Samstag, 20.03.2004: Borussia besiegt vor 33.000 Zuschauern am Bökelberg den Hamburger SV mit 3:0 und überzeugt vor allem durch Einsatz und unbedingtem Willen.
Dienstag, 20.09.2005: Nach einem in der ersten Halbzeit fast aussichtslosem Spiel gegen einen übermächtigen Gegner, der nur aufgrund der eigenen Fahrlässigkeit nicht noch höher führt, dreht Borussia in der zweiten Halbzeit das Spiel und gewinnt gegen Werder Bremen mit 2:1 Toren. Der Startschuss für den „goldenen Herbst" war gefallen.
Was diese beiden Spiele gemeinsam haben? - Ihnen gingen peinliche Niederlagen gegen Erzrivalen voraus, in denen Borussia nicht nur selber enttäuschte, sondern auch ihre Fans. Das 0:1 im Pokal in Aachen und das 1:2 nach miserabler Leistung in Köln waren Tiefpunkte der jeweiligen Saison. Hoffen wir also, dass Borussia im kommenden Heimspiel gegen die Dortmunder Namenscousine diese Tradition fortsetzt, die nach einer blamablen Leistung meist eine deutliche Steigerung zuließ. Schöner wäre es indes, müsste man sich in solchen Spielen erst gar nicht revanchieren, sondern auch auswärts endlich mit der Einstellung auflaufen, die in der Bundesliga eine Bedingung ist.



Borussia:

Das Spiel in Aachen stellt den ersten negativen Höhepunkt der Saison dar. Dass Borussia meist und oft gegen die Erzrivalen patzt, ist umso bitterer, da die Fans dies weniger verzeihen respektive länger daran zu knabbern haben. Der Boulevard greift diese Stimmungen allzu gerne auf und fährt bereits in dieser frühen Phase der Saison die Geschütze auf. Erstes Opfer ist Neuzugang Insua, dessen Auswechslung in Aachen genüsslich ausgebreitet wurde. Borussia reagiert in dieser Woche angenehm gelassen, was die einzig richtige und vernünftige Reaktion ist. Es besteht kein Grund, nun alles in Frage zu stellen, was noch vor einer Woche weitestgehend richtig war. Jupp Heynckes wird die nötigen Lehren aus dem letzten Spiel gezogen und seine Mannschaft dementsprechend vorbereitet haben. Zwar ist Dortmund der nominell deutlich stärkere Gegner im Vergleich zur Alemannia, chancenlos ist man jedoch bei weitem nicht, zumal die offensive Spielweise der Gäste der Mannschaft um Kapitän Keller mehr liegen wird. Die beiden bisher ausgetragenen Heimspiele gegen Borussia Dortmund waren sehr intensiv, sehr ausgeglichen und mit offenem Visier geführt. Die Mannschaft hat es selber in der Hand, sich für den uncouragierten Auftritt am Tivoli zu rehabilitieren und somit den Fans nicht schon zu Beginn der Saison die Laune vollends zu verderben. Die Presseschau dieser Woche hat gezeigt, dass die Kritiker schon die Messer wetzen.

Borussias Defensive:

Die erschreckenste Erkenntnis der letzten Woche war, dass selbst die konstanten Leistungsträger der Mannschaft vom Virus der Unkonzentriertheit befallen waren. Kasey Keller, Ze António und Bo Svensson hatten allesamt schon deutlich bessere Spiele und vor allem von Kapitän Keller ist man solche Aussetzer, wie der, der dem 2:0 von Jan Schlaudraff vorausging, gar nicht mehr gewohnt. Svensson und Ze António waren bei allen Gegentreffern, die aus dem Spiel heraus fielen, direkt beteiligt. Entweder standen sie völlig falsch zum Mann (2:0) oder sie gingen nur halbherzig in die Zweikämpfe, so dass die Gegenspieler freien Raum und Zeit hatten, zum Torabschluss zu kommen (3:1, 4:1). Kasper Bögelund wird verletzungsbedingt ausfallen; seine Leistung in der ersten Halbzeit in Aachen hätte eine Aufstellung zumindest fragwürdig erscheinen lassen. Für ihn wird Oliver Kirch auf die Position des rechten Verteidigers rücken. Kirch, der sich still und heimlich zum Stammspieler entwickelt hat, fiel zwar in Aachen wie die komplette Mannschaft ab, zeigt in dieser Saison jedoch gute und solide Leistungen, so dass kein Grund besteht, ihm nicht ein weiteres Mal zu vertrauen. Marcell Jansen steckt bisher - wie viele seiner Nationalmannschaftskollegen - in einem kleinen Loch. Bei ihm ist zwar kein so deutlicher Leistungsabfall zu konstatieren, wie es für Tim Borowski oder Lukas Podolski zu beobachten ist, dennoch vermisst man Jansens beherzten Sturmläufe über den linken Flügel, seine insgesamt unbekümmerte und freche Art. Er wirkt abgeklärter, aber auch defensiver in seinem Spiel; sicher eine Folge des Reife- und Lernprozesses, den Jansen unter Jürgen Klinsmann und Joachim Löw durchgemacht hat.

