Fangen wir positiv an: Borussia Mönchengladbach hat den Negativtrend im heimischen Stadion gestoppt und nach drei Niederlagen in Folge endlich mal wieder einen Punkt geholt. Damit rückte die Mannschaft für mindestens eine Nacht auf den 3. Tabellenplatz vor und wird die bevorstehende Länderspielpause in jedem Fall auf einem Champions-League-Platz verbringen.

Mehr Optimismus lässt sich aus dem leistungsgerechten 1:1 gegen den SC Freiburg leider nicht ziehen. Zu einfallslos und behäbig trat die Fohlenelf erneut auf, hatte anders als in der Vorwoche aber nicht den Papst in ihrer Tasche.

Ausgerechnet Vincenzo Grifo sorgte für ein frühes „Nicht schon wieder“-Erlebnis bei den Borussen-Fans. 10 Minuten waren gespielt, da lag die Elf von Dieter Hecking wie schon in den letzten Heimspielen zurück.  Anders als zuletzt ließ sich die Mannschaft aber nicht aus dem Konzept bringen, sondern fand sechs Minuten später durch einen schönen Angriff über Hazard und endlich mal wieder ein Tor von Plea zurück in die Partie. Der Schiedsrichter-Assistent hatte zwar fälschlicherweise eine Abseitsstellung angezeigt, was der Video-Assistent im Kölner Keller aber zum Glück korrigieren konnte.

Danach neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend, sodass es kaum noch zwingende Torchancen zu verzeichnen gab. Dies änderte sich erst nach einer knappen Stunde, als Borussia gleich dreimal in Folge an der Führung roch. Die defensiv höchst solide spielenden Freiburger bekamen diese kleinere Drangphase aber sehr schnell wieder in den Griff und beruhigten die Partie. Borussia hingegen fiel nichts mehr ein. Auch die Einwechselungen von Herrmann, Neuhaus und Raffael im 10-Minuten-Rhythmus änderten daran nichts.

Zum Ende waren sogar eher noch die tapferen Breisgauer dem Sieg näher, wenngleich sie sich mit dem Punktgewinn schlussendlich sichtlich zufrieden zeigten. Das kann Borussia auf keinen Fall sein, denn die beiden verlorenen Punkte dürften den Vorsprung vor den immer näher rückenden Konkurrenten aus Frankfurt und Leverkusen an diesem Wochenende endgültig pulverisieren.

Nach der herausragenden Ausgangssituation zu Beginn der Rückrunde muss die Zielsetzung in Mönchengladbach eindeutig auf die Champions League ausgerichtet sein. Mit der Spielweise der letzten Wochen, die in erschreckender Weise wieder der Leistung aus der Vorsaison ähnelt, wird dieses Ziel in den letzten 8 Partien dieser Bundesliga-Saison nicht aufrecht zu erhalten sein. Die Mannschaft hat jetzt zwei Wochen Zeit, um sich neu auf ihre alten Stärken zu besinnen und dann in Düsseldorf eine echte Trendwende einzuleiten – nicht nur durch einen glücklichen Sieg, sondern endlich mal wieder durch eine rundum überzeugende Leistung. Uninspirierte Auftritte wie gegen Mainz und Freiburg sind trotz der erzielten vier Punkte auf Dauer zu wenig für die berechtigten Ambitionen des Vereins.

Borussia: Sommer – Johnson, Elvedi, Jantschke, Wendt – Strobl, Zakaria (61. Herrmann), Hofmann (82. Raffael) – Hazard, Stindl (71. Neuhaus), Plea

Freiburg: Schwolow – Stenzel, Schlotterbeck, Heintz, Günter – Frantz (77. Gondorf), Abrashi, Haberer, Grifo (90. Höler) – Waldschmidt (65. Niederlechner), Petersen

Tore: 0:1 (10.) Grifo, 1:1 (16.) Plea

Gelbe Karten: Abrashi, Stenzel, Grifo

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