Es begann meist am 1. Advent. Liebevoll und ausführlich beschriebene Zettel hingen in den Küchen und Wohnzimmern des elterlichen Hauses. Der Inhalt dieser Listen las sich wie eine Lagerbestandsübersicht eines Spielzeugladens: ein ferngesteuertes Auto, eine Lego-Burg, eine Modelleisenbahn, ein Walkman, ein Computerspiel, ein Trikot, ein Fußball. Die Liste der Wünsche war meist größer als das Portemonnaie der Eltern, so dass man als Kind von einigen Dingen an Heiligabend wieder Abstand nehmen musste. In der anfänglichen Euphorie der Geschenke und im festen Glauben, dass der Weihnachtsmann den Wunschzettel gelesen haben muss, hatte man die anderen Sachen, für die es nicht mehr gereicht hat, schon wieder vergessen. Nicht anders geht es den Fans der Borussia, nur dass der Weihnachtsmann in diesem Jahr Josef Heynckes heißt.


Gäbe es einen solchen Wunschzettel innerhalb der Fans, stünden bei einigen „attraktiver Fußball", „Leidenschaft", „viele Tore", „offensives Spiel", bei anderen „UEFA-Cup-Platz, egal wie" oder gar „Meisterschaft" drauf. Auf jedem Wunschzettel indes stünde das Wort „Auswärtssiege". Auch wenn die letzte Saison mit einem Sieg in Frankfurt versöhnlich endete, so konnte auch dieser Sieg die katastrophale Bilanz auf fremden Plätzen nur marginal verbessern. Nun probiert Heynckes mit Mut das, was vor ihm Köppel, Advocaat, Fach, Lienen und selbst Meyer nicht vollbrachten: aus der Borussia ein Team zu formen, das konstant auftritt, ganz gleich, ob man im BorussiaPark oder in einem der 17 anderen Stadien der Bundesliga antreten muss.

Borussia

Nach dem etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Auftaktsieg gegen Energie Cottbus ist ein wenig Ruhe rund um die Hennes-Weisweiler-Allee eingekehrt. Auch wenn Trainer Heynckes aufgrund diverser Verletzungen und Länderspielabstellungen nicht mit der vermeintlichen Stammelf trainieren konnte, so blickte er in der Pressekonferenz mutig und zuversichtlich auf das Spiel beim Tabellenführer aus Nürnberg. Um dort zu gewinnen, muss im Vergleich zum Auftaktspiel allerdings eine deutliche Leistungssteigerung erfolgen. Inwieweit die Mannschaft die von Heynckes vorgelebte Mentalität, auch auswärts mutig und offensiv zu spielen, bereits verinnerlicht hat, ist spekulativ. Dass Borussia innerhalb von wenigen Wochen eine überzeugende Kontermannschaft geworden ist, die auswärts im Werder-Bremen-Stil drei oder vier Tore erzielt, darf allerdings bezweifelt werden. Der 1.FC Nürnberg ist sicherlich heimstark, unschlagbar aber weiß Gott auch nicht.

Borussias Defensive

Die Zahl der Verteidiger und Defensivspieler verringert sich merklich. Nach den Abgängen von Fukal, Jeff Strasser und Nils Oude Kamphuis fallen mit Peer Kluge und Filip Daems zwei weitere wichtige Defensivspieler aus. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Mannschaft in diesem Mannschaftsteil nahezu alleine auf. Torhüter und Kapitän Keller hatte letzten Samstag mehr Gelegenheiten, seine Klasse und Bedeutung fürs Team zu demonstrieren, als ihm lieb war. Mit zwei starken Reflexen bewahrte er sein Team noch in der ersten Halbzeit vor einem Rückstand. Keller ist unumstritten und die Stimmen mehren sich, die sich wünschen, Kasey möge noch ein weiteres Jahr dranhängen und dem Verein bis 2008 erhalten bleiben.
Die Abwehrreihe mit Bøgelund, Svensson, Zé António und Marcell Jansen scheint zur Zeit, auch mangels wirklicher Alternativen, gesetzt. Die Erkenntnisse aus dem ersten Saisonspiel sollten nicht überbewertet werden; dennoch war die Defensivreihe der schwächste Mannschaftsteil. Jansen und Bøgelund hatten wenig offensive Aktionen, auch wenn durch Jansens Schuss Anfang der zweiten Halbzeit die Ecke zustande kam, in deren Folge die Führung erzielt werden konnte. Svensson war gegen Cottbus nicht nur wegen des Tores der stärkste Verteidiger. Meist sicher im Zweikampf, oft Passspiele der Gegner vorausahnend, fängt er die Angriffe ab, bevor sie richtig gefährlich werden. Sein portugiesischer Partner in der Innenverteidigung hielt sich merklich zurück und beschränkte sich aufs Kurzpassspiel. Eine wahrlich kluge Entscheidung, denn ein Spielmacher wird Zé António in diesem Leben nicht mehr.

