Das Schicksal meint es zur Zeit nicht gut mit Borussia. Nach der zweiten Heimniederlage und der fünftigen Pflichtspielniederlage in Folge muss Borussia nun beim Hamburger SV antreten, der einzigen Mannschaft der Bundesliga, die in den letzten Wochen noch erfolgloser agierte als das Team von Jupp Heynckes. Wie man trotz nur eines einzigen Sieges in 17 Pflichtspielen zu einem Trainer stehen kann, demonstierten die Hansestädter in den letzten Wochen jedoch eindrucksvoll, selbst wenn der Boulevard schon mehrere Rauswürfe postulierte und Krisen ausmachen wollte. Die noch ausstehenden Spiele bis zur Winterpause treiben jedem Fan und Beobachter der Borussia indes die Sorgenfalten und Schweißperlen auf die Stirn. Es gilt jedoch eins: Ruhe bewahren! Man muss nicht mit jeder Entscheidung Heynckes´ einverstanden sein, doch in Mönchengladbach muss man einsehen, dass die Forderung nach Kontinuität und kurzfristiger Erfolg nur in seltenen Fälle miteinander zu vereinbaren sind.

Wenn Ehepaare vor kaum zu überwindene Probleme stehen, suchen sie oft die Hilfe Dritter auf. Eheprobleme haben wir in der SEITENWAHL-Redaktion weniger, so sehen wir unseren heutigen Gastautor weniger als Hilfe denn als interessanten Austausch. Nachdem Michael Koll seine Einschätzung zum FC Schalke 04 abgegeben hat, baten wir für diesen Vorbericht Carsten Koslowski, seine Gedanken zum Spiel und zum Gegner niederzuschreiben. Carsten ist erfolgreicher Buchautor („Zwei Jahre sind genug", „Auswärtsspiele") und vielen Lesern der „Blutgrätsche" als Autor „janus" bekannt. Seit Jahren treuer Begleiter der Düsseldorfer Fortuna, nebenberuflich Sympathisant des Hamburger SV, darüber hinaus scharfzüngiger und kritischer Beobachter des Fußballs. Wir freuen uns, Carsten für einige Zeilen gewonnen zu haben.

Borussia

12 Punkte aus 11 Spielen stellen eine ernüchternde Bilanz dar. Von der Aufbruchstimmung, die in der Sommerpause und in den Wochen nach der Verpflichtung Jupp Heynckes´ zu spüren war, ist wenig übrig geblieben. Fünf Niederlagen in Folge, vier schwierige Auswärtsspiele vor der Brust (wobei, ist in diesen Zeiten irgendein Auswärtsspiel leicht?), da schlägt des Volkes Zorn gerne über. Dennoch ließ sich am vergangenen Mittwoch im BorussiaPark eine interessante Szene beobachten. Unmittelbar nach Schlusspfiff ließ sich ein Herr, der selbst die jungen Jahre eines Heynckes miterlebt haben dürfte, zum klassischen „Trainer raus!" hinreißen. In Folge dessen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion einer kleinen Gruppe sich völlig fremder Menschen, die über das Pro und Contra einer Trainerentlassung philosophierten. Am Ende fiel ein einfach formulierter, dennoch kluger Satz: „Wie viele Trainer wollen wir denn noch verschleißen?". Das „wir" ließ einen schmunzeln, zeigt es doch, dass sich Fans und Verein nicht in dem Maße voneinander entfernt haben, wie es gelegentlich den Anschein hat. Auch wenn der Ansatz in dieser rhetorischen Frage sicherlich ein anderer war, steht dennoch fest, dass kein Weg an Jupp Heynckes und seiner Philosophie vorbei führt. Trotz der zur Zeit erschreckenden Leistung der Mannschaft sollte sich jeder vor Augen führen, dass es eben dennoch erst der 12. Spieltag ist, der ansteht. Panik und Hysterie sind immer schlechte Ratgeber, gleichwohl die Lage ernst ist.

