Jeder kennt dieses Gefühl an einem Tag irgendwann zwischen Februar und April, wenn die Sonnenstrahlen auf einmal eine Intensität haben wie seit Monaten nicht, die Temperaturen (völlig anti-Eberlsch) zweistellig werden, die  Pflanzen plötzlich sprieβen, man zum ersten Mal ganz ohne Schal und Winterjacke draussen flanieren kann und man rundum ein Empfinden von Befreiung und Erleichterung verspürt. George Harrison hat dies dereinst perfekt in dem Lied “Here comes the sun” (Auftaktsong von Seite 2 auf Abbey Road) zusammengefasst. Zumindest ein bisschen hatte man diese sonnige Stimmung auch am Freitagabend beim Spiel der Borussia gegen Wolfsburg und sie bot einen willkommenen Kontrapunkt zum langen bitteren Winter, den die Borussia zuvor hinter sich hatte: 12 Punkte aus 13 Rückrundenspielen, Verletzungen, Diskussionen um den Trainer, ein immer dünnhäutiger werdender Sportdirektor, Fans, die sich mit den Spielern streiten. Seit Monaten lief es nicht nur auf dem Platz dermassen unrund bei der Borussia, dass man selbst überregional zu fragen begann „Was ist denn nur in Gladbach los?“.

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Borussia Mönchengladbach hat 2:1 gegen Hertha BSC gewonnen und damit wenigstens den Anschluss an die internationalen Plätze gewahrt. Hätte man das Spiel nicht gesehen und stattdessen nur die statistischen Daten zur Verfügung, ließe sich vielleicht folgende Geschichte erzählen: Borussia liegt durch ein unglückliches Missverständnis zwischen Sommer und Vestergaard zur Halbzeit 0:1 hinten. Dieter Hecking stellt dann auf Viererkette um und wechselt genialerweise mit Hazard den Doppeltorschützen ein. Hertha ausgecoacht, alles gut!

Eine weitere Interpretation wäre, dass eine starke Viertelstunde von Borussia Mönchengladbach auch nach 75 Minuten Lethargie noch reicht, um gegen einen Gegner wie Hertha BSC zuhause zu gewinnen.

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Wenn am Samstag gegn 19:17 in Leverkusen der Halbzeitpfiff ertönt, wird Borussia Mönchengladbach exakt ¾ der Spielzeit 2017/18 absolviert haben. Nun ist solch eine Halbzeitpause etwas kurz um ausführlich Bilanz zu ziehen, so dass wir diese Bilanz schon jetzt nach nur 73.53% dieser Saison ziehen wollen. Zur Einordnung der Gegenwart ist die Vergangenheit durchaus hilfreich, vor allem in Mönchengladbach, wo man bekannterweise oft daran erinnert wird, wo man herkommt. Drehen wir also die Uhr exakt um eine Saison zurück: Nach dem 25. Spieltag 2016/17 stand die Borussia mit 32 Punkten und 30:35 Toren auf dem 10. Tabellenplatz; jetzt ist man Achter mit 35 Punkten und 33:37 Punkten. Wer darin einen entscheidenden Unterschied erkennen kann, läuft wohl auch sonst mit der Lupe durch die Gegend. In den 34 Spielen dazwischen holte man 48 Punkte, alles Zahlen die zusammen klar zeigen, dass die Borussia anno 17/18 eine Mannschaft des gehobenen Mittelmaβes ist. Für ein Team, welches 15 Jahre lang drohte zur Fahrstuhlmannschaft zu werden, klingt das zunächst gar nicht so übel, aber es hinkt doch ein ganzes Stück hinter den inzwischen gestiegen Ansprüchen hinterher. Selbst der sonst so vorsichtige Einstelligkeitsfanatiker Max Eberl hatte vor der Saison zumindest zwischen den Zeilen klar gemacht, dass nach dem 9. Platz in der Vorsaison erneute Qualifikation für das internationale Geschäft das klare Ziel wäre.

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Der 26. April 1986 beendete eine englische Woche, die in die Bundesliga-Geschichte eingehen sollte. 4 Tage zuvor hatte Michael Kutzop die Mutter aller Pfosten-Elfermeter geschossen und Werder Bremen damit die vorzeitige Meisterschaft verpasst. Dass Borussia zeitgleich mit einer Heimniederlage gegen Bayer Uerdingen vor 10 500 (!!!) Zuschauern am Bökelberg den dritten Platz abgeben musste, interessierte kaum einen: Das Drama von Bremen war DAS Thema, das in jener Woche alle Fuβballfans bewegte. Aber noch war ja nichts verloren. Werder hatte zwar das schlechtere Torverhältnis aber 2 Punkte Vorsprung vor den Münchenern; ein Unentschieden in Stuttgart hätte Otto Rehagels Mannen schon gereicht. Und die Bayern hatten ja parallel auch ein schweres Heimspiel gegen Gladbach, damals bestückt mit Spielern wie Bruns, Frontzeck, Krauss, Rahn, Hannes, Hochstätter, Mill, Criens oder Pinkall und regelmässig europäisch vertreten. Auf der Trainerbank beim VFL saβ seit schon 7 Jahren ein gewisser Jupp Heynckes, der seine Spieler sicher motivieren würde die erneute Meisterschaft des Erzrivalen zu verhindern. Nun ja, für Bremen ging alles schief, was schief gehen konnte. Man selbst verlor in Stuttgart und die Hoffnung auf Gladbach erwies sich auch trügerisch: Die Heynckes Elf liess sich ohne gröβere Gegenwehr mit 6:0 in München abschlachten.

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Borussia Mönchengladbach hat gegen Hannover 96 1:0 gewonnen. Das hinterlässt zunächst einmal ein Gefühl von Erleichterung. Erleichterung einerseits, weil durch den Sieg die Torlos-Sieglos-Punktlos-Serie der letzten Spiele unterbrochen wurde, und andererseits, weil die Mannschaft das zweite sehr ordentliche Spiel innerhalb von einer Woche gemacht hat. Zwei aufeinanderfolgende Spiele von gleichbleibend guter Qualität gab es ja in dieser Saison nicht allzu oft.

Schön vor allem, dass die Mannschaft – so jedenfalls der Eindruck von außen – den Siegeswillen wieder für sich entdeckt zu haben scheint. So konnte verhindert werden, dass der Anschluss ans obere Tabellendrittel endgültig verloren geht.  

Eine weitere positive Erkenntnis aus dem Spiel ist sicherlich, dass Raul Bobadilla der Mannschaft guttut – und zwar nicht nur mit körperlicher Präsenz, sondern auch mit seinen fußballerischen Qualitäten (die natürlich andere sind als die von Raffael). Entgegen der bisherigen „Ich renne immer mit dem Kopf vor möglichst dicke Wände“-Attitüde war Bobadilla in seinen beiden letzten Einsätzen gut ins Kombinationsspiel eingebunden.

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