Wenn Borussia in den vergangenen zwanzig Jahren auf die Bayern traf, wurden jahrein, jahraus die gleichen Floskeln bemüht. Auch heute böten sich ausreichend dieser Floskeln vom Duell der „alten Rivalen", die sich seit ihren gemeinsamen Zeiten in den 70ern so voneinander entfernt haben. Der Boulevard bediente sich dieser Tage völlig überraschend einer klaren Sprache und titelte „Das größte Deppen-Duell aller Zeiten".  Diese drastische Formulierung ließ zumindest „Jünter" auf der offiziellen Vereins-Homepage Borussias auf den Plan treten, der trotz alledem von den alten Zeiten sprach und sich das kommende Spiel nicht schlechtreden lassen wollte. Nun Jünter, vor dem Hintergrund der für beide Vereine katastrophal verlaufenen Saison könnte man durchaus vom „Duell der Verlierer" sprechen. Dies ist jedoch die einzige Gemeinsamkeit, denn nach wie vor trennen beide Vereine Welten und in ein paar Wochen sogar offiziell eine ganze Liga. Was für Borussia zu Beginn der Saison am Ende eines mehrjährigen Konzepts unter Jupp Heynckes stehen sollte, bedeutet für den FC Bayern eine sportliche Katastrophe: die Qualifikation für den UEFA-Pokal.

Wie sehr man in Mönchengladbach noch Bayern-fixiert ist, bewies das letzte Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Selbst in Rückstand liegend, erschallte ein lauter Jubelschrei im BorussiaPark, als die Nachricht vom 2:1-Führungstreffer des HSV in München auf den Videotafeln eingeblendet worden war. Dass ältere Semester unter Borussias Anhängerschaft die jahrelange Rivalität auf Augenhöhe noch immer nicht vergessen haben, ist verständlich. Wenn jedoch 15jährige sich ebenso daran ergötzen, beweist dies einmal mehr, dass vom Vater nicht nur die Liebe zur Borussia vererbt wurde, sondern auch alle Begleiterscheinungen. Denn der 15jährige Fan aus der Nordkurve hat sein ganzes Leben lang - tabellarisch - nach oben gucken müssen, um die Bayern zu finden. Dass demnach der Siegtreffer eines - wenn auch nur noch rechnerischen - Mitkonkurrenten bejubelt wird, weil das Leid der Bayern schwerer wiegt, ist zumindest bemerkenswert. Welchen Stellenwert unsere Borussia hingegen in München besitzt, hat Oliver Kahn vor nicht allzu langer Zeit in harte Worte gepackt: „Du spielst am Mittwoch gegen Mailand, Manchester oder Real Madrid, und am Wochenende kommen Gladbach oder Hannover. Da fällt es auf Dauer immer schwerer, die nötige Motivation zu erhalten."

Borussia

Seit Sonntag Abend ist die Gewissheit da, dass Borussia nach 1999 zum zweiten Mal den Gang in die 2. Liga antreten muss. Der Aufschrei ist in der erwarteten Form ausgeblieben, zu lange hat die Mannschaft auf dieses Ergebnis hingearbeitet. Wie vor acht Jahren konnte sich jeder Anhänger des Vereins langsam und kontinuierlich vorbereiten. Immerhin, eine Niederlage in einem von vielen erhofften Abstiegsendspiel gegen den VfL Bochum am 34. Spieltag hätte die Befindlichkeiten deutlich schwerwiegender beeinflusst.

Christian Ziege und Jos Luhukay können ab sofort die Grundlagen für die kommende Saison legen. Zurzeit versucht jede Partei, seine Figuren in Stellung zu bringen. Nach und nach zeigt sich, welches Gesicht Borussias Kader in der kommenden Saison haben wird. Michael Delura ist der erste Spieler, der offen zugibt, nicht in der 2. Liga spielen zu wollen. Er wird sicher nicht der letzte sein. Bei Marcell Jansen sollte Borussia, wie in dieser Woche von SEITENWAHL bereits gefordert, eine konsequente Haltung bewahren. Man hat, entgegen der branchenüblichen Logik, alle Trümpfe in der Hand. Das Geld, das der FC Bayern seit Mittwoch für Miroslav Klose gespart hat, darf nun gerne in einem deutlich verbesserten Angebot für Marcell Jansen münden.

