In Italien wird ein Polizist bei Fankrawallen getötet, in Mönchengladbach erhielten Trainer und Manager anonyme Morddrohungen, die in Hamburg von einigen Chaoten sogar offen in Richtung Spieler ausgesprochen wurden. Der Fußball macht in den vergangenen Tagen mit vielen negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Im Jahr 1 nach dem rauschenden Fest der Fußball-WM, als die Welt zu Gast bei Freunden war, ist vielerorts eine beunruhigende Entwicklung festzustellen, der mit Vernunft und wachem Blick entgegenzutreten ist. Am kommenden Samstag steht das Derby gegen Alemannia Aachen an und vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Ereignisse, dem Wissen um die Vorfälle im Hinspiel, der prekären Tabellensituation beider Mannschaften und dem Derbycharakter des Spiels gilt es besonders, sich ausschließlich auf den Sport zu konzentrieren. Rechnungen sollten lediglich sportlich beglichen werden. Borussias Formanstieg der vergangenen Spiele macht zumindest aus Gladbacher Sicht allen Mut dazu.

Dass auch in Mönchengladbach nach dem lang ersehnten Auswärtssieg nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, beweist die vorübergehende Suspendierung von Wesley Sonck. Der Belgier war im Training mit Sturmkontrahent Kahê aneinandergeraten. Dieser Streit hatte zur Folge, dass beide Spieler mit einer Geldstrafe bedacht wurden und Sonck am Wochenende Borussias U23 helfen wird und nicht seinen eigentlichen Mannschaftskameraden. Jos Luhukay lässt seinen Worten auch Taten folgen. Exemplarisch ist diese Strafe jedoch nicht zu sehen, denn Sonck muss endlich begreifen, dass die Tabellensituation, die sich auch nach dem Sieg in Bielefeld nur minimal gebessert hat, das Ausleben persönlicher Belange nicht zulässt. So sehr sich viele Fans in Mönchengladbach einen „Schweinehund" wie Sonck wünschen: diese Aggressionen sollte der ChampionsLeague-erfahrene Belgier auf dem Spielfeld ausleben und nicht gegenüber seinen Mitspielern.

Borussia

Wie wichtig die drei gewonnenen Punkte in Bielefeld wirklich waren, verdeutlichten die Ergebnisse der direkten Konkurrenten am vergangenen Wochenende. Mit dem 2:0 in der Schüco-Arena zog man nicht nur die Arminen zurück in die Abstiegszone, sondern wahrte vor allem die Chance, mit einem weiteren Sieg selbige vorerst verlassen zu können. Die Konkurrenten aus Bochum, Mainz, Frankfurt oder Cottbus konnten zwar alle punkten, jedoch nicht dreifach. Der Hamburger SV musste gar mal wieder mit leeren Händen die Heimreise antreten. Lange verlassen sollte man sich jedoch nicht auf das fast schon schicksalhaft wirkende Pech der Hanseaten, bei denen man stetig das Gefühl hat, dass ein Sieg den viel zitierten Knoten platzen lässt. Vielleicht platzte auch bei Borussia mit dem Auswärtssieg in Bielefeld der Knoten. Angesichts der kommenden Aufgaben ist jeder Punkt in der jetzigen Phase, zumal gegen direkte Konkurrenten, doppelt wichtig.

Borussias Defensive

Kasey Keller erlebt in seiner vermeintlich letzten Saison am Niederrhein nicht seine beste. Patzer wie im Heimspiel gegen Leverkusen oder beim Rückrundenauftakt in Cottbus war man speziell in der vergangenen Saison nicht von ihm gewohnt. In Bielefeld war der Amerikaner selten wirklich gefordert. Dennoch bleibt der Kapitän zwischen den Pfosten gesetzt.
Kasper Bögelund konnte in Bielefeld Anzeichen eines Aufwärtstrends erkennen lassen, wenngleich er noch sehr viel Luft nach oben hat. Marvin Compper auf der linken Seite hat sich durch eine gute Leistung hingegen den Stammplatz verdient. Er profitiert zurzeit sicher von der Verletzung Filip Daems´ und der offensiveren Ausrichtung von Marcell Jansen, der im linken Mittelfeld spielen wird, doch scheint sich der sympathische Compper inzwischen an das Tempo und die Physis in der Bundesliga gewöhnt zu haben. Seine enorme Grundschnelligkeit ist speziell gegen die schnellen Aachener Angreifer zu gebrauchen.

