Rob Friend Im ersten Heimspiel der Zweitligasaison 07/08 kam Borussia heute über ein enttäuschendes 0:0 gegen den Regionalligaaufsteiger 1899 Hoffenheim nicht hinaus. Vor knapp 40.000 Zuschauern im gut gefüllten BorussiaPark bekam die Mannschaft von Jos Luhukay heute einen ersten Eindruck dessen, was sie in den noch folgenden 32 Spieltagen erwarten wird. Ein unbequemer Gegner, der, tief in der Defensive stehend, nur schwer zu knacken sein wird. Es bleibt zu hoffen, dass die offensiven Neuzugänge des Sommers recht bald so integriert sind, dass sie ihre Qualität ins Spiel der Borussia einbringen können, damit nicht, wie am heutigen Sonntag, nur ein Stürmer in einem Heimspiel auflaufen muss.

Trainer Jos Luhukay überraschte mit der Anfangself. Sage und schreibe vier Stürmer saßen zu Beginn des Spiels auf der Bank. Neben Neuzugang Roberto Colautti, der unter der Woche aus Israel verpflichtet wurde, mussten auch Neuville, Rafael und Rob Friend auf der Ersatzbank Platz nehmen. Sascha Rösler begann wie schon beim Auftaktspiel in Kaiserslautern als einzige Spitze. Der wiedergenesene Steve Gohouri nahm seinen Platz in der Innenverteidigung ein, sodass Patrick Paauwe ins defensive Mittelfeld neben Sebastian Svärd rückte. Eugen Polanski fiel durch eine Verletzung ohnehin aus.

Borussia übernahm zwar optisch das Spiel, die ersten Chancen hatte jedoch der Gast aus Hoffenheim. In der fünften Minute scheiterte der aus Aachen nach Hoffenheim gewechselte Ibisevic mit einem Schuss aus elf Metern an Heimeroth, der den Ball mit einem Reflex an den rechten Außenpfosten lenken konnte. Die Gäste blieben gefährlich, denn in der 11. Minute hätte Paljic zwingend die Führung für seine Mannschaft erzielen müssen. Kasper Bögelund verlor einen Zweikampf, Paljic lief alleine auf Heimeroth zu, seinen unplatzierten Schuss konnte Gladbachs Schlussmann zur Ecke abwehren. Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, denn Borussia war in dieser Anfangsphase zwar bemüht, das Spiel zu kontrollieren, hatte auch die größeren Spielanteile, aber in der Defensive agierte man bisweilen zu unkonzentriert.

So dauerte es bis zur 16. Minute, bis Borussia ihren ersten Torschuss abgab. Sebastian Svärd probierte es aus der Distanz, sein Schuss, der in Ermangelung geeigneter Anspielstationen abgegeben wurde, strich jedoch am linken Pfosten vorbei.
Marko Marin sorgte mit seinen Dribblings immer wieder für Gefahr, auch wenn der letzte Pass fehlte. Dennoch, ab der 25. Minute nahm Borussia das Heft immer mehr in die Hand, die Angriffe wurden druckvoller. Fast alles lief über Coulibaly, Marin und Rösler, der im Sturmzentrum oft zu alleine war. In der 30. Minute scheiterte der Ex-Aachener dann mit einem Kopfball an Hoffenheims Torwart Haas.

Die Gäste wurden in dieser Phase schwächer und agierten deutlich defensiver, was mehr an Borussias konzentrierterem und druckvollerem Spiel lag, nachdem man die Anfangsviertelstunde ein wenig verschlafen hatte. Dennoch hatte man weiterhin und bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Hartmann große Probleme, Torchancen herauszuspielen. Immer wieder blieb man im engmaschigen Netz der Hoffenheimer Defensive hängen. Sascha Rösler war in der Sturmmitte viel unterwegs und arbeitete enorm, doch zu häufig war er auf sich alleine gestellt. Die Defensive um Brouwers und Gohouri hatte einige Wackler in ihrem Spiel, stand aufgrund der nachlassenden Offensivbemühungen der Gäste jedoch meist sicher. Die Außen Bögelund und Voigt schalteten sich bei Bedarf zwar in die Offensive mit ein, Gefahr bringende Flanken waren von beiden nicht zu sehen. Svärd und Paauwe konzentrierten sich ebenfalls zu sehr auf ihre Defensivaufgaben, so dass Coulibaly, Marin und Rösler kaum Unterstützung fanden. Marcel Ndjeng, der wie in Kaiserslautern in der Startelf stand, blieb in diesen ersten 45 Minuten weitgehend blass.

Marko Marin probierte es dann kurz vor der Halbzeit mit einem direkten Freistoss, doch sein mit dem rechten Fuß um die Mauer gezirtelter und aufs rechte Toreck platzierter Schuss wurde von Daniel Haas gut pariert. So ging es mit dem torlosen Unentschieden in die Pause, begleitet von zum Teil lauten Pfiffen des Mönchengladbacher Publikums.

Jos Luhukay reagierte zu Beginn der zweiten Halbzeit endlich und brachte mit Rob Friend den längst überfälligen zweiten Stürmer. Rob Friend agierte nun in vorderster Front, für ihn musste Sebastian Svärd in der Kabine bleiben. An der grundsätzlichen Ausrichtung änderte dieser Wechsel nur marginal etwas, denn Rösler bildete nun zwischen Coulibaly und Friend eine hängende Spitze mit Freiheiten nach vorne.

Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste aufgehört hatte. Borussia war spielüberlegen und bemüht, aber nicht effektiv. Der Ball lief bis Mitte der gegnerischen Hälfte recht sicher, der finale Pass fand indes nicht statt. Anspielstationen waren Mangelware, so griff Borussia zum schon verdrängten Mittel der langen Bälle, die auf Rob Friend oder Sascha Rösler geschlagen wurden. Der Kanadier, der aufgrund seiner Statur von Flanken und hohen Zuspielen von den Flügeln lebt, wurde in dieser Hinsicht ignoriert. Nicht eine brauchbare Flanke flog bis zu diesem Zeitpunkt, wo noch circa 30 Minuten zu spielen waren, in den Strafraum von 1899 Hoffenheim.

In der 64. Minute scheiterten dann kurz nacheinander Marcel Ndjeng an Daniel Haas und Sascha Rösler mit seinem Nachschuss an einem Hoffenheimer Verteidiger, der auf der Linie klärte. Das Publikum forderte lautstark die Einwechslung von Nationalstürmer Oliver Neuville, weil man auch auf den Rängen erkannte, dass die Schlagkraft im Sturm weiter erhöht werden muss, wollte man dieses erste Heimspiel gegen die unbequemen Hoffenheimer gewinnen. Ralf Rangnick hatte seine Truppe bis zu dieser Phase geschickt eingestellt. Aus einer massiven Deckung heraus wurden gefährliche Konter gespielt, die lediglich in ihren letzten Zügen an Konsequenz vermissen ließen. Gefährlich wurde man in der zweiten Halbzeit nur durch Distanzschüsse.

Zwanzig Minuten vor Ende kam Oliver Neuville für Coulibaly, was eine Umstellung auf ein klassisches 4-4-2 zur Folge hatte. Borussia erhöhte weiter den Druck, Hoffenheim verlagerte alles auf die eigene Defensive. Die Chancen für Borussia kamen nun im Minutentakt. Zuerst scheiterte Neuville aus kurzer Distanz und nach schönem Zuspiel von Rösler an Daniel Haas, die nachfolgende Ecke fiel auf den Kopf von Rösler, dessen Kopfball nur knapp über die Querlatte flog.
In der 86. Minute trieb Compper den Ball durch das Mittelfeld, wo er über Sascha Rösler zu Alex Voigt auf die linke Seite kam. An dessen scharfer Hereingabe rutschten sowohl Neuville als auch Rob Friend vorbei und Marin schoss am zweiten Pfosten vorbei. Auch ein direkter Freistoss von Oliver Neuville fand in der 90. Minute nicht sein von den Gladbacher Fans ersehntes Ziel. Schon in der Nachspielzeit befindlich, ergab sich dann für Sascha Rösler völlig unverhofft die große Chance zum Siegtreffer. Paauwe hatte den Ball nach vorne geflankt, die Abwehr der Hoffenheimer hielt kollektiven Tiefschlag, doch Röslers strammer Schuss war zu unplatziert und strich am rechten Pfosten vorbei ins Toraus. Kurz danach pfiff Schiedsrichter Hartmann die Partie ab.

Borussia wurde für ihre Bemühungen in der zweiten Halbzeit nicht mehr belohnt. In der Offensive insgesamt zu wenig schlagkräftig, dauerte es im Grunde bis zur Schlussphase, bis druckvoll auf des Gegners Tor gespielt wurde. Nachdem man in der ersten Viertelstunde noch zu unkonzentriert und vorsichtig agiert hatte und den Gästen aus Baden-Württemberg sogar einige sehr gute Torgelegenheiten erlaubte, übernahm man ab Mitte der ersten Halbzeit das Spielgeschehen und war bis zum Ende die spielbestimmende Mannschaft. Bei vier auf der Bank befindlichen Stürmern ist es für den Beobachter indes schwer nachzuvollziehen, warum erst gegen Ende mit Rösler, Friend und Neuville drei etatmäßige Offensivkräfte zusammen auf dem Platz standen.

Borussia: Heimeroth - Bögelund, Gohouri, Brouwers, Voigt - Svärd (Friend, 46.), Paauwe - Ndjeng (Compper, 82.), Coulibaly (Neuville, 71.), Marin - Rösler

Hoffenheim: Haas - Janker, Jaissler, Nilsson, Löw - Vorsah, Teber (Salihovic, 32.)- Weis (Mesic, 53.), Copado, Paljic (Hesse, 81.) - Ibisevic

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten (Borussia): Gohouri, Compper

Zuschauer: 39.414

Besondere Vorkommnisse: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte traf die Borussia auf die TSG Hoffenheim 1899. Der am 1. Juli 1899 gegründete Verein spielte noch Anfang der 1990iger Jahre in den untersten Amateurklassen, ehe regelmäßige Aufstiege den Verein zunächst bis in die Regionalliga führen. Von dort stieg der Klub in diesem Sommer in die 2. Bundesliga auf. Erstmals als Schiedsrichter bei einem Spiel der Borussia aktiv war der Ingolstädter Robert Hartmann, der erst seit 2 Jahren innerhalb des DFB als Schiedsrichter aktiv ist und in dieser Saison als Neuling die Schiedsrichter der 2. Bundesliga ergänzt. Das letzte Heimspiel der Borussia in der 2. Fußball-Bundesliga fand am 20. Mai 2001 statt, damals bezwang die Borussia den Chemnitzer FC mit 3:0 Toren.

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