Borussias Defensive

Es fällt schwer, die Aufstellung Borussias in anständige und lesbare Sätze zu verpacken. Was kann gesagt werden nach einer solchen Saison? Was in einer Situation, in der ein Großteil der Entscheidungen noch aussteht? Nach und nach nimmt Gladbachs Kader zwar Formen an, allerdings nur, was die Abgänge betrifft. Neben Michael Delura und Peer Kluge, die beide als feste Abgänge geplant sind, hat heute Oliver Kirch auf seiner Homepage verkündet, dass er in der nächsten Saison nicht mehr für Borussia spielen wird. Allerdings geht er unfreiwillig in Ermangelung eines neuen Vertragsangebotes. Jos Luhukay plant für die kommende Saison nicht mehr mit Kirch. Sportlich sicher nachvollziehbar, menschlich wird der ein oder andere sicher enttäuscht sein, Kirch inklusive.

Bei Kasey Keller steht eine Entscheidung nach wie vor aus, doch alles deutet auf einen Abschied hin. Es ist schwer vorstellbar, dass der US-Amerikaner sich die Mühlen der 2. Liga antun wird. Christofer Heimeroth kann die letzten Saisonspiele demnach nutzen, eine deutliche Visitenkarte für die kommende Saison abzugeben. Sein Auftritt gegen Stuttgart war schon vielversprechend.
In der Abwehrreihe wird Luhukay kaum Veränderungen vornehmen, einzig der Innenverteidigerposten von Steve Gohouri ist zu besetzen, nachdem der Ivorer sich am vergangenen Spieltag eine unnötige gelb-rote Karte abholte und demnach für das Duell gegen den FC Bayern gesperrt ist. Robert Fleßers macht zwar große Fortschritte, für einen Platz in der Startelf wird es nicht reichen. Gegen die starke Münchener Offensive wird Ze António beginnen. Beim Portugiesen steht eine Entscheidung über seinen Verbleib ebenfalls aus, laut Medienberichten liegen ihm Angebote aus Portugal vor. Neben Ze António wird Bo Svensson beginnen. Der Däne wird sich auch zu schade für das Unterhaus sein. Einigen Spielern sollten auch vor dem Hintergrund einer gewissen Loyalität und Berufseinstellung keine Steine in den Weg gelegt werden, Svensson gehört eindeutig dazu.

Da die Gäste aus München ohne echten Spielmacher, bzw. offensiven Mittelfeldspieler auflaufen werden, ist die Position im defensiven Mittelfeld von nicht entscheidender Bedeutung. Sebastian Svärd hat in den vergangenen Partien keine überzeugenden Leistungen geboten, wird jedoch eine erneute Gelegenheit haben, das Vertrauen in ihn zu rechtfertigen. Svärd wird auch nächste Saison bleiben, so dass ein Heranführen an die (Stamm-)Mannschaft grundsätzlich zu unterstützen ist. Alternativ wird Eugen Polanski von Beginn an spielen. Marvin Compper gibt erneut den linken Verteidiger und will der sympathische Compper in der nächsten Saison dauerhaft zur Stammelf gehören, wird er sich gehörig strecken müssen, zumal mit Filip Daems ein für die 2. Liga besserer Mann zurückkehren wird.

Journalistisch angebracht wäre es, Marcell Jansen einen eigenen Absatz zu widmen. Es böte sich zu vieles an. In Anbetracht der lächerlichen sieben Millionen Euro, die der FC Bayern angeblich für Jansen geboten hat, wäre es ebenso lächerlich, weiter auf dieses Thema einzugehen. Jansen spielt, und er wird gut spielen. Danke. Bitte.

Borussias Offensive

Die Offensive. Auf ihr wurde schon zu oft, zu heftig und zurecht eingeprügelt. Man ist genügsam geworden in Mönchengladbach. Man hört von einigen Fans, dass selbst die sich über die Tormusik freuen würden, die sie vorher verachtet haben. Und sei es lediglich der Anschlusstreffer in der 90. Minute.

Dafür sorgen könnte unter anderem Peer Kluge, der sein vorletztes Heimspiel für Borussia bestreiten wird. Zusammen mit Marcell Jansen, Federico Insua und Nando Rafael soll der zukünftige Nürnberger versuchen, das Offensivspiel zum Abschluss zu bringen. Ein mitunter auch für Kluge schwieriges Unterfangen, wie man im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gesehen hat. Doch genug des Spottes über Kluges Fehlschuss gegen Ende des Spiels. Ohne Kluge würde das Offensivspiel höchst wahrscheinlich völlig zum Erliegen kommen. Er ist das Korrektiv in einem durch Zufall und Fehler fußendem Angriffsspiel, der Einzige, dessen Aktionen Hand und Fuß haben.

