Mit einer Punkteteilung im Gepäck machte die Borussia sich nach der Partie beim 1. FC Kaiserslautern in ihrem ersten Saisonspiel auf die Heimreise. Zwei Tore in der Schlussphase hatten eine durchschnittliche Partie zum Ende hin in eine hektische verwandelt, in der die Borussia einen Rückstand in unmittelbarer Form wettmachen konnte.

In einer im Vergleich zur Pokalpartie in Osnabrück veränderten Startformation begann die Borussia in Kaiserslautern die diesjährige Spielzeit, so war beispielsweise Steve Gohouri kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen. Trainer Jos Luhukay zog dafür Patrick Paauwe neben Roel Brouwers in die Innenverteidigung, ließ neben Kasper Bögelund auch Alexander Voigt statt Marvin Compper auf Außen verteidigen. Durch die Versetzung von Paauwe in die Abwehr war im defensiven Mittelfeld Eugen Polanski in die Anfangsformation gerutscht, dort agierte er neben Sebastian Svärd und hinter Soumaila Coulibaly, der von Marko Marin (links) und dem erst kürzlich zur Borussia gestoßenen Marcel Ndjeng (rechts) flankiert wurde. Ersatzkapitän Sascha Rösler war es vorbehalten, die vorderste Speerspitze zu verkörpern.

Knall auf Fall begann die Partie, gleich mit ihrer ersten Aktion kam die Borussia einem Torerfolg nahe, doch der von Coulibaly steil geschickte Marcel Ndjeng kam mit dem Ball nicht am herauseilenden Torwart der Heimelf vorbei, so dass die Chance letztlich ohne Torabschluss endete und die Borussia eben nicht mit einer frühen Führung in eine von der sogleich aggressiv zu Werke gehenden Heimelf stürmisch geführte Anfangsviertelstunde startete. Hier entwickelten die Pfälzer optische Vorteile, vor allem weil die Borussia nur selten in der Lage schien den Ball über mehrere Stationen sauber bis an den Lauterer Strafraum zu spielen. Immer wenn sie dies aber tat, was sich vor allem gegen Ende der ersten Halbzeit deutlicher abzeichnete - etwa bei einer Flanke von Marko Marin im Dunstkreis des Pausenpfiffs - konnte sie sich sogleich gefährlicher in Szene setzen. 

So gehörte jedoch durch ihre optische Überlegenheit die Anfangsviertelstunde den Gastgebern, die zwar hierbei zu keiner wirklich nennenswerten Torgelegenheit kamen, die sich aber immer wieder kraftvoll in Richtung des von Christopher Heimeroth gleich von Beginn an in souveräner Manier gehüteten Gehäuses schoben. Hier gelang es der Borussia, die bemüht war keine Hektik in ihrem Spiel zuzulassen, aufziehende Gefahr durch gegnerische Angriffe meist noch vor dem Torabschluss zu unterbinden. Nicht so in der 19. Spielminute, als plötzlich der Lauterer Neuzugang Jendrisek frei vor Heimeroth auftauchte und zu einem Schuss ansetzte, den dieser parierte, der aber aufgrund eines Abseitspfiffs des Schiedsrichtergespanns ohnehin zu einer Nichtigkeit degradiert worden war.

Borussia versuchte in dieser Phase, wie erwähnt, zu selten den Ball effektiv laufen zu lassen und die Gastgeber durch höhere individuelle Klasse auf diesem Gebiet in eine defensivere Position zu drängen. Oftmals blieben ihre Offensivbemühungen lange und hohe Anspiele auf den bei Ouattara in guten Händen seienden Sascha Rösler, der nahezu überhaupt nicht ins Spiel eingebunden war und mit der Zeit begann auf immer isolierterem Posten zu sein. Kaum ein Kopfballduell entschied der ehemalige Aachener für sich, selten bekam er in dem beinharten Duell mit seinem Gegenspieler zudem Schützenhilfe von Referee Rafati, der in der 34. Spielminute Kasper Bögelund nach einem Vergehen auf Höhe der Mittellinie eine Gelbe Karte zuerkannte und ansonsten Glück hatte, dass die kampfbetonte Partie zu diesem Zeitpunkt größtenteils in den vorgesehenen Bahnen verlief. So blieb Rafati für seine Verhältnisse eher großzügig in der Foulbewertung und ließ hüben wie drüben manch rüde erscheinendes Vorgehen des jeweils verteidigenden Spielers mit kaum mehr als warnenden Worten vorüberziehen.

