FC St. Pauli HamburgIn ihrem 24. Saisonspiel besiegte die Borussia am heutigen Sonntagnachmittag im Heimspiel den gastierenden FC St. Pauli aus Hamburg durch den 15. Saisontreffer von Rob Friend mit 1:0. Bereits in der ersten Spielhälfte hatte der kanadische Nationalspieler einen Treffer erzielt, diesen von Schiedsrichter Rafati allerdings nicht anerkannt bekommen. So mussten die Borussenfreunde unter den nicht ganz 50.000 Zuschauern bis in die 63. Spielminute warten, ehe die Borussia mit einem dann auch seine Anerkennung findenden Tor die Weichen auf Heimsieg stellen durfte. Am Ende stand für die Mannschaft von Jos Luhukay unter dem Strich ein Arbeitserfolg, in dem sich die Gastmannschaft durch eine über weite Strecken beachtliche Darbietung als veritabler Kontrahent sehr achtbar aus der Affäre zog.

Mit der seit einigen Spielen bewährten und erfolgreichen Formation begann Borussia die Partie gegen die Gäste aus Hamburg. Bereits in der sechsten Minute durfte sich Paulis Torwart Borger beweisen. Marcel Ndjeng zog einen seiner gefährlichen Freistöße von der linken Seite in den Strafraum, doch Rösler konnte dem Ball keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben, so dass Borger mit dem Knie abwehren konnte. Der FC St. Pauli trat bereits in dieser Anfangsphase erfreulich offensiv auf und agierte nicht tief in der eigenen Hälfte stehend, wie es nahezu alle Mannschaften praktizieren, die als Gast in den BorussiaPark kommen. Diese Offensivbemühungen fanden dann in der 13. Minute ihren vorläufigen Höhepunkt, als Marvin Braun per Hackentrick nach gutem Zuspiel von Schultz nur knapp scheiterte.

Den Höhepunkt einer jeden Offensivbemühung sah der gut gefüllte BorussiaPark acht Minuten später: Rob Friend drehte nach einem Torerfolg jubelnd ab, doch registrierte wenige Momente später, dass Schiedsrichter Babak Rafati seinem 15. Saisontreffer wegen Foulspiels die Anerkennung verweigert. Marko Marin hatte vom linken Flügel in den Strafraum geflankt, der Kanadier Friend und Paulis Torwart Borger stiegen hoch, Borger konnte den Ball nicht festhalten und Friend schob den Ball ins leere Tor. Es verstrichen weitere 120 Sekunden, bis Borussias bester Torjäger erneut eine große Chance erhielt, sein Trefferkonto zu erhöhen. Gouhouris Pass verlängerte Ndjeng in den Lauf auf Oliver Neuville, der von der rechten Seite butterweich über Borger in die Mitte auf Friend flankte. Doch weder Friends Körpergröße noch seine Sprungkraft reichten aus, um den Ball per Kopf ins Tor zu befördern. Borussias bisher bester Spielzug endete spektakulär, doch ohne Torerfolg.

Insgesamt bewegte sich die Partie in der ersten Halbzeit trotz der genannten Torchancen auf einem eher mäßigen Niveau. Obwohl Pauli den Gastgebern den Gefallen tat und selber verhältnismäßig offensiv agierte, tat sich der Tabellenführer ungewohnt schwer, die sich bietenden Freiräume zu nutzen. Vor allem in der Spieleröffnung gab es einige Abspielfehler, insgesamt fehlte Tempo in der Lauf- und Ballbewegung. Dennoch, zwischen der 20. und 30. Minute hatte Borussia ihre beste Phase im ersten Abschnitt. Als Marin in der 27. Minute im Strafraum fiel, forderte der Gastgeber den Elfmeterpfiff von Rafati, doch auch hier lag der Unparteiische richtig, denn der Körpereinsatz von Rotherbach gegen den 19-jährigen Mitelfeldspieler war hart, aber noch im Rahmen eines normalen Zweikampfverhaltens. Röslers direkter Freistoß, der nur knapp am rechten Pfosten vorbeiflog, bedeutete nach einer halben Stunde Spielzeit die vorerst letzte nennenswerte Aktion aus Gladbacher Sicht. Die letzte Chance der ersten 45 Minuten hatte dann wieder St. Pauli. Roel Brouwers versäumte es, einen langen Pass der Gäste zu klären und auf Heimeroth zurückzuspielen. Gästestürmer Sako ging mit gestrecktem Bein dazwischen und hatte Glück, dass Rafati den Einsatz als nicht foulwürdig ansah, doch der Stürmer schaffte es nicht, Christofer Heimeroth in direkter eins-zu-eins-Situation zu bezwingen. So ging es torlos in die Kabinen.

Das Spiel war mäßig im ersten Abschnitt. Dies waren sich scheinbar auch beide beteiligten Mannschaften bewusst, denn als ein Großteil des Publikums noch mit den üblichen Halbzeittätigkeiten beschäftigt war, hatte erneut Marvin Braun die große Chance, sein Team in Führung zu bringen, doch er scheiterte aus kurzer Distanz kläglich und setzte die Kugel nebens Tor (46.). Den schnellen Start wollte sich Borussia nicht von den Gästen nehmen lassen, denn nur eine Minute später scheiterten nacheinander Rob Friend und Oliver Neuville am starken Patrik Borger. Der entwickelte sich im Laufe des Spiels zum besten Mann auf dem Platz, nachdem er in der laufenden Saison seinem Team durch haarsträubende Fehler schon oft Punkte gekostet hat. Auch Marcel Ndjeng konnte sich zwei Minuten nach der Doppelchance von Friend und Neuville von Borgers guter Form überzeugen, der Ndjengs Linksschuss zur Ecke abwehrte.