Hand und Fuß haben auch oft die Ideen von Insua, leider sieht das im Team kein Zweiter so. Dem Argentinier fehlen die passenden Mitspieler. Es geschieht ihm Unrecht, wenn er einzig auf seine Tore und direkten Assists reduziert wird. Insuas Spiel zielt nicht auf den direkten Torerfolg, sondern auf die zwei, drei Stationen davor. Ballannahme, Gegner ausspielen, damit Überzahl schaffen. Als zweite Spitze neben Rafael ist er völlig fehl am Platze, wird sich jedoch gegen den FC Bayern erneut auf dieser Position wiederfinden. Sein potenzieller Nachfolger lauert am Samstag auf der Ersatzbank. Marko Marin, Gladbachs Ausnahmetalent, wird nach überstandener Krankheit wieder im Kader stehen.

Der Gegner aus München

Welchen Stellenwert der FC Bayern München in der deutschen Presselandschaft hat, trat in den vergangenen Wochen sehr deutlich zum Vorschein. Vielen der berichtenden Kollegen scheint die Frage wichtiger zu sein, welche Transfers an der Säbener Straße getätigt werden, als der noch immer aktuelle und durchaus spannende Kampf um die Meisterschaft. Die Ankündigung von Hoeneß und Rummenigge, in diesem Sommer im großen Stile investieren zu wollen, darf demnach mehr als Beruhigung der Sponsoren und Medien gesehen werden denn als strategisches Konzept. Denn aus kaufmännischer Sicht ist dieses Verhalten grob fahrlässig, und Christian Ziege wird, wie viele andere Manager in Europa auch, diese Ankündigung mit Freude vernommen haben.

Diese für die sonst so überlegt wirkende Führungsriege der Bayern hektischen Reaktionen liegen weniger in der Tatsache begründet, zum ersten Mal seit der Saison 2003/04 ohne gewonnenen Titel eine Saison zu beenden, sondern vielmehr an der Art und Weise, wie die Mannschaft insgesamt auftritt. 15 von 31 Spielen konnten in dieser Saison nicht gewonnen werden, und selbst ein Großteil der eingefahrenen Siege wirkte eher wie biederer Arbeiterfußball. Dabei hatten Beobachter schon in der vergangenen Saison diese Entwicklung angemahnt, doch der Erfolg mit dem zweifachen Gewinn des Doubles unter Felix Magath schien sorglos zu machen. National auch aufgrund der schwachen und unkonstanten Konkurrenz nicht ernsthaft gefordert, international chancenlos. Die seit Jahren recht einfallslose Einkaufspolitik des FC Bayern wird hier zurecht kritisiert. Anstatt den anstehenden Umbrüchen im Kader mit konzeptionell durchdachten Transfers zu begegnen, beließ man es bei der seit Jahren in der Bundesliga gefürchteten „Heuschrecken"-Taktik. Ballack, Ismael, van Buyten, Lucio, Podolski. In der heimischen Bundesliga gab es jeher ausreichend Fläche zum Grasen. Um den stets hohen Ansprüchen des Vorstandes und der Fans gerecht zu werden, bedarf es jedoch mehr als das oft wahllose Zusammenstellen von individuell starken Spielern aus deutschen Landen. 

Den nun Jahre andauernden Niedergang des FC Bayern, wie er bisweilen in der Fachpresse ausgerufen wurde, wird Fußball-Deutschland jedoch eher nicht erleben. Der deutsche Rekordmeister verfügt über zuviel Prestige, finanziellen und strukturellen Spielraum und wird kaum eine zweite Saison so beenden, wie es in der nun zu Ende gehenden der Fall war. Auch ohne den Transfer von Miroslav Klose wird man in der kommenden Saison ausreichend Qualität besitzen. So sehr es der Bundesliga gut tut, einen Meisterschaftskampf ohne Beteiligung des FC Bayern zu erleben, so wenig sollte man sich daran gewöhnen.