In der Innenverteidigung bleibt eine Frage offen: vertraut Luhukay, der einige bemerkenswerte Dinge auf seiner ersten PK als Mönchengladbacher Cheftrainer sagte, der Formation, die in Bielefeld spielte oder rutscht Bo Svensson wieder in die Startelf? Sollte dies der Fall sein, wird Steve Gohouri wie schon im Heimspiel gegen Nürnberg auf der Bank sitzen müssen. Wahrscheinlicher ist indes, dass Svensson nicht beginnen wird. Auch wenn man gegen Arminia Bielefeld gegentorlos blieb, kann der Abwehrverbund nicht als „sattelfest" bezeichnet werden. Das schnelle Verschieben innerhalb der Abwehrkette und ein vorausschauendes Stellungsspiel sind nach wie vor Schwachpunkte. In Cottbus führte dies zu zwei Gegentoren, Nürnberg kam selten ernsthaft vors Mönchengladbacher Gehäuse und in Bielefeld war es Ahanfoufs mangelnder Aufnahme von Zielwasser und Böhmes überhastetem Verhalten zu verdanken, dass diese Fehler nicht zu Gegentoren führten. Man muss Gohouri zugute halten, dass er sich noch einspielen muss, zumal er in Cottbus ins kalte Wasser geworfen wurde. Speziell eine Abwehrreihe steht und fällt mit der Eingespieltheit untereinander. Hoffen wir, dass Spiel drei für Gohouri eine weitere Verbesserung dessen darstellt.

Die Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern wird auch am Samstag Luhukays Wahl sein. Grundsätzlich defensiv ist diese taktische Ausrichtung nicht, vor allem dann, wenn sie so modern und flexibel interpretiert wird wie von Peer Kluge und Eugen Polanski in Bielefeld. Polanski agiert hier als klassischer Abräumer vor der Abwehr mit dem Hauptaufgabe, den gegnerischen Spielmacher in seinen Kreisen zu stören. Kluge bewegt sich mehr im Raum, stellt diese zu und hat im Spiel nach vorne freie Hand. Im Verbund mit Insua und den - bei eigenem Ballbesitz - drei Spitzen verfügt Borussia in der Offensive über fünf Spieler. Die Gäste aus Aachen werden jedoch ungleich zweikampfstärker auftreten als Bielefeld vergangenen Samstag. Um so wichtiger werden daher das Tempo und die Genauigkeit der gespielten Pässe sein.

Borussias Offensive

Das von Luhukay praktizierte 4-5-1 wird, wie bereits erwähnt, bei eigenem Ballbesitz zu einem taktischen 4-3-3, wenn Marcell Jansen und Michael Delura auf den Außenbahnen auf die Flügel ausweichen, um die einzige nominelle Spitze Kahê mit Flanken zu versorgen. Leider ist Federico Insua ebenso kein Kopfballungeheuer wie der nachrückende und offensiv agierende Peer Kluge, so dass die Flanken in den Strafraum durchaus variabel sein können. Geht man vom angestrebten Konterspiel nach erkämpften Ballbesitz aus, dürfte eher mit flachem Direktspiel zu rechnen sein. Aachens Verteidiger wirken bei schnell vorgetragenen Angriffen oft indisponiert, wie deren Heimspiel gegen Hannover deutlich gezeigt hat.

Neben dem immer stärker und robuster werdenden Argentinier Insua wird Kahê erneut von Beginn an auflaufen. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob Wesley Sonck eine Chance von Beginn an erhalten hätte, selbst wenn er sich in dieser Woche lieb und brav verhalten hätte. Sonck sucht selber den Abschluss, den direkten Weg zum Tor. Schenkt man den Ausführungen von Jos Luhukay Glauben, wäre Kahê der geeignetere Kandidat für das System des Niederländers. Der Brasilianer bot in Bielefeld nicht nur eines seiner besseren Spiele, er ist grundsätzlich als Anspielstation geeignet. Leider fehlt ihm der direkte Weg zum Tor und die Kaltschnäuzigkeit davor. Darüber hinaus ist er wegen seines mitspielenden Verhalten oft zu weit weg vom Tor, so dass Insua, Jansen und Delura dies mit Doppelpässen oder Geniestreichen wie dem von Kluge beim 1:0 in Bielefeld kompensieren müssen. Vielleicht erinnert sich Kahê ans Hinspiel, als er mit seinen beiden Toren die Klatsche beim Erzrivalen zumindest optisch etwas mildern konnte.