Borussias Defensive

Der einzige große Vorteil der aktuellen Verletztenliste ist, dass man sich keine Gedanken über Wechselspielchen oder Alternativen machen muss. Die Abwehrreihe stellt sich quasi von alleine auf. Dennoch schafft es Heynckes immer wieder, sowohl die Presse als auch die Zuschauer zu überraschen. Einen 18jährigen in die Startformation gegen Schalke 04 zu berufen, grenzt schon fast an Idealismus. Inwieweit man der Mannschaft und dem jungen Tim Rubink einen Gefallen getan hat, ist fraglich. Dieser Fehler musste früh korrigiert werden, die Mannschaft lag fast hoffnungslos hinten und der junge Tim Rubink dürfte in naher Zukunft kein Bundesligaspiel mehr von Anfang an bestreiten dürfen. Diese mutigen Maßnahmen sind es, die Heynckes zum Teil in die Kritik geraten lassen. Jugend als Prinzip ist begrüßenswert, Jugend aus Prinzip hingegen nicht immer förderlich. Dieter Eilts hat es doch vorgemacht: Eugen Polanski gibt einen recht passablen Innenverteidiger ab. Zwar befindet er sich im Grunde nicht in der Form, die Position in der Innenverteidigung zu bekleiden, in Anbetracht der Alternativen wäre es zumindest für das Spiel am Mittwoch gegen Schalke 04 die bessere Alternative gewesen. Da Thomas Helveg nach seiner Sperre zurück in den Kader rutscht, wird die gleiche Verteidigung beginnen, die schon in Frankfurt auflaufen durfte und dort, bis auf den kurzen Moment beim Gegentor, eine gute Leistung bot. Den größten Leistungsunterschied im direkten Vergleich zum eigentlichen Stammspieler hat Marvin Compper. So bemüht er ist, von einen Marcell Jansen in seiner ganzen Dynamik trennen ihn Welten.

Borussias Offensive

So paradox es klingt: in der Offensive liegen die größeren Probleme. Federico Insua ist noch nicht angekommen, sofern er spielen darf. Peer Kluge taucht ab, spielt allenfalls durchschnittlich. Delura ist wirklich bemüht, doch sicherlich keiner, der ein Spiel alleine entscheiden kann. Oliver Neuville befindet sich seit Saisonbeginn in einem Formtief. Seine Sturmpartner wechseln in beeindruckender Regelmäßigkeit. Kahê, mit vier Toren in den ersten Spieltagen noch sehr gut gestartet, saß gegen Schalke 90 Minuten auf der Bank. Nando Rafael, beim Spiel in Frankfurt in der Startelf, war gegen Schalke überhaupt nicht im Kader. Vaclav Sverkos erging es genau anders herum. Eine Chance genutzt hat keiner. Wesley Sonck würde seine Chance sicherlich gerne nutzen, wenn er überhaupt die Gelegenheit bekäme, von Beginn an aufzulaufen.

Was bleibt? Dass Heynckes ausgerechnet in Hamburg von seinem Prinzip der zwei defensiven Mittelfeldspieler abrückt, erscheint unwahrscheinlich. David Degen und Peer Kluge sind beide angeschlagen, einem Einsatz sollte jedoch nichts im Wege stehen. Bernd Thijs und Eugen Polanski werden versuchen, die Kreise von van der Vaart einzuengen. Peer Kluge und Michael Delura spielen demnach die offensiveren Parts und werden versuchen, in Kombination mit den Stürmern Neuville und (zur Abwechslung) Sonck für mehr Torgefahr zu sorgen. Ein Offensivfeuerwerk sollte man nicht erwarten. Beim papierdünnen Nervenkostüm aller aus Mönchengladbach Beteiligten wird die erste Devise sein, das von Kasey Keller gehütete Tor zu verteidigen und einen frühen Rückstand unter allen Umständen zu vermeiden.


Der Gegner aus Hamburg...