Münchener Defensive

Es gibt untrügliche Zeichen dafür, dass sich die eigene Karriere mit großen Schritten dem Ende neigt. Besonders offensichtlich wird es dann, wenn der eigene Name öfter in der „Bunten" oder „Gala" auftaucht als im „kicker". Oliver Kahn ist zu einem überdurchschnittlichen Bundesliga-Torwart geworden und sollte aufpassen, den richtigen Moment nicht zu verpassen, bevor er ausschließlich mit Geschichten Aufsehen erregt, die Frauen beim Frisör die Zeit vertreiben. Boris Becker wird ihm hilfreiche Tipps dafür geben, wie man es binnen weniger Jahre schafft, vom angesehen Sportler zum belächelten B-Promi zu werden. Ottmar Hitzfeld sieht das ähnlich und gibt Kahn für den Samstag frei.

Mit Michael Rensing steht ein schon heute ebenbürtiger Nachfolger bereit, der laut mit den Hufen scharrt. Wenn die Bayern es mit dem „radikalen Umbruch" wirklich ernst meinen, sollte Rensing bereits ab der kommenden Saison das Tor hüten. Hitzfeld stellt klar, dass Kahn auch in der nächsten Saison die Nummer 1 sein wird. Am Samstag wird Rensing nur zeigen können, dass er eine adäquate Alternative ist.

Beim Hinspiel im ChampionsLeague-Viertelfinale werden sich viele Kölner verwundert die Augen gerieben haben. Christian Lell, in der vergangenen Saison mit dem FC aus Köln abgestiegen, dabei mehr schlecht als recht agiert, stand in der Startelf der Bayern gegen den AC Mailand. Lell profitierte dabei von den langen Verletzungspausen Willy Sagnols, der in dieser Saison ein Formtief hatte, aber nach wie vor zu den besten Außenverteidigern Europas gehört. Christian Lell zeichnet sich durch seine enorme Grundschnelligkeit aus, hier wird sich Marcell Jansen Alternativen überlegen müssen, denn seine sonst oft gezeigte Art, seine Gegenspieler einfach mit großen Schritten zu überlaufen, wird bei Lell nicht funktionieren. Schon im Dress des 1.FC Köln hat dieser gegnerische Stürmer wie Ailton oder Neuville in Laufduellen kaltgestellt.
Auf der linken Seite wird sich Philipp Lahm wiederum ein Fernduell mit Marcell Jansen liefern. Die beiden besten deutschen Linksverteidiger also im direkten Vergleich. Lahm besitzt nicht die Dynamik und Offensivqualitäten Jansens, wirkt jedoch in seinem Spiel insgesamt souveräner und ist technisch versierter. Ein Umstand, der es ihm ermöglicht, schwierige Spielsituationen auf engstem Raum zu lösen.
Die Innenverteidigung gehört in der Besetzung zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Dennoch war gerade dieser Mannschaftsteil der enttäuschendste der Münchener Bayern. Daniel van Buyten, beim Hamburger SV unumstrittener Führungsspieler und Abwehrchef, hatte während der gesamten Saison Probleme im Zusammenspiel mit Lucio. Seine auch in der Rückrunde schwankenden Leistungen (überragend in Mailand, katastrophal in Stuttgart) ließen ihn am vergangenen Wochenende, ausgerechnet im Heimspiel gegen seinen Ex-Verein aus Hamburg, auf die Ersatzbank rutschen. Am Samstag bekommt van Buyten eine erneute Chance von Beginn an.

Martin Demichelis, laut eigenem Bekunden ein klassischer Innenverteidiger, wird neben Andreas Ottl im defensiven Mittelfeld beginnen. Dort spielte er auch beim letzten Duell im BorussiaPark, als der Argentinier eine überragende Leistung bot und neben dem doppelten Torschützen Makaay zum besten Spieler des Spiels wurde. Die defensive Ausrichtung gegen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten überrascht, doch plant Hitzfeld dieses System auch für die kommende Saison, nachdem man von der Verpflichtung eines klassischen Spielmachers der Kategorie van der Vaart oder Diego Abstand genommen hat. Durch das Interesse an Arjen Robben und Marcell Jansen und der schon getätigten Transfers von Jan Schlaudraff, Hamit Altintop und Argentiniens Talent José Ernesto Sosa legt Hitzfeld die Priorität auf schnelle und technisch starke Flügelspieler. Ein modernes 4-5-1-System mit hängenden Außenstürmern, die - im Idealfall - Italiens Torjäger Luca Toni im Sturmzentrum bedienen sollen.