Der Gegner aus Aachen

Da steigt die Alemannia nach einigen Jahrzehnten wieder in die Bundesliga auf und bereits nach drei Spieltagen läuft ihnen der Trainer weg! Dieter Hecking zog es nach der Entlassung Peter Neururers nach Hannover, wo Hecking auch familiär verwurzelt ist. Etwas überraschend war der Zeitpunkt schon, zumal in Aachen nach dem Aufstieg die Euphorie riesengroß war und Hecking als Aufstiegstrainer gefeiert wurde. Nachfolger in der Kaiserstadt wurde mit Michael Frontzeck ein Ex-Gladbacher, der naturgemäß in Aachen skeptisch beäugt und empfangen wurde. Nach dem 4:2-Sieg gegen Borussia im Hinspiel waren die Kritiker vorerst verstummt, nach den ernüchternden Ergebnissen der jüngeren Vergangenheit wackelt indes auch Frontzecks Stuhl bedächtig. In Aachen hat man sich schnell gängigen Ritualen der Bundesliga angepasst. Man wird anspruchsvoll und ungeduldig, dabei ist der Kader der Aachener keineswegs so gut bestückt, dass ein Klassenverbleib als gegeben vorausgesetzt werden kann. In der Hinrunde glich der tabellarische Weg der Kaiserstädter dem der Borussia. Nach einigen Spieltagen im oberen Drittel angesiedelt, ging es für die Alemannen stetig bergab. Einzig mit dem Unterschied, dass der dargebotene Fußball in vielerlei Hinsicht sich in puncto Attraktivität und Leidenschaft enorm von dem der Borussia unterschied. Das 3:3 im Heimspiel gegen den HSV oder der überragende 4:2-Pokalsieg gegen den FC Bayern München sollen hier ebenso exemplarisch angeführt werden wie ein 1:5 in Bielefeld. Alles jedoch Spiele, die man von Borussia in der Häufigkeit seit Jahren vermisst.

So lebte Aachen in der Hinrunde oft von seinem angedichteten „Kultstatus", den speziell die Kollegen des DSF sehr schnell vergeben. In diesem Bereich haben die Aachen den FSV Mainz abgelöst, der wiederum Nachfolger vom SC Freiburg wurde, der den FC St.Pauli ablöste usw. usf. Auch Aachen musste bis zum heutigen Tag ernüchtert feststellen, dass Leidenschaft und das Prädikat „Kult" alleine keine Punkte bringen. Abschließend hat man in der Winterpause deutlich vor Augen geführt bekommen, dass o.a. Aspekte nicht nur keine Punkte, sondern auch nicht mehr Geld aufs Konto bringen. So erlebte man in Aachen binnen weniger Wochen das, was vorher eben die Mainzer, die Freiburger, die Bochumer & Co. feststellen mussten: dass man als Kultclub zwar überall gern gesehen ist, auf dem Transfermarkt indes am Ende der Nahrungskette steht. Jan Schlaudraff wechselt zur kommenden Saison zum FC Bayern München, da er über eine festgeschrieben Ablösesumme im Vertrag verfügte. Als Vorgriff auf den Transfererlös des ehemaligen Gladbachers schien man in Mikkel Thygesen vom FC Midtjylland einen adäquaten Ersatz gefunden zu haben. Der Kreis schloss sich allerdings nur aus Gladbacher Sicht, denn als der Transfer des dänischen Talents nahezu perfekt war, griff Borussia zu, erhöhte Ablösesumme und Gehalt und verpflichtete Thygesen ihrerseits. Die wirtschaftliche deutlich überlegene Potenz der Borussia macht sich vor dem 21. Spieltag tabellarisch allerdings kaum bemerkbar. Noch liegt Alemannia einen Punkt vor Borussia und damit vor einem Abstiegsplatz. In Mönchengladbach hofft man, dass beide Situationen zum letzten Mal in dieser Saison Realität sein werden.