Neben einigen nicht einmal als Halbchancen zu skizzierenden Torschußversuchen der Gastgeber zwischen der 20. und 35. Spielminute sprang den Pfälzern in der 36. Spielminute eine Freistoßsituation aus mehr als 25 Metern Torentfernung zur Erlangung einer echten Torgelegenheit zur Seite, doch jener von Patrice Bernier zum Tor hin gezirkelte Freistoß verfehlte sowohl den am langen Pfosten mit einem langen Bein hineinstürzenden Runström wie das Aluminium des Borussengehäuses. Es war allerdings eine ernstzunehmende Gelegenheit für die Gastgeber, die ihre Offensive in den restlichen Minuten der ersten Spielhälfte nicht weiter zu beleben wussten und dafür wieder stärker in der Defensive gefordert wurden.

Dazu hatte auch der lebendig wirkende Marko Marin beigetragen, wenngleich der torgefährlichsten Situation der Borussia in diesen Minuten ein Foul an Marcel Ndjeng vorausgegangen war. Der resultierende Freistoß der Borussia mündete in einen krachenden Distanzschuß des zuvor vor allem durch seine Ballsicherheit und seine fortwährende Anspielbarkeit auffälligen Soumaila Coulibaly. Borussias Neuzugang donnerte nach einem kurzen Zuspiel des erwähnten Marin hierbei den Ball in Richtung des Tores der Gastgeber, die letztlich aber froh waren, dass Coulibalys Schuß rechts neben dem rechten Pfosten in die Werbebande krachte und sie infolge einer Spielhälfte, in der sie offensiver gefährlicher waren, nicht mit einem Rückstand in die Pause zu gehen hatten.

Aus dieser kam die Borussia unverändert, die Gastgeber aber auf exakt einer Position verändert. In den Anfangsminuten zeichnete sich ein ähnliches Bild ab wie zu Spielbeginn, die Pfälzer wollten den Führungstreffer bisweilen in erheblicher Form erzwingen, die Borussia indes war bemüht diese stürmischen Attacken möglichst unaufgeregt abzuwehren. Dies gelang ihr hier jedoch weniger überzeugend als noch zu Spielbeginn, zu der vorher zu verzeichnenden optischen Überlegenheit des 1. FC Kaiserslautern gesellte sich deshalb bis zur 60. Spielminute auch ein anwachsendes Chancenplus für den ehemaligen deutschen Fußballmeister.
Die Gelegenheiten des Björn Runström (47., 48.), die seines slowakischen Mannschaftskollegen Erik Jendrisek (50.) und auch die Chance des zur Pause gekommenen Stachnik (58.) beziehungsweise eine weitere Möglichkeit für Runström (64.) sind der augenscheinlichste Beleg dafür. Wenngleich diese - so sie nicht am Gehäuse vorbei flogen - alle letztlich spätestens von Christofer Heimeroth entschärft werden konnten.

Unwidersprochen ist dennoch, dass der 1. FC Kaiserslautern mittlerweile weit mehr zur Erringung des Sieges investierte als die Borussia, die sich erst um die 70. Spielminute wieder wirksamer aus der Umklammerung der gastgebenden Mannschaft entziehen konnte. Die dennoch nicht nachlässigen Borussenspieler brachten die Partie damit wieder nachhaltiger unter ihre Kontrolle, ihnen fehlte es aber in der Offensive merklich an Durchschlagskraft. Wenn sie dahingehend so etwas wie Gefahr entwickelten, dann war meist Marko Marin beteiligt. Doch der Youngster hatte in jener Phase des Spiels seinerseits aber auch mit Konzentrationsschwächen zu jonglieren, durch die er seinem geleisteten Kraftaufwand innerhalb des Borussenspiels Tribut zollen musste; auch wenn Marin bis zum Spielende auf dem Feld verblieb, der von Jos Luhukay initiierte Doppelwechsel eine Viertelstunde vor dem Ende war absolut notwendig geworden.