An Eugen Polanski scheiden sich zur Zeit die Geister. Natürlich hält man ihm immer noch gut Gute, dass er noch jung und entwicklungsfähig ist und man darf nicht den Fehler machen, von ihm schon eine spielerische Reife zu verlangen, die manch anderer in seinem gesamten Fußballerleben nicht erreicht. Dennoch, Polanski ist selbstbewusst und ehrgeizig genug, um seine Leistungen auch kritisch zu sehen. Wenn ein junger Spieler wie er die Ambitionen hat, möglichst bald in der A-Nationalmannschaft aufzulaufen und einen Stammplatz in einer Bundesligamannschaft für sich zu beanspruchen, muss eine deutliche Leistungssteigerung her. Polanski muss lernen, dass er nur das spielt, was er kann und was von ihm verlangt wird. Er ist eben noch kein Patrick Viera oder Mickeal Essien, die in ihrer Rolle nicht nur Zerstörer, sondern auch Spielgestalter in der Offensive sind. Es ist löblich, dass er zwar immer wieder versucht, das Spiel zu lenken und es zeugt von seinem Selbstbewusstsein. In der Art und Weise jedoch, wie er es seit Wochen umsetzt, schadet er der Mannschaft nur. Auch wenn Jupp Heynckes große Stücke auf Polanski hält, so darf er sich darauf nicht ausruhen, denn mit Bernd Thijs, Thomas Helveg und nicht zuletzt Sebastian Svärd stehen genügend Alternativen bereit, die darauf brennen, einen Einsatz von Beginn an zu erhalten.

Borussias Offensive:

Dass die Niederlage in Aachen speziell an Federico Insua aufgehangen wurde, verwundert sehr. Hieß es noch vor der Saison, dass man ihm genügend Zeit einräumt, um sich in der Bundesliga zurecht zu finden, wird er nun - angeführt vom Hetzjournalismus des Boulevard - zur Richterbank geführt, nur darauf wartend, bis man ihm hoch offiziell den Stempel eines „Fehleinkaufs" aufdrücken kann. Borussia, ihre Fans und das Umfeld sollten aufpassen, nicht erneut vorschnell den Daumen zu senken; speziell dann, wenn es um einen hoch veranlagten Spieler wie Insua geht. Alle sollten nach wie vor froh sein, einen Spieler seiner Güte in den Reihen zu haben. Dass der Integrationsprozess, der ihn an das Tempo und die Physis der Bundesliga heranführt, noch viele Wochen in Anspruch nehmen wird, sollte jedem aufmerksamen Beobachter klar sein. Speziell in Spielen gegen Gegner der „Klasse" Alemannia Aachen oder Energie Cottbus, die mehr auf Zerstören des gegnerischen Spiels hinaus sind, wird Insua anfangs seine Probleme haben. Man sieht seit Jahren bei Johann Micoud, Marcelinho oder Lincoln, dass Feingeister in solchen Spielen selten zur Höchstleistung auflaufen. Man mag dies verteufeln, aber wünschen wir uns wirklich das stagnierende und kontraproduktive Spiel eines Thomas Broich zurück? Oder das brave und uneffiziente eines Ivo Ulich? Das Phlegma eines Marek Heinz? Jupp Heynckes hat in der Pressekonferenz unmissverständlich klar gemacht, dass Insua definitiv nicht zur Debatte stehe und dass er nicht eine Sekunde daran dachte, ihn nicht spielen zu lassen. Hoffentlich denken die Fans am Freitag genauso, denn spätestens nach dem ersten Fehlpass oder dem ersten verlorenen Zweikampf wird sich zeigen, ob die Anti-Insua-Hysterie, die diese Woche geschürt wurde, schon Wirkung zeigt. Zu befürchten ist dies leider; hoffen wir auf das Gegenteil.