Vor der Abwehr werden erneut zwei Akteure im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Neben Polanski wird Hassan El-Fakiri beginnen, der nach der Verletzung von Peer Kluge die besten Karten hat, in die erste Elf zu rücken. Alternativ stünden Thomas Helveg und Bernd Thijs bereit, doch der Norweger El-Fakiri ist aufgrund seiner Ballsicherheit, Übersicht und Ruhe die beste Wahl neben Youngster Polanski. Letzterer war nach dem Spiel gegen Cottbus im Zentrum der Kritik. Die Tendenzen, die sich in den Vorbereitungsspielen andeuteten, setzten sich in diesem Spiel fort. Polanski war unkonzentriert und in vielen Momenten übermotiviert. Die Fehlpässe in die Füße der Gegner werden bei stärkeren Mannschaften bestraft und vor allem gegen die schnellen und technisch starken Nürnberger Offensivspieler Banovic, Saenko und Polak sollte hier höchste Vorsicht geboten sein. Ein Spieler wie Polanski, der von Bundestrainer Löw schon in den Kreis der Nationalspieler für die kommenden Europameisterschaft geredet wurde und der bisher in allen Jugendauswahlmannschaften des DFB als Kapitän und Leistungsträger auflief, muss sich einer solchen Kritik auch stellen und hart an sich arbeiten. Wer viel von sich fordert, muss sich auch höheren Ansprüchen stellen. Will Polanski ein Führungsspieler im Kader und bald in der Nationalmannschaft werden, darf er sich nicht mehr hinter dem Etikett „zu jung" verstecken. Qualität kennt kein Alter.

Borussias Offensive

Im 4-5-1-System, das gegen Cottbus bei gegnerischem Ballbesitz praktiziert wurde, ist Federico Insua die zentrale Figur. Auch wenn sich der Argentinier des öfteren in Einzelaktionen verrannte, so ist bereits nach diesen wenigen Eindrücken zu erkennen, welchen Wert er für das Offensivspiel besitzt. Gerade in Auswärtsspielen werden seine Fähigkeiten im Passspiel gefragt sein. Wenn es dem defensiven Mittelfeld gelingt, Insua den Rücken freizuhalten und wenn das Umschalten aus der Abwehr heraus schnell und konzentriert gelingt, sollte das Konterspiel eine deutliche Qualitätssteigerung erleben. Speziell Neuville sollte und wird von den Zuspielen und Ideen Insuas profitieren. So kann man auf den einen oder anderen Geniestreich hoffen, der ein solches Spiel bei einem offensivstarken Gegner zugunsten Borussias entscheiden kann.
Auf den Außenbahnen werden erneut Nando Rafael und Michael Delura beginnen. Das Debüt der beiden am letzten Samstag war durchwachsen, denn die von Heynckes geforderte Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft ist bei beiden noch nicht vorhanden. Da die Nürnberger nominell mit nur drei Mittelfeldspielern auflaufen, sollten sich hier Räume ergeben, die sowohl Rafael mit seiner Technik als auch Delura mit seiner Schnelligkeit nutzen können. Die Zuspiele aus dem Mittelfeld und in die Spitze müssen aber noch präziser werden, die Konter sauberer zu Ende gefahren werden. Dies ist ein Lernprozess, der sicher noch einige Wochen in Anspruch nehmen wird.
Nationalspieler Neuville, dem gestern ein schönes Hackentor zurecht wegen Abseitsstellung abgepfiffen wurde, wird als einzige echte Spitze agieren. Auswärtsspiele sind eigentlich wie geschaffen für Neuville. Hier hat er Räume und Lücken, doch ist er wie kein Zweiter im Team auf Präzision und Zielstrebigkeit angewiesen. Neuville läuft viele Wege umsonst, was ihn gegen Ende der zweiten Halbzeit müde werden lässt. Dennoch ist er - auch durch die Verletzung von Wesley Sonck - der einzige Stürmer im Kader, der in Form ist und Torgefahr ausstrahlt.

