Nicht nur in Mönchengladbach fiebert man dem Spiel beim Club entgegen. Auch in Franken sieht man dem Spiel natürlich mit gesteigertem Interesse entgegen. Wie sieht der Gegner aus Nürnberg die Chancen für das kommende Duell? Seitenwahl sprach mit Stefan Helmer von der Nürnberger Fansite Clubfans-united.



Seitenwahl: Hallo, Stefan. Gratulation! Sieben Heimspiele in Folge ungeschlagen.Fühlt sich der Club im eigenen Stadion so wohl?

Clubfans-united: Es stimmt natürlich. Wenn man sich die letzten Heimspiele, zumindest die aus der Vorrunde, so ansieht, dann war das schon ganz gut. Aber zum Start der Rückrunde hätte man gegen den Hamburger SV auch gut und gerne verlieren können und am Ende sicherte man sich ein äußerst glückliches Remis. Ob dies nun nur ein Ausrutscher war, wird dann der kommende Sonntag zeigen.

Seitenwahl: Die Liga ist derzeit dreigeteilt. Der Club hat acht Punkte Vorsprung aufeinen Abstiegsplatz. Darf man im Frankenland beruhigt sein?

Clubfans-united: In Franken, oder zumindest in Nürnberg, ist man erst beruhigt wenn rechnerisch wirklich nichts mehr möglich ist. 1999 geht hier keinem mehr aus dem Kopf, aber das ist auch gut so, denn es schärft die Sinne, auch bei den Verantwortlichen. Ich bin auch überzeugt davon, dass zumindest Hoffenheim und Augsburg in der Rückrunde noch einige Punkte sammeln werden, so dass man sich nicht auf den acht Punkten Vorsprung ausruhen kann und darf. Aber die Ausgangslage ist gut, keine Frage.

Seitenwahl: Der Aufreger der Winterpause war sicherlich der überraschende Abschied von Dieter Hecking. Wie habt ihr den Verlust erlebt?

Clubfans-united: Das war wie im Düsenjet. Am Freitag Abend war Dieter Hecking noch Trainer des 1. FC Nürnberg ohne auch nur irgendein Wechselgerücht und Samstag Nachmittag war er dann offiziell Trainer des VfL Wolfsburg. Also viel zu schnell, man wurde quasi überfahren. Ohne Frage ist der “Abschied” von Hecking ein Verlust für den 1. FC Nürnberg, denn er hat hier - bei aller Kritik an ihm (zu wenig Offensivspiel) - sehr viel gutes geleistet und den 1. FC Nürnberg relativ unaufgeregt 3 Jahre in der ersten Liga gehalten und damit (halbwegs) etabliert. Die Art und Weise wie der Wechsel allerdings von statten gegangen ist hinterlässt einen faden Beigeschmack. Das war kein guter Stil.

Seitenwahl: Der Club verliert in schöner Regelmäßigkeit seine Stammkräfte, um sich zu finanzieren. Nun spielt Klose eine starke Saison. Muss man in Nürnberg befürchten, dass dies seine letzte ist?

Clubfans-united: Zumindest derzeit noch nicht, Klose hat sowieso einen Vertrag bis 2014. Aber ich habe kürzlich in einem Interview gelesen, dass er (in ferner Zukunft) gerne nochmal für seinen Heimatverein dem FC Basel, wo er sich zu Beginn seiner Karriere nicht durchsetzen konnte, spielen will. Von uns aus ja gern zum Karriereausklang... nach einer langen und erfolgreichen Zeit beim 1. FC Nürnberg.

Seitenwahl: Derbys sind das Salz in der Suppe. Hand auf's Herz: Wie sehr tut euch der derzeitige tragische Lernprozess der Fürther leid?