Peer Kluge wird noch nicht einsatzbereit sein, so dass Hassan El-Fakiri erneut auf der linken Seite beginnen könnte. Da Kasper Bögelund ausfällt, wird durch Oliver Kirchs Rückversetzung in die Viererkette eine Stelle im rechten Mittelfeld frei. Hier bieten sich Heynckes ausreichend Alternativen. Entweder Delura wird auf rechts beginnen, was wahrscheinlich ist, oder Polanski weicht auf den Flügel aus, wenn Bernd Thijs für seine von Heynckes oft gelobte Trainingsleistung mit einem Startplatz belohnt wird und im defensiven Mittelfeld auflaufen darf. Sollte Heynckes auf das System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern setzen, werden Polanski und Thijs dies ausfüllen, während Insua und Delura (alternativ El-Fakiri) die Halb-Außen stellen. Da der BVB auch auswärts offensiv spielt, wäre diese Variante zu bevorzugen, um über Insua und dem schnellen Delura schnelle Kombinationen starten zu können. Ob Youngster Johannes van den Bergh in diesem emotionsgeladenen Spiel vor ausverkauftem Haus eine Chance von Beginn an erhält, scheint fraglich. Zuzutrauen wäre es Jupp Heynckes allemal, zumal van den Bergh die zur Zeit stiefmütterliche linke Seite im Mittelfeld besetzten könnte.

Oliver Neuville wirkt zur Zeit auch „überspielt", an ihm wird derzeit jedoch kein Weg vorbeikommen. Gleiches gilt für Kahê, der letzten Samstag wohl sein bestes Spiel für Borussia machte und seine Leistung mit zwei Toren krönen konnte. Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, den Brasilianer über den Klee zu loben, denn er hat immer noch zu wenig klare Torchancen aus dem Spiel heraus und glänzt zur Zeit eher bei Standards. Auch wenn gute Zuspiele aus dem Mittelfeld oft fehlen, so taucht Kahê trotzdem zu wenig im gegnerischen Sechszehnmeterraum auf, wo er aufgrund seiner Statur unbedingt hingehört. Wenn er sich ins Mittelfeld fallen lässt, um - was er unweigerlich gut macht - die Außen zu bedienen, fehlt er in der Mitte und Neuville ist wahrlich kein Kopfballstürmer, der die Flanken von Jansen, Delura & Co. dann verwerten könnte.

Der Gast aus Dortmund:

Man kann, wenn man über den BVB redet, lamentieren, motzen oder mutmaßen. Fakt ist, dass der Verein unter Geschäftsführer Watzke sprichwörtlich die Kurve bekommen hat. Natürlich ist der Verein noch lange nicht saniert oder wirtschaftlich gesund, aber immerhin wieder so handlungsfähig, dass man sich durchaus auf dem Transfermarkt bewegen und sinnvoll investieren kann. Durch die Verkäufe von Jan Koller und Tomas Rosicky, der in den letzten Jahren wahrlich keine überragende Rolle mehr beim BVB ausübte, war genügend Kapital vorhanden, das das Management direkt in neue Spieler investieren konnte. Alex Frei konnte nach langem Hin und Her verpflichtet werden, ebenso Nelson Valdez von Werder Bremen. Bereits zu Beginn des Sommers kam Steven Pienaar von Ajax Amsterdam, kurz vor Ablauf der Transferperiode konnte mit Paulo César Fonseca do Nascimento, kurz „Tinga", ein weiterer namhafter und qualitativ hochwertiger Spieler gewonnen werden, so dass der Kader des BVB insgesamt stärker und ausgeglichener besetzt ist als im letzten Jahr.