Rob Friend (für Marcel Ndjeng) und Sharbel Touma (für Soumaila Coulibaly) hießen Borussias neue Kräfte in einem zu dieser Zeit nicht unmittelbar vor einem der beiden Tore stattfindenden Match. Touma orientierte sich dabei auf die Ndjengsche Position rechts im Mittelfeld, Rob Friend rückte für den ins Mittelfeld weichenden Rösler in die Sturmspitze. Vor allem das Spiel Röslers profitierte von dieser Umstellung. Der als Kapitän aufgebotene konnte nunmehr effizienter am Borussenspiel teilnehmen und sich positiver einbringen als noch zuvor, als er als verkappte Sturmspitze größtenteils auf verlorenem Posten war.

Bevor der Lauterer Coach Kjetil-André Rekdal zur 83. Spielminute seinen letzten verbliebenen Wechsel vollzog, wurde es im Borussenstrafraum erstmals wieder brenzliger, doch Roel Brouwers bekam zwischen den Kopfball des Sebastian Stachnik und der Torlinie noch seinen Kopf und verhinderte so - auf Kosten eines Eckballs - die mögliche Führung der Hausherren. Diese fiel allerdings unmittelbar im Anschluss, bei einem Freistoß aus größerer Torentfernung von der rechten Angriffsseite der Heimelf verfehlte zunächst der eingewechselte Ziemer das hereinfliegende Spielgerät mit dem Kopf. Dieser Umstand erwies sich als Fügung für seinen Mitspieler Bohl, der recht gegenspielerfrei in cirka 20 Metern Torentfernung den Ball unter Kontrolle und an dem machtlosen Heimeroth vorbei zur Führung seiner Elf in das äußere Toreck schlenzen konnte.

Sascha Rösler Die Gastgeber schienen somit oben auf und nunmehr einem wahrscheinlichen Heimsieg entgegenzusteuern. Das ohnehin enthusiastische Publikum des Fritz-Walter-Stadions zeigte sich dementsprechend aufgewühlt und so war es optimal, dass die Borussia im Grunde schon im Gegenzug zum Ausgleichstreffer kam, erzielt von Sascha Rösler per Kopfball während eines von Marko Marin ausgeführten Freistoß von der linken Seite. Aus dem Gewühl am Fünfmeterraum zirkelte der in Tettnang geborene Borusse mit ein wenig Gefühl den Ball an dem auf der Torlinie kauernden Kaiserslauterer Schlussmann Fromlowitz vorbei in das Tor (85.) und versetzte damit nicht nur die mitgereisten Borussenfans in Jubel - bei den Gastgebern stiftete das scheinbar absolut nicht einkalkulierte Tor hernach merkliche Verwirrung.

Diese Verwirrung entlud sich in einer für diese Spielstätte längst typisch gewordenen Schlussphasenhektik, in der Schiedsrichter Babak Rafati nicht immer den kühlsten Kopf behielt und so etwa in der 88. Spielminute einen vielversprechenden Vorstoß Röslers zurückpfiff. Unmittelbar davor hatte es einige Momente (und eine Rudelbildung) lang gedauert, ehe die Borussia einen Freistoß ausführen konnte. Zu diesem war es gekommen, weil Rösler den eingewechselten Touma mit einem sehenswerten Zuspiel in den Raum auf die Reise geschickt hatte und der Pfälzer Bugera den einigermaßen frei durchlaufenden Touma in seiner Not gleich einmal zu Boden befördert hatte. Rafati hatte daraufhin dem Abwehrspieler gleich die Rote Karte unter die Nase gehalten und ihn des Feldes verwiesen.

