In einem insgesamt niveauschwachen Bundesligaspiel trennten sich am gestrigen Abend Borussia Mönchengladbach und der 1.FC Nürnberg mit 0:0. Dabei war der Borussia vor allem in der ersten Halbzeit ihre Nervosität anzusehen, als sie eine spielerisch arme Leistung bot, die in der zweiten Halbzeit durch Kampf und dem nötigen Einsatz zumindest ansatzweise verbessern konnte. Borussia hatte im ersten Spielabschnitt Glück, als ein für den Club regulär erzieltes Tor durch den übertrieben kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Rafati die Anerkennung verwehrt wurde. Mit dem Unentschieden gegen die Franken und dem gleichzeitigen Punktgewinn des VfL Bochum in München bleibt der alte Abstand von drei Punkten zum 15. Tabellenplatz gewahrt. Gewinnen am heutigen Mittwoch der Hamburger SV und Energie Cottbus ihre Spiele, droht gar der Absturz auf den letzten Tabellenplatz.

Jupp Heynckes musste im Vergleich zum Spiel in Cottbus auf zwei Spieler verletzungsbedingt verzichten. Wesley Sonck und Bernd Thijs standen nicht zur Verfügung. Dazu fand sich Neuzugang Steve Gohouri nach nur einem Spiel auf der Bank wieder. Für ihn spielte Bo Svensson in der Innenverteidigung. Bedingt durch die personellen Wechsel waren auch taktische zu verzeichnen. Eugen Polanski agierte für Thijs im defensiven Mittelfeld, die frei gewordene Stelle im linken Mittelfeld bekleidete Marcell Jansen, der links in der Viererkette von Marvin Compper ersetzt wurde. Im Sturm spielte Kahê neben Mikkel Thygesen für den verletzten Sonck.

Das Spiel begann recht verhalten. Alle Hoffnungen, Borussia würde sich von Beginn an den Frust aus der Seele spielen, konnten recht bald begraben werden. Zu groß war die Nervosität nach der Auftaktpleite in Cottbus und zu clever traten die Gäste aus Nürnberg auf. Der erste richtige Torschuss der Gäste landete gleich im Gehäuse von Kasey Keller, doch eine vom Schiedsrichtergespann fälschlicherweise erkannte Abseitsstellung verhinderte einen frühen Rückstand. Mikkel Thygesen spitzelte den Ball in einem Zweikampf in der eigenen Hälfte unfreiwillig in den Lauf von Saenko, der sofort abzog und Keller keine Chance ließ, doch Schiedsrichter Rafati sah in diesem Zuspiel einen Pass eines Nürnberger Mitspielers.
Mitte der ersten Halbzeit geschah dann herzlich wenig. Nürnberg stand tief in der eigenen Hälfte und konnte die wenigen Versuche Borussias, ein funktionierendes Offensivspiel aufzuziehen, ohne größere Mühe abwehren. Zu behäbig präsentierten sich die Gladbacher, zu ideenlos agierte das Mittelfeld und zu fehlerhaft waren die Passversuche. Erst fünf Minuten vor Ende des ersten Spielabschnitts versuchte sich Marcell Jansen mit einem Fallrückzieher, der jedoch ohne Gefahr und deutlich am Tor von Nürnbergs Torwart Schäfer vorbei flog.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Borussia mit deutlich frischerem Wind aus der Kabine. Die Aktionen in der Offensive waren nun deutlich direkter, aggressiver und zielstrebiger, wenngleich auch in dieser Phase nicht von einem Offensivfeuerwerk gesprochen werden konnte. Ein Freistoß des auch diesmal verbessert spielenden Federico Insua, kam über Umwege zu Mikkel Thygesen, der in dieser Szene allerdings zu überrascht ob der sich ihm bietenden Chance zeigte und überhastet abschloss (48.). Marcell Jansen, neben Insua bester Borusse, schickte in der 55. Minute Marvin Compper mit einem schönen Pass in den Strafraum, wo sich Compper eine gute Schusschance bot, doch auch diesmal konnte ein Nürnberger Abwehrspieler im letzten Moment zur Ecke klären.