...wird heute wieder vom Gegner vorgestellt. Allerdings nur von einem halben Gegner. Das passt auch irgendwie besser zur Lage. Als „echter" HSV-Fan tut man sich wohl schwer, für die momentane Situation überhaupt noch Worte zu finden. Da hab ich es schon einfacher. In erster Linie bin ich nämlich Anhänger von Fortuna Düsseldorf. Als solcher mannigfaltigen Kummer gewohnt, kann mich die derzeitige Verfassung meines Zweit-Lieblingsclubs, eben jenes HSV, nicht besonders nachhaltig erschüttern. Aus in der 1. Runde des DFB-Pokal gegen dieselbe Truppe, die man ein Jahr zuvor in derselben Runde locker 5:1 wegfidelte; Aus in der Champions League mit einer derzeit schlechteren Bilanz als die Bayern in ihrer legendären Trümmersaison 2002 (ebenfalls als Gruppen-4. in der Vorrunde ausgeschieden); in der Bundesliga nach dem überraschenden Sieg in Leverkusen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt durch ein schluffiges Remis gegen Hannover und die unnötige Niederlage in Wolfsburg. Das 0:2 in Stuttgart am letzten Dienstag trotz recht guten Spiels war da schon keine Überraschung mehr. Abstiegskampf statt Meisterträume. Eine Mannschaft, die entweder Fußball zum Abgewöhnen spielt (derzeit mit Vorliebe in der Champions League, damit auch ganz Europa etwas davon hat), oder die - wie zuletzt in Stuttgart - bei guten Leistungen gerne mal das Toreschießen vergisst. Kurz, eine Truppe, die derzeit den Beweis antritt, dass man mit Geld und kurzfristigen Verpflichtungen den Erfolg immer noch nicht kaufen kann. Erinnert mich als Außenstehender ein wenig an den vorletzten Winter und eine kleine Stadt am Niederrhein, aber egal.

Um den Gegner vorzustellen, bedarf es Namen, die einer Mannschaft ein Gesicht geben. Dann fangen wir doch mal an: Vincent Kompany. Juan Pablo Sorin. Raphael Wicky. Nigel de Jong. Guy Demel. Bastian Reinhardt. Collin Benjamin. Thimothee Atouba. Das dürften Namen sein, unter denen sich der Fußball-Kenner etwas vorstellen kann. All diese Herren spielen gegen Gladbach wahrscheinlich nicht. Sie sind samt und sonders verletzt oder nur in der Rehabilitation, teils schon seit Wochen, zum Teil auch noch wochenlang. Sie verdeutlichen eins der großen Probleme des HSV in dieser Saison: nicht nur, dass die Mannschaft zwar mit relativ klangvollen Namen ergänzt wurde, dies allerdings zum Teil sehr uninspiriert unmittelbar vor Saisonbeginn erfolgte, nein, Trainer Thomas Doll hatte im Verlauf der bisherigen Saison auch noch nicht einmal die Möglichkeit, annähernd so etwas wie eine Wunschformation aufstellen zu können. So kommt es, dass man wohl mehr über Mario Fillinger und Benny Feilhaber sprechen muss. Beide immerhin bereits Torschützen. Und zwar gegen Fortuna, Fillinger vor einem halben Jahr, Feilhaber im letzten Jahr, beide als Spieler der Zweitvertretung des HSV. Dass diese beiden mittlerweile fast so etwas wie Stammspieler sind, Fillinger in der Defensive, Feilhaber als „6er" vor der Abwehr, sagt wohl so einiges über die derzeitige Personalmisere des HSV aus.

Hamburger Defensive

Wer im Tor des HSV steht, darf noch erwürfelt werden. Zuletzt war es Stefan Wächter, der gegenüber Sascha Kirschstein den Vorzug erhielt. Zwei grundverschiedene Typen, der ruhige Wächter, der impulsive Kirschstein, die leider eins gemeinsam haben: in ihren Einsätzen waren sie neben guten Paraden zuletzt auch immer für einige Klöpse gut. Wächter verwechselt sich beim Abtauchen auf den Boden des Öfteren mit einer Bahnschranke, Kirschstein hingegen segelt gerne mal durch den Strafraum und in Freund und Feind hinein, ohne den Ball auch nur zu erahnen, geschweige denn zu berühren. Das mag für die Gegner und deren Fans ja sehr amüsant sein, in Hamburg hingegen treibt es einem die Schweißperlen auf die Stirn. Die Ruhe und Sicherheit, die insbesondere Wächter in der letztjährigen Hinrunde auszeichnete, ist wie weggeblasen, sicherlich auch dadurch bedingt, dass die Abräumer van Buyten und Boulahrouz vor dem eigenen Tor nicht mehr da sind.
 