Aachener Defensive

Stephan Straub ist zurück im Tor der Gäste, nachdem der 35-jährige Routinier seinen Platz an Kristian Nicht (der immer wieder für lustige und weniger lustige Wortspiele der Journalisten herhalten muss) verlor. Direkt zu Beginn der Saison kam Straub zu drei Einsätzen, da sich Nicht im ersten Saisonspiel in Leverkusen eine rote Karte abholte und für die ersten drei Saisonspiele gesperrt worden war. Zum Spiel gegen - genau - Mönchengladbach kehrte Kristian Nicht zurück ins Tor und Straub musste sich mit der Reservistenrolle begnügen. Als Aachen in den Wochen vor der Winterpause in den Leistungen stagnierte, beförderte Trainer Frontzeck vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg wieder Straub, der mit seinem Team auch prompt einen wichtigen 2:1-Sieg bei den Niedersachsen landen konnte. An der derzeitigen Talfahrt mit drei Niederlagen in Folge, die mit der deutlichen 1:4-Heimniederlage gegen Hannover 96 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, ist Straub allerdings schuldlos. Er hält, was zu halten ist und bekommt trotz 17 Gegentore in (eingesetzten) acht Spielen keine schlechten Noten.

Es gibt nicht wenige Gladbacher Fans, die sich über die 5. gelbe Karte von Moses Sichone geärgert haben. So zynisch das klingt, in der aktuellen „Form" wäre Sichone ein enormer Unsicherheitsfaktor in der Aachener Defensive und damit ein Vorteil für die gastgebende Borussia. Wer Fans des 1.FC Köln in seinem Bekanntenkreis hat, wird beim Erwähnen von Moses Sichone meist Schweißausbrüche oder zittrige Hände zu sehen bekommen, und das noch nach Jahren. Sichone wird demnach pausieren und durch Herzig ersetzt, der neben Klitzpera die Innenverteidigung bilden wird. Auf den Flügeln spielen Sergio Pinto auf der rechten und der Niederländer Jeffrey Leiwakabessy auf der linken Seite. Letztgenannter wechselte erst zu Beginn der Saison nach Aachen und hat bisher alle Saisonspiele in der Startelf beginnen können, wenn auch insgesamt mit eher mäßigen Leistungen. Pinto wird wohl den Vorzug vor Stehle erhalten, auch wenn Pinto wie Leiwakabessy auf der linken Seite in dieser Saison wahrlich keine Bäume ausreißen konnte. Hier sollte Marcell Jansen im direkten Duell die Nase vorne haben.

Spekuliert werden darf ob der taktischen Ausrichtung, die Frontzeck in Mönchengladbach plant. Setzt er nach wie vor auf ein klassisches 4-4-2 oder wechselt er wie sein Gegenüber Luhukay auf ein 4-5-1 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern? Angesichts der deutlich zu Tage getretenen Mängel in der Defensive im Spiel gegen Hannover und dem voraussichtlichen auf Konter ausgelegtem Spiel der Aachener scheint die defensivere Variante die wahrscheinlichere zu sein. Hierbei unterstützt Plaßhenrich den sonst alleine agierenden Matthias Lehmann vor der Abwehr. Speziell der erfahrene Plaßhenrich gilt als kompromisslos und zweikampfstark, dazu mit Pferdelunge ausgestattet und bei den Fans überaus beliebt. Er wird sich Federico Insua annehmen und versuchen, dem Argentinier ähnlich wie im Hinspiel den Spaß am Fußballspielen zu nehmen. Lehmann, der vom TSV 1860 München an den Tivoli wechselte, ist eher mit Peer Kluge zu vergleichen, spielstärker und technisch versierter als Plaßhenrich.

