, Bajic, Lomic – Hartmann, Sukalo, Pektürk, Dzaka – Djokaj, Vata.
Reserve: Gurski, Forkel, Richter, Wiblishauser, Cha, Traut, Ziehl, Bogavac, Daham, Polozani, Sahin.
Es fehlen: Evers, Langen, Nessos, Ouedraogo

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Gohouri, Voigt - Paauwe, Ndjeng, Marin, Rösler - Neuville, Friend.
Reserve: Gospodarek, Bögelund, Compper, Baumjohann, Coulibaly, Fleßers, Polanski, Svärd, van den Bergh, Lamidi, Rafael, Touma
Es fehlen: Colautti, Schachten (verletzt bzw. mit Trainingsrückstand)

Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Assistenten
: Roland Greth, Karl Valentin


SEITENWAHL-Meinung

Christoph Clausen: Roulettespieler setzen nach fünfmal rot gern auf schwarz, mit der Begründung, sechs mal rot hintereinander sei gar zu unwahrscheinlich. Natürlich ein Denkfehler: Ex ex ante liegen die Chancen auf sechs mal rot in Folge zwar nur bei 1:64, kam rot aber bereits fünfmal hintereinander, dann liegt die Chance auf ein weiteres eben wieder bei 50%. Im Fußball sind die Dinge komplizierter, weil Menschen, anders als Roulettenkugeln, einerseits von Erfolgserlebnissen beflügelt, andererseits aber auch zur Überheblichkeit verführt werden können. In der Hoffnung, dass am Sonntag ersteres überwiegt, wage ich einen 2:0-Auswärtssiegtipp.

Hans-Jürgen Görler: Sechs Siege in Folge? Nein, irgendwie mag ich das nicht glauben. Die Koblenzer haben zudem bewiesen, dass sie sogar in Unterzahl mit den vermeintlich Großen der vermeintlich kleinen Liga mithalten können. Deshalb werde ich über das 1:1 ganz froh sein.

Christian Heimanns: Jede Serie geht einmal zu Ende, aber unsere nicht in Koblenz. Nach dem ersten Antritt von Neuville wird man sich am deutschen Eck fragen, warum Baljic letzte Woche nicht freiwillig seine rote Karte eingeloggt hat. Am Ende heisst es 1:2 für Borussia und die Serie kann getrost in Uerdingen enden.

Michael Heinen: Man ist zwar auf einen Rückschlag irgendwie gefasst. Aber es wäre doch zu schön, mit einer Siegesserie ins Derby zu gehen. Allein deswegen wird sich Borussia noch mal besonders anstrengen und das Spiel 2:1 gewinnen. Neuville und Rösler heißen die Torschützen für Borussia bei einem Gegentreffer von Sukalo nach einem Eckball.

Mike Lukanz: Es ist schon seltsam: in der letzten Saison war man geneigt, fast jede Woche auf Sieg zu setzen, weil man den Glauben nicht verlieren wollte und innerlich: "Aber diesmal muss es klappen!" rief. Heute nun umgekehrte Vorzeichen. Alle wissen, dass diese Serie einmal reißen wird. Die Frage ist: wann? Da mir das übernächste Spiel bedeutend wichtiger ist und ein Warnschuss nie zur falschen Zeit kommen kann, tippe ich auf ein 2:0 für die TuS Koblenz. Danach sind 14 Tage Pause und Konzentration angesagt.

Joachim Schwerin: Blut ist dicker als Wasser. Zwar ist die TuS mit ihren Verantwortlichen und ihrem Kader weit entfernt von etwas, für das ich größere Sympathien empfinden könnte. Andererseits ist die TuS ein Klub aus und für Koblenz und nicht eine Veranstaltung derer, die sich ihrer derzeit bemächtigt haben und die über kurz oder lang wieder verschwinden werden. Insofern hoffe ich auf ein gutes Spiel und tippe ein 2:1 für die Heimelf, ohne daß ich mich bei einem anderen Ergebnis – und sei es einem 0:5-Auswärtserfolg – grämen müßte.

Thomas Zocher: Wer nur die vermeintlichen Spitzenspiele gewinnt, der wird merken, dass ihm am Saisonschluß Punkte fehlen. Wer vor allem die vermeintlichen Alltagspartien gewinnt, der hat am Schluß mehr Punkte. Konzentration und Kaderstärke der Borussia sind in einem Maße vorhanden, dass sie in Koblenz mit 1:0 gegen die TuS gewinnt. In einem Spiel, das vollauf klar macht, dass es weiterhin ein wirklich langer Weg bis zum Saisonziel ist und beweist, dass jeder Gegner mit Respekt zu behandeln ist.


Der Gegner im Internet: TuS Koblenz , Blau-Schwarz.com
Der Gegner im SEITENWAHL-Zweitligacheck: TuS Koblenz

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