Den Deal des Jahres hat Dortmund allerdings mit David Odonkor abgeschlossen. Über 6 Millionen Euro für einen besseren Ergänzungsspieler zu bekommen, ist fast schon grandios. Die Hälfte der Transfersumme müsste man eigentlich direkt an Jürgen Klinsmann überweisen, denn ohne dessen Berufung Odonkors zur WM hätte Michael Zorc nur einen Bruchteil der Summe erhalten, die jetzt für Odonkor geboten wurde. Der Aufschrei vieler Medienvertreter, die den Dortmundern sofort den Rückfall in alte Zeiten vorhielten und dem Vorwurf aussetzten, man gebe jungen Spielern keine Chance, war eher ein letztes Zucken der euphorisierten WM-Journaille, die jedem Spieler der Nationalmannschaft das Prädikat „Weltklasse" verliehen hätte (und hat). Dass Odonkor bei der WM nicht ein einziges gutes Spiel gemacht hat, vergessen viele. Vor der berühmten Flanke auf unseren Oliver Neuville im Spiel gegen Polen gingen alle vorherigen Flanken daneben und selbst gegen Argentinien bestand seine Rolle lediglich darin, den mit gelb vorbelasteten, neu HSVler Juan Pablo Sorin zu beschäftigen und gegebenenfalls zu einem Platzverweis zu provozieren.

Die bisherige Saison verlief zufriedenstellend für den Revierclub. Nach einer erwarteten Niederlage beim Saisoneröffnungsspiel in München und einem darauf folgenden Unentschieden im Signal-Iduna-Park gegen Mainz 05, das für viele Fans enttäuschend war, konnte Dortmund zuletzt zwei Siege in Folge feiern. Nach einem überzeugenden 3:1 bei heimschwachen Stuttgartern wurde letzte Woche der Hamburger SV mit einem knappen, aber verdienten 1:0 bezwungen, so dass man sicher mit breiter Brust nach Mönchengladbach reisen wird.

Dortmunder Defensive:

Roman Weidenfeller spielt seit nunmehr zwei Jahren auf konstant hohem, bisweilen sehr hohem Niveau. Nicht umsonst bescheinigen ihm Kritiker, der zur Zeit beste in der Bundesliga aktive Torwart zu sein. Diese Leistungen sind auch bei Bundestrainer Löw registriert worden, so dass davon auszugehen ist, dass Weidenfeller künftig hinter Jens Lehmann und Timo Hildebrandt die deutsche Nummer drei sein wird. Eine logische Konsequenz seiner Leistungen und läge man das reine Leistungs- und nicht das traditionelle Nachfolger- und Hierarchieprinzip der deutschen Torhüter an, müsste Weidenfeller gar die Nummer zwei hinter Lehmann sein.

Vielleicht lag es auch am geplatzten Bruder-Duell David gegen Philipp Degen, dass die Herren der Boulevardzeitungen sich so auf Insua stürzten. Man kann sich ausmalen, welche rührenden Geschichten da präsentiert worden wären: Bilder beider Jungs, wie sie von kleinauf immer miteinander spielten, endlose Erzählungen, wer wieviele Minuten älter ist, wer wo welches Muttermal hat, an dem ihre Eltern sie unterscheiden konnten; die Liste ist ebenso lang wie bekannt. Philipp Degen wird spielen, und zwar auf der rechten Seite der Viererkette. Die Innenverteidigung stellen der lange Markus Brzenska, der in dieser Saison den erneut verletzten Christoph Metzelder noch nicht adäquat ersetzen konnte. Neben ihm spielt Kapitän Christian Wörns. Der inzwischen 34jährige Wörns ist der Routinier in der jungen Dortmunder Mannschaft und gilt trotz aller Bedenken sicherlich zu den besseren Innenverteidigern der Liga. Sein Jammern, ausgetragen über die Presse, nach seiner Nicht-Nominierung durch Jürgen Klinsmanns war jedoch sehr peinlich und hatte den Geschmack eines beleidigten kleinen Jungen, dem man sein Lieblingsspielzeug abgenommen hat. Links hinten wird wie gewohnt Dede auflaufen.