Münchener Offensive

Neben Demichelis und Ottl wird Andreas Görlitz im rechten Mittelfeld den Platz des verletzten Hassan Salihamidzic einnehmen. Görlitz, der zur Saison 2004/05 vom Münchener Stadtrivalen 1860 zu den Roten wechselte, hatte seit diesem Wechsel immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, gilt jedoch nach wie vor als Spieler mit großem Potenzial. Ob er angesichts der o.a. Konkurrenz in der nächsten Saison viele Einsatzchancen bekommen wird, ist dennoch fraglich. Die Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern wird es freuen. Roque Santa Cruz komplettiert das Mittelfeld. Das ewige Talent aus Paraguay hat sich in den vielen Jahren bei den Bayern nicht durchsetzen können, wenngleich auch er chronisch verletzt war. In München wird er bereits als zweiter Alexander Zickler gesehen. Die Zeichen stehen bei Santa Cruz auf Abschied, ihm sollen Angebote aus dem Ausland vorliegen.

Lukas Podolskis erste Saison beim Rekordmeister darf als Enttäuschung gesehen werden. Podolski fand sich zu Beginn der Saison unter Felix Magath ausschließlich auf der Ersatzbank wieder, da er wie viele seiner Nationalmannschaftskollegen nach der Weltmeisterschaft in ein Leistungsloch fiel. Nach dem Trainerwechsel auf Ottmar Hitzfeld bekam Podolski öfter das Vertrauen ausgesprochen, was er bis zum heutigen Tag nie vollends zurückzahlen konnte. Es ist still geworden um den Ex-Kölner und Podolski wird sich in der kommenden Saison strecken müssen, um seiner Karriere noch die nötige Richtung zu geben. Rechnet man die vergangene Abstiegssaison mit dem 1.FC Köln dazu, spielt Podolski bereits seit zwei Jahren höchst unterdurchschnittlich und auch bei der Weltmeisterschaft hat er - mit Ausnahme des Spiels gegen Schweden - nicht überzeugen können. Ein Umstand, der in der allgemeinen und überzogenen Hysterie des Sommers 2006 kaum so gesehen wurde. Podolski hat alle Anlagen, ein Top-Stürmer zu werden. Sollte Luca Toni nach München wechseln, wird es für ihn nicht einfacher werden.

Da Podolski jedoch für den Rest der Saison aufgrund einer Knie-OP ausfallen wird, werden Roy Makaay und Claudio Pizarro beginnen. Bayerns etatmäßiger Sturm, der zurzeit weit von seiner Form und Eingespieltheit der letzten Jahre entfernt ist. Dennoch ist Roy Makaay auch in dieser Saison der erfolgreichste Torschütze und ist in keinem Spiel zu unterschätzen. Claudio Pizzaro, der technisch und spielerisch versiertere der beiden Stürmer, wird eines seiner letzten Spiele in München machen. Er schlug mehrere Vertragsangebote aus, was auch von einer gewissen Selbstüberschätzung zeugt. Zurzeit wird in den Medien mit einem Wechsel zurück nach Bremen spekuliert, was sich Pizarro durchaus vorstellen könne. Angenehmer Nebeneffekt: er könnte auch in der nächsten Saison ChampionsLeague spielen.

Schiedsrichter

Hätte das Spiel noch irgendeine Bedeutung, könnte man sich über die Ansetzung des Unparteiischen ärgern. Michael Weiner, der Polizeibeamte vom TSV Ottenstein, wird die Partie leiten. Wir kennen Weiners Ausbildung zum Ordnungshüter nicht, zu vermuten ist, dass er zur Regelung des Straßenverkehrs in Rom abkommandiert war. Anders ist sein Hang zum penetraten Pfeifen kaum zu erklären. Ein paar Spiele in der englischen Premiere League würden hier wahre Wunder bewirken. Um das negative Image noch zu verstärken, sei an dieser Stelle angemerkt, dass Michael Weiner in der laufenden Saison erst das zweite Mal eine Partie Borussias pfeift. Beim ersten Mal (ver)pfiff er die bittere 2:4-Niederlage in Aachen. Beim letzten Auftritt im BorussiaPark war er den Gladbacher wohl gesonnen: unter seiner Führung gewann Borussia das Derby gegen den 1.FC Köln mit 2:0.