Aachener Offensive

Die Offensivabteilung der Gäste ist nominell und spielerisch stärker als die Defensive und braucht sich an guten Tagen vor wenigen Bundesligamannschaften zu verstecken. Mit Sascha Rösler, Christian Fiel, Jan Schlaudraff und Laurentiu Reghecampf verfügt Alemannia über schnelle, technisch sichere und konterstarke Spieler, die sich in einen Rausch spielen können, wenn es gut läuft. Speziell in Auswärtsspielen ist Aachen mitunter gefährlicher als am heimischen Tivoli. Die knappen Niederlagen in München, Berlin oder Schalke (jeweils 1:2) und die Siege in Hannover (3:0), Wolfsburg (2:1) und Mainz (3:1) zeigen, dass Alemannia als Gästeteam ein unangenehm zu spielender Gegner ist. Nahezu jeder erwartet einen Heimsieg gegen den Aufsteiger und muss sich am Ende meist verwundert die Augen reiben.
Der Rumäne Reghecampf ist der heimliche Spielmacher der Gäste. Mit sechs Toren und ebenso vielen Assists in der Liga, dazu drei Toren im DFB-Pokal, ist Reghecampf sehr erfolgreich und unterstreicht die Torgefahr, die er ausstrahlt. Er schießt die Elfmeter ebenso wie direkte Freistöße. Dass er dies ausgezeichnet beherrscht, musste unter anderem Michael Rensing bei der 2:4-Niederlage im Pokal in Aachen feststellen. Der Ex-Cottbuser kommt meist über die rechte Mittelfeldseite, so dass hier Marcell Jansen gefragt sein wird, ihn in der Defensive durch eigene Vorstöße zu binden. Sein Gegenüber ist Christian Fiel auf der linken Seite.

Im Sturm hätte Frontzeck die Qual der Wahl. Spielt Schlaudraff nach überstandener Magen-Darm-Grippe von Beginn an? Wenn ja, wer stürmt an seiner Seite? Aufgrund der etwas defensiveren Variante käme hier Sascha Rösler eher in Betracht, da Rösler - wie Schlaudraff selber - auch als hängende Spitze oder offensiver Mittelfeldspieler eingesetzt werden kann. Marius Ebbers ist wohl zurzeit nur vierte Wahl im Sturm, da ihm Vedad Ibisevic den Rang abgelaufen hat. Der Bosnier, der in der Hinrunde nur als Joker eingewechselt wurde, durfte in den vergangenen Partien der Rückrunde jeweils von Beginn an spielen und schoss dabei zwei Tore, wird aber im BorussiaPark ebenfalls die Reservebank kennenlernen dürfen.

Wie sich Frontzeck auch entscheidet: Vorsicht ist geboten im Spiel gegen Alemannia. Unglaubliche 3,7 Tore fallen im Schnitt pro Spiel, wenn Alemannia beteiligt ist, nur in einem Spiel fielen keine Tore (0:0 in Dortmund). So ist es nicht verwunderlich, dass die Gäste exakt doppelt so viele Tore geschossen haben wie Borussia (Aachen 32, Gladbach 16). Ebenso wenig verwundert es indes, dass Aachen mit 42 Gegentreffern die Schießbude der Liga ist, und das mit großem Vorsprung. Ein unberechenbarer Gegner.

Schiedsrichter

Peter Gagelmann wird den BorussiaPark in dieser Saison ein zweites Mal besuchen. Bereits am ersten Spieltag leitete er das glückliche 2:0 gegen den Aufsteiger aus Cottbus, das er fehlerfrei pfiff, denn sowohl der Elfmeter als auch der Platzverweis für Aidoo waren korrekt. Die bisherigen Spiele mit Gladbacher Beteiligung verliefen aus Borussensicht meist zufriedenstellend, wenn, ja wenn da nicht das viel zitierte Auswärtsspiel von Borussia in Leverkusen gewesen wäre, als Gagelmann ein lupenreines Handspiel von Daniel Bierofka übersah, das dieser prompt zum Ausgleichstreffer nutzte. Aber erstens ist das Spiel schon lange her (2002/03) und zweitens hat Gagelmann seinen Fehler zugegeben. Im Fußballgeschäft ein seltener Charakterzug.

Bilanz

Ich kann den Kollegen Heimanns nur zitieren, als dieser den Vorbericht zum Hinspiel verfasste. Eine aussagekräftige Bilanz ist schwierig, da Aachen über viele Jahre nicht in der Bundesliga vertreten war. Natürlich sei neben dem peinlichen 2:4 aus dem Hinspiel das berühmte 6:1 (nach 0:0 Pausenstand) am Karnevalssamstag erwähnt. Aachen spielte damals ab der 29. Minute nach gelb-roter Karte mit zehn Mann und brach in der zweiten Halbzeit völlig ein. Summiert man alle Pflichtspiele, die man gegeneinander bestritt, kommen sowohl Borussia als auch Aachen auf je zehn Siege bei vier Unentschieden.