Im defensiven Mittelfeld spielt der erst 19jährige Marc-André Kruska, der jedoch schon über die Erfahrung von 46 Bundesligaspielen verfügt. Natürlich profitiert Kruska von der Verletzung Sebastian Kehls, der mit einer Knochenstauchung im linken Knie zwei weitere Wochen ausfallen wird. Kehl selber hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren kontinuierlich gesteigert und ist zu einer der Führungsfiguren beim BVB aufgestiegen.


Dortmunder Offensive:

So sehr der Weggang von Jan Koller auf den ersten Blick auch schmerzte, das Spiel der letzten Jahre war sehr auf den großen Tschechen ausgerichtet und somit auch berechenbar. Hatte man Jan Koller im Griff, lahmte die halbe Offensive. Koller war Vollstrecker und Anspielstation für Rosicky und die schnellen Stürmer an seiner Seite. Ohne Koller setzt Trainer van Marwijk auch nicht mehr auf das lange praktizierte 4-3-3-System, sondern stellte auf 4-4-2 um (auch ein Grund, warum Odonkor kaum noch zu Einsätzen kam). Mit den Stürmern Valdez, Alex Frei und Smolarek verfügt der BVB nun über drei variable, schnelle und technisch starke Stürmer. So musste Smolarek, in der letzten Saison noch mit 13 Treffern erfolgreichster Stürmer der Dortmunder, gar auf der Bank Platz nehmen und den Neuzugängen Valdez und Frei weichen. Durch die Verletzung Valdez´ wird Ebi Smolarek im BorussiaPark jedoch neben Alex Frei auflaufen können.

Tinga laborierte unter der Woche zwar noch einer Oberschenkelverhärtung, sollte aber bis zum Freitag fit sein und wie gewohnt im rechten Mittelfeld auflaufen können. Sein Pendant auf der linken Seite ist Florian Kringe, der sich zu einer festen Größe im Dortmunder Kader entwickeln konnte. Eine Entwicklung, die ihm viele nach seinem Wechsel vom 1.FC Köln zur Dortmunder Borussia nicht zugetraut hätten. Kringe ist kein überragender Techniker oder Stratege, doch sehr lauffreudig, taktisch diszipliniert und glänzt gar ab und an als Torschütze. Komplettiert wird das Mittelfeld von Neuzugang Steven Pienaar auf der Position direkt hinter den Spitzen. Pienaaar konnte ablösefrei von Ajax Amsterdam geholt werden und darf durchaus als Verstärkung gesehen werden. Er ist technisch beschlagen und schnell, insofern wird Gladbachs Eugen Polanski eine besondere Rolle zuteil, wenn er den Spielmacher der Gäste neutralisieren soll.


Schiedsrichter:

Hach, Herr Fandel. Der 42jährige Pianist und Leiter einer Musikschule im harten Fußballgeschäft, es ist immer eine Zeile wert. Und, noch viel bemerkenswerter: Herr Fandel wird am Freitag erst zum zweiten Mal ein Spiel im BorussiaPark leiten. Borussia hatte in den vergangenen beiden Spielzeiten das jeweilige Glück, Herrn Fandel fast nur bei Auswärtsspielen (und damit bei Niederlagen) erleben zu dürfen. Dass er dabei auch ausgerechnet eine der wenigen Heimniederlagen leitete (0:1 gegen den 1.FC Nürnberg), werten wir an dieser Stelle nicht als schlechtes Omen, denn als reinen Zufall.

Bilanz:

Die Gesamtbilanz gegen die Dortmunder Borussia könnte ausgeglichener kaum sein. In insgesamt 78 Duellen gab es 26 Siege, 27 Unentschieden und 25 Niederlagen. Die Heimbilanz sieht selbstredend besser aus, hier wurden nur 8 der 35 Duelle verloren. Interessant: in den letzten 11 Duellen gab es nur ein einziges Unentschieden (1:1 im Januar 2005 in Dortmund). In der letzten Saison verlor man in Dortmund nach durchwachsener Leistung verdient mit 1:2, doch konnte man sich im Rückspiel ebenso mit 2:1 revanchieren, als Nando Rafael noch vor der Pause beide Tore für die gastgebende Borussia erzielte.