Bilanz

Die Kollegen der Rheinischen Post hatten in dieser Woche eine schöne Bilderserie zu Borussias Duellen gegen den FC Bayern München. Insgesamt liest sich die (Heim-)Bilanz sehr ordentlich. In 39 Bundesliga-Heimspielen gegen die Bayern wurden lediglich 9 Partien verloren, 13 endeten Unentschieden und 17 Siege konnte Borussia feiern. Im BorussiaPark treffen beide Teams - offiziell - das dritte Mal aufeinander. Dem 2:0 aus der Saison 2004/05 folgte eine 1:3-Niederlage im Winter 2005/06, bei der Borussia chancenlos war.

Aufstellungen

Borussia: Heimeroth - Bögelund, Svensson, Ze António, Compper - Svärd, El Fakiri, Kluge, Jansen - Insua, Rafael
Ersatz: Löhe, Fleßers, Kahê, Marin, Thygesen, Polanski, Degen
Es fehlen: Keller, Daems, Delura, Neuville, Baumjohann (alle verletzt), Gohouri (gesperrt), Sonck, Thijs, Kirch, Melka (nicht im Kader)

FC Bayern: Rensing - Lell, Lucio, van Buyten, Lahm - A. Görlitz, Demichelis, Ottl, Santa Cruz - Makaay, Pizarro
Ersatz: Dreher, Hummels, Karimi, Scholl, Fürstner, Ngwat-Mahop
Es fehlen: Kahn (nicht im Kader), Sagnol, Podolski, Hargreaves, Ismael, Schweinsteiger (alle verletzt), van Bommel, Salihamidzic (beide gesperrt)

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Realistisch bleiben, etwas, was hoffentlich dann leichter fällt, wenn man eine einschneidende Erfahrung gemacht hat. Es besteht also die Chance, dass die Zeit von 2001 bis 2006 bei vielen Borussenfans etwas hinterlässt. Etwas wertvolles. Um diesen Effekt zu stärken, werde ich ein 2:0 für den FC Bayern München tippen, der der Borussia damit auf Rang 18 festnageln wird.

Michael Heinen: Ich kann mir zwar irgendwie sogar vorstellen, daß wir gegen die Bayern doch positiv überraschen und das Spiel Not gegen Elend mit etwas Glück sogar gewinnen. Letztlich zahlt es sich aber am Ende doch immer am meisten aus, wenn man auf den Borussen-Standardtipp setzt. Also endet die Partie wie gewohnt 0:1 aus Borussen-Sicht.

Mike Lukanz: Meine Herren Profis, der Vorhang ist gefallen, das Vorspielen kann beginnen. Natürlich wird dies alleine nicht reichen, aber das 1:1 bedeutet auch: Borussia holt einen Punkt, und die Fans hören die Tormusik. Das Tor für Borussia schießt übrigens der überraschend für Kahê in den Kader gerutschte Wesley Sonck in der 93. Minute nach mustergültiger Vorarbeit von Marko Marin.

Christoph Clausen: Einer interessanten Frage hätte man am Samstag im Borussiapark nachgehen können. Was muss Oliver Kahn tun, um vom Platz gestellt zu werden? Das komplette Schiedsrichtergespann mit Urinbechern bombardieren? Gegnerische Spieler erwürgen und die Leichen im eigenen Strafraum verbuddeln? Durch die Hitzfeldsche Torwartrotation hat sich die Frage zumindest für dieses Wochenende erledigt. Wenig interessant auch das Ergebnis: Borussia schießt diese Saison wohl doch kein Tor mehr, und selbst die Bayern in der derzeitigen Verfassung werden schon irgendwann einen hineinduseln. Immerhin im 0:1-Sammeln landen wir also diese Saison einen Rekord. Ist doch was.

Christian Heimanns
: Mal sehen, wer hier so mutig sein wird, gegen Bayern ein Tor zu tippen. Oder einen Punkt. Oder beides. Ich kann mich nicht dazu durchringen und prophezeihe ein weitgehend schrecklich anzuschauendes Spiel der beiden Saisonüberraschungen und ein 0:2.

Hans-Jürgen Görler: Die einen sind zu schlecht für die 1. Liga, vielleicht sogar für die 2. Liga, die anderen zu miserabel für die Champions League. Für beide ist es in dieser Spielzeit eine Art Super-GAU. Mit einem 0:0 setzen die einstigen Kontrahenten der Sache noch die Krone auf.


Der Gegner im Internet: www.fcbayern.t-com.de

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