Aus dem Spiel heraus blieben Torchancen nach wie vor Mangelware, so dass es einzig Standardsituationen waren, die ab und an für Torgefahr sorgten. Insua köpfte einen Eckball am zweiten Pfosten neben das Tor, einen weiteren Freistoß von Insua verpassten sowohl Bo Svensson als auch Kahê in aussichtsreicher Position. Die Gäste aus Nürnberg, die einmal mehr bewiesen, dass sie über eine starke Defensivmannschaft verfügen, taten wie in Halbzeit eins wenig bis gar nichts für das eigene Offensivspiel. Einige Konter wurden zwar gefahren, doch bis auf Fernschüsse von Vittek (70.) und Nikl (77.) brachten die nach dem 4:1-Sieg gegen Stuttgart so hochgelobten Franken nichts zustande. So blieb es am Ende beim vor allem für Borussia enttäuschenden Remis, das zwar insgesamt einen spielerischen Fortschritt zur Niederlage in Cottbus darstellte, tabellarisch jedoch keinen.

In einer durchwachsenen bis schwachen Heimelf konnten ansatzweise Insua und Jansen überzeugen, während hingegen vermeintliche Leistungsträger wie Kasper Bögelund, David Degen oder Eugen Polanski weit hinter ihren Erwartungen blieben. Der inzwischen zurückgetretene Jupp Heynckes zeigte sich nach dem Spiel durchaus positiv gestimmt, da er weitere Fortschritte zu erkennen glaubte. Fortschritte, die jedoch weitere Zeit benötigt hätten, die ihm keiner mehr geben wollte, dies aber schon vor der Winterpause. Dabei konne auch gestern durchaus Positives beobachtet werden. Eine Tatsache, die unter den Eindrücken des heutigen Tages leider untergehen wird. Bleibt zu hoffen, dass Luhukay genau diese Ansätze aufnimmt und fortsetzt.
Es gilt weiterhin, das Verhalten und den Einsatz der Mannschaft genau zu beobachten. Es ist zu erwarten, dass am kommenden Samstag in Bielefeld einige Akteure ein ganz anderes Gesicht zeigen. Eine heutzutage widerlich anmutende Eigenschaft von sogenannten „Profis", denen es inzwischen leichter fällt, sich einen neuen Trainer denn einen neuen Verein aussuchen zu können. Einige Spieler in Mönchengladbach erleben ihren inzwischen fünften Trainer. Dass ausgerechnet diese Spieler nun mit einem Vereinswechsel „drohen", sollte von den Verantwortlichen wie von den Fans mitunter als schlechter Witz aufgefasst werden.
Das Beispiel Jeff Strasser zeigt, dass es auf Dauer keine unantastbaren Spieler bei Borussia gibt und wie es von SEITENWAHL an verschiedenen Stellen schon betont wurde, richtet sich die Wichtigkeit eines Spielers innerhalb des Vereins nicht nach den Jahren der Zugehörigkeit.

Borussia: Keller - Bögelund, Svensson, Zé António, Compper - Polanski - Degen (Delura 82), Jansen, Thygesen (Baumjohann 66), Insua - Kahê.

Ersatzbank: Heimeroth - Gohouri, Rafael, Kluge, El Fakiri.

Nürnberg: Schäfer - Reinhardt, Wolf, Nikl (Spiranovic 90), Pinola - Mnari, Galasek - Gresko - Vittek, Schroth (Polak 78), Saenko.

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 33.116 (61,30 %)

Rote Karten: -

Gelb-Rote Karten: -

Gelbe Karten (Borussia): Degen

Besondere Vorkommnisse: Mit Uli Stielike war der Cheftrainer der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste ebenso zu Gast wie mit Hans-Dieter Flick der Assistenztrainer der deutschen Nationalelf.

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