Aufstellungen:

Borussia: Keller - Kirch, Svensson, Ze António, Jansen - Polanski, Thijs - Delura, Insua - Kahê, Neuville    
Ersatz: Heimeroth, Fleßers, van den Bergh, Helveg, El Fakiri, Kluge, Sverkos, Rafael
Es fehlen: Sonck, D. Degen, Svärd (alle mit Trainingsrückstand), Bögelund (verletzt)

Dortmund: Weidenfeller - P. Degen, Brzenska, Wörns, Dede - Kruska - Tinga, Pienaaar, Kringe - Frei, Smolarek
Ersatz: Pirson, Hünemeier, Amedick, Kohlmann, Hillenbrand, Ricken, N. Sahin, Saka
Es fehlen: Kehl, Valdez, Metzelder, B. Meier Vrzogic (alle verletzt), Amoah (Trainingsrückstand)

Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Assistenten: Mike Pickel (Mendig), Christian Soltow (Hamburg)
4. Offizieller: Markus Kuhl (Köln)



SEITENWAHL-Meinung:

Mike Lukanz: Der Sieger der Partie wird die Tabellenführung der Bundesliga übernehmen. Eine solche Chance ist prinzipiell ein sicheres Zeichen dafür, dass das Spiel vergeigt wird. Ich bin hin- und hergerissen zwischem dem Optimisten und dem Realisten in mir. Da die Saison noch jung ist und ich mich nicht frühzeitig aller Illusionen berauben möchte, tippe ich ein knappes, erkämpftes, aber schlussendlich verdientes 5:1.

Thomas Zocher: Ich muß gestehen, nach dem Aachen-Spiel fällt mir nicht wirklich viel ein. Sicher, ich könnte mich jetzt fein damit herausreden, dass die Borussia heimstark und die Mannschaft einen Eindruck, einen absolut schlechten, aufzupolieren hat. Allein mir fehlt die Gewissheit. Und ganz so wie der Lottospieler, der Woche für Woche fest glaubt und am Ende dann das Ziehungsgerät verteufelt, werde ich mir jetzt ein 2:1 für Dortmund ausdenken. Eine Hoffnung, indes, ist, dass Schiedsrichter Fandel einen besseren Tag erwischt als letzte Woche sein Kollege Weiner. Und wenn sich Schiedsrichterentscheidungen wirklich ausgleichen, dass ist vielleicht gar doch ein Remis möglich.

Michael Heinen:
Der Heimnimbus bleibt immerhin zum Teil gewahrt. In einem guten Spiel reicht es am Ende trotzdem nur zu einem 1:1.

Christoph Clausen: Nach der blamablen Pleite in Aachen zog es Spieler und Spielerfrauen der Borussia gemeinschaftlich ins Musical. „Die Schöne und das Biest" - die Polarität des Titels passt ganz gut zur Lage des Vereins, der in der Auswärtstabelle einen biestigen letzten und in der Heimtabelle einen schönen zweiten Platz belegt. Letzteren wird man leider am Samstag abgeben müssen, nachdem man sich gegen starke Dortmunder mit einem 2:2 bescheiden musste. Ob im Gegenzug die Gladbacher Fans nächste Woche das Bremer Weserstadion weniger verbiestert verlassen werden als letzten Freitag den Tivoli, bleibt abzuwarten.

Christian Heimanns: Letzte Woche hat mich mein Optimismus fehlgeleitet, dann muss er es diese Woche eben wieder geradebiegen. 2:1 für uns, Spitzenreiter, Kahê führt die Torjägerliste an, Begeisterung regiert. Bis zum nächsten Auswärtsspiel.

Hans-Jürgen Görler:
Die Festung - jetzt hätte ich doch beinahe "am Bökelberg" geschrieben - im Nordpark wird wanken und ächzen, aber nicht nachgeben. Es wird dunkel, es wird warm - und die Borussia kann sich dazu durchringen, den Dortmundern nach dem 2:2 einen Punkt mit auf den Heimweg zu geben.

                                                                                                                       
Der Gegner im Internet: Offizielle Homepage ; Fanzine "Schwatzgelb"  

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