Der Gegner aus Nürnberg

Als Hans Meyer am 09. November 2005 den Trainerposten beim 1.FC Nürnberg antrat, hätten selbst die größten Anhänger und Verehrer des geborenen Brieseners nicht vorhergesagt, welchen Weg der „Club" unter der Führung von Meyer gehen würde. Ein abgeschlagenes Tabellenschlusslicht, das in 12 Spielen lediglich 6 Punkte erzielen konnte; eine talentierte Mannschaft zwar, die aber in Ihre Einzelteile zu zerfallen schien und auf dem besten Wege war, irgendwann mehr Abstiege als Meisterschaften in der Vita aufweisen zu müssen (ein Ziel, das der 1.FC Köln in diesem Sommer indes erreicht hat). So präsentierte sich die Mannschaft, als Hans Meyer sich erneut von seinen Rosen abwendete, um einen Trainerposten übernehmen. Am kommenden Freitag jedoch fährt Borussia zum Tabellenführer der Bundesliga. Nun ist dieser Status nach dem ersten Spieltag schon einigen Mannschaft anheim gefallen und Hans Meyer hat zur Zeit in Nürnberg große Mühen, die Euphorie zu bremsen, doch tiefstapeln braucht man wahrlich nicht. Nach dem überzeugenden und auch in dieser Höhe verdienten 3:0 bei desaströs aufspielenden Stuttgartern geht Hans Meyer mit seiner Mannschaft als Favorit in die Partie, ob er es will oder nicht.

Wer in den letzten Tagen von einer eingespielten Nürnberger Einheit spricht, darf indes nicht vergessen, dass auch der Club in diesem Sommer einer hohen Personalfluktuation unterlag. Zehn Abgängen stehen immerhin elf Zugängen gegenüber. Für wen dies überraschend klingen mag, dem sei gesagt, dass zu den Neuzugängen die vier jungen Spieler gezählt werden, die aus der eigenen Jugend in den Profikader befördert wurden. Als die wichtigsten Personalien dürften die Abgänge von Kapitän Mario Cantaluppi (FC Luzern) und U21-Nationalspieler Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) gelten. Zwei absolute Leistungsträger der letzten Saison, die ein Verein mit begrenztem Budget nur schwer ersetzen kann. Doch speziell die Verpflichtung von Tomas Galasek, dem Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft, den man von Ajax Amsterdam nach Franken lotsen konnte, ließ die Beobachter aufhorchen. Ein Transfer mit Ausrufezeichen, denn Galasek würde sicher jeder Bundesligamannschaft gut zu Gesicht stehen und es ist zu erwarten, dass damit der Abgang von Cantaluppi als Führungsspieler und Routinier mehr als gleichwertig kompensiert werden kann. Marek Mintal muss nach seiner langwierigen Verletzungsunterbrechung, die ihn fast zwei Jahre gekostet hat, prinzipiell als weiterer Neuzugang gesehen werden, auch wenn er zur Zeit noch nicht so weit ist, dass Meyer ihm einen Einsatz von Beginn an zutraut.

Alles in allem dürfte der 1.FC Nürnberg zwar in dieser Saison nicht bis zum Ende um die UEFA-Cup-Plätze mitspielen, wie von vielen Beobachtern und Fans erhofft und vorausgesagt, doch vollends ausschließen kann man eine Überraschungssaison nicht. Trainer Hans Meyer fährt auch in Nürnberg eine klare taktische Linie und kitzelt aus dem vorhandenen Kader nahezu das Optimum heraus. Man verfügt mit Vittek, Schroth, Saenko, Mintal und Banovic über eine Offensivabteilung, die durchaus zum oberen Drittel der Liga gezählt werden darf. Die junge, aber eingespielte Abwehr wurde mit dem Routinier Galasek ergänzt, so dass ein kompaktes Team auf dem Platz steht, das durch Tempo und Geschlossenheit überzeugt.