Neben Fillinger ist mit Klingbeil, Mathijsen und Mahdavikia in der Viererkette zu rechnen, eine Abwehr, die in dieser Konstellation schon am Dienstag in Stuttgart aufgelaufen ist. Beim HSV der aktuellen Saison heißt so etwas wohl „eingespielt". Die Verunsicherung ist ihnen manchmal recht deutlich anzusehen, mehr als im besten Fall solide Abräumarbeiten sind daher derzeit von hinten nicht zu erwarten. Vielleicht noch, dass sich Mahdavikia ab und zu nach vorne trauen wird, allerdings in der derzeitigen Situation wohl nur, wenn es hinten wirklich zu langweilig werden sollte, was beim HSV bislang noch in keinem Spiel dieser Saison der Fall war.

Hamburger Offensive

Im Mittelfeld offenbart sich die Raute, die Trainer Doll im letzten Jahr mit so großem Erfolg praktizierte. In dieser Saison hat sich bereits gefühlt jeder zweite HSV-Spieler darin versucht, meist mit niederschmetterndem Ergebnis. Sie dürfte diesmal aus dem bereits erwähnten Benny Feilhaber sowie David Jarolim, Piotr Trochowski und Rafael van der Vaart bestehen. Eine schlagkräftige Truppe, wenn - ja, wenn nicht Jarolim und van der Vaart auch erst wieder relativ kurzfristig nach ihren Verletzungen in der Mannschaft stehen würden. Wie deren derzeitiger Leistungsstand ist? Keine Ahnung. Ob Jarolim durch gekonnte Flugeinlagen wieder Vielfliegermeilen bei der Lufthansa sammelt oder seine Zweikampfstärke ausspielen kann; ob Trochowski wieder ansatzlos einen seiner gefürchteten Präzisionsschüsse aus der Distanz loslässt (wie am Dienstag in Stuttgart schon zu sehen) oder vom Trainer entnervt auf die Bank gesetzt wird, weil er sein Verhältnis zur Eckfahne als Empfänger seiner Pässe präzisiert;  ob van der Vaart seine manchmal genialen Ideen auch in geniale Pässe, Freistöße und Torschüsse umsetzen kann oder durch seine frustriert-rüde Art wieder am Rande eines Platzverweises wandelt, sodass man sich wünscht, seine Frau würde auflaufen, die kann zwar auch nicht spielen, bietet aber wenigstens etwas fürs Auge - man weiß es nicht. Es ist derzeit eine echte Wundertüte. Wenn alle drei gut in Form sind, können sie jeder gegnerischen Defensive schlaflose Nächte bereiten, aber wann waren sie das zuletzt? Und auch noch gleichzeitig???

Wundersames kann man auch im Sturm des HSV sichten. Das etatmäßige Sturmduo Benny Lauth und Paolo Guerrero kriegt zumeist gar nichts auf die Reihe (von Guerreros Treffern in Leverkusen mal abgesehen), sodass man sich manchmal fragt, ob beide nicht Teil einer gesamtbajuwarischen Verschwörung (1860 & Bayern) sind, um die Hanseaten nachhaltig zu schädigen, die „Noteinkäufe" Boubacar Sanogo und Danijel Ljuboja hingegen begannen überraschend gut, bevor auch sie nachließen. Also lässt Trainer Doll die vier munter durcheinander rotieren in der Hoffnung, an jedem Spieltag durch Zufall die zwei herauszupicken, die vielleicht einen guten Tag haben. Am komplettesten scheint mir hier Sanogo zu sein, der auch nicht umsonst bereits mit allen möglichen Arten von Treffern glänzte, Abstaubern, Kopfbällen, Fernschüssen, auch wenn er gerne mal einen Elfer verschießt. Ljuboja ist mehr der Strafraumwühler mit dem richtigen Riecher (zuletzt allerdings eher verschnupft), Lauth hat die Technik, Guerrero soll beides besitzen, es weiß nur noch keiner, wo. In der Konsequenz hat der HSV bislang ganze 10 Treffer erzielt, was Thomas Doll in seiner Verzweifelung auch schon mal dazu bringt, Besart Berisha spielen zu lassen, den jungen Albaner, der in der zweiten Mannschaft gute Leistungen abliefert, auch immer einigen Schwung mitbringt, aber für die Bundesliga vielleicht noch ein wenig zu „grün" erscheint, wie er am Dienstag freistehend vor Hildebrand schon eindrucksvoll bewies.  Ich hätte allerdings nichts dagegen, wenn er diesbezüglich am Samstag sein „Coming out" erleben würde.