Clubfans-united: Rivalität ist eben Rivalität, da ist kein Platz für Sentimentalitäten, schon gar nicht gegenüber Fürth. Des Weiteren hat man als Fan des 1. FC Nürnberg es oft genug schon am eigenen Leib erfahren wie schwer, fies und gemein die höchste deutsche Spielklasse sein kann. Mitleid ist da nicht angebracht, ein Aufstieg ist ja kein Schicksalsschlag und die Bundesliga kein Ponyhof. Natürlich ist ein Franken-Derby “Nürnberg gegen Fürth”, also genau genommen “Das Derby aller Derbys”, in der 1. Bundesliga eine tolle Sache (auch wenn vom ehemals stolzen Verein aus der Nachbarstadt über die Jahre schon rein strukturell nicht mehr viel übrig blieb), aber in der Vorrunde konnte man auch gut sehen wie sehr die Hysterie, befeuert von den Medien, so ein Derby “kaputt” machen können. Am Ende gab es ein äußerst unansehnliches und tristes 0:0 - und wir behaupten: Dies auch deshalb, weil nach dem ganzen Hype beiden Mannschaften sichtlich anzusehen war, dass sie um jeden Preis vor allem verhindern wollten zu verlieren. Auch die Sicherheitslage, bzw. die ganze Diskussion im Vorfeld darüber, war wahrlich kein Vergnügen, das man ständig bräuchte. - Vielleicht würde sich das über die Zeit einspielen, aber es wird wohl am fehlenden Klassenerhalt der Fürther scheitern.

Seitenwahl: Wir haben mal nachgeschaut. Duelle zwischen dem Club und der Borussia haben eine lange Tradition. Trotzdem kam es eher selten vor, dass ein Team sechs Punkte in einer Saison aus diesen Duellen mitnehmen konnte. Wie hoch seht ihr die Chancen des Club am Sonntag?

Clubfans-united: Achtung Phrasenschwein: Es ist ein richtungsweisendes “Schlüsselspiel”. Kein Endspiel und auch kein 6-Punkte-Spiel, aber richtungsweisend. Gladbach kann mit einem Sieg eine Schub in Richtung internationale Plätze bekommen, mit dann 7 Punkten nach der Winterpause - dann sind alle happy und euphorisch, sind es aber am Ende nur 5 oder 4 Punkte, dann kommen auch bei euch die Zweifler zu Wort. Beim Club nicht anders: Remis gegen Hamburg, Niederlage in Dortmund? Alles ok, wenn man dann 4 Punkte hätte nach den 3 Spielen. Dann kann der neue Coach in Ruhe arbeiten und alles wird gut. Sind es nur 1 Punkt, kriegen sie hier alle kalte Füße. Bezeichnend: Gewinnt der FCN, haben beide Teams ja 4 Punkte in der Rückrunde geholt und dann darf man mal hinterfragen: Sind beide Clubs wirklich auf Augenhöhe? Und das bei den Investitionen in das Gladbacher Team? Aber es wird schwierig werden für unseren Club zu gewinnen. Gerade bei den Spielen gegen Hamburg oder Dortmund hat man doch gesehen, dass viele unsere Spieler derzeit - vorsichtig formuliert - nicht gerade in Topform sind... Vor allem in der Vorwärtsbewegung ist das alles mehr auf Zufall gebaut. Und mit Mönchengladbach kommt nun eine spielstarke Mannschaft zu uns, die drauf und dran ist sich zu finden. Nur wenn unsere Defensive steht, wenn Kiyotake die Bälle gut verteilt und unsere Außenbahnen auch mal wieder am Spielbetrieb teilnehmen, dann könnten wir vielleicht sogar gewinnen. Vieles spricht allerdings für ein dröges Remis an einem nass-kalten Sonntag, womit beide dann irgendwie leben könnten, was aber keinem wirklich was bringt. Man wird sehen, welche Mannschaft am ehesten bereit ist, den Spatz in der Hand gegen die Chance auf die Taube am Dach einzutauschen. Seitenwahl: Stefan, wir danken für dieses Interview.

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