Aufstellungen

Borussia: Keller - Bögelund, Gohouri, Ze António, Compper - Polanski, Kluge - Delura, Insua, Jansen - Kahê
Ersatz: Heimeroth, Svensson, Thijs, D.Degen, Baumjohann, Thygesen, El Fakiri
Es fehlen: Daems (Reha), Neuville (im Aufbautraining), Sonck (Disziplinarmaßnahme)

Alemannia Aachen: Straub - Pinto, Herzig, Klitzpera, Leiwakabessy - Plaßhenrich, Lehmann - Reghecampf, Fiel, Rösler - Schlaudraff
Ersatz: Nicht, Hesse, Casper, Stehle, Heidrich, Balaban, Ibisevic, Ebbers
Es fehlen: Dum, Krontiris, Nemeth (alle verletzt), Sichone (gesperrt)

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Assistenten: Sascha Thielert (Buchholz), Georg Schalk (Augsburg)
Vierter Offizieller: Christian Schräer (Emsdetten)

SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Es geht nicht um Volleyball, es geht nicht um Schiedsrichter, folglich werden auch keine "alten Rechnungen" beglichen. Es geht einzig um Feuereifer, es geht lediglich um Nachhaltigkeit. Es geht nach all den Kapriolen darum, dass ramponierte Vertrauenverhältnis wieder herzustellen. Dabei hilft Borussia ein knapper Erfolg, 2:1. Diesen zu erreichen wird schwer genug. Es ist inständig zu hoffen, daß Schwarz-Weiß-Grün dies durch die Bank begriffen hat.

Christoph Clausen: Es geht nicht um alte Rechnungen? Einspruch, Kollege Zocher. Natürlich geht es am Samstag um Borussias Zukunft, aber für die Fanseele geht es gegen Aachen immer auch um die Historie. Michael Frontzeck wünschte sich dieser Tage einen Schiedsrichter, der die Nerven bewahren möge. Wie recht er hat. Vor allem wünschen wir uns einen Schiedsrichter, der in der Lage ist, verschiedene Körperteile auseinanderzuhalten. Müssen die Aachener sich nämlich auf den Gebrauch der im Fußball dafür vorgesehenen Gliedmaßen beschränken, so werden sie den 3:1-Heimsieg der im Aufwind befindlichen Borussia nicht verhindern können.

Michael Heinen: Borussia kann wieder gewinnen. Wir sollten uns keine Illusionen machen, daß durch die erste ordentliche Vorstellung seit über einem Jahr jetzt gleich alles wieder gut wird und ein Gegner wie Aachen keine Hürde mehr darstellt. Aber das in Bielefeld gestiegene Selbstbewußtsein wird uns am Samstag zu einem 2:1-Sieg über die Printen führen, durch den wir endlich wieder die Abstiegsränge verlassen.

Mike Lukanz: Borussia im Aufwind, Aachen mit Abwärtstrend und löchriger Abwehr. Luhukay ein glänzender Motivator, das 2:4-Debakel vom Hinspiel im Kopf, Erinnerungen an den letzten Heimsieg. Doch nein, die geschundene Gladbacher Seele sticht und zuckt, hegt man solche Phantasien. Die Alemannia wird schwer zu knacken sein, und Borussia ist noch lange nicht geheilt. Der knappe, aber überzeugende 1:0-Sieg ist ein weiterer kleiner Schritt nach vorne. Vor allem raus aus der Abstiegszone.

Christian Heimanns: Spiel verbessert, Sturmproblem bleibt und wird durch interne Dämlichkeiten nicht behoben. Wachen Geistes müsste ich ein unentschieden mit wenig Toren tippen, aber bei den Konsequenzen für den Tabellenplatz bringe ich das nicht über mich. 2:1 für Borussia. Weil es muss.

Hans-Jürgen Görler: Mit Verwunderung durfte man am vergangenen Wochenende feststellen, dass die Borussia doch noch Fußball spielen und auch gewinnen kann. Zwei Siege in Folge wären zwar unglaublich, aber es muss noch ein Dreier her - fast zwei Monate Abstiegsplatz waren mehr als genug. Gegen die Nachbarn aus Aachen gelingt ein 2:0.

Der Gegner im Internet: www.alemannia-aachen.de ; www.in-der-pratsch.de

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