Keine Frage, beim HSV, der gespickt ist mit gutklassigen nationalen wie internationalen Spielern, ist derzeit der Trainer der Star. Thomas Doll könnte sich auch selbst einwechseln - ich glaube nicht, dass er seinen Stuhl räumen müsste, wenn er es selbst nicht wollte. Ein Sympathieträger par excellence, niemand leidet bei der anhaltenden Misserfolgsserie so leidenschaftlich wie er, man spürt die Identifikation des Mannes zum Verein. Mannschaft, Fans und Offizielle stehen erstaunlich bedingungslos hinter ihm, man hat nicht vergessen, von wo er den Verein 2004 weggeholt hat, was allerdings nicht verwundert, denn diesen Tabellenplatz kann man langsam schon wieder aus der Nähe sehen. Immerhin, in puncto Trainer ist sich die Mannschaft einig, es wäre schön, wenn sie das auch mal auf dem Platz umsetzen könnte. Das Zeug dazu hat sie allemal, aber der Knoten sollte bald platzen, ansonsten kann man sich im neuen Jahr auf gepflegten Abstiegskampf einstellen, und der Einzige in der aktuellen Truppe, der damit richtig Erfahrung hat, dürfte Mario Fillinger sein. Der konnte mit dem Chemnitzer FC im Jahr 2005 den Abstieg aus der Regionalliga Nord vermeiden. Allerdings nur deshalb, weil dem KFC Uerdingen nachträglich die Lizenz entzogen wurde. Darauf sollte sich der HSV aber lieber nicht verlassen, Dortmund ist schließlich nicht Uerdingen, schon gar nicht beim DFB.

Schiedsrichter

Florian Meyer pfiff bereits ein Auswärtsspiel der Borussia im Norden. Bei der verdienten 0:3-Niederlage in Bremen leitete Meyer fehlerlos und unauffällig. Insgesamt verdiente sich der 38jährige Burgdorfer eine passable Durchschnittsnote von 3,14, wobei die glatte „6", die er vom kicker für die Leitung des Spiels Bayern München - Eintracht Frankfurt bekam und in dem er in allen wichtigen Entscheidungen daneben lag, den Schnitt deutlich nach unten zog. Ansonsten scheint Meyer fast ein Glücksbringer für Borussia zu sein. Von den letzten vier Spielen unter seiner Leitung konnte der fünfmalige Deutsche Meister immerhin drei gewinnen.

Bilanz

In den direkten Vergleichen zieht Borussia immer öfter den Kürzeren, was speziell in der seit Jahren anhaltenden Auswärtsschwäche begründet ist. Der letzte Sieg gelang am 21. Oktober 1994, als Peter Wynhoff und Thomas Kastenmaier beim 2:1 im alten Volksparkstadions für die Gäste vom Niederrhein trafen. Immerhin konnte Borussia in der Folge das ein oder andere Unentschieden erzielen und musste keine Niederlagenserie erleiden, wie es in vielen anderen Stadien bisweilen der Fall ist. Das ermauerte 0:0 am Ende der Saison 2004/05 war der Schlüssel zum Klassenverbleib, das 3:3 im September 2001 endete mit einem tollen Fallrückzieher von Marcin Marciel in der Schlussminute, gleichwohl an diesem Wochenende keinem der Sinn nach Fußball stand, nachdem wenige Tage vorher die Terroranschläge vom 11.September in New York und Washington die Welt erschütterten.

