Elvedi

„Ich habe vor ein paar Tagen ja gesagt, wir müssen einfach gewinnen, wenn nötig mit einem Krampfspiel. Ich hätte freilich nicht gedacht, dass die Jungs das wörtlich nehmen." Nein, dies ist kein Zitat von Dieter Hecking an diesem Wochenende, sondern es sind die Worte  Hans Meyers  im Oktober 2008, nachdem er wieder zum ersten Mal auf der Trainerbank bei einem lebenswichtigem 6-Punkte-Spiel gegen den Karlsruher SC (und gegen den Abstieg) gesessen  und einen mühseligen 1:0 Sieg seines Teams erlebt hatte (Torschütze: Patrick Paauwe). Nun ist das mehr als 10 Jahre her, der Abstieg ist seit Jahren kein Thema mehr in Mönchengladbach und Dieter Hecking neigt nicht so zum Sarkasmus wie sein Vor-Vor-Vor-Vor-Gänger (gottseidank sind wir hier nicht bei Schalke oder dem HSV sonst wäre jetzt eine ganze Bildschirmseite mit Vors gefüllt worden), aber wie man aus seinen Äusserungen im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend entnehmen konnte, war der Zugang der Borussen zum Auswärtsspiel in Mainz nicht so gänzlich anders wie damals: Der von Huub Stevens entliehene Satz „Heute musste die Null stehen“ zeigt, dass Hecking sich wie dereinst Hans Meyer bewusst war, dass es bei einer durch Krise verunsicherten Mannschaft nicht darum geht Hurra-Fuβball zu spielen sondern erstmal die Basiselemente des Spiels wieder umzusetzen.

Und zumindest das gelang am Samstag in Mainz so einigermaβen. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob die nach 12 Gegentoren in 4 Spielen angeschlagene Defensive wirklich formverbessert war oder aber einfach Mainz zu schwach war um die Gladbacher hinten vor Probleme zu stellen, aber vor allem die Innenverteidiger Nico Elvedi und Tony Jantschke spielten nahezu fehlerlos. Das ist in beiden Fällen keine Selbstverständlichkeit, denn Tony Jantschke hatte seit drei Monaten keinen Bundesligaeinsatz mehr, bewies aber wieder mal warum man ihn auch „Mr. Zuverlässig“ nennt, wohingegen Nico Elvedi nach sehr guter Hinrunde in den letzten Wochen und vor allem im Bayernspiel von vielen als DIE Schwachstelle im Möchengladbacher Defensivverband ausgemacht wurde. Für einen immer noch recht jungen Spieler ist es nicht so einfach sowas abzuschütteln, umso schöner, dass er seine ordentliche Leistung noch mit einem Tor krönen konnte.

Auch ansonsten wirkte die Borussia einigermassen strukturiert und stabil. Die Gründe dafür, dass man kein ansehnlicheres Spiel bieten konnte waren weniger taktischer Art sondern lagen eher an der offensichtlichen Verunsicherung des Teams. Nachdem der mögliche frühe Führungstreffer in der zweiten Minuten nicht fiel, spürte man förmlich wie sich die Stockfehler ins Spiel der Fohlen einschlichen. Was man der Mannschaft aber zu Gute halten muss, ist dass sie trotz des Blei in den Beinen konzentriert weiter arbeitete und dann letztendlich das Glück des Tüchtigen hatte. Hier lag mir zunächst das Wort „erzwang“ auf der Tastatur, aber das wäre dann doch ein wenig zuviel des Guten gewesen, auch wenn man zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder das aktivere Team war.

Vor allem den Offensivspielern kann man fast kollektiv das Attribut „bemüht aber weitestgehend glücklos“ zukommen lassen. Ob das Thorgan Hazard, Lars Stind oder Jonas Hofmann waren:

Jantschke

 alle arbeiteten hart, waren aber meilenweit von der spielerischen Leichtigkeit entfernt mit der sie im Herbst noch die Gegner auseinander kombinierten. Das gilt auch für Allesane Plea, nur dass bei dem Franzosen die Leistungen in den Vorwochen so schwach waren, dass man diesen Auftritt schon als einen Schritt nach vorn empfand. Zumindest war er an einigen Situationen beteiligt und kam auch 1-2 mal in ganz gute Abschlusspositionen ohne dass daraus aber eine klare Chance  entstanden wäre. Auch wenn wir uns damit der ständigen Wiederholung schuldig machen,  wäre es weiterhin eine Überlegung wert, ihn doch mal wieder im Sturmzentrum zu bringen und Lars Stindl auf eine der beiden Achterpositionen zu stellen.

Insgesamt war es ein Spiel, aus dem man vor allem eines mitnehmen kann: Drei Punkte! Wie wichtig die sind, zeigt der ärgerliche Last-Minute-Sieg Leverkusens in Hannover. So kann die Borussia zumindest mit einem kleine Polster auf Platz 5 in das letzte Spiel vor der Länderspielpause gegen Freiburg gehen. Bemerkenswert noch, dass man nun in 4 Auswärtsspielen in der Rückrunde ungeschlagen blieb und das  mit 10 Punkten und 5:1 Toren. Ja, es war am Samstag „nur“ ein Sieg in Mainz, aber die noch ausstehenden Auswärtsspiele finden auch „nur“ noch in Düsseldorf, Hannover, Stuttgart und Nürnberg statt. Durchaus denkbar, dass man nach einer fantastischen Heimserie in der Hinrunde die Ernte nun mit einer guten Auswärtsserie in Rückrunde einfährt. Allerdings wäre es schön, wenn der „Auswärts hui, zu Hause pfui“-Trend gegen Freiburg zumindest vorübergehend unterbrochen werden könnte.

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