Jenes nach gut zweiminütiger Nachspielzeit für Kaiserslauterer Verhältnisse geradezu pünktlich beendete erste Ligaspiel der Borussia in der Zweitligasaison 2007/2008 endete auch somit mit einer Punkteteilung, die sich die Borussenmannschaft aufgrund ihrer kämpferischen Darbietung gewiss verdient hatte. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Heimelf die klareren Torchancen mitsamt dem erwähnten Chancenplus hatte, die Borussia hielt ordentlich dagegen und ließ sich weder von der tönenden Kulisse, noch von der Hektik unterkriegen.
Sieht man einmal von den fünfzehn Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit ab, ermöglichte sie dem Gegner vor ihrem eigenen Tor für ein Auswärtsspiel relativ wenig glasklare Aktionen. Ihrerseits nachdrücklich offensiv war sie indes ebenso selten, etwas, dass auch daran lag, dass sie bemüht war lediglich ein überschaubares Risiko in diesem Spiel einzugehen und ihr Angriffsspiel darunter litt, dass der lange Zeit als Stoßstürmer fungierende Rösler in dieser Rolle durch die Präsenz der Abwehr des Gegners kaum ein Bein auf den Boden bekam. Dies änderte sich als er, nach der Einwechselung von Rob Friend, zurückgezogener agieren konnte.

Neben der kämpferisch zufriedenstellenden Darbietung der gesamten Mannschaft, alle Akteure waren bemüht und keiner fiel in diesem Aspekt sonderlich ab, muss man offensiv sicherlich Marko Marin für einige wirklich fein anzuschauende Aktionen ebenso lobend erwähnen wie defensiv Torwart Christofer Heimeroth, der einen überzeugenden Eindruck vermittelte, die für ihn haltbaren Bälle in kompetenter Weise entschärfte und dadurch auch eine nötige Souveränität ausstrahlte, die dem Keller-Nachfolger richtig gut zu Gesicht steht. 

1. FC Kaiserslautern: Fromlowitz - S. Müller, Beda, Ouattara, Bugera - Reinert (Neubauer 68), Bohl, Bernier, Bellinghausen (Stachnik 46) - Runström (Ziemer 83), Jendrisek.

Borussia: Heimeroth - Bögelund, Paauwe, Brouwers, Voigt - Svärd, Polanski (Neuville 88) - M. Ndjeng (Friend 77), Coulibaly (Touma 77), Marin - Rösler.

Tore: 1:0 Bohl (83.), 1:1 Rösler (85.)

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 46.615

Gelbe Karten (Borussia): Bögelund

Rote Karten: Bugera (86., Notbremse)

Besondere Vorkommnisse: 2.276 Tage nach ihrem bislang letzten Punktspiel in der 2. Bundesliga stand am heutigen 13. August 2007 wieder ein solches auf dem Programm. Damals spielte sie auf dem Bökelberg 3:0 gegen einen Chemnitzer FC um ihren späteren Spieler Peer Kluge, heute gegen einen 1. FC Kaiserslautern um ihren Ex-Spieler Kjetil Rekdal. Ihr bislang letztes Pflichtspiel an einem Montagabend bestritt die Borussia am 7. Mai 2001 bei Hannover 96 (0:0), ebenfalls auf fremdem Platz. Nachdem in Osnabrück Roel Brouwers, Patrick Paauwe, Sascha Rösler und Soumaila Coulibaly ihr Debüt im Borussendress vollzogen, taten dies am heutigen Tage Marcel Ndjeng, Alexander Voigt, Rob Friend und Sharbel Touma. Wie schon in den vergangenen zwei Spielzeit (Valerien Ismael und Lawrence Aidoo) musste am 1. Spieltag der Saison mit Alexander Bugera ein gegnerischer Spieler innerhalb eines Borussenspiels vorzeitig das Feld mit einem Platzverweis verlassen.

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