Aufstellungen

Hamburg: Wächter - Fillinger, Klingbeil, Mathijsen, Atouba - Feilhaber - Jarolim, Trochowski - van der Vaart - Sanogo, Guerrero
Ersatz: Kirschstein, Mahdavikia, Gouhari, Karl, Laas, Wicky, Lauth, Berisha, Ljuboja
Es fehlen: Sorin, Kompany, Benjamin, de Jong, Demel (alle verletzt), Reinhardt (Trainingsrückstand)

Borussia: Keller - Helveg, Levels, Ze António, Compper - Thijs, Polanski - Delura, Kluge - Neuville, Sonck
Ersatz: Heimeroth, Fleßers, El Fakiri, Insua, Sverkos, Kahê, Rafael, Degen
Es fehlen: Svensson, Bögelund, Svärd (Trainingsrückstand), Jansen, Daems, Kirch (alle verletzt)

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Assistenten: Thomas Frank (Hannover), Harald Sather (Grimma)
Vierter Offizieller: Holger Henschel (Braunschweig)


SEITENWAHL-Meinung

Thomas Zocher: Herbert Grönemeyer und Friedel Rausch sind die bekanntesten Verfechter der "Männer"-Ansprachen, wohingegen der Hamburger Sportverein ein Kind der Sportjournalie und des Boulevards ist. In der letzten Saison ihr Lieblingskind, in dieser ihr Sorgenkind mit ähnlich frustrierenden letzten Wochen wie die Borussia. Durch das Spiel erweist sich, dass jene, die am lautesten plärren und damit ihre schicksalbeeinflußte Situation beweinen, belohnt werden. Mit 2:0 siegt der Hamburger SV.

Michael Heinen: Mit Hamburg und Borussia treffen die beiden Krisenteams der Liga aufeinander. Der einzige Unterschied besteht darin, daß der HSV in den letzten Wochen wenigstens noch ansatzweise so etwas wie Fußball spielt. Dank Borussia wird Thomas Doll noch einmal seinen Arbeitsplatz retten können. Der 2:0-Sieg der Hanseaten wird dagegen in unserem Verein die Diskussionen endgültig anheizen.

Mike Lukanz: Zu wenig Zeit hat Jupp Heynckes, um die Mannschaft nach den vergangenen Pleiten wieder aufzurichten, zu deutlich sind die aktuellen Probleme und zu stark ist der Hamburger SV. Die Hanseaten wollen ihren Trainer nicht verlieren, und einige Niederlagen der letzten Wochen war durchaus unglücklich, als man selber sehr gut spielte. Gegen Borussia kommt das Glück zurück, 3:0 für den HSV.

Christoph Clausen: "Remember, remember the fifth of November" singen englische Kinder alljährlich zur Erinnerung an den fehlgeschlagenen Gunpowder Plot. Genau 401 Jahre und eine Woche später drohen zwar weder Attentatsopfer noch Hinrichtungen, aber metaphorisch gesprochen füllen sich auch die Kellergewölbe der Borussia mit Pulverfässern. Nach der 1:3 Niederlage in Hamburg würden so manche gern Lunten zünden - und werden hoffentlich ebenso kläglich scheitern wie die Verschwörer von 1605.

Hans-Jürgen Görler: Zwei Teams, die sich vor der Saison mehr ausgerechnet hatten und nun gegen den Abstieg kämpfen, werden am Sonnabend aufeinandertreffen. Da die Borussia sich in dieser Spielzeit mal wieder als perfekter Aufbaugegner erweist, wird der HSV ein 3:1 einfahren dürfen.

Christian Heimanns: Womit wird dieses Spiel wohl am meisten angekündigt? "Wird eine der beiden Serien reissen?"... ja, und wir wissen auch, welche. 2:0 für den HSV und darauf folgender Großkampftag in allen Foren.

Carsten Koslowski: Betrachtet man die bisherige Saison, ist die Analyse schnell klar: verunsicherte bemühte Totalerfolglose gegen verunsicherte bemühte Auswärtsdeppen - klares 0:0. Aber in der Realität sieht alles anders aus. Zumindest ein leichter Aufwärtstrend war beim HSV in den letzten Wochen zu bemerken, am Samstag zeigt ihnen auch noch jemand, wo genau das gegnerische Tor steht. 3:1 für Hamburg durch drei Stürmertore. Fußball kann so schön sein. Und Fußball-Fans so schrecklich naiv.
 
Der Gegner im Internet: www.hsv.de

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