Nürnberger Defensive

Torhüter Raphael Schäfer wurde vor der Saison zum Mannschaftskapitän ernannt. Nach seinem Wechsel zum Club im Jahr 2001, als er vom VfB Lübeck ins Frankenland wechselte, hatte er Probleme, sich durchzusetzen. Doch spätestens nach dem Transfer von Darius Kampa nach Mönchengladbach ist Schäfer die unumstrittene Nummer 1 im Kasten der Nürnberger. Wenn die ersten Spiele auch nicht fehlerfrei war und er selber sich des öfteren der Kritik aussetzen musste, so steigerte sich Schäfer speziell in der letzten Saison zu einem überdurchschnittlichen Bundesligatorhüter und zum sicheren Rückhalt seiner jungen Abwehr.
Im 4-3-3 System bilden der gesetzte Brasilianer Glauber und Andreas Wolf die Innenverteidigung. Hans Meyer wird nach dem erfolgreichen Spiel in Stuttgart keinen Grund zum Wechseln haben, wenngleich mit Pinola, Thomas Paulus und vor allem Marek Nikl drei weitere Spieler um die zweite Innenverteidigerposition neben Glauber bewerben. Der Brasilianer Glauber, der sogar einen Einsatz für die Selecao bestreiten durfte, wechselte während der letzten Saison von Palmeiras Sao Paulo zum 1.FC Nürnberg und bestritt in der Rückrunde auf Anhieb zwölf Saisonspiele. Flankiert werden Wolf und Glauber von Dominik Reinhardt auf der rechten und der dänische Internationale Jan Kristiansen auf der linken Seite, der allerdings auch im linken Mittelfeld eingesetzt werden kann.
Dass der Club in der vergangenen Saison dennoch 51 Tore kassierte, darf dennoch nicht unerwähnt bleiben. Bei aller offensiven Qualität, die vorhanden ist, so ist die Verteidigungslinie nicht fehlerfrei, wenngleich die Hälfte der genannten Gegentore schon im ersten Drittel der Saison, also vor der Verpflichtung Hans Meyers, zustande kam. Dennoch erlebte auch der Defensivverbund ein Leistungshoch in der Rückrunde, das es zu halten gilt. Oberes Bundesliganiveau besitzt Nürnberg bei den Verteidigern jedoch nicht, so dass Borussia hier durchaus seine Chancen bekommen wird.

Tomas Galaseks Qualitäten sind indes unbestritten. 51 Länderspiele für die Tschechische Republik, insgesamt sechs Jahre bei Ajax Amsterdam bei 26 Einsätzen in der Champions-League: die reinen Daten allein zeugen von der Erfahrung des inzwischen 33jährigen Galasek. Der Tscheche ist ein wichtiger Bestandteil des Nürnberger Spiels, der mit seiner Ruhe, technischen Klasse und Übersicht das Bindeglied zwischen der jungen Abwehr und der starken und schnellen Offensive darstellt. Mit Galasek wird Borussias Insua auf einen Gegenspieler internationaler Güte treffen und es wird von entscheidender Bedeutung für das Gladbacher Offensivspiel sein, inwieweit Galasek den Argentinier aus dem Spiel nehmen kann. Schon bei seinem ersten Pflichtspiel für Borussia zeigte sich, dass allein Insua für den ein oder anderen überraschenden Moment sorgen kann.

