Die DFL hat die Spieltage sieben bis 14 angesetzt – und viele Borussenfans sind entsetzt. Heimspiele bestreitet Borussia ausschließlich sonntags und gleich dreimal davon um 18 Uhr. Ein Spiel zur „gelernten“ Zeit Samstag 15:30 wird der Borussia-Park in dieser Saison zumindest bis kurz vor Weihnachten gar nicht erleben. Vom Verein hört man dazu: Wenig. Verständnis ob der Ansetzungen hat Sportdirektor Max Eberl, schließlich gehe das Ganze zu Gunsten der Deutschen Vereine in der Euro-League, deren Erfolg „wir alle“ wollen. Hier irrt Eberl. Seine Argumentation ist Zeichen einer Entrücktheit bierhoffschen Ausmaßes: Das Weiterkommen von Hoffenheim, Leipzig oder Leverkusen im internationalen Geschäft ist einem Großteil der Borussenfans herzlich egal. Und Borussia wird womöglich stärker unter solchen Ansetzungen leiden, als es auf den ersten Blick ausschaut. Borussia Mönchengladbach ist, mehr als viele andere Bundesligaklubs, ein Verein, der in der Regel Fans aus ganz Deutschland zu seinen Heimspielen begrüßt. Wer jemals an einem Spieltag über die Parkplätze rund um den Borussia-Park oder durch die klassischen „Wildparker“-Stadtteile Hehn und Holt gestreift ist, weiß das. Autokennzeichen aus vielen weit entfernten Städten und Landkreisen sind dort zu sehen, auf vielen dieser Autos prangt gleichzeitig die Raute mit dem B. Der Spieltermin Sonntag 18 Uhr ist für viele dieser Fans problematisch. Erst um 20 Uhr aus dem Stadion, dann die leider immer noch zum Heimspielritus gehörende Warterei, bis man vom Parkplatz runter und auf der A61 ist – und dann noch die Heimfahrt nach Ostwestfalen, Niedersachsen, Hessen oder wo auch immer die Borussia leidenschaftliche Anhänger hat. Die Aussicht auf maximal fünf Stunden Schlaf vor dem Start der neuen Arbeitswoche dürfte so manchen Fan davon abhalten, zu den Sonntagabendspielen den Weg nach Mönchengladbach anzutreten. Der Borussia ist es vermutlich ziemlich egal, die Dauerkarten sind ja bezahlt. Aber mittelfristig hat das alles Folgen. Weitere Fans von außerhalb werden ihre Wochenendroutine ganz verändern und keinen Stadionbesuch mehr einplanen. Borussia wird einige verlieren, die bisher zu den Treuesten gehören. Natürlich hat der Verein die Spiele nicht selbst angesetzt, natürlich trägt Borussia eine Mitschuld an der Zersplitterung der Spieltage, von der sie auch finanziell profitiert, ist aber nicht Hauptverantwortlicher. Ein paar deutlichere Worte in Richtung DFL hätten viele Fans ihrem Sportdirektor aber mit Sicherheit gedankt. Im Endeffekt ist es aber bei Borussia wie überall im modernen Fußball: So lange der Rubel rollt, ist der Stadionzuschauer für die Macher der unwichtigste Baustein im großen Gebäude Profifußball.

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