Borussia erhöhte den Druck, das Spiel war nun abwechslungsreich und hatte ein hohes Tempo. Sharbel Touma, schon recht früh während der zweiten Halbzeit für den schwachen Ndjeng gekommen und nun für die Standards verantwortlich, lief in der 63. Minute zu einem Freistoß von der rechten Seiten an. Der Flankenball, eigentlich leicht getreten, war lange in der Luft, aber nicht lange genug für den für Rob Friend eingeteilten Abwehrspieler, denn der Kanadier löste sich geschickt und nutzte sein überragendes Sprungtiming, um den Ball wuchtig und ohne Abwehrchance für Gästetorwart Borger ins kurze Eck zu köpfen, 1:0.

Das Tor löste bei Borussia die letzte Verkrampfung, denn nach der insgesamt verdienten Führung agierte weiterhin nur die Mannschaft von Jos Luhukay. Marko Marin versuchte ein ansehnliches Dribbling mit einem Torerfolg zu krönen, doch übersah den deutlich besser postierten Patrick Paauwe im Rückraum, was ihm postwendend einen Rüffel vom defensiven Mittelfeldspieler Borussias einbrachte (69.). Weitere zwei Minuten später war es Sharbel Touma, der vom rechten Flügel in den Strafraum zog, doch auch diesen Schuss konnte Patrik Borger parieren. St. Pauli agierte zwar offensiver, doch die veränderte Taktik der Gäste machte sich weniger in eigenen Chancen als in noch mehr Kontergelegenheiten für Borussia bemerkbar. Rob Friend schickte seinen Sturmpartner Neuville mit einem schönen Pass auf die Reise, Borussias Kapitän lief alleine auf Borger zu, vergab diese hochkarätige Chance aber zu leichtfertig (78.). Bis zum Schlusspfiff kamen die Hamburger nur noch zu einer Schusschance, während Borussia alles daran setzte, Patrik Borger zum besten Mann des Spiels zu machen. Coulibaly mit gutem Linksschuss (79.), Rösler per Kopf (85.) und in der Schlussminute noch einmal Touma freistehend scheiterten am Schlussmann des FC St. Pauli.

Das 1:0 stand wenige Minuten später fest, dem Jubel im Stadion war eine große Portion Erleichterung beigemischt. Ein Arbeitssieg in einem vor allem in der zweiten Halbzeit ansehnlichen Spiel beschert Borussia ihren dritten Sieg in Folge und zumindest bis Montagabend sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz. Einziger Wermutstropfen am gestrigen Tag war die fünfte gelbe Karte für Mittelfeldchef Patrick Paauwe, der damit beim wichtigen Spiel auf dem Aachener Tivoli in der kommenden Woche fehlen wird. In einer insgesamt guten Gladbacher Mannschaft stachen Rob Friend und Christofer Heimeroth hervor, der seinen Kasten wie schon so oft unspektakulär, aber wirksam sauber halten konnte. Mann des Spiels war allerdings Patrik Borger im Tor der Gäste, der eine deutlich höhere Niederlage seiner Mannschaft quasi im Alleingang verhinderte. Sein Trainer Stanislawski haderte nach Schlusspfiff mit den vergebenen Möglichkeiten, die durchaus vorhanden waren. Nach drei Pflichtsiegen in Folge steht für Borussia nun auf dem Aachener Tivoli ein wichtiges und schwieriges Spiel bevor. Auch dort wird es nur drei Punkte geben, doch für Fans und Umfeld sind Siege gegen Aachen mehr wert als nur diese drei Punkte.

Borussia: Heimeroth - Bögelund, Brouwers, Gohouri, Daems - Paauwe - Ndjeng (Touma 60), Marin (Coulibaly 76) - Rösler - Neuville (Voigt 83), Friend.

St. Pauli: Borger - Rothenbach, Morena, Eger, Braun (Schnitzler 78) - Schultz (Kuru 72), Boll - Biermann (Bruns 82), Trojan - Sako, Takyi.

Tor: 1:0 Friend (62.).

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 48.418 (89,63 %)

Gelbe Karte (Borussia): Paauwe (5, im nächsten Spiel gesperrt)

Rote Karten: -

Besondere Vorkommnisse: Auch im sechsten Zweitligaspiel beider Teams gegeneinander hieß der Sieger zum sechsten Mal Borussia, in der Hinrunde dieser Saison trafen Friend, Rafael und Rösler zu einem 3:0-Auswärtssieg. Im dritten Spiel in Folge blieb Christofer Heimeroth im Borussentor ohne Gegentor, genauso oft dauer Borussias jüngste Siegesserie. Im vierten Spiel in Folge holte Borussia wenigstens einen Punkt. Unter den eingesetzten 28 Spielern in dieser Partie befand sich ein gebürtiger Mönchengladbacher - der frühere Borussenjunior René Schnitzler im Dress des Gastes.

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