Nürnberger Offensive

Wer über die Offensive der Nürnberger spricht, wird keinen Absatz zu Ende bringen, ohne den Namen Robert Vittek zu erwähnen. Der Slowake explodierte unter Hans Meyer förmlich; 16 Tore in der Rückrunde sind ein überragender Wert, der sinnbildlich für die Leistungen der gesamten Mannschaft steht. Schon am ersten Spieltag in Stuttgart traf Vittek erneut, so dass das Formhoch nach wie vor vorhanden ist. Umso bitterer, dass sich Vittek im Testspiel der slowakischen Nationalmannschaft gegen Malta am Knie verletzt hat und somit am Freitag ausfallen wird. Ersetzt wird Vittek aller Voraussicht nach durch Jan Polak. Auf der linken Sturmseite wird Iwan Saenko spielen, ein großes Talent, der phasenweise sein Können andeutete, jedoch nie über längere Strecken konstant auf einem Niveau spielte, wenngleich auch Saenko unter Hans Meyer eine positive Entwicklung nahm. Eines seiner besten Spiele bestritt Saenko ausgerechnet in der letzten Saison im BorussiaPark, als die Gastgeber die erste ihrer zwei Heimniederlagen kassierten und der Gast aus Franken alle drei Punkte mit nach Hause nehmen konnte. Mittelstürmer Schroth verfügt nicht ganz über die Klasse, Technik und Schnelligkeit seiner Sturmkollegen Vittek und Saenko. Der 31jährige ist ein klassischer Strafraumstürmer, groß gewachsen und kopfballstark, der sich unermüdlich in den Dienst der Mannschaft stellt, Bälle annimmt, abschirmt und für die nachrückenden Saenko, Vittek oder Banovic auflegt.

Der 2004 von Werder Bremen verpflichtete Ivica Banovic darf als Mann des ersten Spieltags gelten. Seine überragende Leistung beim 3:0 in Stuttgart unterstrich er mit einer tadellosen Leistung, als er unter anderem alle drei Tore direkt vorbereitete, mit hohem Laufpensum und technischer Klasse aufwartete. Banovic und Mnari bilden die Achse im offensiven Mittelfeld der Gastgeber. Insgesamt fünf Akteure, auf die Borussia sehr gut aufpassen muss. Die Variante mit zwei defensiven Mittelfeldspielern sollte hier dringend angewandt werden, um kompakt zu stehen und die sicher offensiv aufspielenden und euphorisierten Nürnberger mit Kontern überraschen zu können.

Schiedsrichter

Unter der Leitung von Schiedsrichter Lutz Wagner bestritt Borussia seit dem Wiederaufstieg lediglich 6 Spiele. An das erste Spiel erinnert man sich in Mönchengladbach gerne, denn Wagner pfiff das Auswärtsspiel am 4. Spieltag 2001/02 in Köln, das man mit 2:1 gewinnen konnte. In allen Partien unter seiner Leitung (jeweils seit 2001) zückte er ingesamt 26 Gelbe und eine Rote Karte, was einem stolzen Durchschnitt von etwas mehr als vier Gelben Karten pro Partie entspricht. In der letzten Saison gab sich der 43jährige Fertigungsleiter aus Hofheim nur einmal die Ehre, als er das erste Heimspiel der Saison leitete. Dank seiner angezeigten Nachspielzeit gelang Bögelund beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg der späte Ausgleich.

Bilanz    

Die Bilanz gegen den Vize-Rekordmeister aus Franken liest sich insgesamt noch positiv. 21 Niederlagen stehen 8 Unentschieden und 24 Siegen gegenüber. Die reine Auswärtsbilanz ist hingegen - wie erwartet - deutlich negativ. In 26 Spielen gelangen nur 5 Siege, bei 4 Unentschieden und 17 Niederlagen. Den letzten Auswärtssieg in Nürnberg feierte man im Oktober 2001, als ein gewisser Miciel die Führung erzielte, die durch ein Eigentor von Nikl auf 2:0 erhöht wurde, ehe Dieter Frey der Anschlusstreffer gelang. Noch in guter Erinnerung ist allen Beteiligten das 2:5 aus der letzten Saison, als man in der zweiten Halbzeit nach einer 2:1-Pausenführung regelrecht abgeschossen wurde und vier Gegentreffer hinnehmen musste.

Aufstellungen

Borussia: Keller - Bøgelund, Svensson, Zé António, Jansen - Polanski, El Fakiri - Rafael, Insua, Delura - Neuville
Ersatz: Heimeroth (Tor), Kirch, Levels, Helveg, Thijs, Kahê, Sverkos, Svärd.
Es fehlen: Melka (zu den Amateuren versetzt), Sonck, Daems, Kluge (alle verletzt).

Nürnberg: Schäfer - Reinhardt, Glauber, A. Wolf, Kristiansen - Galasek, Polak, Mnari - Banovic - Schroth, Saenko.  
Ersatz: Kiewer (Tor), Beauchamp, Nikl, Sibon, Mintal, Heffernan, Pinola, Paulus, Benko, Wagenburg
Es fehlen: Vittek, Kennedy, Engelhardt (alle verletzt)

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)
Assistenten: Tobias Welz (Wiesbaden), Volker Wezel (Tübingen)
Vierter Offizieller: Thorsten Schiffner (Konstanz)

SEITENWAHL-Meinung


Christoph Clausen: Bestandsaufnahme: Eine durchwachsene Leistung gegen Cottbus, ein insgesamt reichlich glücklicher Sieg, dagegen eine rundum überzeugende Leistung der Nürnberger beim Auftaktspiel, schließlich Borussias Auswärtsangst, die auch ein Jupp Heynckes schwerlich über Nacht wird wegzaubern können. Eigentlich sollte ein Heimsieg ein sicherer Tipp sein. Eigentlich. Aber die ewige Unvorhersehbarkeit des Fußballs will es, dass Borussia sich an der Noris ein 2:2 erkämpft, ohne sich hinterher selbst so recht erklären zu können, wie man das gemacht hat.

Thomas Zocher: Was hat man sich, natürlich im Sinne des Fans, bemüht den Freitagabend aufgrund der "schönen Flutlichtatmosphäre" wieder einzuführen. Umso schöner, dass man den zahlenden TV-Anstalten durch solche Exklusivität im gleichen Zuge einen Zusatzhappen an TV-Geld abringen konnte. Für Borussia bedeutet das in dieser Woche eine 1:2-Niederlage. Warum? Nun, dass die Elf noch nicht eingespielt ist, sah man deutlich. Dass der Trainer in dieser Woche quasi handlungsunfähig war, verdankt er den Länderspielterminen. Ist doch toll nicht, dass etwa Jansen und Neuville somit nach nicht einmal 3 Wochen Training binnen 48 Stunden gleich zweimal antreten dürfen.

Michael Heinen: Die latent auswärtsschwachen Borussen treten bei der besten Heimmannschaft 2006 an, die zuletzt 7 Mal in Folge daheim siegreich blieb und dabei u.a. unsere Elf mit 5:2 besiegte. Endlich mal wieder gute Nachrichten für betandwin, da eine solche Ausgangslage selbst Fußball-Laien zu einer Wette auf klaren Heimsieg verführen müßte. Nicht so schön für die zwischen Verbot und Verteufelung schwankenden Nicht-Werber, daß ihre Kunden die Wetten dann am Ende leider allesamt gewinnen werden. Denn Freitag abend wird Hans Meyer nach dem Spiel sagen können: "We win 2:1".

Mike Lukanz: Die Aussicht ist verlockend. Mit einem Sieg würde man nicht nur zu Beginn der Saison ein Ausrufezeichen setzen, man wäre auch mindestens bis zum Samstag Tabellenführer. Es bleibt bei einer Aussicht, denn Borussia ist noch nicht so weit, bei einem spielstarken Gegner auf dessen Platz zu gewinnen. Die Chancen, die Cottbus noch fahrlässig ausließ, wird Nürnberg - auch ohne Robert Vittek - eiskalt nutzen. Das 1:3 in Nürnberg wird jedoch nicht so schmerzen wie die letzte Niederlage in Franken.

Hans-Jürgen Görler: Vor wenigen Monaten gab es beim FCN eine peinliche Klatsche. Da sich seitdem (noch) nicht allzu viel geändert hat und die Borussia nach dem Sieg am letzten Spieltag der vergangenen Saison erst noch unter Beweis stellen muss, auch in der neuen Spielzeit Auswärtsspiele gewinnen zu wollen und zu können, gehe ich davon aus, dass im easycredit-Stadion nichts zu holen sein wird. Mit einem 2:1 für die Franken wird das Ergebnis jedoch nicht ganz so unangenehm ausfallen.

Christian Heimanns: Auch ohne Köppel sind wir noch nicht so weit. Vielleicht schon ein Stück weiter, aber noch nicht so weit um in Nürnberg zu gewinnen. Das 2:0 für Meyers Männer zeigt, wieviel Arbeit uns noch bleibt.

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